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März: Jetzt wird´s grün – auf in die Gartensaison

Englischer Rasen war gestern, wir brauchen klimafitte Oasen

Der Frühlingsbeginn ist der perfekte Zeitpunkt, um sich damit zu beschäftigen, wie Sie Ihren Garten erleben und bewirtschaften wollen. Ob Beetplanung, Förderung von Artenreichtum, Ressourcenschonung oder allergikerfreundliche Gestaltung – smart geplant gestalten Sie sich selbst den idealen Wohlfühlort. Außerdem haben wir Ideen für Sie, wie Sie auch ohne eigene Grünfläche in diesen Genuss kommen können.

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Haben Sie draußen schon die ersten Frühlingsboten entdeckt? Wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht, zieht es viele von uns wieder mehr ins Grüne. Glückliche Besitzer:innen eines Gartens können diesen bald wieder in vollen Zügen genießen. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, damit Sie und die Natur bestmöglich von der grünen Oase profitieren. Auch für Allergiker:innen und Menschen ohne eigenen Garten haben wir einige Ideen zusammengestellt.

Die neue Gartensaison steht vor der Tür: Garten und Balkon richtig vorbereiten

Im März ist es höchste Zeit, sich mit den Gartenplänen für das Jahr zu beschäftigen. Wissen Sie schon, welches Gemüse in Ihren Beeten sprießen wird? Oder welche Blumen Ihnen und Nützlingen im Garten oder auf dem Balkon Freude bereiten werden? Die ersten Arbeiten können Sie bereits jetzt starten. 

Obstbäume sollten Sie jetzt nicht mehr schneiden. Pflanzen wie Lavendel, Thymian oder Rosmarin können Sie für einen buschigeren Wuchs zurückschneiden. Beerensträucher jetzt zu mulchen schützt sie und lässt sie über das Jahr besser gedeihen.

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, steht dem Vorbereiten Ihrer Beete nichts mehr im Wege. Auch das Hochbeet braucht im Frühjahr Aufmerksamkeit. Zur Reaktivierung nach dem Winter sollten je eine Schicht Strukturmaterial wie Äste oder Laub, eine Schicht grober Kompost und eine Schicht Pflanzerde aufgebracht werden.

Wenn wir schon beim Thema Beete sind: Überlegen Sie sich schon mal, was Sie in diesen anbauen wollen. Auch bei Pflanzen gibt es gute und weniger gute Nachbarn. Gute Nachbarn zeichnen sich beispielsweise dadurch aus, dass sie sich gegenseitig vor Schädlingen schützen oder unterschiedlich tief wurzeln. Außerdem kann es sinnvoll sein, nicht jedes Jahr das Gleiche zu pflanzen. So beugen Sie der Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten vor. Mit einer kurzen Vorplanung Ihres Beetes können Sie dazu beitragen, dass in ein paar Monaten alles gut gedeiht. 

Wählen Sie, wenn möglich, Biosaatgut und -pflanzen und probieren Sie doch auch einmal alte oder seltene Sorten aus. Diese sind oft robuster und können dazu noch optisch spannend sein. Violette Karotten, rote Erdäpfel oder besondere Paradeisersorten – da ist sicher auch etwas für Sie dabei.

Mithilfe eines Aussaatkalenders behalten Sie den Überblick, welche Pflanzen in welchem Monat ausgesät werden können, ob direkt im Beet oder als Vorkultur.

Gut zu wissen: Achten Sie beim Kauf von Erde unbedingt auf den Hinweis „torffrei“. Für Torf werden wertvolle Moorlandschaften zerstört, die wichtige CO2-Speicher sind. Ein 40-Liter-Sack Torferde setzt 10 Kilogramm CO2 frei.

Naturnahe Pflege für mehr Artenvielfalt: So fördern Sie Bienen und andere Insekten

Ein Garten, in dem mehr Wildnis einziehen darf, bringt Vorteile für Sie und für die Umwelt. 

Heimische Pflanzen bieten Nützlingen wie Insekten und Vögeln Lebensraum und Nahrung. Außerdem sind Sie besser auf die Standortbedingungen abgestimmt und robuster. Sie sind somit weniger auf Pflanzenschutzmittel oder Dünger angewiesen.

Je mehr verschiedene Arten zu finden sind, desto besser. Das hat gleich mehrere Vorteile. Bei Blumen bedeutet das, dass vom Frühling bis in den Herbst immer etwas blüht, im besten Fall insektenfreundliche Arten. Außerdem macht Artenvielfalt Ihren Garten robuster gegenüber Umwelteinflüssen wie Trockenheit, Starkregen und Schädlingen. Fällt eine Pflanze aus, können die anderen das ausgleichen.

Halten Sie Abstand von invasiven Neophyten, also eingeschleppten Pflanzen, die sich ungehemmt verbreiten und damit heimische Arten verdrängen. Bei uns häufig anzutreffende Vertreter sind Riesen-Bärenklau, Indisches Springkraut, Japanischer Staudenknöterich und Kanadische Goldrute.  Einige von ihnen, zum Beispiel Ragweed und Götterbaum, sind zusätzlich für Allergiker:innen besonders belastend. Sollten diese in Ihrem Garten wachsen, empfiehlt es sich, sie so schnell wie möglich zu entfernen und im Restmüll zu entsorgen. 

In unserem Artikel „Gärtnern mit Zukunft: Naturnah, nachhaltig, klimaresistent“ haben wir noch viele weitere nützliche Tipps für Sie zusammengetragen.

Der beste Anfang für einen naturnahen Garten kann es schon sein, sich einmal mehr zurückzulehnen. Nicht jedes „Unkraut“ muss entfernt werden. So einige Wildkräuter blühen schön und machen sich dazu gut in Kräutersalz, Salat oder Tee. Lassen Sie also Breitwegerich, Spitzwegerich, Giersch, Löwenzahn und Vogelmiere ruhig einmal stehen.

Unser Good-Practice-Beispiel „Ein Garten für Klima und Artenvielfalt“ zeigt Ihnen, wie schön es sich in der eigenen „Wildnis“ leben lässt! 

Ressourcen schonen: Strom und Wasser bewusst einsetzen

Nicht nur im Haus, auch im Garten können Sie Ressourcen schonen und Energie sparen. Setzen Sie auf altbewährte, handbetriebene Gartenhelfer. Diese sind in der Regel günstiger und wartungsärmer. Da Sie nicht strom- oder treibstoffbetrieben sind, fallen auch keine Betriebskosten an. Achten Sie außerdem auf effiziente Beleuchtung, sofern diese überhaupt notwendig ist, und installieren Sie Leuchten mit Bewegungsmeldern.

Vor dem Beginn der Gartensaison ist außerdem die richtige Zeit, Ihre Geräte wie Rasenmäher zu warten und jene, die vielleicht kaputt in einer dunklen Ecke stehen, zu reparieren. 

Mit einigen wenigen Überlegungen lässt sich mitunter einiges an Wasser sparen. Stellen Sie eine Regenwassertonne auf, dieses Wasser eignet sich aufgrund seines pH-Werts besonders gut zum Gießen. Auch mit der Wahl von trockenheitsresistenten Sorten können Sie einem hohen Wasserverbrauch entgegenwirken. Eine Mulchschicht verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet. 

Wenn Sie Pflanzen haben, die regelmäßig gegossen werden müssen, kann sich eine Tröpfchenbewässerung auszahlen. Diese Anlagen sind oft solarbetrieben und halten die Erde konstant feucht, ohne besonders viel Wasser zu verbrauchen.

Lesen Sie im Artikel „Energiespartipps für den Garten: Wohlfühlen ohne Stromverschwendung“ genauer nach, wo sich Strom und Wasser sparen lassen.

So kommen Allergiker:innen gut durch die Pollensaison

Gleich vorweg: Wer unter einer Pollenallergie leidet, sollte die Gartenarbeit eher anderen überlassen. Wollen Sie sich das Garteln auf keinen Fall nehmen lassen, achten Sie darauf, dies zu Zeiten geringer Pollenbelastung zu tun. Das ist zum Beispiel nach Regen der Fall. Windige Tage können für Sie besonders ungünstig sein, da viele Pollen aufgewirbelt werden. Pollenwarndienste liefern Ihnen alle Informationen zum Pollenflug. Kleidung und Haare sollten Sie nach dem Aufenthalt im Freien am besten waschen. 

Tipp: Die Hecke mit Wasser zu bestäuben, bevor sie gestutzt wird, verringert die Gefahr, dass Pollen aufgewirbelt werden.

Bei der Gartengestaltung sollten Sie auf windbestäubende Arten verzichten und eher Pflanzen wählen, die von Insekten bestäubt werden. Windbestäuber setzen große Mengen an Pollen frei, die sehr weit fliegen und dazu starke Immunreaktionen auslösen können. Unter anderem zählen dazu Weidengewächse, Haselnuss oder auch Korbblütler wie Kamille, Scharfgarbe und Chrysantheme. Aber auch Olivenbaum, Thuja und Bambus können Allergien auslösen. Vorrangig sollten Sie wissen, auf welche Pflanzen Sie reagieren, und diese von Ihrem Garten fernhalten. 

Ein allergenarmer Garten muss jedoch nicht ohne Blumen auskommen. Zu den Pflanzen, die in der Regel gut verträglich sind, gehören Rosen, Narzissen, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Kapuzinerkresse und noch viele mehr. Ein weiterer nützlicher Trick: Setzen Sie gezielt Hecken und Bäume als natürliche Pollenfilter ein. Linden, Ahorne oder Obstbäume sind typischerweise allergikerfreundlich. 

In unserem Artikel „Pollen, Klimawandel, Gesundheit – Warum Allergien zunehmen und was wir tun können“ können Sie erfahren, wie der Klimawandel und eine erhöhte Belastung für Allergiker:innen zusammenhängen. 

Ein „cooler“ Garten zahlt sich aus: Hitzeschutz durch richtige Begrünung

Viele sind es gewohnt, ihren Urlaub für die Sommermonate im Frühjahr zu planen. Wieso also nicht auch die Gartengestaltung? Mit den Pflanzentscheidungen, die Sie jetzt treffen, können Sie beeinflussen, wie sehr Ihr Garten in den heißen Monaten zur Abkühlung beiträgt. Klug geplant, helfen Ihnen natürlicher Schatten und Verdunstung dabei, eine Wohlfühlatmosphäre auch bei hohen Temperaturen zu schaffen. Außerdem können diese Effekte dazu beitragen, angrenzende Wohnräume zu kühlen. Hecken und Laubbäume bieten sich hier besonders an. 

Eine kühlende Wirkung kann beispielsweise auch ein kleines Biotop haben. Zusätzlich bietet es, richtig angelegt, Lebensraum für Frösche, Libellen oder Molche.

Lassen Sie sich von unseren Praxisbeispielen inspirieren:

 

Am Hügel liegt ein verwilderter Garten, daneben steht ein haus © Manuela S.

Ein Garten für Klima und Artenvielfalt

Manuel S. schuf auf ihrem Grundstück mit mehr als 100 heimischen Pflanzen ein kühlendes Biotop, ein begrüntes Dach und Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleintiere.
Ein Liegestuhl ist auf einem Steg daneben ist ein großer Teich. © iStock.com/Ralf Menache

Naturschwimmteich und Beschattungssystem gegen Überhitzung

Hannes H. hat mit einem natürlichen Schwimmteich und neuer Beschattung ein Garten voller Aufenthaltsqualität geschaffen.

„Ich habe gar keinen eigenen Garten – was ist mit mir?“

Viele von uns kommen nicht in den Genuss eines eigenen Gartens. Doch auch ein kleines Hochbeet auf dem Balkon kann Gemüse und Gartenkräuter hervorbringen. In Blumenkästen können Sie Wildblumenmischungen anbauen, die gedeihen hier meist gut. 

Tipp: Verwenden Sie so große Blumentöpfe wie möglich. So kann in der Erde mehr Feuchtigkeit gespeichert werden und die Pflanzen sind nicht so schnell von Trockenheit und Hitze betroffen.

In vielen Städten gibt es Möglichkeiten, auch ohne eigenen Garten oder Balkon zu garteln: An immer mehr Orten gibt es Nachbarschafts- oder Gemeinschaftsgärten. Diese haben meist auch eine zwischenmenschliche Komponente und dienen neben der Begrünung und dem Anbauen auch dem Vernetzen im Grätzel. 

Auch Gartenparzellen, die man für eine Saison mieten kann, können ein toller Gartenersatz sein und eine reiche Gemüseernte bringen.

Egal, ob Sie mit selbst angebautem Gemüse das Klima schützen, eine kleine Wildnis zulassen oder Ihren Garten allergikerfreundlich gestalten, wir wünschen Ihnen einen schönen Start in eine erholsame und erfolgreich Gartensaison.

 

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