Schützen Sie sich vor Sommerhitze und Tropennächten
Juli: So bleibt Ihr Zuhause kühl
Immer heißere Sommer und häufigere Tropennächte belasten Ihren Alltag und den Schlaf. Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Wohnung wirksam kühl halten: von Außenbeschattung über richtiges Lüften bis zum gezielten Einsatz von Ventilatoren. Der Klimakalender zeigt Ihnen, wie Sie auch an heißen Tagen für angenehme Temperaturen sorgen.
Wie gut fühlen sich die ersten Sonnenstrahlen im Frühling an, doch nach einigen Wochen können die anfangs angenehmen Strahlen recht schnell zur Hitzebelastung werden. Hier ist es wichtig, besonders auf sich zu achten, denn hohe Temperaturen, ob im Freien oder im eigenen Zuhause, können sich auf unsere Gesundheit auswirken. Damit unser Körper gut funktionieren kann, braucht er eine stabile Temperatur von 37 °C. Das Besondere an unserem Körper ist, dass er sich stets versucht, den Außenbedingungen anzupassen. Die Blutgefäße erweitern sich und an besonders heißen Tagen muss der Körper Schwerstarbeit leisten, um weiterhin zu funktionieren. Das Herz arbeitet auf Hochtouren, um die Zellen weiterhin mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen.
Gut zu wissen: Als Hitzetage werden Tage bezeichnet, an denen das Thermometer über 30 Grad Celsius klettert. Bei Tropennächten kühlt es nachts nicht unter 20 Grad Celsius ab. Aufgrund des Klimawandels wird es in Österreich immer heißer. So wurden zwischen 1961 und 1990 an der Hohen Warte beispielsweise nur zehn Hitzetage und zwei Tropennächte pro Jahr gezählt. Im Jahr 2024 waren es hingegen 45 Hitzetage und 26 Tropennächte.
Natürlich kühlen: Sonnenschutz, richtig lüften und Ventilatoren effizient nutzen
Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit denen Sie Ihre Wohnräume kosten- und energieeffizient kühlen können. Das oberste Gebot ist, die Hitze gar nicht erst hereinzulassen. So vermeiden Sie eine ungewollte Erwärmung Ihrer Wohnräume, denn Polstermöbel geben Hitze nur sehr langsam wieder ab.
Raumtemperatur senken ohne Kosten: 4 wirksame Kühltipps
- Außenliegender Sonnenschutz: Ob Außenrollos, Markisen, Pergolen oder vorgezogene Dachkanten, sie alle sorgen dafür, dass die Hitze gar nicht erst in die Wohnräume gelangt. Außerdem bieten Rollos und Markisen Sicht- und Blendschutz und lassen sich flexibel steuern. Als Mieter:in müssen Sie jedoch vorab die Zustimmung Ihres Vermieters/Ihrer Vermieterin für die Montage einholen. Ebenso müssen Sie als Eignentümer:in im mehrgeschossigen Wohnbau die anderen Parteien über Ihr Vorhaben informieren, da eine Veränderung der Außenfassade das Resultat ist.
- Sonnenschutzfolien: Auch Folien können die Hitze teilweise draußen halten. Aufgrund ihrer deutlich höheren Effizienz sind außenliegende Folien den innenliegenden vorzuziehen. Sonnenschutzfolien sind vor allem für Räume, die sich stark erhitzen, wie beispielsweise Dachgeschossräume, besonders geeignet. Es gibt Folien mit unterschiedlicher Tönungsstärke. Warum diese Folien aber auch Nachteile haben, können Sie unter dem Punkt „weitere Tipps“ nachlesen.
- Innenliegender Sonnenschutz: Ein außenliegender Sonnenschutz ist zwar deutlich effizienter. Wenn dies jedoch nicht möglich ist, bieten innenliegende Jalousien oder Vorhänge zumindest etwas Abhilfe. Sie sind günstiger in der Anschaffung und können auch in Mietwohnungen problemlos eingesetzt werden.
- Richtig Lüften und Temperatur ausgleichen: Das mag etwas banal klingen, aber es ist am effektivsten, wenn Sie gar nicht erst zulassen, dass warme Luft hereinkommt. Lüften Sie daher am besten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, wenn es draußen kühler ist. Querlüften ist dabei die wirksamste Art. Innerhalb der Wohnung können offene Türen zum Temperaturausgleich zwischen den Räumen beitragen. Dadurch können warme Räume durch kühlere „aufgefrischt” werden. Das kann beispielsweise dann hilfreich sein, wenn im Schlafzimmer aufgrund von Geräuschen nachts nicht gelüftet werden kann, in anderen Zimmern jedoch die Möglichkeit dazu besteht.
Weitere Tipps zu natürlich kühlen
Luftzirkulation nutzen: Ventilatoren richtig einsetzen und Energie sparen
Bei der Entscheidung zwischen einem Klimagerät und einem Ventilator sind Ventilatoren in der Anschaffung und im Gebrauch immer günstiger. Zwar sorgt ein Ventilator für ein frischeres Gefühl, er kann jedoch nicht die Raumtemperatur senken. Dennoch wirken die Luftwirbel kühlend auf der Haut. Oftmals reicht dies schon aus, um sich zu Hause wohler zu fühlen.
Am meisten sorgen Deckenventilatoren für die ersehnte Brise, da sie die warme Luft nach unten bringen. Da Ventilatoren oft über einen längeren Zeitraum laufen, sollten Sie beim Kauf den Energieverbrauch mehrerer Geräte vergleichen: es wird sich auszahlen!
- Positionierung: Stellen Sie den Ventilator in die Raummitte, aber halten Sie genügend Abstand zur Wand ein. So kann die Luft gut zirkulieren.
- Richtiger Zeitpunkt: Abends leisten Ventilatoren wertvolle Dienste, um die warme Luft von drinnen nach draußen zu transportieren. Am besten funktioniert das mit zwei Ventilatoren gleichzeitig: Stellen Sie beide vor ein offenes Fenster. Einer sollte möglichst nah am Boden stehen und die kalte Luft von außen nach innen befördern. Der höher positionierte Ventilator transportiert die warme Tagesluft nach draußen.
- Luftzirkulation nutzen: Wenn Ihr Haus über eine schattige und eine sonnige Seite verfügt, ist es ratsam, mithilfe eines Ventilators die kühlere Luft der schattigen Seite oder des Flurs zu nutzen. Es kann auch hilfreich sein, eine Schüssel mit kaltem Wasser oder Eis vor den Ventilator zu stellen oder ein feuchtes Tuch darüberzuhängen.
Kauf- und Anwendungstipps für Ventilatoren
Klimaanlage als letzter Ausweg: Was Sie bei Auswahl und Nutzung beachten sollten
Wenn alle Stricke reißen, kann eine Klimaanlage als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden.
Klimageräte können nach ihrer Bauweise in Kompakt- und Split-Geräte oder nach ihrer Aufstellart in mobile und fix installierte Geräte eingeteilt werden. Fix installierte Split-Klimageräte sind im Vergleich zu den anderen am effizientesten. Achten Sie beim Kauf besonders auf das Energieeffizienzlabel.
Die effizientesten Geräte finden Sie in unserer Produktdatenbank:
Gut zu wissen: Eine Klimaanlage benötigt viel Energie. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach oder einem Balkonkraftwerk können Sie Ihre Stromkosten niedrig halten. Wenn Sie eine eigene Photovoltaikanlage besitzen, achten Sie darauf, dass die Klimaanlage „Smart-Grid-ready“ ist. Dann lässt sie sich gezielt betreiben, beispielsweise dann, wenn Ihre PV-Anlage Sonnenstrom liefert.
So nutzen Sie Klimageräte sinnvoll und gesundheitsbewusst:
Nur bei Bedarf einschalten: Verwenden Sie die Klimaanlage nicht, um dauerhaft die Wohnung zu kühlen.
Temperatur: Eine Raumtemperatur von circa 25 °C ist ausreichend. Große Unterschiede zur Außentemperatur belasten den Kreislauf.
Kein unnötiges Vorkühlen: Schalten Sie das Gerät nur ein, wenn Sie den Raum wirklich nutzen.
Wartung: In Klimageräten können sich nach einiger Zeit Bakterien ansammeln. Verschmutzte Filtersysteme erhöhen außerdem den Verbrauch. Führen Sie alle paar Jahre eine Wartung durch
Richtig verhalten bei Hitze: So schützen Sie Ihre Gesundheit im Sommer
Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, was sich direkt auf unser körperliches Wohlbefinden auswirkt. Kreislaufprobleme können sich in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit, Erschöpfung und Benommenheit bemerkbar machen. Zudem verändert der Verlust von Wasser und Elektrolyten die Zusammensetzung des Bluts und belastet wichtige Organe wie Gehirn, Herz, Lunge und Nieren. Wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 Grad Celsius sinkt, leidet außerdem die Schlafqualität. Aber auch die Psyche ist betroffen. Wir sind erschöpfter, antriebsloser, aber auch gereizter und aggressiver. Es ist daher enorm wichtig, dass wir für ausreichende Abkühlung sorgen, um gut durch die warmen Monate zu kommen.
Bei großer Hitze lohnt es sich, den Tagesablauf etwas anzupassen: Erledigungen oder Bewegung legen Sie am besten in die kühlen Morgen- oder Abendstunden, etwa den Einkauf früh am Tag oder einen Spaziergang am Abend. Tagsüber sollten Sie direkte Sonne und anstrengende Aktivitäten möglichst vermeiden und stattdessen ruhigere Alternativen wählen, zum Beispiel lesen oder sich an einem schattigen Ort erholen. Wichtig ist auch, ausreichend zu trinken: am besten Wasser oder ungesüßte Tees und achten Sie darauf Getränke gut sichtbar bereitzustellen, damit Sie das Trinken nicht vergessen. Verzichten Sie möglichst auf Alkohol und sehr kalte Getränke, da sie den Körper zusätzlich belasten. Leichte Speisen wie Obst, Salat oder Gemüse helfen ebenfalls dabei, sich auch an heißen Tagen wohler zu fühlen.