Was ist Energie? Einfach erklärt für Kinder
Egal ob in der Küche, im Badezimmer oder im Wohnzimmer – Energie begleitet uns überall im Alltag. Es gibt viele unterschiedliche Energiequellen, aus denen wir Strom und Wärme gewinnen können. Hier erfährst du, was Energie ist, woher sie kommt und warum sie für unser tägliches Leben so wichtig ist.
Was ist Energie und woher kommt sie?
Energie ist gar nicht so einfach zu erklären. Wir können Energie in unterschiedlicher Form sehen und spüren: zum Beispiel als Wind in den Haaren oder als Sonnenwärme auf der Haut. Ohne Energie bewegt sich nichts, wächst nichts und lebt nichts. Wir merken erst, dass Energie im Spiel ist, wenn sie etwas bewirkt. Wenn du zum Beispiel auf einen Schalter drückst und das Licht angeht. Oder wenn du gegen einen Ball trittst, der daraufhin wegrollt. Wann immer sich Dinge bewegen, leuchten, ihre Form oder Temperatur verändern, ist Energie im Spiel. Energie gibt es also in vielen Formen.
Welche Energiequellen gibt es?
Etwas, das Energie liefert, nennen wir Energiequelle. Stell dir eine Energiequelle wie einen „Energiespender“ vor: Sie liefert die Energie, die Menschen, Tiere, Pflanzen oder Geräte brauchen. Die wichtigste Energiequelle für alles Leben auf unserer Erde ist die Sonne. Ohne sie gäbe es weder Licht noch Wärme, und Pflanzen könnten nicht wachsen.
Die Energie der Sonne hilft zum Beispiel dabei, dass Gurken, Paprika und Äpfel wachsen. Wenn du einen Apfel oder dein Pausenbrot isst, nimmst du diese Energie auf. Dein Körper nutzt sie dann zum Laufen, Spielen, Radfahren oder Denken. Auch Wind und Wasser verdanken ihre Kraft der Sonne: Sie erwärmt die Erde und setzt so Luft und Wasser in Bewegung.
Es gibt viele verschiedene Energiequellen. Manche kommen direkt aus der Natur, zum Beispiel Sonne, Wind, Wasser oder Erdwärme. Aus ihnen können wir Strom und Wärme gewinnen. Übrigens: Das Wort Energie kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Aktivität“ oder „Wirksamkeit“ – also die Kraft, die etwas in Bewegung bringt oder etwas bewirkt.
Schon gewusst? Kaum zu glauben: Die Sonne versorgt unsere Erde ständig mit Energie. Schon in einer Stunde erreicht uns mehr Sonnenenergie, als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbraucht. Leider ist es aber nicht so einfach, diese Energie so umzuwandeln, dass wir sie für unser tägliches Leben verwenden können.
Energie aus erneuerbaren Quellen
Erneuerbare Energie gewinnen wir aus natürlichen Quellen wie Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme sowie Pflanzen und Holz. Diese Quellen erneuern sich durch die Kraft der Natur immer wieder und werden nicht aufgebraucht – anders als Kohle, Öl oder Erdgas. Deshalb stehen sie uns praktisch unbegrenzt zur Verfügung und sind nachhaltig.
Wasserkraft ist in Österreich eine der wichtigsten erneuerbaren Energiequellen. Die Kraft des Wassers wird schon seit langer Zeit genutzt. Früher haben Wasserräder Maschinen angetrieben, zum Beispiel Mühlsteine in Mühlen oder Blasebälge in Schmieden. Heute nutzen wir die Kraft des Wassers, um Strom zu erzeugen. Der Großteil des österreichischen Stroms stammt mittlerweile aus Wasserkraftwerken.
Bist du schon einmal am Lagerfeuer gesessen und hast die angenehme Wärme gespürt? Diese Wärme entsteht, wenn Holz verbrannt wird. Genauso können auch Pellets, Stroh oder Hackschnitzel beim Verbrennen Energie liefern. Diese Form der Energie nennt man Bioenergie. Mit Bioenergie können wir Wärme und auch Strom erzeugen.
Die Energie der Sonne können wir auf zwei Arten nutzen: Bei der Solarthermie werden die Sonnenstrahlen mit Sonnenkollektoren direkt eingefangen und als Wärme genutzt. Bei der Photovoltaik wird das Sonnenlicht mit Solarzellen in Strom umgewandelt.
Ähnlich wie Wasserkraft wird auch Windkraft schon seit langer Zeit genutzt. Wenn kein Bach in der Nähe einer Mühle war, nutzten die Menschen die Kraft des Windes, um den Mühlstein anzutreiben. Heute funktioniert das ähnlich: Der Wind bewegt die Flügel eines Windrads. Durch diese Drehbewegung erzeugt ein Generator elektrische Energie.
Erdwärme verwendet die Wärme aus dem Inneren der Erde. Schon wenige Meter unter der Erde ist es im Sommer und Winter fast gleich warm. Deshalb steht uns Erdwärme das ganze Jahr über zur Verfügung.
Wellenkraft nutzt die Energie von Meereswellen. Ein Wellenkraftwerk erzeugt Strom durch die Bewegungen des Wassers.
Schon gewusst? Strom vom Mond – klingt verrückt, oder? Aber tatsächlich hilft uns der Mond dabei, Strom zu erzeugen. Seine Anziehungskraft bewegt das Meer und sorgt für Ebbe und Flut. Diese Wasserbewegungen können in sogenannten Gezeitenkraftwerken genutzt werden, um Strom zu erzeugen.
Das Tolle daran: Der Mond kommt nie zu spät und vergisst seine Arbeit nicht. Deshalb lassen sich Ebbe und Flut sehr genau vorhersagen. Gezeitenkraftwerke können sich darauf einstellen und schon lange im Voraus planen, wann sie Strom erzeugen.
Energie aus nicht erneuerbaren Quellen
Nicht erneuerbare Energiequellen sind nur begrenzt vorhanden. Sind ihre Vorräte einmal aufgebraucht, können wir sie nicht mehr nutzen. Sie werden also nicht durch die Kraft der Natur erneuert. Zu den nicht erneuerbaren Energiequellen zählen zum Beispiel Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran für die Atomkraft. Die Nutzung dieser Energiequellen belastet die Umwelt und unser Klima. Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas entstehen Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), die unsere Erde erhitzen.
Kohle, Erdöl und Erdgas sind fossile Brennstoffe. Sie sind über Millionen von Jahren aus Resten von abgestorbenen Pflanzen und Tieren entstanden. Das Wort fossil kommt vom lateinischen Begriff „fossilis“ und bedeutet „ausgegraben“. Bevor wir aus ihnen Energie erzeugen können, müssen sie also zuerst aus der Erde geholt und verarbeitet werden. Bei der Verbrennung dieser Stoffe entsteht das Treibhausgas Kohlendioxid.
Alle Stoffe auf unserer Erde bestehen aus Atomen. Das sind winzige Teilchen, die wir mit bloßem Auge nicht sehen können. In Atomkraftwerken entsteht Energie, indem bestimmte Stoffe – zum Beispiel Uran – in kleinste Teilchen gespalten werden. Dabei wird aber auch radioaktive Strahlung freigesetzt. Diese ist für Menschen schädlich und kann Krankheiten verursachen. Außerdem fallen radioaktive Abfälle an. Bis heute gibt es keine gute Lösung, um sie sicher zu entsorgen.
Schon gewusst? Erneuerbare Energiequellen sind wie ein Akku, der sich ständig wieder auflädt. Sonne, Wind und Wasser können wir immer wieder nutzen, um Strom zu erzeugen, ohne dabei das Klima zu belasten. Deshalb werden sie für unsere Zukunft immer wichtiger. Die Sonne allein schickt der Erde jeden Tag riesige Mengen an Energie – viel mehr, als wir Menschen täglich brauchen!