Energie- und kostensparendes Heizen

Was Sie jederzeit tun können, damit Ihre Heizung effizient, zuverlässig und kostensparend läuft: die Raumtemperatur vor allem in Schlafzimmern oder unbenutzten Räumen absenken, Stoßlüften statt Fenster kippen, ans Entlüften der Heizkörper denken und die Heizungsanlage regelmäßig warten lassen.

Tipps zur Optimierung von bestehenden Heizungen

Wenn der Einbau einer neuen Heizung nicht möglich ist – sei es aus technischen oder finanziellen Gründen – so gibt es eine Reihe von Tipps, um die Heizkosten trotzdem wirksam zu reduzieren:

Fenster und Türen dicht

Um Wärmeverluste zu vermeiden, sollten Fenster und Türen abgedichtet werden. Ein Dichtband ist kostengünstig und dabei schnell und einfach montiert.

Richtig lüften

Ständig gekippte Fenster führen vor allem im Winter zu kalten Wänden und dauerhaften Energieverlusten. Lüften Sie kurz und kräftig bei abgeschalteter Heizung: Fenster auf, Türen auf, 5 Minuten durchziehen lassen!
Im Sommer am besten in den Morgenstunden lüften und danach die Fenster schließen, gegen direkte Sonneneinstrahlung mit Vorhängen oder Jalousien abdunkeln.

Freie Heizkörper

Verdecken Sie Ihre Heizkörper nicht mit Möbeln, Vorhängen oder anderen Dingen. So verhindern Sie einen Wärmestau und können die Heizenergie effizient nutzen.

Heizung entlüften

Luft im Heizungssystem verhindert eine optimale Wasserverteilung. Gluckernde Geräusche und Heizkörper, die bei vollem Betrieb nicht warm werden, sind Signale dafür. Öffnen Sie ca. eine Stunde nach Abschalten der Heizung das Entlüftungsventil mit (Entlüftungs-)Vierkantschlüssel und fangen Sie austretendes Wasser mit einem kleinen Gefäß auf. Ist die Luft entwichen und strömt nur noch Wasser hinaus, drehen Sie das Ventil wieder zu.

Raumtemperatur senken

Überheizen Sie im Winter die Wohnräume nicht. Zu hohe Raumtemperaturen führen zu einem höheren Energieverbrauch und somit auch zu höheren (Heiz-)Kosten. Schon eine Absenkung der durchschnittlichen Raumtemperatur um 1 °C bringt eine Heizkostenersparnis von etwa 6 %!

Bei längerer Abwesenheit und in der Nacht (z.B. von 22 bis 5 Uhr) die Raumtemperatur um rd. 5 °C absenken

Richtig heizen

Achten Sie darauf, dass alle Räume mit einer eigenen Regelung (zum Beispiel mit Thermostatventilen) versehen sind. Eine Heizungsregelung mit Tages-, Wochen- und Ferienprogramm bringt Komfort und spart Kosten.

Schließen Sie die Türen zu weniger geheizten Räumen (Abstellraum, Stiegenhaus, Schlafzimmer).

Thermostatventile einbauen und Prüfen

Wenn nicht vorhanden und wo möglich: nachträglich Heizkörper-Thermostatventile einbauen bzw. wenn vorhanden, diese richtig einstellen (Stufe 3)

Länger ungenutzte Thermostatventile sollten überprüft werden. Bei Heizbetrieb und geschlossenen Ventilen müssen die Heizkörper kalt bleiben, bei offenen Ventilen sollten sich diese gleichmäßig erwärmen. Anderenfalls ist das Ventil defekt, verschmutzt oder verkalkt. Bei Verschmutzung hilft leichtes Lockern des Ventilstifts. Ein kaputter Ventilkopf muss ausgetauscht oder das komplette Ventil ersetzt werden.

Wasserdruck überprüfen

Überprüfen Sie regelmäßig den Wasserdruck Ihrer Heizungsanlage. Ist der Druck zu gering, muss Wasser nachgefüllt werden. Den benötigten Druck zeigt das Manometer (der Druckmesser) an der Heizungsanlage an.

Umwälzpumpe auf niedrigste Stufe

Die elektrisch betriebene Umwälzpumpe transportiert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern. Heizungspumpen wurden aus falsch verstandenem Sicherheitsdenken oft zu groß dimensioniert („Angstzuschläge“). Bei mehrstufigen Pumpen reicht in Einfamilienhäusern in der Regel die kleinste Leistungsstufe. Damit wird der Stromverbrauch der Pumpe um bis zu 30 % gesenkt.

Umwälzpumpe tauschen

Der Ersatz einer alten Umwälzpumpe durch eine moderne, Hocheffizienzpumpe rechnet sich in kurzer Zeit. Am energiesparendsten sind elektronische, stufenlos geregelte Pumpen im Leistungsbereich von 5 bis 20 Watt. Diese haben auch im niedrigen Leistungsbereich hohe Wirkungsgrade. Damit sind Stromeinsparungen von bis zu 70 Euro pro Jahr möglich.

Leitungen und Armaturen dämmen

Egal ob alte oder neue Heizkessel: Wärmeverluste erhöhen die Kosten. Alle Leitungen und auch Armaturen sollten daher gedämmt sein, dies gilt ganz besonders für unbeheizte Räume im Gebäude. Die Dämmschalen müssen lückenlos und eng anliegend verlegt werden. Eine nachträgliche Dämmung ist in der Regel einfach zu bewerkstelligen. Die Heizkostenersparnis liegt bei etwa 8%.

Im Altbau gründlich dämmen

Altbauten bergen viel Einsparpotenzial. Auch mit einfachen Maßnahmen lassen sich Energieverluste gut vermeiden. Rollladenkästen, durch die oft Kaltluft eindringt, können nachträglich mit weichen Dämmmatten effizient und einfach gedämmt werden. Auch das Dämmen von Heizkörpernischen sollten Sie nicht vergessen.

 

Check durch den Installateur

Regelmäßige Profi-Checks optimieren Ihr Heizungssystem in Hinblick auf die Wärmeverteilung, die Heizungsregelung und die Funktionstüchtigkeit Ihres Heizkessels. Eine jährliche Reinigung des Heizkessels verhindert, dass Ablagerungen die Wärmeabgabe hemmen. Schon ein Millimeter Ruß kann den Brennstoffverbrauch um bis zu 5 % steigen lassen.

Auf Profis verlassen

Wer baut oder saniert, muss sich auf seine Handwerker verlassen können. Damit Ihr Pelletskessel, die Wärmepumpe oder die Solaranlage auch perfekt funktionieren, sollten Sie speziell ausgebildete Profis mit Planung und Installation beauftragen. Auf www.maps.klimaaktiv.at gibt es die Kontakte zu Ihren regionalen Kompetenzpartnern.

Warmwasser speichern

Der Umwelt zuliebe sollte Warmwasser – vor allem im Sommer – mit einer Solaranlage oder einer Brauchwasser-Wärmepumpe anstatt mit der Zentralheizung oder dem Elektroboiler aufbereitet werden. Verzichten Sie bei der Warmwasserbereitung mit einem Heizkessel nicht auf einen Warmwasser-Pufferspeicher! Die gedämmten Heißwassertanks speichern die Wärme und verlängern somit die Laufzeit des Kessels.

Richtige Speicherdimensionierung

Passen Sie die Größe des Warmwasserspeichers an Ihren Haushalt an. Schon die konstante Bereitstellung von warmem Wasser kostet eine Menge Geld. Für einen 3-Personen Haushalt reicht ein Speicher mit 120 Liter Fassungsvermögen aus.

Temperatur regeln

Bei Boilern und Warmwasserspeichern auf die Speichertemperatur achten. Mit 60 °C ist das Wasser ausreichend heiß, Keime werden abgetötet und Kalk fällt nicht aus. Vor einer Reise den Speicher am besten abstellen. Bei Durchlauferhitzern die tatsächlich benötigte Temperatur einstellen um unnötigen Strom- und Wasserverbrauch zu vermeiden.

Veröffentlicht am 14.12.2020