Unterwegs mit Faltrad und Klimaticket
Auto verkauft, Freiheit gewonnen
Moritz G. erzählt, wie sich sein Leben zum Positiven verändert hat, seitdem er sein Auto verkauft hat. Anstelle von Stau und Parkplatzsuche hat er heute mehr Bewegung, weniger Stress und das gute Gefühl, klimafreundlich unterwegs zu sein. Dank Faltrad und Klimaticket ist sein Alltag flexibler, günstiger und gesünder.
klimaaktiv hat Menschen aus der Community eingeladen, ihre persönlichen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Alltag zu teilen. Im Mittelpunkt stehen echte Beispiele aus dem Privatbereich, die zeigen, wie Klimaschutz zu Hause umgesetzt werden kann.
Moritz G. erzählt uns, wann er den Entschluss gefasst hat, sein Auto zu verkaufen, welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben und welche Mobilitätsformen er stattdessen nutzt.
Kurzbeschreibung des Projekts
- Ausgangsort Wien
- Verkauf von Auto, Anschaffung Klimaticket und Faltrad
- Inspiration für andere durch Erzählungen im Alltag
- Senkung der Mobilitätskosten
Was haben Sie im Detail gemacht?
Ich habe mein Auto verkauft und mir von dem Geld ein Faltrad sowie ein Klimaticket gekauft. Seitdem nutze ich für meine täglichen Wege vorrangig öffentliche Verkehrsmittel und mein Faltrad.
Im Januar 2024 habe ich mich schließlich entschieden, mein Auto zu verkaufen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die meisten Wege mit dem Auto zurückgelegt, da ich keine Jahres- beziehungsweise Netzkarte besaß. Zwar besaß ich ein Fahrrad, doch es war zu schwer und unpraktisch für die meisten meiner Wege. Glücklicherweise habe ich dann einen Käufer für mein Auto gefunden. Ein paar Tage danach habe ich mir vom Verkaufserlös ein Faltrad gekauft und das Klimaticket beantragt. Dank der Faltradförderung ist sogar etwas übriggeblieben, womit ich Zubehör wie eine Einkaufstasche gekauft habe. Seitdem nutze ich für meine täglichen Wege vorrangig öffentliche Verkehrsmittel und kombiniere diese flexibel mit dem Faltrad, je nachdem, wohin es gehen soll.
Wer oder was hat sie motiviert?
Meine Motivation für diese Veränderung entstand aus dem Wunsch, aktiv zum Klimaschutz beizutragen und meine Mobilität nachhaltiger zu gestalten. Mir wurde bewusst, wie stark der Individualverkehr die Umwelt belastet und dass ich durch die Änderung meiner Gewohnheiten einen positiven Einfluss nehmen kann. Außerdem wollte ich herausfinden, ob ich wirklich ohne eigenes Auto auskommen kann und welche Auswirkungen diese Veränderung auf meinen Alltag hat. Ein weiterer wichtiger Grund für meine Entscheidung war der Wunsch, stressfreier unterwegs zu sein. Ohne die alltäglichen Herausforderungen des Autofahrens wie Staus, Parkplatzsuche und hohe Kosten. Natürlich hat mich auch die Faltradförderung motiviert, jetzt den richtigen Zeitpunkt für diesen Schritt zu sehen.
„Mit nachhaltiger Mobilität veränderst du nicht nur dein eigenes Leben, sondern inspirierst auch deine Mitmenschen − wage den Schritt, denn jeder Weg zählt!”
Highlights und Erfolgserlebnisse
Gleich zu Beginn hatte ich ein schönes Erlebnis mit dem Mitarbeiter am Schalter. Er hat mir zu meinem Klimaticket gratuliert und war selbst kurz vor Feierabend noch motiviert und mit Freude dabei, als er das Ticket gemeinsam mit mir beantragt hat. Auch ist es mir mittlerweile schon ein paar Mal passiert, dass mich Fremde in den öffentlichen Verkehrsmitteln auf mein Fahrrad ansprechen und ich ihnen von meinem Klimaprojekt erzählen kann. Die Reaktionen sind dabei immer sehr positiv und ich merke, dass alle äußerst interessiert sind. Auch meine Familie und Freunde sind neugierig und begeistert, wenn ich erzähle, dass ich gerade stressfrei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad angekommen bin.
Wie lange dauerte die Umsetzung des Projektes?
Grundsätzlich würde ich sagen, dass das Projekt nie vollständig abgeschlossen ist, da es immer etwas gibt, das man optimieren kann: Sei es, neue Öffi-Verbindungen auszuprobieren, Fahrradzubehör zu kaufen und Verbesserungen durchzuführen, oder auch andere Formen der klimafreundlichen Mobilität zu entdecken.
Formell hat das Projekt rund einen Monat gedauert: vom Verkauf des Autos Anfang Januar 2024 über den Kauf des Klimatickets bis zum Kauf des Faltrads Ende Januar 2024.
Welche Vorteile brachte das Projekt mit sich?
Durch den Verzicht auf ein eigenes Auto konnte ich meine Mobilitätskosten erheblich senken, da ich nun keine Ausgaben mehr für Treibstoff, Versicherung oder Wartung habe. Außerdem habe ich das Gefühl, mehr Zeit zu haben, da Werkstattbesuche, Staus und die Suche nach einem Parkplatz nun der Vergangenheit angehören und ich die Reisezeit im Zug produktiv nutzen kann. Ich denke, dass ich meinem Körper etwas Gutes tue, wenn ich Fahrrad fahre oder zu Fuß gehe. Zudem nimmt man seine Umgebung bewusster wahr und entdeckt neue Wege und Orte, die einem zuvor vielleicht verborgen geblieben wären. Mit meinem Projekt möchte ich zeigen, dass nachhaltige Mobilität nicht nur möglich, sondern auch bereichernd ist. Ich hoffe, dass meine Erfahrungen andere dazu inspirieren, ihre Gewohnheiten zu überdenken und den Schritt zu umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zu wagen.
Welche besonderen Herausforderungen traten auf und wie haben Sie diese gemeistert?
Eine der größten Herausforderungen war es, meine Gewohnheiten umzustellen. Der Verzicht auf das Auto erforderte eine neue Planung meiner täglichen Wege und eine bewusste Auseinandersetzung mit alternativen Verkehrsmitteln. Gerade am Anfang war es eine Umstellung, mich auf Fahrpläne und Wetterbedingungen einzustellen. Wenn ein Zug ausfällt oder Verspätung hat, ist das zwar ärgerlich, doch wenn ich an die Staus und die Parkplatzsuche zurückdenke, ist der Ärger schnell verflogen.
Wie hoch waren die Gesamtkosten und wurde das Projekt über Förderungen mitfinanziert?
Die Gesamtkosten belaufen sich auf circa 2.650 Euro (Fahrrad - Förderung + Klimaticket 1 Jahr)
Das Projekt wurde im Rahmen der Förderaktion „klimaaktiv mobil – Aktive Mobilität und Mobilitätsmanagement 2024“ mitfinanziert. Der Kauf des Faltrads wurde mit 450 Euro gefördert. Die Beantragung war vollständig digital, unkompliziert und wurde rasch bearbeitet - es gab keine Herausforderungen.