Küche

In größeren Küchen mit vielen Betriebsstunden machen die Anschaffungskosten lediglich einen Bruchteil der Betriebskosten aus. Daher sollte bei der Neuanschaffung von Geräten vorrangig auf die Energieeffizienz geachtet werden.

Durch die hohen Betriebsstunden amortisieren sich die neuen Geräte relativ schnell.

Bei kleineren Küchen bzw. Küchen mit wenig Betriebsstunden ist die Amortisationsdauer länger. Hier muss abgewogen werden, ob höhere Kosten für energieeffizientere Geräte wirtschaftlich gerechtfertigt sind.

In Küchen gibt es eine Vielzahl energieintensiver Anwendungen. Sich hier nicht mit dem Thema Energie zu beschäftigen, kann teuer werden. Es geht nicht nur darum neue Geräte anzuschaffen, sondern auch den Einsatz vorhandener Geräte zu planen. Unabhängig von der Betriebsgröße gibt es eine Vielzahl an organisatorischen Maßnahmen, die die Energiekosten in der Küche senken können.

Maßnahme (1 entspricht gering, 4 entspricht hoch) Nutzen Zeit Kosten Komplexität

Zusätzliche Wasser- und Stromzähler einbauen

Es empfiehlt sich, in der Küche die Geräte (z.B. Geschirrspüler, Kochgeräte und Kühlgeräte) separat zu betrachten. Gegebenenfalls lässt sich ein erhöhter Energieverbrauch rechtzeitig aufspüren. Zudem ist es für eine Optimierungsmaßnahme eine hilfreiche Planungs- und Kaufentscheidung.

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Optimale Zubereitung (Sofortmaßnahme)

Die richtige Wahl des Zubereitungsgerätes und der korrekten zeitlichen Reihenfolge von Zubereitungsschritten erspart gerade bei sehr kleinen Portionen eine große Menge an Energie. Bei der Produktion von großen Mengen auf Vorrat sollte auf die richtige Vorportionierung und Erwärmung bzw. Warmhaltung geachtet werden.

TIPP: Die Produktion von kleineren Mengen in modernen Geräten, wie Induktionsherd und Combisteamer, ist energieeffizienter als die gleichzeitige Produktion großer Mengen auf Vorrat in großen und schweren Geräten (z.B. Kippkessel) mit anschließend gekühlter Zwischenlagerung und erneutem Aufwärmen (Regenerieren) und Warmhalten.

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Warmhalteschränke für Geschirr (Sofortmaßnahme)

Erwärmen Sie immer nur so viel bzw. so wenig Geschirr wie notwendig vor. Jeder zusätzliche kalte Teller im Warmhalteschrank verursacht höhere Energiekosten. Die Temperatur soll möglichst niedrig gehalten und Dauerbetrieb vermieden werden. Auf ausreichende Wärmedämmung ist zu achten (mindestens 4 cm).

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Grillplatte anwendungsgerecht einsetzen (Sofortmaßnahme)

Die Grillplatte soll nur dann eingesetzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist. Prinzipiell können auf Induktionsherden bzw. -platten alle Grillvorgänge erledigt werden.

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Energiesparendes Kochen auf dem Herd (Sofortmaßnahme)

  • Verwenden Sie beim Kochen nur so viel Wasser wie notwendig. Wenn möglich, die Kochgefäße mit Warmwasser füllen oder bei Kleinmengen das Kochwasser mit dem Wasserkocher vorheizen.
  • Garen Sie die Speisen knapp unterhalb des Siedepunktes. Dies reduziert den aufwändigen Verdampfungsprozess.
  • Geben Sie einen Deckel auf die Kochgefäße und reduzieren Sie dementsprechend die Kochzeit und damit die Heizleistung.
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Lastspitzen reduzieren (Sofortmaßnahme)

Das gleichzeitige Einschalten mehrerer Großverbraucher belastet nicht nur das eigene Stromnetz, sondern könnte die Grundgebühr erhöhen und sich dadurch auf den Strompreis auswirken. Genaue Einschaltpläne für alle Großverbraucher können diese Lastspitzen reduzieren.

TIPP: Legen Sie Einschaltzeiten der Geräte fest wie z.B. Wäschetrocknen außerhalb der Kochzeit.

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Volle Ladung (Sofortmaßnahme)

Die Geschirrwaschmaschine voll auslasten, dazwischen vollständig abschalten. Spültemperaturen kontrollieren. Vorwaschen: 40 – 45 °C (evtl. kalt), Waschen: 55 °C, Spülen: 80 °C

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Warmwasser in der Küche (Sofortmaßnahme)

Das Aufheizen von Wasser und speziell das Verdampfen sind sehr energieintensive Prozesse. Verwenden Sie daher Wasser aus dem Warmwasserspeicher zum Kochen, anstatt kaltes Wasser elektrisch auf dem Herd aufzuheizen.

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Standby vermeiden (Sofortmaßnahme)

Standby-Betrieb von Kochherd, Grillplatte, Wasserbad, Warmhalteschrank, Getränkekühler etc. minimieren.

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Veraltete Geräte austauschen

Alte Geräte haben lange Aufheizzeiten und sind daher Stromfresser. Moderne Geräte sind mit rasch reagierenden Sensoren und automatischer Steuerung ausgestattet. Digitale Temperatursteuerungen sind von Vorteil. Alte Geräte mit viel Speichermasse sind zu lange eingeschaltet und sollten nicht mehr verwendet werden.

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Kochen mit Induktion

Induktionsherde stellen die energiesparendste Form des Kochens dar. Insbesondere für À-la-carte-Bestellungen liegen die Vorteile auf der Hand: Höhere Produktivität der Köchinnen und Köche, weniger Energieverbrauch, besseres Küchenklima dank weniger Abwärme und Feuchtigkeit, weniger Reinigungsaufwand.

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Grillplatten mit Anti-Abstrahlbelag

Verwenden Sie Grillplatten mit Anti-Abstrahlbelag und reinigen Sie diesen zwischendurch zur Verminderung der Wärmeabstrahlung regelmäßig.

  • Ein öliger oder verschmutzter Belag macht den Effekt der Anti-Abstrahlbeschichtung zunichte.

Die Grillplatte unbedingt abstellen, wenn sie nicht in Gebrauch ist.

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Geschirrspüler und -automaten

Einer der größten Energie- und Wasserverbraucher in der Küche ist der Geschirrspüler. Voraussetzungen zur Energieeinsparung sind die Nutzung von Warmwasser (auch verschiedene Warmwassertemperaturen sind sinnvoll, z.B. eine Leitung mit 65 °C und eine mit 80 °C) und die richtige Dimensionierung und Auswahl der Spüleinrichtung (zu große Spüler sind nicht immer voll beladen und zu kleine arbeiten oft über ihren wirtschaftlichen und hygienischen Grenzen).

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Back- und Heißluftöfen, Dampfgarer

Bei größeren Öfen kann die Abwärme z.B. zur Warmwasserbereitung genutzt werden. Bei kleineren Geräten soll die Restwärme effizient genutzt werden, z.B. frühere Abschaltung, wenig Abkühl- und Aufheizphasen.

Dampfgarer sind noch wesentlich effizienter, können auch zum Wärmen eingesetzt werden, ohne dass die Gerichte austrocknen, und führen zu geringerem Gewichtsverlust bei Fleisch.

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Küchengeräte erneuern

Betrachtet man die Gesamtlebenskosten von Küchengeräten, spielen die Anschaffungskosten nur eine zweitrangige Rolle. Die Betriebskosten machen den Großteil der Gesamtlebenskosten aus. Daher sollte bei der Anschaffung von Neugeräten Folgendes beachtet werden:

  • Geringer Stromverbrauch (Anschlusswerte)
  • Geringer Wasserverbrauch
  • Warmwasseranschluss
  • Weichwasseranschluss
  • Geringer Reinigungsaufwand
  • Abwärme und deren Nutzung
  • Geringer Hilfsmittelbedarf
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Veröffentlicht am 14.05.2019