Praxistest bestätigt: Energieeffiziente Gebäude rechnen sich

Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit gehen Hand in Hand – und der klimaaktiv Gebäudestandard bietet die dafür notwendigen Leitlinien. Das beweist ein aktueller Praxistest in Tosters (Vbg): Im Rahmen des Modellvorhabens „KliNaWo“ wurde ein gemeinnütziger Wohnbau mit 19 Wohneinheiten errichtet, der derzeit nach klimaaktiv Kriterien deklariert wird.

Zielvorgabe des 2012 gestarteten Projekts war, ein Gebäudekonzept für Mehrfamilienhäuser zu erarbeiten, das die Ziele der Energieautonomie möglichst kostengünstig erreicht. 60.000 Varianten in unterschiedlichen Energieniveaus wurde gerechnet, jene mit den geringsten Lebenszykluskosten tatsächlich realisiert.

Die Ergebnisse des ersten Betriebsjahres sind eindrucksvoll:

  • Mit einem Energieverbrauch von 14 kWh/m2WNFa für Heizung und Warmwasser ist das Gebäude eines der effizientesten Mehrfamilienhäuser Österreichs. Die Vorausberechnung hat sich also in der Praxis bestätigt.
  • Die Energiekosten liegen mit 10,60 EUR/Monat für eine 76m2-Wohnung so niedrig wie berechnet.
  • Die abgerechneten Netto-Errichtungskosten liegen mit 2.400 EUR/m2WNF deutlich unter dem Durchschnitt aller zeitgleich errichteten gemeinnützigen Wohnbauten in Vorarlberg.
  • Die Mehrkosten gegenüber einem identischen Gebäude nach Mindestanforderung lt. Bauordnung (BTV) lagen bei nur 3%.
  • Das Kostenoptimum liegt bei Primärenergiebedarfs- und CO2-Reduktionen von 65-70% im Vergleich zur BTV.
  • Die energetisch-wirtschaftliche Optimierung auf Basis der Lebenszykluskosten hat sich bewährt.

Das vielleicht erfreulichste Resultat: Die abgerechneten Errichtungskosten lagen aufgrund der optimalen Planung und Abwicklung deutlich unter dem Durchschnitt aller zeitgleich in Vorarlberg errichteten gemeinnützigen Wohnbauten. Der zweite Zwischenbericht zum Projekt wird im Juni 2019 veröffentlicht.

Das Modellvorhaben wurde als Projekt des Comet-Zentrums ALPS in Innsbruck gefördert. COMET Projekte werden durch die Bundesministerien BMVIT und BMWFW sowie durch das Land Vorarlberg gefördert und durch die FFG abgewickelt. Projektpartner waren Arbeiterkammer, VOGEWOS, Uni Innsbruck und Energieinstitut Vorarlberg.

Veröffentlicht am 22.05.2019