Förderung, Kosten & Beratung für Ihren Kesseltausch
Sie planen, Ihre alte Heizung zu tauschen? Hier erfahren Sie, welche Förderungen es für den Kesseltausch gibt, wie Sie eine passende Energieberatung finden und mit welchen Kosten Sie bei verschiedenen klimafreundlichen Heizsystemen rechnen können.
Der Austausch von fossilen Heizungssystemen gegen klimafreundliche Alternativen erweist sich nicht nur als umweltfreundliche Entscheidung, sondern zahlt sich auch finanziell aus. Sie profitieren derzeit von großzügigen Bundes- und Landesförderungen. Diese Förderungen decken oft einen erheblichen Teil der Investitionskosten der neuen Heizung ab, wodurch die Amortisationsdauer verkürzt wird und der finanzielle Aufwand für Hausbesitzer:innen deutlich reduziert wird. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zu Förderungen sowie Tools zur Kostenermittlung zusammengefasst.
Kosten
Sie haben bereits geklärt, welche Heizsysteme sich für Ihren Haushalt grundsätzlich eignen? Dann stellt sich im nächsten Schritt die Kostenfrage. Was die Heizung für Ihren Neubau oder Bestandsbau über die gesamte Betriebsdauer tatsächlich kostet und wie die Umweltbilanz ausfällt, zeigt Ihnen der klimaaktiv Heizrechner. Hier geben Sie Daten wie Ihren Heizwärmebedarf, die Bruttogeschossfläche, die gewählte Heizung sowie die Anschaffungskosten an. Der Heizrechner berechnet Ihnen daraufhin die Kosten bei einer 20-jährigen Betrachtung.
Der Heizrechner „Hexit“ von klimaaktiv gibt einen guten Überblick über mögliche Heizungsalternativen für Ihr Gebäude. In nur drei Schritten und mit lediglich ein paar Angaben zur Haustechnik, wie beheizte Wohnfläche oder Verbrauch Ihrer Heizung, finden Sie die besten Alternativen zu Ihrer Öl- oder Gasheizung.
Förderung und Beratung der Bundesländer
Burgenland
Landesförderung: Tausch von fossilen Heizsystemen auf hocheffiziente alternative Heizsysteme
Energieberatung
Energieberatung Burgenland
TechLab, Thomas-Alva-Edison-Str. 2 BT 4, 1.OG
7000 Eisenstadt
Telefon: +43 2682 233 22
E-Mail: office@eb-bgld.at
Link: eb-bgld.at/
Kärnten
Landesförderung: Raus aus fossilen Brennstoffen
Energieberatung
Netzwerk Energieberatung Kärnten (netEB)
Arnulfplatz 1, 9021 Klagenfurt
Telefon: +43 50 53618802
E-Mail: energieservice@ktn.gv.at
Link: neteb-kärnten.at
Niederösterreich
Landesförderung: Wohnbauförderung Heizkesseltausch
Energieberatung
Energieberatung Niederösterreich (eNu)
Telefon: +43 2742 22144
Link: energieberatung-noe.at
Oberösterreich
Landesförderung: Heizkesseltausch
Energieberatung
OÖ. Energiesparverband
Landstraße 45, 4020 Linz
Telefon: +43 732 7720 14860
E-Mail: office@esv.or.at
Link: energiesparverband.at
Salzburg
Landesförderung: Energieförderung (Heizung, Warmwasser, Photovoltaik)
Energieberatung
Energieberatung Salzburg
Günter-Bauer-Straße 1, 5071 Wals
Telefon: +43 662 8042 3151
E-Mail: energieberatung@salzburg.gv.at
Link: salzburg.gv.at
Steiermark
Landesförderung: Umweltförderungen inklusive Heizungstausch
Energieberatung
Energieberatung Land Steiermark
Landhausgasse 7, 8010 Graz
Telefon: +43 316 877 3955
E-Mail: energieberatung@stmk.gv.at
Link: technik.steiermark.at
Tirol
Landesförderung: Zusatzförderung Bonus - klimafreundliches Heizsystem
Energieberatung
Energieagentur Tirol GmbH
Südtiroler Platz 4 , 6020 Innsbruck
Telefon: +43 512 589913
E-Mail: office@energieagentur.tirol
Link: energieagentur.tirol
Vorarlberg
Landesförderung: Heizungstausch
Energieberatung
Energieinstitut Vorarlberg
Telefon: 05572 31 202
Wien
Landesförderung: Errichtung und Umstellung/Nachrüstung vorhandener Heizanlagen
Raus aus Gas in Wien
Energieberatung Wien
Hauskunft - Die Sanierungsberatung für Häuser mit Zukunft
Stadiongasse 10, 1010 Wien
Telefon: 01 40359190
E-Mail: beratung@hauskunft-wien.at
Link: hauskunft-wien.at
DIE UMWELTBERATUNG Wien
Telefon: 01 8033 232
FAQs – Förderung Kesseltausch im Einfamilienhaus (Sanierungsoffensive)
Neuauflage Kesseltausch 2026
Antragsberechtigt sind Privatpersonen, die Eigentümer:innen, Miteigentümer:innen, Bauberechtigte oder Mieter:innen eines Ein- oder Zweifamilienhauses oder eines Reihenhauses sind. Ein Hauptwohnsitz am Standort ist nicht erforderlich. Es findet auch keine Einkommensprüfung statt.
Kesseltausch 2027
Für die Standardförderung gelten dieselben Voraussetzungen. Zusätzlich gibt es eine soziale Zusatzförderung für einkommensschwache Haushalte, für die gesonderte Kriterien gelten.
Sowohl bei der Neuauflage Kesseltausch 2026 als auch beim Kesseltausch 2027 wird der Austausch von Öl-, Gas-, Kohle-/Koksheizungen und Elektrospeicheröfen gegen klimafreundliche Heizsysteme gefördert. Förderfähig sind:
- Nah- oder Fernwärme
- Wärmepumpen
- Holzzentralheizungen (Pellets, Hackgut oder Stückholz)
Bei der Förderung Kesseltausch wird der Anschluss an ein klimafreundliches oder hocheffizientes Nah- bzw. Fernwärmenetz bevorzugt. Ist dies technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar, können alternativ eine Wärmepumpe oder eine Holzzentralheizung gefördert werden. Ein Fernwärmeanschluss ist dann wirtschaftlich nicht zumutbar, wenn die Investitionskosten für die alternative Heizung mindestens 25 % unter jenen des Fernwärmeanschlusses liegen.
Bei beiden Förderungen sind unter anderem folgende Kosten förderfähig:
- Materialkosten
- Montagekosten
- Planungskosten
- Demontage und Entsorgung der Altanlage
- Entsorgung von Tankanlagen
Zusätzlich können Zuschläge für thermische Solaranlagen sowie Tiefen- oder Brunnenbohrungen bei Sole-Wasser- bzw. Wasser-Wasser-Wärmepumpen beantragt werden.
Neuauflage Kesseltausch 2026
Die Förderung wird als einmaliger, nicht rückzahlbarer Investitionskostenzuschuss gewährt:
- Nah-/Fernwärme: bis zu 4.000 Euro
- Wärmepumpe: bis zu 5.000 Euro
- Holzzentralheizung: bis zu 6.000 Euro
- Bonus thermische Solaranlage: + 2.500 Euro
- Bonus Tiefen- oder Brunnenbohrung: + 5.000 Euro
Kesseltausch 2027
Die Förderhöhen der Standardförderung entsprechen grundsätzlich denen der Neuauflage von 2026. Darüber hinaus ist eine soziale Zusatzförderung für förderungswürdige Haushalte vorgesehen.
Die neue Heizungsanlage muss von einem Fachbetrieb fach- und normgerecht installiert werden. Eigenleistungen sind nicht förderfähig. Außerdem müssen die jeweiligen technischen Förderkriterien erfüllt werden.
Für Nah- und Fernwärmeanschlüsse gilt:
- Gefördert werden klimafreundliche Nah- bzw. Fernwärmeanschlüsse, bei denen mindestens 50 % der Energie aus erneuerbaren Quellen oder mindestens 75 % der Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammen beziehungsweise eine Kombination dieser Anteile erreicht wird.
- Ebenfalls förderfähig sind hocheffiziente Nah- bzw. Fernwärmeanschlüsse, bei denen mindestens 90 % der Energie aus erneuerbaren Quellen, hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung, sonstiger Abwärme oder einer Kombination dieser Quellen stammen.
Für Holzzentralheizungen (Pellets, Hackgut oder Stückholz) gilt:
- Die Emissionsgrenzwerte der Umweltzeichenrichtlinie UZ37 (2025) müssen im Volllastbetrieb eingehalten werden.
- Der Kesselwirkungsgrad muss mindestens 85 % betragen.
- Die Anlage muss auf der Liste der förderungsfähigen Holzheizungen geführt werden.
- Werden ausschließlich die Emissionsgrenzwerte der UZ37 (2021) erfüllt, reduziert sich die Förderung um 20 %.
- Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind nur Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW förderfähig.
- Eine Förderung ist nur möglich, wenn ein Anschluss an ein klimafreundliches oder hocheffizientes Nah- bzw. Fernwärmenetz technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
Für Wärmepumpen gilt:
- Die Wärmepumpe muss die Kriterien des EHPA-Gütesiegels erfüllen und von einer unabhängigen Prüfstelle bestätigt sein.
- Das verwendete Kältemittel darf einen GWP-Wert von 750 nicht überschreiten.
- Bei Wärmepumpen mit einem GWP-Wert über 150 reduziert sich die Förderung um 20 %.
- Die maximale Vorlauftemperatur des Wärmeabgabesystems darf 55 °C nicht überschreiten.
- Die Anlage muss auf der Liste der förderungsfähigen Wärmepumpen geführt werden.
- Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sind nur Wärmepumpen mit einer Leistung von weniger als 100 kW förderfähig.
- Eine Förderung ist nur möglich, wenn ein Anschluss an ein klimafreundliches oder hocheffizientes Nah- bzw. Fernwärmenetz technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist.
Zuschläge:
- Thermische Solaranlage: mind. 6 m² Bruttokollektorfläche, zertifiziert nach „Solar Keymark“, Austria Solar oder Umweltzeichen.
- Tiefenbohrung / Brunnen: neu errichtet und in Kombination mit einer zentralen Sole- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Bei beiden Förderungen müssen alle bestehenden fossilen Heizungen dauerhaft außer Betrieb genommen werden. Tanks sind fachgerecht zu entsorgen oder, falls dies nicht möglich ist, zu reinigen und zu verplomben. Für die Registrierung bzw. Antragstellung ist außerdem ein Energieberatungsprotokoll des jeweiligen Bundeslandes erforderlich.
Neuauflage Kesseltausch 2026
Das Verfahren erfolgt in zwei Schritten:
- Registrierung
- Umsetzung und Antragstellung
Nach der Registrierung wird das Förderbudget für neun Monate reserviert. Innerhalb dieser Frist müssen Umsetzung und Antragstellung erfolgen.
Kesseltausch 2027
Das Verfahren läuft anders ab:
- Antragstellung
- Genehmigung und Fördervertrag
- Umsetzung der Maßnahme
- Endabrechnung und Auszahlung
Die Maßnahme darf grundsätzlich erst nach der Antragstellung beauftragt und umgesetzt werden. Ab Genehmigung verbleiben 9 Monate Zeit für die Umsetzung und Übermittlung der Endabrechnung.
Für die Registrierung werden benötigt:
- Angaben zur antragstellenden Person
- Angaben zum Heizungstausch
- Energieberatungsprotokoll
Für die Antragstellung:
- Endabrechnungsformular
- Rechnungen der förderfähigen Maßnahmen
- Fördervertrag bzw. Annahmeerklärung
- Endabrechnungsunterlagen
Neuauflage Kesseltausch 2026
- Förderfähig sind Lieferungen und Leistungen ab 7. Oktober 2026.
- Registrierung ab 2. November 2026 möglich.
- Registrierung bis spätestens 31. Dezember 2026 bzw. bis zur Ausschöpfung der Mittel.
- Nach der Registrierung bleiben neun Monate für Umsetzung und Antragstellung.
Kesseltausch 2027
- Antragstellungen sind ab 4. Jänner 2027 möglich.
- Anträge können bis 31. Dezember 2027 bzw. bis zur Ausschöpfung der verfügbaren Mittel eingebracht werden.
- Förderfähig sind nur Leistungen, die nach der Antragstellung beauftragt und umgesetzt werden.
Nach Einreichung der Unterlagen prüft die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) diese. Wenn diese den Förderkriterien entsprechen, erfolgt die Genehmigung durch das zuständige Bundesministerium. Anschließend wird die Förderung ausbezahlt. Dieses Vorgehen ist bei beiden Förderprogrammen gleich.
Ja, sowohl die Neuauflage „Kesseltausch 2026” als auch „Kesseltausch 2027” können mit Landesförderungen kombiniert werden. Dabei darf die Summe aller Förderungen die tatsächlichen Investitionskosten jedoch nicht übersteigen.
Informationen zu Landesförderungen finden sie unter klimaaktiv Förderungen.
Ja, der Kesseltausch kann unabhängig von thermischen Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Werden jedoch gleichzeitig Maßnahmen im Rahmen des Sanierungsbonus umgesetzt, müssen die jeweiligen Förderbedingungen beachtet werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Sanierung umsetzen können.
Bei beiden Förderungen sind die geltenden baurechtlichen Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes einzuhalten. Außerdem müssen sämtliche technischen und förderrechtlichen Anforderungen erfüllt werden.
Sowohl bei der Neuauflage Kesseltausch 2026 als auch beim Kesseltausch 2027 können Anträge nur solange eingebracht werden, wie Budgetmittel verfügbar sind. Nach Ausschöpfung des Förderbudgets endet das Förderprogramm vorzeitig.