So prüfen Sie Ihre Anlage rechtzeitig und erhöhen gezielt Ihren Eigenverbrauch
Mai: Machen Sie Ihre Photovoltaikanlage fit für die sonnige Saison
Der Frühling ist die perfekte Zeit, um Ihre Photovoltaikanlage auf die sonnigen Monate vorzubereiten. Mit einem kurzen Anlagencheck und ein paar einfachen Anpassungen können Sie Ihre PV-Anlage effizienter nutzen und mehr des produzierten Stroms selbst verbrauchen. So sparen Sie Kosten und holen mehr aus Ihrer Solaranlage heraus.
Der Frühling ist endlich da, und wir genießen jeden einzelnen Sonnenstrahl nach dem langen Winter. Die Sonnenstrahlen tun nicht nur unserem Wohlbefinden gut, sondern können auch zur Schonung vieler Haushaltsbudgets beitragen. In den letzten Jahren hat die Photovoltaik einen enormen Boom erlebt. Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die stolz auf die selbst produzierte Energie sind. Damit sind Sie nicht allein: Bis Ende 2025 wurden bereits 533.510 Einspeiszählpunkte in Österreich verzeichnet. Je populärer Sonnenstrom in Haushalten wird, desto mehr Überschüsse werden ins Netz eingespeist, wodurch zugleich der Wert des selbst produzierten Stroms sowie die Erlöse aus dem Verkauf geringer werden. Damit Sie den größtmöglichen Nutzen aus Ihrer Anlage ziehen und auch in Zukunft finanziell davon profitieren, haben wir Ihnen einige wirkungsvolle Maßnahmen zusammengefasst.
Gut zu wissen: Sie haben noch keine eigene Photovoltaik-Anlage, wollen sich jedoch eine anschaffen? Wir führen Sie Schritt für Schritt von der Angebotseinholung bis zur Inbetriebnahme und geben Ihnen alle nötigen Informationen rund um eine Anschaffung. Mit dem AEA-Kostencheck können Sie zudem Ihr Angebot für eine PV-Anlage mit aktuellen Durchschnittspreisen am Markt vergleichen. So erkennen Sie auf einen Blick, ob Ihr Angebot preislich fair ist.
1. Saisoncheck PV-Anlage: Wartung und Vorbereitung für die sonnige Jahreszeit
Wie die Fenster beim Frühjahrsputz sollten Sie auch Ihre PV-Anlage nicht vergessen. Auch diese benötigt ab und zu ein wenig Pflege, damit sie Ihnen auch zukünftig mit ausreichend selbst produziertem Strom zur Seite steht. Grundsätzlich hat eine PV-Anlage eine lange Lebensdauer von mindestens 25 Jahren. Dafür sind jedoch regelmäßige Wartungen und Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Ziel ist es stets, den maximalen Ertrag aufrechtzuerhalten, denn hier gibt es großen Spielraum. Vor allem folgende Störfälle treten immer wieder auf. Eine Fachkraft kann diese schnell erkennen:
- Probleme mit dem Wechselrichter: Dieser zählt zu den störanfälligsten Komponenten einer Photovoltaikanlage. Seine Leistung kann durch äußere Einflüsse wie Staub, Feuchtigkeit oder starke Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden. Schaltet er verspätet ein oder zu früh ab, wirkt sich das unmittelbar negativ auf den Stromertrag aus.
- Beschädigungen an der Verkabelung: Unsachgemäß verlegte Kabel können einer erhöhten mechanischen Belastung ausgesetzt sein. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich Steckverbindungen lösen oder Kabel durch Bewegung beschädigt werden.
- Glasbruch an Solarmodulen: Solarmodule sind durch ihre Glasbeschichtung sehr widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen wie Starkregen oder Hagel. Sollte es dennoch zu einem Bruch der Glasabdeckung kommen, können Feuchtigkeit oder Schmutz eindringen und die Solarzellen dauerhaft schädigen.
Die Wartung sollte von einer Fachkraft durchgeführt werden. Fragen Sie doch einmal in Ihrem Bekanntenkreis nach. Vielleicht erhalten Sie die eine oder andere Empfehlung für einen vertrauensvollen Installationsbetrieb.
Mit diesen Maßnahmen können Sie selbst die Lebensdauer Ihrer PV-Anlage erhöhen:
- Ertragsdaten erfassen: Wer regelmäßig einen Blick auf die Ertragsdaten wirft, kann Abweichungen schnell erkennen und Maßnahmen treffen. Zum Erfassen der Smart-Meter-Daten eignen sich entsprechende Apps oder auch selbst angelegte Tabellen.
- Module prüfen: Bevor die wirklich warmen und sonnenintensiven Monate beginnen, überprüfen Sie kurz Ihre Module. Schäden sind oft klar ersichtlich und können zu großen Ertragseinbußen führen.
- Wartung beauftragen: Ihre Photovoltaikanlage leistet wertvolle Dienste für Ihre Geldbörse. Damit das auch dauerhaft der Fall ist, empfiehlt sich eine Wartung inklusive Prüfung alle drei bis vier Jahre. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Frühling. Am bequemsten ist es, einen Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb abzuschließen. Der Betrieb kümmert sich dabei um die Einhaltung der Wartungsintervalle, führt regelmäßige Fernüberwachungen durch und bietet einen Notdienst für schnelle Behebungen im Schadensfall.
- Reinigung beauftragen: Nicht nur Fenster, sondern auch PV-Paneele ziehen Schmutz und Dreck an. Zwar liefert hier oftmals auch der Regen einen wertvollen Dienst, aber es lohnt sich trotzdem, alle paar Jahre eine Reinigungsfirma zu beauftragen, vor allem wenn der Schmutz deutlich sichtbar ist oder die Erträge ungewöhnlich niedrig sind. Bei Anlagen in der Nähe von Bauernhöfen, Baustellen oder stark befahrenen Straßen kann eine häufigere Reinigung erforderlich sein.
Mehr Freude an Ihrer PV-Anlage: Tipps für eine verlängerte Lebensdauer
2. Eigenverbrauch erhöhen: So nutzen Sie Ihren Solarstrom besser
Wenn Sie möglichst viel des produzierten Stroms selbst verbrauchen, schonen Sie definitiv Ihr Haushaltsbudget. Informieren Sie sich daher über die Zeiten mit dem höchsten Ertrag Ihrer Anlage und verschieben Sie Ihren Verbrauch in diese Zeiträume. Energieintensive Geräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschinen können auch gut tagsüber laufen, wenn die Sonneneinstrahlung am stärksten ist. Wenn Sie nicht zu Hause sind, können Sie bei vielen modernen Geräten den Startzeitpunkt selbst festlegen. Aber auch Zeitschaltuhren beziehungsweise moderne Steuertechnologien sind bereits günstig zu haben und starten die Geräte automatisch. Gerade in Zeiten steigender Energiekosten trägt eine PV-Anlage zu Ihrer persönlichen Energie- und Versorgungssicherheit bei, und außerdem entlasten Sie mit einem höheren Eigenverbrauch das Stromnetz, da weniger eingespeist wird.
Gut zu wissen: Ein intelligentes Energiemanagementsystem kann Sie dabei unterstützen, Ihre höheren Verbräuche automatisch in Zeiten zu verschieben, in denen Ihre PV-Anlage viel Strom liefert.
Eigenverbrauch optimieren – Wie Sie den Strom aus Ihrer Photovoltaikanlage bestmöglich nutzen können
Wärmepumpe: Solarstrom für Heizen und Warmwasser nutzen
Haben Sie schon einmal über eine Wärmepumpe nachgedacht? Oder besitzen Sie sogar bereits eine? PV-Strom kann genutzt werden, um einen Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe zu decken. Dadurch steigt die Wirtschaftlichkeit sowohl Ihrer PV-Anlage durch den höheren Eigenverbrauch als auch der Wärmepumpe, da diese mit selbst produziertem Strom betrieben wird. Dadurch werden die ohnehin niedrigen Heiz- und Warmwasserkosten noch weiter reduziert. Wie Sie Schritt für Schritt zur Wärmepumpe kommen und alles Wissenswerte erfahren, lesen Sie in unserer Rubrik „Von der Planung bis zur Förderung – Ihr Weg zur passenden Wärmepumpe“.
Batteriespeicher: Überschüsse vom Tag für den Abend speichern
Während die Sonne tagsüber Strom liefert, wird dieser oft erst abends gebraucht, wenn alle zu Hause sind. Damit Sie Ihren produzierten Sonnenstrom besser nutzen können, lohnt sich in vielen Fällen die Anschaffung eines eigenen Speichers. So kann die Eigenverbrauchsquote von 30 auf über 60 bis 80 Prozent erhöht werden. Sie können den tagsüber erzeugten Strom zwischenspeichern und abends, wenn Sie wieder zu Hause sind, für ein ausgiebiges Abendessen oder einen Fernsehabend auf der Couch nutzen, anstatt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. So senken Sie schnell die Energiekosten bei Ihrem Stromanbieter, werden unabhängiger von Preisschwankungen und tragen zur Netzstabilität bei. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Speicher optimal nutzen.
E-Elektrofahrzeuge laden: Sonnenstrom direkt in die Mobilität stecken
Neben den Standard-Elektrogeräten im Haushalt kann der PV-Strom auch sehr gut zur Ladung von E-Autos, E-Bikes, E-Mopeds, E-Motorrädern oder E-Scootern verwendet werden. Hierfür – vor allem für das Laden eines E-Autos – muss Ihre Anlage jedoch ausreichend dimensioniert sein. Falls dies nicht der Fall ist, können Sie Ihre Anlage um einige Paneele erweitern, sofern es Ihre Dachfläche zulässt. So erhöhen Sie nicht nur Ihren Eigenverbrauch, sondern können auch mehr elektrisch unterwegs sein. Um ein E-Auto mit eigenem Sonnenstrom laden zu können, benötigen Sie eine Wallbox. Damit können Sie die Ladung manuell mit Ihrem Smartphone steuern. Eine intelligente Wallbox sorgt dafür, dass Ihr Fahrzeug automatisch geladen wird, wenn viel PV-Strom vorhanden ist.
In unserer Produktdatenbank finden Sie effiziente E-PKWs, Ladestationen, E-Mopeds und E-Motorräder
PV-Strom teilen mit Nachbar:innen oder Familie
Sie möchten von einer Photovoltaikanlage profitieren, haben aber kein eigenes Dach oder wohnen zur Miete oder Sie möchten Ihren selbst produzierten Strom gemeinsam mit anderen nutzen? Heute gibt es dafür viele Möglichkeiten: von Energiegemeinschaften über Peer-to-Peer-Verträge bis hin zu Beteiligungsmodellen. Verschaffen Sie sich einen klaren Überblick und finden Sie heraus, welches Modell zu Ihnen passt!
Mehr Sonne nutzen – mehr aus der eigenen PV-Anlage machen
Die sonnige Jahreszeit ist die Hochsaison für Ihre Photovoltaikanlage. Wer jetzt kurz hinschaut, kleine Checks macht und den eigenen Stromverbrauch bewusst anpasst, kann aus jeder Sonnenstunde mehr herausholen. Denn die beste Kilowattstunde ist jene, die direkt im eigenen Haushalt genutzt wird. Mit ein paar einfachen Maßnahmen wird aus Ihrer PV-Anlage nicht nur ein Stromproduzent, sondern ein smarter Teil Ihres Alltags, um Energiekosten niedrig zu halten.