Wie können Kreuzungen sicherer werden?

Kinder empfinden Kreuzungsbereiche als komplex und gefährlich. Das zeigen die Erfahrungen aus dem Projekt „Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern und Schulen“.

Im Zuge des Projektes werden österreichweit interessierte Kindergärten und Schulen von erfahrenen Mobilitätsberaterinnen und -beratern ein Schuljahr lang begleitet.

Neben den Themen Klimaschutz, Gesundheit und Verkehrssicherheit, zielt es darauf ab das Schulumfeld tatsächlich kinderfreundlicher zu gestalten.

Kinder verkehrssicher machen

Der Schulweg ist eine wichtige Bewegungsquelle. Um Kinder auf den Straßenverkehr vorzubereiten ist es erforderlich Wege gemeinsam mit den Kindern zu üben und potenzielle Gefahrenquellen zu besprechen. Erwachsenen und Eltern müssen sich außerdem der physiologischen und psychologischen Voraussetzungen der Kinder, wie enges Sichtfeld, Fehleinschätzung von Geschwindigkeiten, Vermischen von Realität und Fantasie, Spontanität und impulsiver Bewegungsdrang, noch nicht ausgereiftes Gefahrenbewusstsein etc. bewusst werden. Da die Verkehrserziehung auch ihre Grenzen hat, braucht es Maßnahmen im Verkehr um diesen kindersicherer zu gestalten.

Kreuzungen kindersicher machen

Ulrich Leth vom Institut für Verkehrswissenschaften an der TU Wien: „Der überwiegende Anteil an Unfällen mit FußgängerInnenbeteiligung passiert in Kreuzungsbereichen. Weiters ist es auffallend, dass es im innerstädtischen Bereich Unfallhäufungen besonders in Tempo 50-Zonen gibt.“

Eine geringere Geschwindigkeit reduziert Unfallgrad und –häufung. Die Einrichtung von Tempo 30-Zonen ist ein wesentlicher Punkt um Kreuzungen kinderfreundlicher zu gestalten. Je nach lokalen Verhältnissen bieten sich breitere und vorgezogene Gehsteige, Schutzwege mit Auframpungen, vorverlegte Aufstellflächen für RadfahrerInnen im Kreuzungsbereich sowie Querungshilfen bei Kreuzungen - Mittelinseln, Ampelschaltungen, die das Tempo von Kindern berücksichtigen, etc. als Maßnahmen zu mehr Verkehrssicherheit in Kreuzungsbereichen an.

Abbiegeassistenten für LKW schützen Menschenleben

Sie bewahren gleichzeitig auch LKW-FahrerInnen vor traumatisierenden Unfällen. Letztes Jahr starben in Österreich 14 Menschen zu Fuß und am Rad bei Unfällen mit LKWs. Laut Unfallforschung der Versicherer könnten LKW-Abbiegeassistenten und Totwinkelwarner 60 Prozent dieser tödlichen Unfälle verhindern.

Online-Petition "Nachrüstung Abbiegeassistent": https://mein.aufstehn.at/petitions/verpflichtende-nachrustung-von-abbiegeassistenten-fur-lkws-jetzt-1

Maßnahmenbündel können sicher nicht alle Unfälle verhindern doch jedenfalls einige vermeiden.

 

Veröffentlicht am 08.02.2019