Lohnt sich die energiesparende Alternative zum Backofen?
Airfryer: Stromverbrauch, Vorteile und Kauftipps
Die Beliebtheit von Airfryern ist in den letzten Jahren merklich gestiegen. Auch aus energetischer Sicht sprechen einige Argumente für diese Geräte. Wir geben Ihnen Tipps, wann sie sich eignen und wo ihre Grenzen liegen.
Das erwartet Sie
Stromverbrauch
Der kleine Garraum heizt sich im Vergleich zum Backofen um einiges schneller auf. Ein Vorheizen ist deshalb meist nicht nötig oder innerhalb nur weniger Minuten abgeschlossen.
Größe
Bei ein bis zwei Portionen reicht ein Gerät mit einer Kammer und circa 6 Litern Inhalt, bei drei bis vier Portionen ist ein Gerät mit rund 10 Litern Fassungsvolumen angemessen.
Lautstärke
Mit bis zu 70 Dezibel können sie das Niveau eines Staubsaugers erreichen. Es gibt jedoch auch leise Modelle, die unter 45 Dezibel bleiben.
Der Name „Heißluftfritteuse“ ist etwas irreführend. Die Geräte ähneln nämlich eher einem Mini-Umluftbackofen als einer Fritteuse. Das Garen erfolgt nicht mit Fett, sondern mit heißer, zirkulierender Luft. Dementsprechend vielfältig lassen sie sich einsetzen. Vom klassischen Zubereiten von Tiefkühl-Pommes über das Aufbacken von Semmeln bis hin zu Ofengemüse sind die möglichen Einsatzbereiche groß.
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Bauformen. Die meisten Geräte verfügen über Garkörbe, es gibt aber auch Airfryer, die einem kleinen Backofen mit Blechen und Gittern ähneln. Darüber hinaus lässt sich unterscheiden, ob das Gerät über einen oder mehrere Garräume verfügt und ob diese getrennt voneinander ansteuerbar sind. Einige Heißluftfritteusen verfügen über ein Sichtfenster oder Zusatzfunktionen, wie beispielsweise Dampfgaren.
Bei all diesen Optionen stehen Sie also nicht alleine da, wenn Sie sich fragen: Macht ein Airfryer Sinn? Und falls ja, worauf sollte ich achten?
Stromverbrauch: Energie und Kosten sparen durch die richtige Gerätenutzung
Airfryer haben sich mittlerweile als energiesparende Alternative zum Backofen etabliert. Dabei unterscheiden sich ihre Leistungen nicht stark voneinander. Die Anschlussleistung (entspricht der maximalen Leistung) von Backöfen liegt im Durchschnitt bei etwa 3.000 Watt. Geräte mit einem Garraum und einem Fassungsvolumen von rund 6 Litern liegen bei etwa 2.000 Watt, während Modelle mit zwei Garräumen und einem Gesamtfassungsvolumen von 10 Litern bis zu 3.000 Watt erreichen.
Trotzdem zeigen sich im Betrieb deutliche Unterschiede. Der kleine Garraum heizt sich im Vergleich zum Backofen um einiges schneller auf. Ein Vorheizen ist deshalb meist nicht nötig oder innerhalb nur weniger Minuten abgeschlossen.
Aufgrund des geringen Volumens des Garraums und der zirkulierenden Luft kann die Temperatur, wie bei einem Umluftofen, meist reduziert werden. Ist die gewünschte Temperatur im Garraum erreicht, hält das Gerät diese auch recht effizient und nimmt ab diesem Punkt noch weniger Energie auf, im Schnitt nur etwa 40 bis 60 Prozent der maximalen Leistung. Zusätzlich sind die meisten Gerichte im Airfryer schneller zubereitet als im Backofen. Es liegt also auf der Hand, dass diese Geräte beim Energiesparen helfen können.
Gut zu wissen: Im Airfryer werden besonders gerne Tiefkühlpommes zubereitet. Für ein halbes Kilo Pommes benötigt der Airfryer im Durchschnitt nur halb so lange wie ein Backofen (15 statt 30 Minuten). Außerdem kommt die Heißluftfritteuse bei diesem Vorgang mit einem Drittel des Stroms aus (rund 0,3 statt 1,0 kWh).
All dies spricht zwar sehr stark für die Heißluftfritteuse, doch sie ist nicht uneingeschränkt die beste Wahl. Sie bereitet kleinere Mengen schnell und effizient zu. Bei größeren Mengen muss die Zubereitung oft in mehreren Durchgängen erfolgen, um Pommes und Co. richtig hinzubekommen. Der Korb sollte nämlich nicht zu voll gefüllt werden, da die Luft sonst nicht mehr ausreichend zirkulieren kann. Wenn Sie für die gewünschte Menge mehr als zwei Durchgänge benötigen, ist es ratsamer, direkt den Backofen zu verwenden.
Diese Vorteile bietet die Heißluftfritteuse
Neben den bereits erwähnten möglichen Energie- und Zeitersparnissen kann ein solches Gerät noch weitere Vorteile bieten. Im Vergleich zum Backofen entfällt bei vielen Geräten beispielsweise das lästige Wenden. Bei vielen Gerichten reicht es, den Korb zu schütteln. Je nach Funktionen des Geräts kann die Heißluftfritteuse außerdem die Rolle vieler anderer Küchengeräte übernehmen, zum Beispiel die des Toasters, Dörrgeräts oder sogar Dampfgarers. Geräte mit zwei Garräumen ermöglichen die zeitgleiche Zubereitung zweier unterschiedlicher Gerichte und bieten somit mehr Flexibilität als der klassische Backofen. Die Handhabung der Geräte ist meist intuitiv und funktioniert auch mithilfe voreingestellter Programme.
Gut zu wissen: Bei der Zubereitung im Airfryer wird in der Regel nur wenig Fett benötigt, was aus gesundheitlicher Sicht positiv ist. Bei vorfrittierten Produkten kann bei Geräten mit Gittereinsatz jedoch etwas Fett durch das Gitter tropfen. Wie gesund Gerichte aus dem Airfryer letztlich sind, hängt jedoch davon ab, was Sie zubereiten.
Nachteile und Grenzen von Airfryern
Auch wenn diese Geräte viele Vorteile bieten, sollten Sie auch die negativen Aspekte bedenken. Zunächst einmal muss genügend Platz für ein zusätzliches Gerät in der Küche vorhanden sein. Vor allem Modelle mit zwei Kammern sind oft ziemlich breit. Auch die Lautstärke kann ein Thema sein. Manche Heißluftfritteusen sind im Betrieb recht laut. Mit bis zu 70 Dezibel können sie das Niveau eines Staubsaugers erreichen. Es gibt jedoch auch leise Modelle, die unter 45 Dezibel bleiben.
Für die Zubereitung großer Mengen eignen sich Airfryer eher nicht, vor allem nicht Modelle mit nur einer Kammer. Wenn Sie also für eine große Familie kochen, sind Sie mit dem altbewährten Umluftofen am besten beraten.
Für Heißluftfritteusen gibt es derzeit weder eine Ökodesign-Verordnung noch ein Energieeffizienz-Label. Das hat für Konsument:innen den wesentlichen Nachteil, dass es an Transparenz mangelt. Ohne einheitliche und standardisierte Angaben ist ein Vergleich, welches Produkt effizient, leise oder gut reparierbar ist, schwer möglich.
Kauftipps: Empfehlungen für die Produktauswahl von Airfryern
Wählen Sie eine Größe, die zu den Kochgewohnheiten Ihres Haushalts passt. Wie bei allen anderen Elektrogeräten auch gilt: Ein zu großes Gerät verbraucht mehr Strom als nötig. Fällt die Wahl auf ein zu kleines Gerät, müssen Sie womöglich mehrere Durchgänge für ein Gericht durchführen, wodurch die Zeit- und Kostenersparnis im Vergleich zum Backrohr hinfällig wird.
Als Faustregel können Sie die Anzahl der üblicherweise zubereiteten Portionen heranziehen: Bei ein bis zwei Portionen reicht ein Gerät mit einer Kammer und circa 6 Litern Inhalt, bei drei bis vier Portionen ist ein Gerät mit rund 10 Litern Fassungsvolumen angemessen.
Ein Gerät mit zwei Garräumen kann sinnvoll sein, wenn Sie mehrere Gerichte gleichzeitig zubereiten möchten. Wenn beispielsweise auch die Beilage im Airfryer zubereitet werden soll, kann sich die Anschaffung eines solchen Geräts lohnen. Achten Sie darauf, dass sich die beiden Kammern separat voneinander ansteuern lassen, sodass sich Temperatur und Zeit individuell einstellen lassen.
Auch unter Geräten mit zwei Garräumen gibt es Unterschiede: Die Kammern können nebeneinander oder übereinander angeordnet sein. Darüber hinaus gibt es Modelle, die wie ein Backofen angelegt sind, sowie Modelle mit anderen „Features“, wie beispielsweise einem Sichtfenster. Letzteres kann beim Energiesparen helfen, da der Backfortschritt ohne Öffnen der Tür beobachtet werden kann. So entweicht keine warme Luft und das Gerät kann effizienter arbeiten.
Es kann auch sinnvoll sein, darauf zu achten, dass die Komponenten im Geschirrspüler gereinigt werden können.
Am Markt finden Sie mittlerweile viele Airfryer mit besonderen Funktionen. Funktionen wie Dampfgaren und Dörren machen das Gerät in der Anschaffung oft teurer. Überlegen Sie sich deshalb vor dem Kauf, ob Ihnen diese Funktionen wichtig sind.
Achten Sie darauf, dass Ihr Gerät über Sicherheitsfunktionen verfügt. Besonders sinnvoll sind Überhitzungsschutz und Abschaltfunktion.
Entscheiden Sie sich für ein gut verarbeitetes Gerät, an dem Sie lange Freude haben werden. Erfahrungsberichte aus dem Bekanntenkreis oder dem Internet können dabei sehr hilfreich sein.
So sorgen Sie für eine lange Lebensdauer Ihres Airfryers: Gerätewartung und Verlängerung der Lebensdauer
Wie bei Backöfen gilt auch hier: Regelmäßige Säuberung und Pflege sind für die Lebensdauer des Geräts wichtig. Werden Speisereste nicht vor dem nächsten Kochvorgang entfernt, verkohlen sie und können das Material beschädigen.
Im Handel sind auch Backpapier und Silikoneinlagen für Heißluftfritteusen erhältlich. Diese können die Reinigung vereinfachen, schränken jedoch zum Teil die Luftzirkulation ein. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass zu großes oder nicht ausreichend beschwertes Backpapier in Kontakt mit der Heizspule kommt. Das stellt eine Brandgefahr dar und führt zu Rauchentwicklung. Gleiches gilt auch für Alufolie. Wenn Sie solche Hilfsmittel also einsetzen wollen, achten Sie gut auf die passende Größe.
Airfryer sind in der Regel mit einer Antihaftbeschichtung versehen. Wie bei beschichteten Pfannen sollten Sie daher nur Kochutensilien aus Holz oder Silikon verwenden, da Metall der Beschichtung schaden kann. Die Beschichtungen enthalten in den meisten Fällen sogenannte Ewigkeitschemikalien (PFAS). Wenn Sie diese meiden möchten, sollten Sie auf Garkörbe aus Glas oder mit Keramikbeschichtung achten.
Fazit – Braucht mein Haushalt einen Airfryer?
Ein Airfryer kann eine sinnvolle Anschaffung sein, wenn Sie häufig kleine Mengen zubereiten. In diesem Fall können Sie nicht nur Energie, sondern auch Zeit sparen. Wer hingegen eher große Mengen benötigt und bereits einen Umluftofen besitzt, wird von dem zusätzlichen Gerät nur eingeschränkt profitieren.
Wie immer gilt: Kaufen Sie kein neues Elektrogerät, nur weil es gerade „in“ ist, sondern überlegen Sie sich den Kauf gut. Auch wenn es beim Stromsparen hilft, dauert es eine gewisse Zeit, bis sich die Anschaffung amortisiert hat. Berücksichtigen Sie außerdem den Ressourcenverbrauch bei Herstellung und Entsorgung.