Oktober: So machen Sie die Heizung fit für den Winter
Mit den ersten kühleren Tagen beginnt die Vorbereitung auf die Heizsaison. Wer seine Heizung jetzt überprüft und einige einfache Maßnahmen umsetzt, kann den Energieverbrauch senken, Heizkosten sparen und für ein angenehmes Raumklima sorgen. Von der richtigen Einstellung der Thermostate bis zum Entlüften der Heizkörper: Schon kleine Handgriffe können einen großen Unterschied machen.
Kaum ist die Hitze halbwegs überstanden, soll man schon wieder an die Kälte des Winters denken? Das mag Ihnen jetzt vielleicht komisch vorkommen, aber Vorsorge ist bekanntlich besser als Nachsorge. In den meisten Haushalten macht die Heizung etwa 70 % des Energieverbrauchs aus. Die Kosten dafür übersteigen die des Stromverbrauchs Ihrer Geräte bei Weitem.
Das Gute daran: Mit einigen Maßnahmen machen Sie sich fit für den Winter und können Ihre Kosten in der kommenden Heizsaison deutlich reduzieren.
Gut zu wissen: Senken Sie die Raumtemperatur über die Heizperiode hinweg um nur 2 °C (zum Beispiel von 22 auf 20 °C), reduziert sich Ihre jährliche Heizkostenrechnung um rund 12 %. Das entspricht bei herkömmlichen Thermostaten mit einer fünfstufigen Skala dem Herunterdrehen von Stufe 3,5 auf Stufe 3.
Einen gesetzlich verankerten Start der Heizperiode gibt es nicht. Wann Sie Ihre Heizung zum ersten Mal einschalten, hängt stark von der aktuellen Außentemperatur, der Beschaffenheit Ihres Gebäudes und Ihrem persönlichen Kälteempfinden ab. Vor allem der Herbst kann in Bezug auf Ihr Temperaturempfinden sehr unterschiedlich ausfallen. Doch bei kalten Temperaturen aus Kostengründen auf das Heizen zu verzichten, ist aus gesundheitlichen Gründen keine Option. Denn das Heizen ist notwendig, um das Auskühlen der Wände und somit die Schimmelbildung in Ihren Wohnräumen zu verhindern. Das geht vor allem in Altbauten oder schlecht gedämmten Wohnräumen schnell.
- Wohnzimmer: 20-22 °C (Thermostatstufe 3-3,5)
- Schlafzimmer: 16-18 °C (Thermostatstufe 2-2,5)
- Badezimmer: 23 °C (Thermostatstufe 3,5-4)
- Küche: 18-20 °C (Thermostatstufe 2,5-3)
- Kinderzimmer: 20-22 °C (Thermostatstufe 3-3,5
Gut zu wissen: Sie haben herkömmliche Thermostate zu Hause und möchten, dass es schnell warm wird? Weit verbreitet ist der Irrglaube, dass Räume schneller warm werden, wenn das Thermostat voll aufgedreht wird. Das spielt jedoch keine Rolle bei der Schnelligkeit. Denn das Wasser im Heizkörper ist immer gleich warm. Bei einer höheren Thermostatstufe heizt der Heizkörper einfach länger, was zu höheren Energiekosten führt.
Auf die Heizsaison vorbereiten: 7 Tipps für weniger Heizkosten und mehr Wohnkomfort
Kurz vor Beginn der Heizsaison ist der ideale Zeitpunkt, um Ihr Zuhause fit für die kälteren Monate und den Winter zu machen. Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Heizung effizienter nutzen, Energie sparen, Ihre Heizkosten senken und gleichzeitig für ein angenehmes Raumklima sorgen.
Erinnern Sie sich noch daran, dass im letzten Winter ein Raum trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht richtig warm wurde oder der Heizkörper sogar gluckerte? Das liegt vermutlich daran, dass sich im Heizkörper Luft angesammelt hat, sodass das Heizwasser nicht mehr richtig zirkulieren konnte. Um das zukünftig zu vermeiden, sollten Sie Ihre Heizkörper am besten einmal im Jahr entlüften. Das ist eine einfache Maßnahme, um Ihre Heizkosten dauerhaft zu senken. Sie benötigen lediglich einen Eimer und einen Entlüftungsschlüssel, der günstig im Baumarkt erhältlich ist.
So entlüften Sie Ihren Heizkörper in 4 Schritten:
- Thermostat aufdrehen: Drehen Sie die Thermostate auf die höchste Stufe, um die Heizkörper vollständig mit Wasser zu befüllen. Wenn Sie eine eigene Heizungsanlage besitzen, schalten Sie davor bitte die Umwälzpumpe aus.
- Entlüftungsventil öffnen und entlüften: Warten Sie etwa 30 Minuten, bis sich genügend Luft angesammelt hat. Stellen Sie einen Eimer direkt unter das Ventil und öffnen Sie es dann vorsichtig mit einem Entlüftungsschlüssel. Es kann sein, dass neben Luft auch heißes Wasser austritt. Falls Sie keinen Entlüftungsschlüssel zur Hand haben, können Sie notfalls einen Schraubenzieher oder eine Kombizange verwenden. Wenn Ihr Heizkörper über kein eigenes Ventil zur Entlüftung verfügt, können Sie ihn über das Thermostatventil entlüften. Drehen Sie das Ventil komplett zu und lösen Sie die Verschraubung des Thermostats leicht mit einer Rohrzange. Sie müssen den Thermostatkopf nicht vollständig abschrauben, da die Luft bereits vorher entweicht.
- Luft komplett entweichen lassen: Sobald Sie ein leises Zischen hören, entweicht Luft aus dem Heizkörper. Lassen Sie das Ventil so lange geöffnet, bis nur noch Wasser austritt.
- Entlüftungsventil schließen: Drehen Sie das Ventil wieder fest zu.
Gut zu wissen: Wenn Ihre Heizung kein Vierkant-Ventil hat, ist wahrscheinlich ein automatischer Entlüfter eingebaut. In diesem Fall entfällt das manuelle Entlüften.
Wenn Sie keine Lust haben, Ihre Heizkörper jährlich zu entlüften, können Sie auch auf ein automatisches Entlüftungsventil umsteigen. Den Wechsel können Sie selbst durchführen, indem Sie die Heizung ausschalten und das alte Ventil durch den neuen Entlüfter inklusive Dichtung ersetzen. Schalten Sie anschließend die Heizung wieder ein und kontrollieren Sie Druck und Dichtheit.
Sie spüren einen Luftzug, obwohl Ihre Fenster geschlossen sind? Dann sollten Sie diesen schnell beseitigen. Denn jeder noch so kleine Spalt sorgt dafür, dass Ihre Wohnräume wertvolle Wärme verlieren und die Heizung stärker arbeiten muss. Zudem gewinnen Sie an Behaglichkeit, wenn kalte Luftzüge der Vergangenheit angehören. Sie können Ihre Fenster ganz einfach selbst mit Dichtstreifen aus Gummi oder Schaum abdichten. Schaumdichtungen sind zwar günstiger, halten jedoch oftmals nur zwei Jahre. Bei Kastenfenstern sollten Sie nur den inneren Fensterflügel abdichten. Ansonsten kann sich im Zwischenraum Kondenswasser sammeln und Schimmel verursachen. Alternativ können Sie bei Kastenfenstern auch Polster nutzen. Bei besonders undichten Fenstern helfen auch dicke Vorhänge, die nachts zugezogen sind, um weniger Wärme zu verlieren.
Gut zu wissen: Vergessen Sie beim Abdichten nicht die Türen zu unbeheizten Räumen wie Keller, Dachboden oder Treppenhaus zu schließen. Als Zusätzlicher Wärmeschutz helfen auch dicke Vorhänge zwischen beheizten und nicht beheizten Räumen.
Haben Sie Ihre Heizkörper schon einmal gründlich gereinigt? Wenn nicht, sind Sie nicht allein, sollten es aber für die kommende Saison angehen. Am besten eignet sich hierfür eine spezielle Reinigungsbürste, ein leicht angefeuchtetes oder ein trockenes Mikrofasertuch. Denn nur mit einer sauberen Heizung kann die Wärmezirkulation optimal erfolgen.
Oft laufen Heizungen den ganzen Tag, auch dann, wenn niemand zu Hause ist. Hauptsache es ist warm, wenn man dann tatsächlich zu Hause ist. Mit programmierbaren Thermostaten können Sie das einfach vermeiden. Sie können solche Thermostate ganz einfach so einstellen, dass die Heizung angeht, kurz bevor Sie nach Hause kommen. Programmierbare Thermostate sind bereits für wenige Euro im Baumarkt erhältlich und können ganz einfach an Ihre Bedürfnisse angepasst werden. Je nach Modell können Sie unterschiedliche Heizzeiten programmieren, beispielsweise ein warmes Bad unter der Woche ab 6 Uhr und am Wochenende erst ab 9 Uhr. Automatische Temperaturabsenkungen lassen sich nicht nur für die Nacht, sondern auch für beispielsweise die Arbeitszeit einstellen.
Für eine funktionierende Heizungsanlage ist ein bestimmter Wasserdruck erforderlich, egal, ob es sich um eine Gastherme, eine Ölheizung oder eine Wärmepumpe handelt. Den Druck können Sie selbst mithilfe des Manometers prüfen. Ist der Druck zu niedrig, kann die Wärmeverteilung nicht mehr ausreichend funktionieren. Ein Unterdruck kann auch zu Geräuschen und Korrosionsschäden führen. Bei den meisten Heizungsanlagen liegt der ideale Druck im grünen Bereich zwischen 1 und 2 bar. Bewegt sich die Nadel am Manometer außerhalb dieses Bereichs, kontaktieren Sie am besten einen Installateur.
Eine regelmäßig gewartete Heizung arbeitet effizienter und hilft dabei, dauerhaft Energie einzusparen. Beim Heizungscheck prüfen Fachbetriebe nicht nur den allgemeinen Zustand der Anlage, sondern beispielsweise auch, ob die vorhandenen Betriebsparameter noch zu Ihren Tagesabläufen passen. Bei dieser Gelegenheit können auch veraltete Heizungspumpen ausgetauscht werden. Diese können nämlich erheblich für einen erhöhten Energieverbrauch verantwortlich sein.
Wenn in einem Zimmer der Heizkörper glüht, während er in einem anderen nur lauwarm wird und es ständig gluckert, obwohl die Thermostatventile überall auf drei gedreht sind, kann ein hydraulischer Abgleich durch einen Installateur erforderlich sein. Dabei wird sichergestellt, dass jeder einzelne Heizkörper die notwendige Menge an Heizungswasser erhält, um die gewünschte Wärme zu erzeugen. Dadurch funktioniert die Heizung effizienter und die ungleichmäßige Wärmeverteilung im Haus hat ein Ende.
Sie wohnen in einem Einfamilienhaus? Einer der wichtigsten Punkte, um keine Heiz-Energie zu vergeuden ist die Dämmung der Heizungsrohre, die von Ihrer Heizanlage bis zu Ihren Wohnräumen führen. Insbesondere Leitungen, die durch unbeheizte Bereiche wie Keller, Dachböden oder Nebenräume verlaufen, geben unnötig Wärme ab. Diese Verluste summieren sich und treiben Ihre Heizkosten in die Höhe. Mit passgenauen Rohrschalen aus Schaumstoff oder Mineralwolle können Sie diese Wärmeverluste jedoch einfach und kostengünstig vermeiden. Besonders wichtig ist das Dämmen der Rohre direkt am Kessel beziehungsweise im Heizraum. So gelangt die Wärme genau dorthin, wo Sie sie haben wollen: in Ihre Wohnräume. Kaum eine andere Maßnahme macht sich so schnell bezahlt. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie das sogar selbst erledigen. Geeignetes Dämmmaterial erhalten Sie günstig im Baumarkt oder Fachhandel.
So dämmen Sie Heizungsrohre richtig:
- Geeignetes Dämmmaterial wählen: Verwenden Sie temperaturbeständige Rohr- oder Isolierschalen aus geeignetem Dämmstoff mit niedriger Wärmeleitfähigkeit, beispielsweise aus Mineralwolle, Schaumstoff oder Armaflex. Achten Sie außerdem darauf, dass das Material feuchtigkeitsverträglich ist und dass es in Bereichen, in denen Brand- oder Sicherheitsvorschriften gelten, entsprechend zertifiziert ist.
- Rohrdurchmesser und Verlegeweg beachten: Je größer der Rohrdurchmesser und je länger der Weg durch unbeheizte Räume ist, desto dicker sollte die Dämmung sein. Leitungen, die außen oder angrenzend an Außenluft verlaufen, benötigen in der Regel eine stärkere Dämmung (oft wird eine 2x so dicke Dämmungverlangt bzw. empfohlen).
- Armaturen und Rohrschellen mitdämmen: Nicht nur gerade Rohrleitungen, sondern auch Bögen, T-Stücke, Ventile und Rohrschellen können Wärmebrücken sein. Verwenden Sie hierfür spezielle Formstücke oder Dämmkappen. Achten Sie darauf, dass Rohrschellen die Dämmung nicht einengen oder zerschneiden, da dies die Wirkung mindert.
- Sauber und lückenlos montieren: Die Dämmung muss eng anliegen und darf keine Spalten oder losen Stellen aufweisen. Übergänge, zum Beispiel von Schale zu Schale, müssen sauber überklebt oder verschweißt sein. Außenfugen sollten Sie am besten abdichten, damit keine kalten Luftzüge entstehen oder Feuchtigkeit eindringen kann.
- Selbstmontage oder Fachbetrieb: Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich viele Arbeiten selbst realisieren, beispielsweise das Anpassen, Zuschneiden und Montieren von Rohrschalen. Bei komplexen Systemen (etwa in großen Technikräumen, weit verzweigten Heizungsnetzen oder Mehrparteienhäusern) oder bei Brandschutzanforderungen sollte jedoch ein Fachbetrieb beauftragt werden.
Mit richtigem Heiz- und Lüftungsverhalten Energie effizient nutzen
Energie ist eine wichtige Ressource und ein großer Kostenfaktor in vielen Haushaltsbudgets. Mit ein paar Vorkehrungen und Optimierungen lassen sich im Winter ganz von selbst Ihre Heizkosten reduzieren. Doch neben Vorkehrungen für die Heizperiode ist auch das richtige Heiz- und Lüftungsverhalten ausschlaggebend, um möglichst effizient mit der wertvollen Wärme umzugehen. Denn rund 35 % der Haushalte mit Hauptsitz werden nach wie vor mit Erdgas- oder Öl versorgt. Und selbst die Haushalte mit Fernwärme haben einen Anteil an rund 30 % fossiler Energie. Wer also bei seinen Heizkosten spart, schon auch gleichzeitig das Klima.