A group of PV Installers (Solar Photovoltaic Installers) work on the roof of an apartment complex, equipping one of a number of buildings to be energy efficient and environmentally friendly.

Stimmen aus der Praxis

Ein Solarinstallateur erklärt auf was bei der Anschaffung einer PV-Anlage zu achten ist

Sie möchten auch endlich eine PV-Anlage besitzen und von mehr finanzieller Planungssicherheit profitieren? Am Markt gibt es bereits zahlreiche Firmen, die PV-Anlagen anbieten. In dem Interview mit einem PV-Installateur erfahren Sie, worauf Sie im Vorhinein achten können, um ein qualitativ hochwertiges Angebot zu wählen.

 

A group of PV Installers (Solar Photovoltaic Installers) work on the roof of an apartment complex, equipping one of a number of buildings to be energy efficient and environmentally friendly.

Stimmen aus der Praxis

Im Interview spricht Rudolf Raymann, Eigentümer von Raymann Kraft der Sonne GmbH, über seine jahrelange Erfahrung in der PV-Branche und auf welche Rahmenbedingungen Haushalte bei der Anschaffung einer eignen PV-Anlage achten können.

Wie sind Sie zur Photovoltaik gekommen – und was hat Sie daran überzeugt, in diesem Bereich zu arbeiten?

Ich habe das Potenzial der Photovoltaik schon sehr früh erkannt. Bereits seit 2003 setze ich mich aktiv dafür ein, andere von diesem Weg zu überzeugen. Für mich war klar: Photovoltaik ist ein zentraler Baustein der Energiezukunft. Diese Überzeugung hat mich auch dazu motiviert, mich fachlich zu spezialisieren – unter anderem als einer der ersten geprüften Photovoltaik-Planer in Österreich.

Wie läuft ein typisches Photovoltaik-Projekt bei Ihnen ab – vom ersten Kontakt bis zur fertigen Anlage?

Die Umsetzung einer Photovoltaikanlage folgt in der Praxis einem klar strukturierten Ablauf. Am Anfang steht immer der Erstkontakt, bei dem die Bedürfnisse des Kunden sowie die Gegebenheiten vor Ort, wie beispielsweise die Dachfläche, die Ausrichtung und der Stromverbrauch, analysiert werden. Auf dieser Grundlage wird ein individuelles Konzept entwickelt, das sowohl technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist. 

Darauf folgt die detaillierte Planung der Anlage. Hier werden die passenden Komponenten wie Module, Wechselrichter und gegebenenfalls ein Speicher festgelegt und die Anlage exakt dimensioniert. Parallel dazu werden organisatorische Themen wie Fördermöglichkeiten und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber vorbereitet, da diese Schritte notwendig sind, bevor die Anlage gebaut werden kann. 

Sobald alle Freigaben vorliegen, beginnt die praktische Umsetzung. Zuerst erfolgt die Montage am Dach: Die Unterkonstruktion wird installiert, darauf werden die Solarmodule befestigt und miteinander verkabelt. Anschließend wird im Gebäude die elektrische Installation durchgeführt. Dabei wird der erzeugte Gleichstrom über einen Wechselrichter in nutzbaren Wechselstrom umgewandelt und in das Hausnetz integriert. 

Im letzten Schritt wird die Anlage offiziell an das Stromnetz angeschlossen und in Betrieb genommen. Nach der technischen Prüfung kann sie dann Strom produzieren, der direkt im Haushalt genutzt oder ins Netz eingespeist wird.

Insgesamt wird deutlich, dass der Weg zur fertigen PV-Anlage zwar mehrere Schritte umfasst, diese aber logisch aufeinander aufbauen: von der Analyse über die Planung und Organisation bis hin zur Montage und finalen Inbetriebnahme.

Gibt es typische Missverständnisse über Photovoltaik, die Sie in Beratungsgesprächen immer wieder aufklären müssen?

Ein häufiges Missverständnis ist, dass eine Photovoltaikanlage automatisch bei einem Stromausfall funktioniert. Das ist jedoch nicht der Fall: Eine PV-Anlage ist nicht gleichbedeutend mit Notstrom. Im Zuge eines Stromausfalls muss sich ein Wechselrichter ebenfalls ausschalten, damit kein Strom ins Netz fließt. Erst mit einer zusätzlichen Notstromlösung – manuell oder automatisch – kann der selbst erzeugte Strom auch in solchen Situationen genutzt werden.

Ein weiterer Punkt betrifft vermeintlich günstige Angebote aus Flugblättern oder dem Internet. Diese wirken auf den ersten Blick attraktiv, beinhalten aber oft nur einzelne Komponenten wie Module, Wechselrichter oder Speicher. In der Praxis fehlen dann wesentliche Bestandteile wie Unterkonstruktion, Montage, elektrische Installation oder auch Serviceleistungen. Genau hier ist Aufklärung wichtig, damit Kundinnen und Kunden fundierte Entscheidungen treffen können.

Worauf sollten Kund:innen achten, um das individuell passende Gesamtpaket zu erhalten? Welche Rolle spielen dabei Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe?

Wichtig ist, auf erfahrene und seriöse Unternehmen zu setzen, die seit vielen Jahren am Markt sind, das Große und Ganze im Blick haben und individuelle Lösungen, die auf die Wünsche der Kundinnen und Kunden abgestimmt sind, entwickeln. Gerade das Thema Sektorenkopplung spielt eine zentrale Rolle: Es geht nicht nur um die Stromproduktion, sondern darum, verschiedene Anwendungen sinnvoll miteinander zu verbinden.

In der Praxis bedeutet das, Photovoltaik mit Stromspeicher, Warmwasseraufbereitung, E-Mobilität oder auch einer Wärmepumpe zu kombinieren. Dadurch kann ein deutlich höherer Anteil des selbst erzeugten Stroms direkt genutzt werden. Das steigert die Wirtschaftlichkeit der Anlage, verkürzt die Amortisationszeit und macht unabhängiger von Strompreisschwankungen.

Welche Rolle können private Dächer Ihrer Meinung nach für Österreichs Energiezukunft spielen und wie hat sich die gesellschaftliche Wahrnehmung verändert?

Photovoltaik spielt eine zentrale Rolle für Österreichs Energiezukunft. Die Energiewende wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie im Sinne eines „Bottom-up-Prinzips“ breit getragen wird, also von vielen einzelnen Haushalten und Betrieben. Dezentrale Photovoltaikanlagen leisten hier einen wichtigen Beitrag, weil sie die Energieversorgung widerstandsfähiger und unabhängiger machen.

Während große Energieversorger weiterhin eine wichtige Rolle im System haben, zeigt sich zunehmend, dass eine breite Verteilung der Stromerzeugung über viele kleine Anlagen die Resilienz insgesamt stärkt. Auch die gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich deutlich verändert: Photovoltaik ist heute keine Nischentechnologie mehr, sondern ein zentraler Bestandteil einer modernen Energieversorgung.

Wo liegen derzeit die größten Herausforderungen beim PV-Ausbau in Österreich? 

Eine der größten Herausforderungen liegt derzeit in der Integration neuer Anlagen in die bestehenden Stromnetze. Wir wünschen uns mehr Flexibilität von den Netzbetreibern. Technologische Möglichkeiten wie moderne Wechselrichter oder regelbare Ortsnetztransformatoren werden noch nicht überall ausgeschöpft, wodurch vorhandene Kapazitäten teilweise ungenutzt bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt führt uns zu den Rahmenbedingungen: Für einen kontinuierlichen Ausbau braucht es langfristig stabile und verlässliche Vorgaben. Nur so können sowohl Betriebe als auch Kundinnen und Kunden Planungssicherheit gewinnen.

Wie können Kund:innen die Langlebigkeit einer Anlage sicherstellen und die höchsten Erträge erzielen?

Eine fachgerecht installierte Photovoltaikanlage ist in der Regel sehr wartungsarm und auf eine lange Lebensdauer ausgelegt. Dennoch empfehlen wir, die Anlage alle drei bis fünf Jahre überprüfen zu lassen. Bei gewerblichen Anlagen ist eine jährliche elektrische Überprüfung ohnehin verpflichtend.

Im Rahmen solcher Checks werden alle zentralen Komponenten wie Module, Unterkonstruktion und Wechselrichter geprüft, elektrische Ströme gemessen und der allgemeine Zustand der Anlage in einem Prüfbericht bewertet. So lassen sich mögliche Verschmutzungen und Leistungsverluste frühzeitig erkennen und beheben.

„Mindestens genauso wichtig ist die Qualität von Anfang an: Wer auf erfahrene Fachbetriebe und bewährte Technik setzt, schafft die beste Grundlage für eine langlebige und ertragreiche Anlage.”

Was würden Sie Menschen sagen, die schon länger über eine PV-Anlage nachdenken, aber noch zögern?

Wer zu spät kommt den bestraft das Leben, oder „Lieber profitieren, als sich im Profit irren!“

Zum Interview Partner: 

Seit dem Jahr 2003 ist Rudolf Raymann Eigentümer und Geschäftsführer der Raymann Kraft der Sonne GmbH und prägt das Unternehmen seither maßgeblich. Darüber hinaus ist er als Vortragender an verschiedenen Universitäten und Bildungseinrichtungen tätig und gibt dort sein Fachwissen weiter. Er war der erste geprüfte Photovoltaik-Planer in Österreich und gilt bis heute als Pionier und Visionär der Energiewende.

Web: www.raymann.at

Mail: anfrage@raymann.at

Erklärvideo: www.youtube.com

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