Der Schulweg wird klimaaktiv mobil

Österreichs Kinder und Jugendliche sammelten 529.099 umweltfreundliche Schulwege - sogenannte Klimameilen. Diese wurden mit Klimameilen aus acht weiteren Ländern bei der UN-Klimakonferenz in Glasgow übergeben. Dabei sprechen viele Gründe dafür, den Schulweg noch klimafreundlicher zu gestalten.

Klimameilen-Kampagne - Übergabe bei 26. UN Klimakonferenz

Der Stellvertretende Delegationsleiter Helmut Hojesky (BMK) und die UNFCCC-Jugenddelegierten Isabella Pfoser und Michael Spiekermann überreichten in Vertretung der über 350.000 Klimameilen-Sammlerinnen und -Sammler aus neun europäischen Ländern bei der 26. UN Klimakonferenz in Glasgow die rund 5,3 Millionen Klimameilen. 529.099 Klimameilen kamen aus Österreich.

Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin der UNFCC übernahm die Klimameilen. 

Klimameilen am Weg nach Glasgow

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler brachte die 529.099 gesammelten Klimameilen aus Österreich zur UN Klimakonferenz – damit kam jede 10. Klimameile aus Österreich! Auf einem Plakat der Volksschule Perchtoldsdorf Roseggergasse wurden stellvertretend für alle österreichischen Kinder die Klimameilen präsentiert. Dies verlieh dem Engagement und den Wünschen der Kinder etwas Nachdruck.

Klimameilen

Eine Klimameile entspricht einem umweltfreundlich zurückgelegten Schul- oder Kindergartenweg. Für jeden Weg ohne Auto wird ein Aufkleber ins persönliche Sammelalbum geklebt. Das Klimabündnis unterstützt Sie gerne mit kostenlosen Materialien und Unterrichtsanregungen.

Zielgruppe sind Kindergärten, Horte und Schulen bis zur 7. Schulstufe.

Weitere Infos und Bestellung von Materialien

 

Viele Gründe sprechen dafür, den Schulweg noch klimafreundlicher zu gestalten. klimaaktiv mobile Bildungseinrichtungen in ganz Österreich setzen heuer einen Schwerpunkt. Denn ein klimafreundlicher Schulweg bringt viele Vorteile:

1. Der Schulweg -  ein Bewegungsquell

Der Schulweg ist die perfekte Quelle für regelmäßige Bewegung. Kinder und Jugendliche sollten sich täglich mindestens 60 Minuten bewegen - Kleinkinder mindestens 180 Minuten täglich. Regelmäßiges Bewegen an der frischen Luft stärkt das Immunsystem. Außerdem fördert Bewegung die körperliche Entwicklung, die Konzentration im Unterricht und beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor.

2. Unabhängige Mobilität und Beteiligung

Sicheres Verkehrsverhalten lernen Kinder nur durch Übung. Beim selbstständigen Erobern der Alltagswege bekommen Kinder ein Gefühl für Entfernungen und Zeiten. Sie trainieren ihren Orientierungssinn. Kinder kennen ihren Weg zur Schule. Hier lohnt es sich auch, die Wünsche von Kindern und Jugendlichen einzuholen. klimaaktiv mobil unterstützt mit Fragebögen. Schreiben Sie uns einfach eine Mail, wenn Sie an den Fragebögen interessiert sind. 

3. Natur und Umwelt

Umweltfreundlich zurückgelegte Wege ersparen unnötiges Kohlendioxid und Abgase, sind leiser und helfen beim Klimaschutz.

4. Sicherheit

Viele Autos zu Schulbeginn stellen eine Gefahr für unsere Kinder dar. Auch wenn nur wenige Eltern ihr Kind per Auto in die Schule bringen: Da alle im gleichen Zeitfenster kommen, sorgt dies für gefährliche Verkehrssituationen. Mit dem Rad ist es besonders einfach, Mindestabstände einzuhalten. Daher gilt es als Verkehrsmittel mit geringerer Infektionsgefahr.

Unsere 5 Schulweg-Tipps 

  • Üben Sie den sicheren und klimafreundlichen Schulweg mit Ihrem Kind!
  • Stoppen Sie die Zeiten. Wie lange braucht Ihr Kind in die Schule?
  • Achten Sie auf Ihre Vorbild-Wirkung, egal mit welchem Verkehrsmittel Sie unterwegs sind.
  • Erstellen Sie eine Checkliste: Was braucht Ihr Kind für die Schule (Schulrucksack, Jause, etc.)? So kann Ihr Kind selbst kontrollieren was fehlt.
  • Stellen Sie klare Regeln für den Schulweg Ihres Kindes auf.

Viele Schulen erhöhen durch Bewusstseinsbildung bei Eltern und Verkehrsteilnehmenden die Verkehrssicherheit rund um das Schulumfeld. Etwa bei der Apfel-Zitrone-Aktion. Hier wird richtiges Verkehrsverhalten mit einem Apfel belohnt. Beim Pedibus gehen Kinder im ersten Schuljahr gemeinsam begleitet von einer erwachsenen Begleitperson zur Schule. klimaaktiv mobil unterstützt mit Know how, Pedibus-Packages, Kopiervorlagen und Pedibus-Haltestellentafeln.

Infrastruktur-Check für Gemeinden und Städte

  • Stehen ausreichend Fahrrad- und Rollerständer bereit?
  • Ist die Schule gut an Bus, Bahn oder Bim angebunden?
  • Gibt es durchgängige Rad- und Gehwegenetze zur Schule?
  • Geschwisterkinder kommen oft mit zur Schule. Gibt es Abstellplätze für Kinderwägen?
  • Wie wär‘s mit Fahrrad-Eltern-Haltestellen etwa auch für Transportfahrräder?
  • Gibt es Maßnahmen um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Geschwindigkeit rund um die Schule zu senken etwa mittels temporärem Fahrverbot, Begegnungszone, Tempobeschränkung und Überwachung?

Sie möchten die Infrastruktur verbessern? klimaaktiv mobil unterstützt mit Förderangeboten die Umsetzung von Mobilitätsprojekten in ganz Österreich.

Materialien und Angebote rund um den Schulweg

Das klimaaktiv mobil Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen des BMK unterstützt Gemeinden und Bildungseinrichtungen beim klimafreundlichen Schulweg mit kostenfreien Aktionsideen und -materialien wie etwa der Schulwegpostkarte zum Malen, Elternhaltestellentafeln, Pedibus-Packages, Schrittzähler, praktischen Kindergarten-Mobilitätsboxen und vielem mehr. Ab Herbst 2021 gibt es ein österreichweites Angebot an Radfahrkursen für Volksschülerinnen und Volksschüler, das von klimaaktiv mobil finanziert wird. 

Veröffentlicht am 15.04.2022