Wo steht mein Betrieb - Der Selbstcheck

Zu Beginn jeder Planung steht die Grundlagenermittlung zur Bestimmung des Status quo.

TIPP: Ein Selbstcheck, wie im Folgenden beschrieben, hilft Ihnen bei der Auswahl der Einzelmaßnahmen und der Zusammenstellung von Maßnahmenpaketen.

 

Wir beschreiben hier einen Selbstcheck, mit dem Sie rasch und ohne großen Aufwand selbst herausfinden können, in welchen Bereichen Ihr Gebäude einen hohen bzw. zu hohen oder einen optimalen Energieverbrauch aufweist. Weiters bietet der Selbstcheck die Möglichkeit, geplante Maßnahmen einer Potenzialanalyse zu unterziehen. Bei der detaillierten Beurteilung Ihres Status quo unterstützen Sie Energieberaterinnen und -berater oder Energieauditorinnen und -auditoren.

Einen Vergleich Ihrer Kennwerte mit dem Branchendurchschnitt können Sie auf der Internetseite www.energymanagement.at unter der Rubrik „Benchmarking“ durchführen.

Dazu sollten Sie folgende, auf ein ganzes Jahr bezogene Daten kennen:

  • Stromverbrauch in kWh
  • Wasserverbrauch in m³
  • Wärmeverbrauch in kWh (Strom, Fernwärme) oder in Nm³ (Gas) oder in fm (Holz) oder in Liter (Heizöl)
  • Betriebsfläche in m²
  • Anzahl der Mahlzeiten oder Betten
  • Anzahl der Übernachtungen
  • Anzahl der Sitzplätze

Den jeweiligen Verbrauch finden Sie in den jährlichen Strom-, Wasser-, Gas-, Ölrechnungen etc. Ihres Energieversorgers oder in internen Energieaufzeichnungen (z.B. Zählerstand- Ablesungen). Zur detaillierteren Erfassung des Einzelverbrauches wird die Installation von weiteren Messgeräten empfohlen. Oft gilt es zunächst herauszufinden, wo die Energieaufzeichnungen abgelegt sind bzw. wer dafür verantwortlich ist.

So bewerten Sie bei einem 3-Sterne bis 4-Sterne Hotel den Stromverbrauch

1. Schritt: Berechnung des spezifischen Stromverbrauchs

Stromverbrauch pro Jahr gemäß Ihrer Jahresabrechnung des Stromversorgers: 85.000 kWh

Gasverbrauch pro Jahrgemäß der Abrechnung des Gasversorgers: 35.000 Nm³ (entspricht 350.000 kWh)

Betriebsfläche: 1.500 m²

Berechnung: (85.000 kWh + 350.000 kWh) /1.500 m² = 290 kWh/m²

2. Schritt: Vergleich des Rechenergebnisses mit Kennwerten von Hotels der Kategorie 3-Sterne bis 4-Sterne

Darstellung der Ergebnisse:

Der blaue Balken zeigt Ihren derzeitigen Gesamtenergieverbrauch je m² Betriebsfläche im Betrieb. Im darunterliegenden, mehrfärbigen Balken haben Sie den Branchenvergleich: grün = Sie arbeiten bereits sehr energieeffizient; rot = Ihr Verbrauch ist zu hoch, es gibt Einsparpotenzial.

Ihr Betrieb weist beim Gesamtenergieverbrauch ein mittleres Einsparpotenzial auf. Informieren Sie sich unter Einspar- und Sanierungsmaßnahmen über Maßnahmen zur Reduktion des Wärme- und Stromverbrauchs!

So bewerten Sie bei einem Gastronomiebetrieb den Stromverbrauch:

1. Schritt: Berechnung des spezifischen Stromverbrauchs

Stromverbrauch pro Jahr gemäß der Jahresabrechnung des Stromversorgers: 140.000 kWh

Betriebsstunden pro Jahr: 3.962 Stunden

Berechnung: 140.000 kWh / 3.962 h = 35,3 kWh/h

2. Schritt: Vergleich des Rechenergebnisses mit Kennwerten von Gastronomiebetrieben (gestaffelt nach der Anzahl der Mitarbeiter)

Darstellung der Ergebnisse:

Der blaue Balken zeigt Ihren derzeitigen Stromverbrauch je Betriebsstunde im Betrieb. Im darunterliegenden, mehrfärbigen Balken haben Sie den Branchenvergleich: grün = Sie arbeiten bereits sehr energieeffizient; rot = Ihr Verbrauch ist zu hoch, es gibt Einsparpotenzial.

Ihr Betrieb weist beim Stromverbrauch ein mittleres Einsparpotenzial auf. Informieren Sie sich unter Einspar- und Sanierungsmaßnahmen über Maßnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs!

Wenn Sie Maßnahmen setzen wollen ist dieser Schritt wichtig, um Ihre wesentlichen Energieverbraucher zu kennen. Wesentliche Energieverbraucher können sie identifizieren, indem Sie deren Anteile in % am Energieverbrauch ermitteln.

Hat der Energieverbraucher einen großen Anteil am Gesamtverbrauch, wird er als wesentlich eingestuft. Mit oberster Priorität sollten Maßnahmen für wesentliche Energieverbraucher umgesetzt werden. Energieberatende oder Energieauditorinnen und -auditoren unterstützen Sie bei der Identifizierung der wesentlichen Energieverbraucher. Die Regionalprogramme der Länder bieten teilweise geförderte Energieeffizienzchecks an. Das sind meist eintägige Energieberatungen um den Sta­tus quo betreffend Energieeffizienz zu erheben.

Veröffentlicht am 14.05.2019