Anlagen - Welche Anlagen sind am Markt verfügbar?

Heizen mit Holz bietet durch die am Markt verfügbaren Holzbrennstoffe vielfältige Einsatzbereiche. Mit moderner Technik werden Holzheizungen höchsten Komfortansprüchen gerecht.

Wohnraumgeräte

Ein Stückholz – oder Pelletofen im Wohnraum ist schnell installiert. Das Angebot an Geräten ist mittlerweile sehr groß, umso wichtiger ist es bei der Auswahl auf die Qualität zu achten. Stückholz-Wohnraumgeräte müssen per Hand beschickt werden, Pelletöfen verfügen über einen – meist kleinen – integrierten Behälter, von dem die Pellets automatisch in den Brennraum eingebracht werden. Die Pellets können als Sackware (üblicherweise 15 kg) gekauft werden und müssen händisch in den Vorratsbehälter eingefüllt werden.

Wohnraumgeräte mit Wärmetauscher

Während üblicherweise die Wärme eines Holzofens räumlich begrenzt an die nähere Umgebung abgegeben wird, stehen mittlerweile Wohnraumgeräte mit Wärmetauscher zur Verfügung. Mit solchen Systemen kann Wärme zur Warmwasserbereitung über Boiler bzw. Pufferspeicher oder direkt über Wasserleitungen an Heizkörper in entfernten Wohnräumen abgegeben werden. Bei Pellet-Wohnraumgeräten mit Wärmetauscher können die Pellets automatisch über eine Saugleitung aus einem Lagerraum – beispielsweise im Keller – angesaugt werden. Da die Warmwasserbereitung im Sommer nicht mit dem Wohnraumgerät erfolgen kann, ist ein zweites System – im Idealfall eine Solaranlage – notwendig.

Kachelofen-Ganzhausheizung

Ähnlich wie bei Wohnraumgeräten mit Wärmetauscher können auch Kachelöfen dafür ausgestattet werden, die Wärme über Wasserleitungen im ganzen Haus zu verteilen. Neben der direkt im Wohnraum spürbaren Wärme wird ein Teil der erzeugten Wärme in einem Pufferspeicher zwischengespeichert und kann an Heizköper oder Fußbodenheizung abgegeben bzw. zur Warmwasserversorgung genutzt werden. Der Pufferspeicher kann im Keller, beispielsweise in einem Raum unter dem Kachelofen, aufgestellt werden. In der heizfreien Zeit des Jahres steht ein zweites System – idealerweise eine Solaranlage – für die Warmwasserversorgung zur Verfügung.

Stückholz-Zentralheizung

Holzvergaserkessel sind die effizienteste und schadstoffärmste Variante einer Stückholz-Zentralheizung. Durch moderne Technik wird das eingesetzte Holz unter idealen Bedingungen verbrannt. Dadurch kann mehr Wärme genutzt werden, die Abgase werden auf ein Minimum reduziert und die verbleibende Aschemenge ist gering. Das Holz einer Kesselfüllung sollte immer zur Gänze abbrennen können, deshalb wird die Stückholz-Zentralheizung immer mit einem Pufferspeicher kombiniert. Eine Kesselfüllung erwärmt  2000 - 3000 Liter Speicherwasser von 30°C auf 80°C. Die gespeicherte Wärme wird langsam über Heizkörper oder Fußbodenheizung an das Gebäude abgegeben. In einem Niedrigenergiehaus muss deswegen nur etwa alle 3 Tage eingeheizt werden. In der Übergangszeit und im Sommer kann eine Solaranlage den Holzkessel unterstützen bzw. ersetzen.

Pellets-Zentralheizung

Ein Pelletskessel als Zentralheizung ist in Komfort und Handhabung mit einer Öl-oder Gasheizung vergleichbar. Die Pellets werden per Tankwagen geliefert und in einen Lagerraum oder Sackspeicher eingeblasen. Ähnlich wie bei einer Ölheizung muss das Lager ein- bis zweimal pro Jahr aufgefüllt werden. Für einen Jahresbedarf an Pellets sollte, je nach Gebäude, ein Lagerraum mit einer Grundfläche von 4 - 6 m2 zur Verfügung stehen. Diesem Lagerraum wird nun über eine Förderschnecke oder Saugförderung automatisch Pellets entnommen und dem Kessel zugeführt.

Pelletskessel sind in Verbindung mit einem Pufferspeicher für jeden Leistungsbereich sehr gut geeignet. Für den Einsatz in weniger gut gedämmten Gebäuden sind zahlreiche Kesseltypen verfügbar. Für Niedrigenergie- oder Passivhäuser werden ebenfalls Geräte kleinerer Leistung (4 bis 8 kW) oder Kompaktsysteme angeboten. Bei den Kompaktsystemen ist der Pelletsbrenner direkt im Pufferspeicher integriert, an welchen zusätzlich eine Solaranlage angeschlossen werden kann. Dies mindert nicht nur den Installationsaufwand für den Installateur sondern minimiert auch die Systemverluste.

Weiterhin werde sogenannte „Pellets-Brennwertkessel“ am Markt angeboten. Diese Geräte nützen zusätzlich die Kondensationswärme im Abgas, was folglich zu ca. 15 % höheren Jahresnutzungsgraden führt und die gesetzlichen Anforderungen bezüglich der Feinstaubemissionen um bis zu 70 % unterschreitet.

Veröffentlicht am 20.09.2018