Klimacent: Freiwillige CO2-Beiträge leisten
Mithilfe von freiwilligen CO₂-Beiträgen können Finanzierungslücken für regionale Klimaschutzprojekte geschlossen werden. Bürger:innen, Betriebe und Gemeinden können für ihre CO₂-Emissionen einen Beitrag leisten, der die Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen vor Ort finanziert.
Gemeinsam regionale Klimaprojekte ermöglichen
Für viele sinnvolle Klimaschutzprojekte fehlen in den Gemeinden nicht die Ideen, sondern die Finanzierung. Öffentliche Förderungen sind begrenzt, Projektbudgets knapp. Hier setzt der Klimacent an. Über freiwillige CO₂-Beiträge von Bürger:innen, Betrieben und Gemeinden sollen regionale Klimaschutzprojekte ermöglicht werden.
Wieso freiwillig CO2-Beiträge zahlen?
CO₂ verursacht Kosten, die heute nur selten im Preis von Gütern und Dienstleistungen enthalten sind. Wer fliegt oder Auto fährt, zahlt nicht die wahren Klimakosten – diese trägt die Allgemeinheit. Vor dem Hintergrund einer fehlenden CO₂-Bepreisung in einigen Sektoren wollen manche Menschen diesen Schritt selbst gehen und einen Preis für ihre Emissionen zahlen.
Das Problem der lokalen Finanzierungslücke
Klimaschutz in Gemeinden braucht neben guten Ideen meist Kapital. Oft fehlt dieses für kleinere Projekte, weil sie durch die Förderraster fallen. Manche Vorhaben lohnen sich wirtschaftlich nicht genug für Marktfinanzierung, sind aber wichtig für den regionalen Klimaschutz. In anderen Fällen wird lang auf Förderzusage gewartet, während der richtige Zeitpunkt zur Umsetzung verstreicht. Diese Lücke zwischen notwendigen Projekten und verfügbarer Finanzierung ist bei gleichzeitig steigendem Handlungsdruck groß. Hier will der Klimacent Abhilfe schaffen.
Was ist der Klimacent?
Der Klimacent funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wer CO₂ verursacht, kann freiwillig einen Beitrag leisten. Privatpersonen können einen jährlichen Pauschalbeitrag aber auch einen Betrag auf Basis ihrer geschätzten jährlichen Emissionen zahlen. Dieser Aufschlag wird mit mindestens 1 Cent pro Kilogramm CO₂-Emissionen berechnet. Diese Beiträge fließen in selbstgewählte Themen- oder Regionalfonds und unterstützen somit konkrete Klimaschutzmaßnahmen vor Ort.
Die Projektfonds werden von den Regionen selbst verwaltet. Klima- und Energiemodellregionen, KLAR!-Regionen und Klimaschutzorganisationen entscheiden als Expert:innen vor Ort, welche Projekte gefördert werden. Gemeinsam mit NGOs und Fachverbänden entwickeln sie die Förderrichtlinien, um die größtmögliche Wirkung sicherzustellen. Die Beiträge bleiben so in der Region zur Unterstützung lokaler Initiativen.
Chancen für Gemeinden und Regionen
- Finanzierung für Projekte, die sonst nicht realisiert werden könnten
- Möglichkeit eines eigenen lokalen Klimafonds
- Einbindung von Privatpersonen, Unternehmen, NGOs und Vereine
- Stärkung der regionalen Klimaschutzaktivitäten
Wer kann mitmachen?
Beim Klimacent arbeiten Private, Betriebe und Gemeinden zusammen. Neben Privatpersonen können auch Unternehmen und die öffentliche Hand einen Beitrag für ihre CO₂-Emissionen leisten und ihre Klimaschutz-Haltung zeigen. Wichtig ist dabei, dass auch diejenigen, die Projekte einreichen, selbst einen CO₂-Beitrag zahlen müssen und somit auch Teil des Netzwerks werden.
Von Vorarlberg österreichweit in die Regionen
Seine Wurzeln hat der Klimacent in Vorarlberg. Dort wurden die ersten Projektfonds aufgebaut, und aktuell stammt noch der Großteil der geförderten Projekte aus diesem Bundesland. Entwickelt von der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) wird das Modell inzwischen gemeinsam mit mehreren Klima- und Energiemodellregionen in anderen Bundesländern weiterentwickelt. Schritt für Schritt entsteht so „Klimacent Austria“, mit dem Ziel, dass Gemeinden und Regionen in ganz Österreich eigene Klimafonds einrichten und ihre Klimaschutzprojekte damit finanzieren können.
Welche Projekte werden gefördert?
Neben Infrastrukturprojekten mit messbaren CO₂-Minderungseffekten werden auch Kleinprojekte zur Bewusstseinsbildung und Initiativen für einen klimafreundlicheren Lebensstil unterstützt. Das können beispielsweise Moorschutzprojekte, nachhaltige Waldnutzung, Lehmbau-Initiativen, Sharing-Projekte oder Gemeinschaftsgärten sein.
Beispiele für geförderte Einzelprojekte
- Umrüstung der Beleuchtung auf LED in der Mittelschule und im Pfarrzentrum Rheinauenhalle
- Jobrad für die Mitarbeitenden der Sozialdienste Götzis 2024
- Wärmepumpe im Feuerwehrhaus der Gemeinde Mäder
- Umrüstung des Schwimmbads Dalaas auf PV-Anlage und Luftwärmepumpe
Weitere Einzelprojekte, die über den Klimacent gefördert wurden finden Sie unter klimacent.at/einzelprojekte.