Nachlese - Unternehmen umbauen Teil 3

Am 11. November 2021 fand der dritte Teil der klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe Webinar-Reihe Unternehmen umbauen – Erfahrungen auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität statt. Die Webinar-Reihe ist Teil der klimaaktiv Webinar-Serie 21 „Österreich umbauen – nachhaltig, modern, gerecht“.

„Wenn wir alle an einem Strang ziehen, schaffen wir viel mehr für den Klimaschutz und unsere lebenswerte Zukunft“, betont Umweltministerin Leonore Gewessler in der Videobotschaft zu Beginn des Webinars.

 „Raus aus Öl und Gas“ ist eine der Herausforderungen, der sich Unternehmen auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft stellen müssen. Warum es wichtig ist, den Ausstieg jetzt zu planen oder bereits geplant zu haben und welche Rolle die Projektpartnerschaft dabei spielt, erläuterte Petra Lackner, Programmleiterin klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe: „Die Projektpartner gehen mit gutem Beispiel voran. Sie planen strategisch den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern bis 2040 mit schon sehr konkreten Maßnahmen bis 2030. Diese langfristige Planung ist wichtig, um Lock-in Effekte zu vermeiden und jede Investition daraufhin zu prüfen, ob sie das Unternehmen noch länger an fossile Energien fesselt. Solche Investitionen sind weder wirtschaftlich noch dienen sie dem Klimaschutz.

Voraussetzung für die Projektpartnerschaft ist das Einreichen einer umgesetzten Effizienzmaßnahme und eines Maßnahmenplans 2030. Mehr Informationen zur Einreichung von Effizienzmaßnahmen und zur Projektpartnerschaft, erhalten Sie von Karin Hauer, die für das Partnermanagement im Programm zuständig ist. Die aktuellen Projektpartner finden Sie hier.   

 

Das Förderungen für die Umsetzung von Effizienzmaßnahmen äußerst wichtig sind, zeigt die Auswertung, aller bisher eingereichten Maßnahmen. Für 50 % der Effizienzmaßnahmen wurden Fördermittel abgeholt. Auch Christof Horvath, von der Kommunalkredit Public Consulting bestätigt: „Die Betriebliche Umweltförderung im Inland ist ein wichtiges Förderungsinstrument auf Bundesebene für österreichische Unternehmen, die in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen investieren. So können Maßnahmen, die zu einer Verringerung der Umweltbelastung führen unterstützt werden.“

In der österreichischen Förderlandschaft den Überblick zu behalten ist nicht immer einfach. Wichtig ist es, den richtigen Zeitpunkt der Antragstellung, abhängig von der Art des Projektes, zu beachten.

Im Rahmen des Webinars haben wir einen neuen Projektpartner im klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe Netzwerk begrüßt. Die Braucommune in Freistadt hat nicht nur eine umgesetzte Effizienzmaßnahme im Bereich Wärmerückgewinnung eingereicht, sondern auch einen Maßnahmenplan 2030 und damit die Voraussetzung für die Projektpartnerschaft erfüllt. Was nach dem Lesen des Maßnahmenplans 2030 besonders im Gedächtnis geblieben ist, sind die Leitmotive Nachhaltigkeit, Innovation und Fokus auf Regionalität, 100% der Rohstoffe kommen aus Österreich. Auf die Frage, warum Klimaschutz und Nachhaltigkeit wichtig sind, sagt der Geschäftsführer Ewald Pöscko: „Es wird nicht nur für uns in der Braucommune, sondern weltweit, eine riesige Herausforderung sein, die Emissionen in den gesteckten Zeiträumen so nachhaltig zu senken, damit auch zukünftige Generationen noch einen lebenswerten Planeten vorfinden.“

Umweltschutz darf nicht als noble Tat angesehen werden um ein gutes Image zu verkaufen, Umweltschutz ist mehr eine persönliche Überzeugung, sagen Jeremie Cassar und Philipp Hutter von der HIRSCH Porozell GmbH einstimmig. Natürlich darf auch der wirtschaftliche Aspekt nicht vergessen werden. Die fortlaufende Arbeit an der Verbesserung der Energieeffizienz kann einem Unternehmen helfen, langfristig Geld zu sparen und damit den Standort zu sichern. Klickt man auf der Website der HIRSCH Porozell GmbH, Projektpartner seit 2018, auf den Punkt Nachhaltigkeit, steht als einer der ersten Sätze: In einer Welt, die von Klimawandel und Ressourcenknappheit geprägt ist, werden auch in der Bau- und Verpackungsbranche neue Ideen und Maßnahmen gefordert.

Der Mobilitätssektor ist die höchste Hürde auf dem Weg zur Klimaneutralität Österreichs. Viele Betriebe haben erste Schritte gesetzt, andere setzen bereits sehr umfassende, ambitionierte Mobilitätsmanagementmaßnahmen um. Flottenumstellungen (Elektrifizierung), JobRäder und JobTickets – der AEA-Experte Christoph Link hat hier aktuelle Entwicklungen, Umsetzungsbeispiele, Maßnahmenschwerpunkte und Fördermöglichkeiten aus der klimaaktiv mobil-Praxis vorgestellt.

Das Leitmotiv der Firma Wiesbauer, einem langjährigen Projektpartner im Programm klimaaktiv Energieeffiziente Betriebe, setzt sich aus drei untrennbar miteinander verbundenen „Säulen“ zusammen: Mensch – Natur - Technik. „Wir freuen uns klimaaktiv Partner zu sein und mit unserer Klimaneutralitätsstrategie den Weg zur CO2 neutralen Produktion voranzugehen.“ Leopold Sturm (Betriebsleitung Wiesbauer Österreichische Wurstspezialitäten GmbH) und Reinhard Teufner (Technische Leitung Wiesbauer Gourmet Gastro GmbH).

„Eine umfassende Datenaufnahme und -analyse zeigt klar, welche wirtschaftlichen Lösungen zur Energie- und Prozessoptimierung in Betrieben bestehen. Gemeinsam identifizieren wir Effizienzmaßnahmen und arbeiten mit den Unternehmen an wirtschaftlichen Lösungen zur Klimaneutralität. So sind Betriebe optimal vorbereitet für die Reduktion der produktrelevanten CO2 Emissionen, oder für ein Nachhaltigkeits-Reporting.“ Magdalena Teufner-Kabas (Geschäftsführende Partnerin von kleinkraft)

Wir bedanken uns bei den Referentinnen und Referenten für die spannenden Vorträge und Interviews.

Veröffentlicht am 23.11.2021