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Günstig und gesund – die Vorteile des Fahrrads im Alltag

Die warme Jahreszeit lädt dazu ein, den Selbsttest zu wagen: Lassen sich Alltagswege wie der Weg zur Arbeit auch mit dem Fahrrad zurücklegen? Unsere Praxisbeispiele zeigen, wie Radfahren im Alltag mehr Bewegung bringt, Kosten spart und Staus vermeiden kann.

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Franz aus Niederösterreich und Moritz aus Wien haben ihr Auto gegen das Fahrrad getauscht und genießen ihre gewonnene Lebensqualität. Was sie dazu motiviert hat? Neben den gesundheitlichen Vorteilen, wie einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf- und andere chronische sowie psychische Erkrankungen, bietet aktive Mobilität auch deutliche finanzielle Anreize von mehreren tausend Euro pro Jahr.

Ein älterer kleiner Bahnhof in der Ferne, vorne der Bahnsteig in einer Kurve. Die Gleise daneben schauen älter aus. Seitlich und im Hintergrund viel Grün © istock.com/Markus Volk

Mit Faltrad und KlimaTicket klimafreundlich mobil durchs ganze Land

Franz S. erzählt uns, wie er mit dem Faltrad zum Bahnhof fährt und von dort aus mit dem Zug quer durch Österreich weiterreist.
Ein Mann steht mit Handy auf einem Wiener Bahnsteig und wartet auf die U-Bahn © iStock.com/SrdjanPavlovic

Auto verkauft, Freiheit gewonnen

Das Praxisbeispiel zeigt, wie sich nach dem Autoverkauf vieles zum positiven verändern kann.

Gut zu wissen: Rund 40 Prozent der Autofahrten in Österreich sind kürzer als fünf Kilometer und liegen somit in Raddistanz. Mit einem E-Bike lässt sich dieser Radius auf zehn Kilometer erweitern, was 61 Prozent aller Autofahrten entspricht (Quelle: Masterplan Radfahren 2030).

Günstiger unterwegs 

Auch im Wiener Gemeindebezirk Währing interessierte sich im vergangenen Jahr eine Vielzahl von Menschen für Mobilität ohne eigenen Pkw. Im Rahmen des Projekts „Auto-Wette“ der Wiener Linien wurden aus rund 3.000 Bewerbungen 46 Personen ausgewählt, die für drei Monate ihre Autoschlüssel abgaben. Stattdessen nutzten sie Fahrräder, öffentliche Verkehrsmittel, Mietautos, Taxis oder gingen zu Fuß. Das Ergebnis des Experiments? Wissenschaftliche Auswertungen der BOKU ergaben, dass rund 40 Prozent der Mobilitätskosten in diesem Zeitraum eingespart werden konnten, wobei die Teilnehmer:innen kaum mehr Zeit für ihre zurückgelegten Wege benötigten.

Dass sich ohne Auto tatsächlich eine wesentliche Summe an Geld sparen lässt, zeigte auch eine Berechnung des VCÖ aus dem Jahr 2022: Demnach bleiben autofreien Haushalten in Österreich durchschnittlich 4.700 Euro mehr am Ende des Jahres übrig als 1-Pkw-Haushalten, beziehungsweise sogar rund 9.000 Euro mehr als 2-Pkw-Haushalten. Der VCÖ rechnet vor, dass sich autofreie Haushalte über einen Zeitraum von 40 Jahren rund 150.000 Euro beziehungsweise 300.000 Euro im Vergleich zu 2-Pkw-Haushalten einsparen können.

Ein oft unterschätzter Kostenfaktor ist die Nutzung eines Zweitautos, insbesondere wenn selten damit gefahren wird. Neben den Anschaffungskosten verursachen Autos hohe laufende Kosten durch Versicherungen, Steuern, Wartungen, Reparaturen oder Wertverlust. Wenn Sie dennoch hin und wieder ein Transportmittel für Einkäufe, größere Gegenstände oder mehrere Personen benötigen, sind Carsharing-Angebote, Mietmodelle oder Transporträder eine kostengünstige Alternative. Welche Transporträder zu Ihren Ansprüchen passen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Gut zu wissen: Auch für Dienstwege mit dem Fahrrad kann Kilometergeld beantragt werden. Pro Kalenderjahr können bis zu 3.000 Kilometer mit 0,25 Euro pro Kilometer als Werbungskosten geltend gemacht werden. Eine interessante Option ist die Nutzung eines Jobrads. Diese erfolgt kostenlos oder mit einer Nutzungsgebühr, die vom Bruttogehalt abgezogen werden kann.

Fit und gesund mit Fahrrad oder E-Bike durch mehr Bewegung

Ein weiteres Argument, sich für Alltagswege aufs Fahrrad zu schwingen, sind die gesundheitlichen Vorteile. Wer kennt es nicht? In einer terminbeladenen Arbeitswoche bleibt Sport oft auf der Strecke: Am Morgen ist die Zeit knapp und am Abend fehlt vielen nach einem langen Arbeitstag die Energie. Doch bereits durch das tägliche Radeln zum Arbeitsplatz kann in vielen Fällen die Empfehlung der WHO von mindestens 150 Minuten moderater Ausdauerbewegung pro Woche eingehalten werden. Abschreckende Hindernisse wie lange oder steile Strecken, fehlende körperliche Ausdauer oder ein höheres Alter lassen sich in einigen Fällen durch eine Investition in ein E-Bike überwinden.

Personen, die ganzjährig mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Arbeit fahren, werden seltener krank – im Schnitt zwei Tage im Jahr. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover zu den Gesundheitseffekten des E-Bike-Fahrens belegte zudem ein verringertes Risiko für einen Herzinfarkt (minus 40 Prozent), für eine Krebserkrankung (minus 30 Prozent) oder eine Stoffwechselerkrankung (minus 50 Prozent). Zusätzlich stärkt die aktive Bewegung auf zwei Rädern die Denkleistung und baut Stress ab, wodurch die Wahrscheinlichkeit an Demenz oder Alzheimer zu erkranken reduziert wird. Darüber hinaus profitieren die Atemwege, die Gelenke und der Rücken vom Radeln. Auch das Risiko, aufgrund einer psychischen Erkrankung behandelt werden zu müssen, sinkt.

Gesundheit durch Radfahren 

Radeln wie die Großen: Kindern sicheres Radfahren lernen

Auch Kinder können den Weg zur Schule mit dem Fahrrad zurücklegen und sich so Tritt für Tritt dem Radverkehr annähern. Eine besonders einstiegsfreundliche Variante ist die Organisation eines Velobus – einer Radgemeinschaft, die Kindern entlang einer festgelegten Route an Haltestellen einen sicheren Schulweg ermöglicht. Kinder unter zwölf Jahren werden dabei von einer freiwilligen Aufsichtsperson begleitet. Für Volksschulen und Sekundarstufen ermöglicht die Initiative klimaaktiv mobil zudem die Finanzierung von Radfahrkursen, die einmal jährlich beantragt werden können. 

Österreichweit stehen zahlreiche Radübungsplätze zur Verfügung, auf denen Kinder und Einsteiger:innen das Radfahren in sicherer Umgebung üben können.

Weitere Informationen dazu, wie man Kinder sicher ans Radfahren heranführen kann, finden Sie in der Broschüre Kleine Radprofis.

Gut zu wissen: Eine zusätzliche Motivation, das Fahrrad aus dem Keller zu holen, bietet die Kampagne Österreich radelt. Noch bis zum 30. September können Jung und Alt möglichst viele Radkilometer sammeln und attraktive Preise gewinnen.

Überall unterwegs mit dem Rad: Fahrradmitnahme in Öffis und Zügen

Möchten Sie auch ferne Umgebungen auf Ihrem Rad erkunden, ist die Mitnahme in Zügen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln eine naheliegende Option. Häufig benötigen Sie dazu ein eigenes Ticket und eine Reservierung. Wussten Sie aber, dass dies in der Regel nicht für Falträder gilt? Diese gelten als Gepäckstück und dürfen oft ohne zusätzliche Kosten mittransportiert werden. Wer sein Rad gar nicht selbst transportieren möchte, kann alternativ den Gepäckservice der ÖBB in Anspruch nehmen. Dabei wird das Fahrrad zu Hause abgeholt und an die gewünschte Adresse geliefert. 

Fahrräder in den Öffis

Sicherheit beim Radfahren: Worauf ist bei Ausstattung und Wartung zu achten?

Das Einzige, was Sie jetzt noch beachten müssen, bevor Sie mit Ihrem Fahrrad losradeln können, ist die richtige Wartung sowie die verpflichtend benötigte Ausstattung. Dazu zählen neben Reflektoren vorne (weiß), hinten (rot), seitlich (gelb) und an den Pedalen (gelb), eine gut hörbare Klingel sowie zwei unabhängige Bremsen. Außerdem sind bei Dunkelheit oder schlechter Sicht weiße Scheinwerfer vorne und rote Scheinwerfer auf der Rückseite verpflichtend.

Ausstattung und Wartung

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Frau mit gelber Jacke schiebt Fahrrad durch Waldgegend © iStock.com/Maksym Belchenko

Mit dem Fahrrad unterwegs

Aktiv und gesund durch den Alltag mit dem Rad
Mann fährt mit Transportrad voller Gepäck und Sackerl © iStock.com/AleksandarNakic

Transportrad für den Alltag

Die Kinder zum Kindergarten und die Einkäufe nach Hause bringen.
Smartphone am Radlenker befestigt. Ein Finger navigiert und verfolgt den Streckenverlauf. © iStock.com/Dragonimages

Mit Fahrrad-Navi-App einfach ans Ziel

Ein Fahrrad-Navi Ihnen den besten Weg im Alltag, auf Reisen und beim Sport und sind ein unverzichtbarer Begleiter für jede Radtour.
Eine Seniorin und ein Senior fahren Fahrrad im Wald © iStock.com/Monkey Business Images

Radreisen

So gestalten Sie einen aktiven Urlaub