Heizöl durch Erneuerbare Wärme ersetzen

Rund 760.000 Haushalte in Österreich heizen mit Öl. Im Sinne der ambitionierten und notwendigen Klimaschutzziele muss der Umstieg auf Erneuerbare Energieträger weiter forciert werden. Insbesondere Pellets, Hackgut oder Scheitholz eignen sich hervorragend für die regionale und klimafreundliche Energieversorgung.

Die Bedeutung von Heizöl für den Raumwärmemarkt ist in Österreich sehr ungleich verteilt. Sind in ostösterreichischen Regionen – allen voran Wien – nur wenige Prozent der Wohngebäude mit Öl-Zentralheizungen ausgestattet, so sind in Westösterreich je nach Region bis über 70 Prozent!

Die Österreichische Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm für 2018 bis 2022 eine Weichenstellung für eine langfristige Dekarbonisierungsstrategie (den Ausstieg aus der fossilen Energiewirtschaft) festgelegt. Mittelfristig soll ein Ausstieg aus Ölheizungen im Neubau erfolgen. Langfristig muss ein sozial verträglich gestalteter, vollständiger Umstieg von Ölheizungen auf erneuerbare Energie- und Heizungsträger sowie eine Erneuerungsinitiative für überalterten Heizkesselbestand und eine Optimierungsaktion für bestehende Heizsysteme erfolgen. Fossile Brennstoffe sind im Raumwärmebereich hinsichtlich ihrer Klimarelevanz problematisch, sie emittieren klimaschädliche Treibhausgase, die den Klimawandel beschleunigen. Heizsysteme haben zudem erfahrungsgemäß sehr lange Lebensdauern und werden oft erst dann getauscht, wenn es technisch unbedingt notwendig ist. Sollen die Klimaziele aber erreicht werden, muss möglichst rasch gehandelt werden!

Beim Ersatz alter, ineffizienter Ölkessel stellen Biomasse und insbesondere Pellets im Gebäudebestand eine interessante Alternative dar. Einerseits ist der notwendige Lagerplatz bereits vorhanden, andererseits macht der Ersatz durch Biomassesysteme auch betriebswirtschaftlich Sinn.

  • Für kleinere Heizungsanlagen im Haushaltsbereich kann ein Heizkostenvergleich intuitiv und komfortabel über den klimaaktiv Heizrechner erfolgen.
  • Für größere Heizungsanlagen bzw. Heizwerke wo die Wärmelieferung Kerngeschäft der Unternehmung ist, lohnt sich ein Blick auf den „Biomasse-Umstiegsrechner“, welcher von der Österreichischen Energieagentur im Rahmen des von der EU geförderten Horizon 2020 Projekts „Bioenergy4Business“ entwickelt wurde. Mit dem kostenlosen Tool lassen sich techno-ökonomische Machbarkeitsanalysen (Pre-Feasibility-Level) für Biomasseheizungsanlagen zur betrieblichen Einzelversorgung, aber auch für Anlagen mit Warmwasserleitungen zur Versorgung externer WärmekundInnen (Mikro- oder Fernwärmenetze), durchführen.
  • Einen schnellen Überblick über empfehlenswerte Heizsysteme für Haushalte in Abhängigkeit vom Gebäudetyp finden Sie des Weiteren auch in der klimaaktiv Heizungsmatrix.

Was tun die Bundesländer?

Ein Blick in die Klima- und Energiestrategien auf Landesebene1 macht deutlich, dass die Bundesländer die Herausforderung der Dekarbonisierung des Energiesystems und insbesondere des Wärmesektors erkannt haben und entsprechend handeln möchten. 

In Niederösterreich finden sich entsprechende Regelungen in der letztjährigen Novelle der Niederösterreichischen Bauordnung, die die Aufstellung und den Einbau von Heizöl-Heizkesseln nach Ende des Jahres 2018 im Neubau unmöglich macht. Darüber hinaus sind im Klima- und Energieprogramm 2020 Vorgaben für Emissionsgrenzwerte geplant. Langfristig soll in Niederösterreich auch der Ersatz von Öl- und Gasheizungen in Gemeindegebäuden vorangetrieben werden. Ziel ist es, alle Landesgebäude bis 2030 auf erneuerbare Energieträger umzustellen.

Auch in Salzburg sind schrittweise Maßnahmen vorgesehen und im „Masterplan Klima + Energie 2020“ festgeschrieben. Bis 2020 sollen alle Landesgebäude auf erneuerbare Energieträger oder Fernwärme umgestellt werden. Auch im Gebäudebestand ist ein schrittweiser Phase-out aus Öl und Flüssiggas geplant. Dies soll z.B. durch degressive Förderaktionen für den Umstieg auf Pellets oder Fernwärme, bis hin zu Verboten für alte Kessel (mit entsprechenden Übergangsregelungen) erfolgen. Die gesamte Raumwärme-Bereitstellung des Landes soll bis 2040 zu 100% erneuerbar oder durch Fernwärme erfolgen.

Auch andere Bundesländer sind aktiv. In Kärnten finden sich entsprechende Formulierungen im Energiemasterplan Kärnten. Konkret wurden bis 2025 u.a. ein Komplettumstieg auf Erneuerbare im Wärme- und Strombereich sowie der Austausch von 74.000 Öl- und Flüssiggaskesseln festgelegt.

Nutzen Sie die möglichen Förderungen zum Umstieg

Interessieren Sie sich für den Einbau einer Holzheizung, steht Ihnen eine Vielzahl an Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Um sich einen Überblick der Möglichkeiten in Ihrem Bundesland zu verschaffen lohnt es sich, das Förder-Ranking des Österreichischen Biomasse-Verbands zu lesen. Hier wurden mit Stand März 2018 alle Landesförderungen für den Einbau von Holzheizungen erhoben sowie mit entsprechenden Kontaktadressen veröffentlicht.

Darüber hinaus werden auch Bundesförderungen im Rahmen der Umweltförderung gewährt. Sämtliche Informationen dazu werden auf der Homepage www.umweltförderung.at der Kommunalkredit Public Consulting GmbH veröffentlicht.

 

1Die Aufzählung der Länderaktivitäten ist exemplarisch und stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Das Programm klimaaktiv hat die Inhalte mit größter Sorgfalt recherchiert. Für die Richtigkeit und Aktualität kann jedoch keine Gewähr übernommen werden.

Veröffentlicht am 27.03.2018