Nachlese - Unternehmen umbauen Teil 1

Am 1. Juli hat klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe zum ersten Teil der Webinar-Reihe Unternehmen umbauen – Erfahrungen auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität eingeladen. 70 Teilnehmer*innen von Betrieben, Interessensvertretungen und Beratungsunternehmen haben sich eingewählt.

Die Webinar-Reihe ist Teil der klimaaktiv Webinar-Serie 21 „Österreich umbauen – nachhaltig, modern, gerecht“.

„Wenn wir alle an einem Strang ziehen, schaffen wir viel mehr für den Klimaschutz und unsere lebenswerte Zukunft“, betont Umweltministerin Leonore Gewessler in der Videobotschaft zu Beginn des Webinars.

Ein kurzer Blick zurück hat gezeigt, welche Unterstützungsmöglichkeiten, Tools und Angebote im Energieeffiziente Betriebe Programm seit 2005 für Betriebe entwickelt wurden. Seit 2008 haben Betriebe die Möglichkeit ihre umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen bei klimaaktiv einzureichen. Das Ergebnis ist eine Sammlung von rund 400 Good-Practice-Beispielen, die auf klimaaktiv zur Verfügung stehen und als Anreiz für weitere Betriebe dienen.

Das Fazit von Petra Lackner, Programmleiterin seit 2008: „klimaaktiv hat gezeigt, dass sich die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen für Betriebe rechnet. Jetzt müssen alle Betriebe planen, wie sie künftig möglichst keine fossilen Energieträger mehr im Betrieb einsetzen. Das ist auch eine wirtschaftliche Entscheidung, da jede Investition die jetzt noch eine längere Bindung an fossile Energieträger bewirkt, schlecht für das Unternehmen ist. klimaaktiv unterstützt Betriebe am Weg dorthin.“

Eine wichtige Rolle auf dem Weg zu den Klimazielen nehmen Beratungsunternehmen ein. Diese begleiten Betriebe bei der Maßnahmenfindung, Fördereinreichung oder Umsetzung von Effizienzmaßnahmen. Sabine Wolfsgruber, Leiterin vom umwelt service salzburg sagte dazu im Interview „Wir vom umwelt service salzburg bieten Beratung und begleitenden Service rund um betrieblichen Klima- und Umweltschutz. Salzburger Unternehmen erhalten deshalb von unseren Beraterinnen und Beratern vorausschauende Konzepte mit Vorschlägen und klimaneutralen Alternativen – aus ökonomischer und ökologischer Perspektive, immer individuell abgestimmt auf den Betrieb und von uns gefördert. Aber egal wo in Österreich: in jedem Bundesland unterstützt ein Regionalprogramm bei nachhaltiger Energie- und Ressourceneffizienz.“

Im Fokus der Veranstaltung standen fünf Betriebe, die 2021 für die erfolgreiche Umsetzung von Effizienzmaßnahmen, oder für einen langfristigen Maßnahmenplan in Richtung Klimaneutralität ausgezeichnet werden.

Die UNIQA Insurance Group AG hat ein österreichweites Energiedatenerfassungssystem aufgebaut und erreicht dadurch Einsparungen von 1.678.000 kWh pro Jahr. Stephan Neuberger, Energiemanager in der UNIQA Insurance Group AG, stellte das Monitoringsystem vor und betont die Wichtigkeit der laufenden Kontrolle: „Durch laufende Energieverbrauchskontrolle über Energiemonitoringsysteme können sowohl Fehlverhalten technischer Anlagen frühzeitig identifiziert und behoben, als auch bedarfsgerechtere Betriebsweisen effektiver überlegt werden. Grafisch exzellent aufbereitete Lastprofile anhand realer Messdaten sichern ein hohes Maß an Transparenz und sind Basis für sämtliche Optimierungen.“

Die Berglandmilch eGen, hat als langjähriger Projektpartner in den letzten Jahren zahlreiche Effizienzmaßnahmen umgesetzt und eingereicht. Unter anderem in der Kategorie Wärmerückgewinnung, um die Abwärme aus bestimmten Bereichen im eigenen Betrieb wieder zu nutzen. 2021 hat das Unternehmen die Installation einer Wärmerückgewinnungsanlage mit einer Hochtemperaturwärmepumpe um Prozessabwärme nutzbar zu machen, eingereicht. Dadurch konnten 10.091.482 kWh/a an Erdgas eingespart werden. 

„Für Berglandmilch und auch mich persönlich ist Klimaschutz ein großes Anliegen und daher stecken wir viel „Energie“ in dieses Thema. klimaaktiv ist dafür ein sehr bereicherndes und nützliches Programm um Schritt für Schritt weiterzukommen“ unterstreicht Wolfgang Dessl, Projektleiter bei Berglandmilch, den Stellenwert des Klimaschutzes im Unternehmen.

„Nachhaltigkeit und Klimaschutz ist den Tirol Kliniken wichtig, da wir als Gesundheitsunternehmen nicht nur Verantwortung tragen für die Gesundheit der Menschen von heute, sondern auch für eine gesunde Zukunft der Menschen von morgen, betont Martin Lackner, Leiter des Energiemanagements der Tirol Kliniken GmbH.“ Seit 2015 sind die Tirol Kliniken ISO 50001 zertifiziert. Es werden laufend Maßnahmen gesetzt um Energie einzusparen und erneuerbare Energieträger auszubauen. Dass die Veränderung auf allen Ebenen passieren muss, zeigt ein umfassendes Konzept, das von der Energie bis zur sozialen Verantwortung alle Themen abdeckt. Mit dem Einreichen des Maßnahmenplans bis 2030 haben die Tirol Kliniken die Projektpartnerschaft verlängert.

Im Rahmen des Webinars haben wir auch einen neuen Projektpartner im klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe Netzwerk begrüßt. Die Kotanyi GmbH hat neben einer 990 kWp PV-Anlage, zusätzlich den Maßnahmenplan 2030 eingereicht. Durch den hohen Eigenverbrauchsanteil des produzierten Stroms von in etwa 80 Prozent können rund 20 Prozent Zulieferstrom pro Jahr eingespart werden. Auf die Frage warum die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz für das Unternehmen wichtig sind, hat Bernhard Brenner, technischer Leiter bei Kotanyi, eine klare Antwort: „Wir leben von Rohstoffen, die nur in einer intakten Umwelt wachsen und gedeihen können. Damit ist unser Geschäftserfolg auch unter anderem davon abhängig, dass die ökologischen Auswirkungen auf unsere Umwelt möglichst geringgehalten werden. Wir wollen unseren Beitrag zum Klimaschutz dadurch leisten, dass wir konsequent Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Vermeidung von Emissionen und Abfällen einleiten und verfolgen.“

Einen Schritt weiter ist die Offsetdruckerei Schwarzach GmbH gegangen. Der langjährige Projektpartner hat eine Strategie 2040 eingereicht und damit die Projektpartnerschaft verlängert. Arno Amann berichtet in seinem Beitrag über die Erfahrungen auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität. „Die Offsetdruckerei Schwarzach hat sich schon früh dem nachhaltigen Handeln verschrieben. Anfangs standen vor allem Ökologie und Energieeffizienz im Vordergrund. Inzwischen ist unser Nachhaltigkeitsansatz ganzheitlich und deckt die Teilbereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales ab. Unser Engagement erfolgt aus tiefer Überzeugung – weit über gesetzliche Vorgaben hinaus. Wir wollen damit unseren Beitrag leisten, um eine gute Zukunft mitzugestalten. Wir wissen, dass eine nachhaltige Entwicklung nur dann funktionieren kann, wenn wir gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden, Lieferanten, Kunden und Geschäftspartnern wirtschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Wir sind an einem Austausch mit unseren Partnern sehr interessiert, um uns kontinuierlich zu verbessern. Wir sind mit führenden Unternehmen der Region vernetzt und lernen so voneinander.“

Wir bedanken uns bei den Referentinnen und Referenten für die Vorträge und Interviews. Weitere interessante Beiträge gibt es bei den nächsten Terminen, am 30. September und am 11. November 2021.

Veröffentlicht am 02.08.2021