FAQ

Wir beantworten die häufigsten Fragen rund um die klimaaktiv Gebäudedeklaration und zum klimaaktiv Gebäudestandard. Die FAQ´s werden laufend erweitert.

FAQ-Webinar

Im Rahmen von regelmäßigen Online-Webinaren zum Thema „klimaaktiv Gebäudebewertung FAQ: Sie haben Fragen? – wir antworten!“ bieten wir seit 24.Februar 2022 die Möglichkeit, Detailfragen zur klimaaktiv Gebäudedeklaration und zum klimaaktiv Kriterienkatalog zu klären. Diese Veranstaltungsreihe richtet sich vorrangig an Personen, die den klimaaktiv Gebäudestandard bereits kennen. Für all jene, die den Kriterienkatalog grundsätzlich kennenlernen möchten, empfehlen wir einen Grundkurs zum Gebäudestandard. Termine finden Sie im Veranstaltungskalender.

Inhalt

Warum gibt es eine aktualisierte Kriterienversion 2020.2?

Seit 1. Oktober 2021 steht ein aktualisierter Kriterienkatalog Version 2020.2 auf der Deklarationsplattform baudock zur Verfügung. Die aktuelle Kriterienversion für Wohn- und Dienstleistungsgebäude beinhaltet Anpassungen, die aufgrund von Anfragen und Anregungen im Zuge der Anwendung der Kriterienkataloge durchgeführt wurden. Damit soll die Praxistauglichkeit des Bewertungssystems nochmals verbessert werden.

Die in der Version 2020.2 durchgeführten Änderungen umfassen Erläuterungen und Präzisierungen zu einigen Kriteriendefinitionen sowie einzelne geringfügige inhaltliche Anpassungen bei den Qualitätsanforderungen. Alle Änderungen sind in einem Änderungsprotokoll auf der Deklarationsplattform dokumentiert.

Betrifft die neue Kriterienversion 2020.2 bereits laufende Projekte?

Wenn Projekte auf der Deklarationsplattform in einer vorangegangenen Version angelegt wurden, dann können diese in dieser Version auch weiterbearbeitet und fertiggestellt werden. Alternativ besteht die Möglichkeit zum „Upgrade“ auf die jeweils neueste Version des Kriterienkatalogs. Dafür muss durch die Nutzer:innen eine Kopie des bereits angelegten Projekts in die neue Kriterienversion gemacht werden. Ein „Downgrade“ einer neuen Kriterienversion auf eine vorangegangene Version ist nicht möglich.

Welchen Kriterienkatalog (2017 oder 2020) verwenden Sie bei der Deklaration?

Mit der Veröffentlichung des klimaaktiv Kriterienkataloges 2020 wurde die Deklaration aller Gebäudetypen auf EINER Plattform, der baudock, zusammengeführt. Damit wurde die Deklaration und Projektverwaltung wesentlich vereinfacht.

Aufgrund der unterschiedlichen Stadien der Projekte (Planung, in Bau, in Fertigstellung) und der verschiedenen Umsetzungsstadien der OIB Richtlinie 6 (2015 oder 2019) in den Bundesländern, gab es für die Anwendung des jeweils gültigen Kriterienkataloges und der Deklaration innerhalb einer Übergangsfrist (voraussichtlich bis April 2022) folgende Auswahlmöglichkeiten::

  • Variante 1: Gebäude, die jetzt mit der Planung beginnen und deren Energieausweis nach der OIB-Richtlinie 6 (2019) vorliegt, werden nach dem neuen Kriterienkatalog 2020 deklariert. Alle Wohn- und Dienstleistungsgebäude werden auf der Deklarationsplattform baudock deklariert.
  • Variante 2: Gebäude, die einen Energieausweis nach OIB Richtlinie 6, 2015 besitzen, können die Deklaration ebenfalls nach dem neuen Kriterienkatalog 2020 machen.
  • Variante 3: Gebäude, die sich schon in der Fertigstellung befinden, können noch mit dem Kriterienkatalog 2017 deklariert werden. Wenn in einzelnen Bundesländern die OIB- RL 6 (2019) noch nicht gültig sein sollte, können innerhalb der Übergangsfrist die klimaaktiv Kriterienkataloge aus dem Jahr 2017 angewendet werden.

Hinweis: Alle Wohngebäude, die nach dem Gebäudekatalog 2017 (OIB-Richtlinie 6, 2015) bereits auf der Plattform baubook angelegt sind, können dort weiterhin bearbeitet und abgeschlossen werden.

Für mehr Informationen dazu kontaktieren Sie bitte das klimaaktiv Programmanagement.

Wer kann sich auf der Deklarationsplattform von klimaaktiv registrieren?

Auf der Deklarationsplattform baudock kann sich jede Person oder jedes Unternehmen kostenlos registrieren und eine Gebäudebewertung nach klimaaktiv durchführen. Nach der Registrierung erhalten Sie Ihre eigenen Zugangsdaten und Sie werden Schritt für Schritt durch die Deklaration geleitet. Sie erhalten alle erforderlichen Informationen, die Sie für die Eingabe ihres Gebäudes benötigen. Eine laufende Deklaration kann jeder Zeit unterbrochen, später fortgesetzt oder abgebrochen werden.

Ausführliche Anleitung für die klimaaktiv Deklaration

Welche Stufen der Gebäudedeklaration gibt es?

Um die Qualität eines Gebäudes von der ersten Planung bis hin zur Nutzung zu sichern, bietet klimaaktiv drei Stufen der Gebäudebewertung an. Damit können die Qualitätsanforderungen des Gebäudestandards für jede Immobilie übersetzt und in jeder Phase – von der Zielformulierung bis hin zur Nutzungsphase -  berücksichtigt und nachgewiesen werden. Folgende Stufen der klimaaktiv Gebäudedeklaration stehen zur Verfügung:

  1. Deklaration in der Planung
  2. Deklaration in der Fertigstellung
  3. Deklaration in der Nutzung

Detaillierte Beschreibung der drei Stufen der klimaaktiv Gebäudebewertung

Wieviel kostet die Gebäudebewertung nach klimaaktiv?

Der klimaaktiv Gebäudestandard ist nach dem Open Source Prinzip für alle Interessierten, für jede Gebäudekategorie, frei und kostenlos verfügbar. Es fallen keine Benützungsgebühren für die Gebäudebewertung an. Die Kosten für die Prüfung der eingegebenen Gebäudedaten und für die Veröffentlichung der klimaaktiv Gebäude übernimmt das Bundesministerium für Klimaschutz. Damit Sie die Gebäudebewertung anhand des klimaaktiv Gebäudestandards durchführen können, müssen Sie sich einmalig auf der Deklarationsplattform registrieren. Nach der anschließenden Anmeldung können Sie die entsprechenden Deklarationsformulare ausfüllen und online einreichen. Die Qualitäten und Mindestanforderungen sind exakt definiert und jedes klimaaktiv Gebäude wird mit den wesentlichen Kennwerten veröffentlicht. Damit wird eine maximale Transparenz erreicht. Immobilienbetreiber und Bauträger, aber auch Gemeinden und Städte, können bei ihren Bauvorhaben mit dem offen zugänglichen System schon in der Ausschreibungsphase und Vergabe die gewünschte Qualität einfordern.

Wo finde ich die detaillierten Kriterienkataloge?

Die detaillierten Kriterienkataloge zu ALLEN Gebäudetypen können Sie nach der Registrierung direkt auf der Deklarationsplattform baudock einsehen und in der Langfassung herunterladen (Exportieren). Bitte wählen Sie vor dem Exportieren der Langfassung unter Auswahl des Bewertungssystems ihren Gebäudetyp und ob die Bewertung für Neubau, Sanierung oder Sanierung im Denkmalschutz erfolgen soll. Dementsprechend sind unterschiedliche Kriteriensets und Punktezuteilungen hinterlegt.

Gibt es eine Musterausschreibung für Gebäude die nach dem klimaaktiv Gebäudestandard zu planen oder zu errichten sind?

Es gibt keine Musterausschreibung für ein Gebäude gemäß klimaaktiv Standard. klimaaktiv ist ein Bewertungssystem, das unterschiedliche Wege zum Erreichen der geforderten Qualitäten offen lässt. In Ausschreibungen wird daher oftmals die Erreichung einer klimaaktiv Qualitätsstufe ohne weitere Spezifizierung geforder. So kann in einer Ausschreibung z.B. folgende Formulierung stehen: Für das Projekt ist zumindest die Erreichung des klimaaktiv Silber (Bronze/Gold) Standards nachzuweisen. Oder es werden gewisse Qualitätskriterien von klimaaktiv z.B. für die zu verwendenden Baustoffe oder den zu erreichenden Energiekennzahlen angegeben. Bezüglich Materialien und Ausschreibung bietet die baubook eine gute Grundlage.

Können Gebäude mit besonderem Schutzstatus (Denkmalschutz) mit klimaaktiv bewertet werden?

klimaaktiv bietet auch für Gebäude unter besonderem Schutzstatus die Möglichkeit zur Optimierung und qualitätsgeprüfter Sanierung. Im Unterschied zum Standardweg (Bewertungssystem nach Neubau oder Sanierung) mit klar definierten quantitativen Anforderungen bietet der Kriterienkatalog Sanierung im Denkmalschutz im Energiebereich auch die Möglichkeit, die relative Reduktion des Energiebedarfs nach durchgeführten Sanierungsmaßnahmen gegenüber dem Bestandswert zu beurteilen. Als Mindestanforderung gilt eine Reduktion von 25 Prozent gegenüber dem Bestandswert. Ein Energieausweis vor und nach der Sanierung ist vorzulegen. Alternativ kann auch der Nachweisweg über quantitative Mindestanforderungen gewählt werden. Der Kriterienkatalog „Sanierung im Denkmalschutz“ kann für folgende Gebäudetypen angewendet werden:

  • Gebäude, die gesamthaft oder in Teilen per Bundesgesetz unter Denkmalschutz stehen.
  • Gebäude, die per landesrechtlicher Schutzbestimmungen im Bereich des Ensembleschutzes, des Ortsbildschutzes und Gebietsschutzes, des Schutzes historischer Bausubstanz oder vergleichbarer Bestimmungen offiziell mit einem Schutzstatus versehen sind.
  • Gebäude, die noch keinen Schutztitel haben, aber als denkmalwürdige (lt. BDA) gelistet sind.

Bei Gebäuden ohne Schutztitel, aber mit erhaltenswerter Fassade, kann nach Rücksprache mit dem klimaaktiv Programmmanagement und nach Vorlage einer Bilddokumentation und Beschreibung des Objektes geklärt werden, ob der Kriterienkatalog „Sanierung im Denkmalschutz“ anzuwenden ist.

Wie werden Gebäude deklariert, die eine gemischte Nutzung haben?

Grundsätzlich ist bei klimaaktiv für jedes Gebäude und jede Nutzung eine eigene Deklaration erforderlich. Unter folgenden Umständen kann für unterschiedliche Nutzungen und mehrere nutzungsgleiche Gebäude auf einer Liegenschaft auch eine gemeinsame Deklaration erfolgen.

Variante 1: Eine Hauptnutzung mit ≥ 80% der konditionierten BGF

Für das Gesamtgebäude kann eine Deklaration mit dem Kriterienkatalog entsprechend dem Gebäudetyp der Hauptnutzung unter Berücksichtigung der folgenden Punkte erfolgen:

1. Für alle Qualitäten, die das Gesamtbauwerk betreffen (Wirtschaftlichkeit, OI3-Indikator, Baustoffe etc.), bezieht sich die Bewertung und die Nachweisführung auf das gesamte Gebäude. Dies betrifft auch die Messungen:

  • Luftdichtheit: Für die notwendige Anzahl wird die Gesamtfläche des Gebäudes herangezogen. Wenn es technisch möglich ist, sollte jeder Baukörper gesamt gemessen werden.
  • Messung Innenraumluftqualität: Für die notwendige Anzahl wird die Gesamtfläche des Gebäudes herangezogen. Gemessen werden soll schwerpunktmäßig in Räumen, in denen sich Menschen lange aufhalten und die insbesondere von Kindern, älteren und sensiblen Menschen genutzt werden [Schlafräume, Kindergarten, Pflegewohnheim, Büro, etc.].

2. Für die Bewertung werden folgende Energiekennzahlen herangezogen:

  • Heizwärmebedarf und Kompaktheit aus dem Gesamtenergieausweis (gemitteltes Ergebnis der Einzelzonen)
  • Primärenergiebedarf, CO2-Emissionen und Kühlbedarf aus dem Energieausweis der Hauptnutzung (nur die nutzungsspezifische Zone)

3. Die Bewertung von weiteren Qualitäten, die sich je nach Nutzungstyp unterscheiden (Komfort im Sommer, Lüftung etc.) erfolgt ausschließlich für die Hauptnutzung. Die untergeordneten Nutzungen werden dabei nicht berücksichtigt.

Variante 2: Keine Hauptnutzung überschreitet 80% der konditionierten BGF

Hat eine Nutzung einen Flächenanteil (beheizte BGF) von über 20% und eine Fläche von über 2.000 m², so ist für diesen Nutzungsteil eine eigene Deklaration notwendig. Wird für diesen Nutzungsteil die Erfüllung der Muss-Kriterien im Energieteil nachgewiesen, kann auch eine Deklaration für das Gesamtgebäude erfolgen. Für Großprojekte kann in Rücksprache mit dem Programmmanagement von klimaaktiv eine individuelle Vorgehensweise für die Deklaration definiert werden.

Beispiele

  • Gebäude I: 80% Büro, 10% Wohnen, 10% Geschäfte = 1 klimaaktiv Deklaration „Büro“
  • Gebäude II: 75% Büro, 25% Wohnen [beheizte BGF gesamt: 1.000 m²]
    = 1 klimaaktiv Deklaration „Büro“
  • Gebäude III: 75% Büro, 25% Wohnen [beheizte BGF gesamt: 10.000 m²]
    = 2 getrennte klimaaktiv Deklarationen „Büro“ und „Wohnen“

In Ausnahmefällen (z.B. bei sehr kleinen Wohnhausanlagen/Reihenhäusern mit einer Gesamt BGF unter 2.000m²) kann in Rücksprache mit dem Programmmanagement von klimaaktiv für nutzungs- und nahezu baugleiche Gebäude auf einer Liegenschaft eine gesamthafte Deklaration erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass die Energiekennzahlen der einzelnen Bauteile für die jeweilige Stufe der Gebäudedeklaration (Gold/Silber/Bronze) nahezu ident bzw. die gleiche Qualität haben.

Wie erfolgt die Bewertung mehrerer gleichartiger Gebäude?

Bei mehreren nutzungs- und nahezu baugleichen Gebäuden erfolgt die klimaaktiv Deklaration für jedes einzelne Gebäude (entsprechend der Hauptnutzung), welches über einen eigenen Energieausweis verfügt. Um die Deklaration zu vereinfachen, empfehlen wir, ein beispielgebendes Gebäude in der Deklarationsplattform anzulegen, alle wesentlichen Angaben zum Gebäude in der Plattform auszufüllen und die identen Nachweise bei baugleichen Gebäuden hochzuladen. Nach Fertigstellung der Deklaration von einem Gebäude können für die weiteren nutzungs- und nahezu baugleichen Gebäude Kopien in der Plattform angelegt werden und bei den folgenden Gebäuden nur mehr jene Angaben angepasst werden, die nicht baugleich sind. Das können z.B. andere Energiekennwerte aus dem Energieausweis sein (Bereich B) oder einzelne Ergebnisse im Bereich Qualitätssicherungskriterien wie z.B. Raumluftmessung.

Jedes einzelne Gebäude muss die Anforderungen an die Anzahl der Raumluft- und Luftdichtheitsmessungen erfüllen. Die Erträge einer gemeinsamen PV Anlage und/oder eines Wärmeversorgungssystems dürfen flächenmäßig (entsprechend der BGF) auf die einzelnen Gebäude zugerechnet werden. Unabhängig von der getrennten Deklaration der Gebäude kann bei Erreichung der gleichen Qualitätsstufe aller Gebäude (GOLD/SILBER/BRONZE) eine gesamthafte Auszeichnung von Seiten klimaaktiv Bauen und Sanieren erfolgen. In diesem Falle kann eine Urkunde und Auszeichnung für das gesamte Bauprojekt ausgestellt werden.

In Ausnahmefällen (z.B. bei sehr kleinen Wohnhausanlagen/Reihenhäusern mit einer Gesamt BGF unter 2.000m²) kann in Rücksprache mit dem Programmmanagement von klimaaktiv für nutzungs- und nahezu baugleiche Gebäude auf einer Liegenschaft eine gesamthafte Deklaration erfolgen. Voraussetzung dafür ist, dass die Energiekennzahlen der einzelnen Bauteile für die jeweilige Stufe der Gebäudedeklaration (Gold/Silber/Bronze) nahezu ident bzw. die gleiche Qualität haben.

In klimaaktiv Gebäuden ist Öl, Gas und Kohle verboten. Ist Biogas für klimaaktiv Gebäude zulässig?

Mit dem klimaaktiv Kriterienkatalog 2020 sind fossile Energieträger nicht mehr erlaubt. Auch Biogas ist bei klimaaktiv Gebäuden nicht zulässig. 

Im Kriterienkatalog 2020 steht dazu u.a.: Kohle, Öl- und Gasheizungen sind im Neubau generell sowie in Sanierungen mit Austausch des Wärmeerzeugers ab Katalogversion 2020 grundsätzlich nicht mehr zulässig. Damit wird im Sinne der internationalen und nationalen klimapolitischen Ziele ein klares Zeichen zur Dekarbonisierung gesetzt und der Umstieg auf Erneuerbare Energien forciert. Einziger Ausnahmefall: Bis zu 12 Jahre alte Gas-Brennwertkessel dürfen im Falle von größeren Sanierungen ohne Austausch des Wärmeerzeugers bis zum Ende ihrer technischen Lebensdauer im Gebäude verbleiben, wenn ein schrittweiser Sanierungsfahrplan mit Umstieg auf ein nicht fossiles Wärmesystem vorgelegt wird. Die Berechnung der Energiekennzahlen HWBRef,RK , gesamter Primärenergiebedarf PEBSK, ,spezifischen Kohlendioxidemissionen  CO2,SK kann wie bisher nach OIB-Richtlinie 6 (Ausgabe April 2019), nach PHPP (Version 9) oder - wo erforderlich – ab Katalogversion 2020 nun auch durch dynamische Gebäudesimulationen erfolgen.

Fernwärme mit nicht erneuerbaren Anteilen ist gegenwärtig zulässig. klimaaktiv vertritt hier im Einklang mit nationalen und internationalen Politiken die Meinung, dass zentrale, hocheffiziente Wärmekonzepte mit Kraft-Wärme-Kopplung bis zum Jahr 2040 leichter und vor allem effizienter auf Treibhausgasneutralität umgestellt werden können. Im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung ist etwa Biogas eine sinnvolle Strategie.

Kann klimaaktiv als Qualitätslabel für Immobilien im eigenen Wirkungskreis verankert werden?

Immer mehr Immobilienentwickler, Bauträger aber auch Institutionen verankern die Qualitätskriterien von klimaaktiv in den eigenen Unternehmenszielen und Richtlinien.

BIG und ARE: klimaaktiv Silber als Standard für Neubauten und Sanierungen

Seit Jänner 2020 gibt es einen verpflichtenden nachhaltigen Mindeststandard für alle Neubauten und Generalsanierungen des BIG Konzerns. Das Holistic Building Program (HBP) geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und stellt sicher, dass alle Projekte der BIG und ihrer Tochter ARE mindestens dem klimaaktiv SILBER-Standard entsprechen müssen. Mit jährlich rund 25 Neubauten und Sanierungsprojekten und einem Auftragsvolumen von rund 380 Mio. Euro hat der BIG Konzern eine große Gestaltungschance. Durch die Umsetzung des Mindeststandards werden die CO2-Emissionswerte deutlich reduziert, klimaschädliche Baustoffe vermieden und der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen forciert.

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Umweltzeichen 49 – Nachhaltige Finanzprodukte. klimaaktiv als Basis für Immobilien in Fonds

Für Immobilienfonds, die mit dem Umweltzeichen 49 – Nachhaltige Finanzprodukte ausgezeichnet werden, gilt die Vorgabe, dass die betreffenden Immobilien die Basiskriterien (klimaaktiv Bronze) des klimaaktiv Gebäudestandard einhalten müssen. Für noch nicht sanierte Gebäude (Bestandsgebäude) muss ein Sanierungsfahrplan erstellt werden.

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Schulentwicklungsprogramm 2020 (SCHEP 2020): klimaaktiv Silber

Mit dem Schulentwicklungsprogramm 2020 wurde dieser Mindeststandard auch in konkrete Zahlen gegossen. Die Bundesregierung investiert in den nächsten Jahren 2,4 Milliarden Euro in Österreichs Schulen. Österreichweit wird es damit rund 270 Bauprojekte an den Bundesschulen geben. Die Einhaltung der ökologischen Standards bei Neubauten und Sanierungen wird mit dem HBP Standard der BIG und damit mit dem klimaaktiv Gebäudestandard des BMK als Mindeststandards gewährleistet. Ziel ist das Erreichen von 750 klimaaktiv Punkten (Silber) von max. 1000 möglichen Punkten.

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Aktionsplan nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe): klimaaktiv Silber für Hochbaukriterien

Im Aktionsplan nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe) 2020 wird die Erreichung des klimaaktiv Silber Standards als Voraussetzung für Hochbauprojekte gefordert. Bis dato war im naBe der Verweis auf die klimaaktiv Basiskritieren (klimaaktiv Bronze) verankert.

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Gemeinden und Bauträger verpflichten sich für klimaaktiv

Sowohl kleinere Gemeinden als auch Städte arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng mit den klimaaktiv Regionalpartnern in den Bundesländern zusammen. Ca. 16 Gemeinden und Städte haben bereits per Gemeinderatsbeschluss festgelegt, den klimaaktiv Gebäudestandard bei ihren Gebäuden anzuwenden (z.B. über Gemeinderatsbeschluss)

Nähere Informationen:

Darüber hinaus haben sich mehrere Bauträger dazu verpflichtet, ihre Gebäude ausschließlich in klimaaktiv zu bauen und zu sanieren.

Der klimaaktiv Gebäudestandard - für alle zugänglich

Der klimaaktiv Gebäudestandard ist nach dem Open Source Prinzip für alle Interessierten, für jede Gebäudekategorie, frei und kostenlos verfügbar. Da Qualitäten und Mindestanforderungen exakt definiert sind und jedes klimaaktiv Gebäude mit den wesentlichen Kennwerten veröffentlicht wird, wird maximale Transparenz erreicht. Immobilienbetreiber und Bauträger, aber auch Gemeinden und Städte, können bei ihren Bauvorhaben mit dem offen zugänglichen System schon in der Ausschreibungsphase und Vergabe die gewünschte Qualität einfordern.

In welchen Förderungen und Vorgaben ist der klimaaktiv Gebäudestandard verankert?

Der klimaaktiv Gebäudestandard zählt europaweit zu den erfolgreichsten Gütesiegeln für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Seit der Etablierung des Gebäudestandards wurden über 1130 Gebäude (Stand Oktober 2021) nach diesen Qualitätskriterien geplant und errichtet. Der kontinuierliche und beeindruckende Zuwachs ist insofern bemerkenswert, weil der klimaaktiv Gebäudestandard europaweit als strengstes und anspruchsvollstes Bewertungssystem im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz gilt. Mit ein Grund für diesen Erfolg ist die Tatsache, dass immer mehr Förderungen, Richtlinien und Vorgaben des Bundes aber auch der Länder auf die Qualitätskriterien von klimaaktiv referenzieren. Im folgenden Überblick finden Sie die aktuellen Förderung und Richtlinien, bei denen der klimaaktiv Gebäudestandard als Qualitätszeichen für nachhaltige Gebäude implementiert ist:

Förderung „raus aus Öl und Sanierungsoffensive“

In der bundessweiten Sanierungsoffensive werden umfassende thermische Sanierungen im privaten und im mehrgeschossigen Wohnbau nach klimaaktiv Standard gefördert. Im mehrgeschossigen Wohnbau ist dabei der klimaaktiv Standard zu erreichen. Im privaten Wohnbau sind umfassende Sanierungen nach klimaaktiv-Standard bzw. gutem Standard sowie Teilsanierungen, die zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um mind. 40% führen, förderungsfähig. Die Förderungsaktion wird jährlich angepasst

Mehr Informationen zu "raus aus Öl" sowie auch auf der Website umweltfoerderung.at

Kommunalinvestitionsgesetz 2020 (KIG 2020): klimaaktiv Silber

Im Gemeindekonjunkturprogramm (Kommunalinvestitionsgesetzt 2020) der Bundesregierung ist festgehalten, dass gemeindeeigene Gebäude im klimaaktiv Silber errichtet werden müssen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Kommunalinvestitionsgesetzes 2020 (KIG 2020) gewährt der Bund den Gemeinden einen Zweckzuschuss für nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur und zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung. In den Durchführungsbestimmungen heißt es unter Punkt 8. „Instandhaltung, Sanierung (einschließlich thermisch-energetische Sanierung sowie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger) und Errichtung von Gebäuden im Eigentum der Gemeinde, sofern diese nach klimaaktiv Silber-Standard errichtet werden.“

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Mustersanierung – erhöhte Förderung bei klimaaktiv Gold

Der Klima- und Energiefonds und das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) fördert jährlich im Rahmen der Mustersanierung umfassende Sanierungsprojekte von betrieblich genutzten oder öffentlichen Gebäuden. Gefördert werden Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes sowie zur Anwendung erneuerbarer Energieträger und zur Steigerung der Energieeffizienz. Für Gebäude, die dem klimaaktiv Gold Standard entsprechen, wird ein Zuschlag von 5 % der förderbaren Kosten gewährt.

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klimaaktiv als Kriterium in Wohnbauförderungen ausgewählter Länder

In den Wohnbauförderungen (WBF) Tirol, Kärnten und Steiermark gibt es entweder die höchste Förderstufe oder einen Bonus beim Erreichen des klimaaktiv Standards. In anderen Bundesländern sind einzelne Kriterien der Wohnbauförderung mit den klimaaktiv Kriterien kompatibel und mit einer erfolgten klimaaktiv Deklaration nachweisbar.

TOP-Tourismusförderung für Hotelgebäude durch die ÖHT

In der TOP-Tourismusförderung der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ist die Erreichung des klimaaktiv Silber Standards für Hotelgebäude verankert.

Nähere Informationen

Wie sind die Anforderungen an die Alternativenprüfung im Kriterienkatalog 2017

Im klimaaktiv Kriterienkatalog 2017 wurde eine erste Weichenstellung für einen CO2-neutralen Gebäudesektor getroffen und deshalb der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen vorbereitet. Damit soll im Sinne der internationalen und nationalen klimapolitischen Ziele ein klares Zeichen zur Dekarbonisierung gesetzt und der gezielte Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützt werden. Für eine klimaaktiv Deklaration im Kriterienkatalog 2017 sind im Neubau Gebäude mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zulässig. Wird in Gebäudesanierungen der Wärmeerzeuger ausgetauscht, so sind Öl- oder Gaskessel ebenfalls nicht mehr zulässig.

  • Ausnahmeregelung Sanierungen (2017): Sanierungsobjekte, in denen ein vorhandener Öl- oder Gaskessel nicht ausgetauscht wird (etwa, weil er erst 5 Jahre alt ist), können weiterhin deklariert werden, sofern sie die Mindestanforderungen in den Energiekriterien erreichen.
  • Ausnahmeregelung Neubau (2017): Für eine klimaaktiv Deklaration eines Neubaus ist der Einsatz von hocheffizienten alternativen Energiesystemen (Alternativenprüfung) lt. Absatz 5.2 OIB Richtlinie 6 (2015) zu überprüfen und – wenn möglich – umzusetzen.  Nur im Fall einer nachweislich vorliegenden Unmöglichkeit einer Wärmeversorgung mit hocheffizienten alternativen Energiesystemen kann auch im Neubau eine Gasheizung zugelassen werden.

Anforderung an die Alternativenprüfung für klimaaktiv Gebäude im Kriterienkatalog 2017

Lt. Kriterienkatalog 2017 sind im Neubau Gebäude mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zulässig. Wird in Gebäudesanierungen der Wärmeerzeuger ausgetauscht, so sind Öl- oder Gaskessel ebenfalls nicht mehr zulässig.

Soll für ein Gebäude von diesem Verbot eine Ausnahme gemacht werden, wird eine Alternativenprüfung gefordert. Als Alternativenprüfung im Sinn dieser Anforderung wird eine Machbarkeitsstudie über die technische, ökologische und wirtschaftliche Realisierbarkeit von nicht fossilen Systemen zur Wärmeversorgung des Gebäudes erwartet. Sofern mit der Alternativenprüfung tatsächlich eine klimaaktiv Deklaration mit Gasversorgung beantragt wird, sind zumindest zwei unterschiedliche nicht fossile Varianten zu prüfen und die Ergebnisse dieser Prüfung vorzulegen.

Die Alternativenprüfung muss von einem fachkundigen Sachverständigen erstellt werden. Eine reine Bestätigung der Bauherrschaft ist in diesem Zusammenhang nicht ausreichend.

Die Alternativenprüfung hat zu beinhalten:

  • Berechnung der Heizlast und ggfls. der Kühllast sowie des Heizenergie- und gegebenenfalls Kühlenergiebedarfs gemäß aktuellem Planungsstand
  • Auslegung der alternativen Versorgungssysteme
  • Technische, ökologische und wirtschaftliche Bewertung im Lebenszyklus (30a) unter Berücksichtigung sowohl der Errichtungs- als auch der Betriebsaufwendungen.

Keine Ausnahme vom Gasverbot im Neubau möglich bei offensichtlichem Vorliegen von hocheffizienten alternativen Energiesystemen am Standort

Wenn ein hocheffizientes alternatives Energiesystem offensichtlich verfügbar ist, ist grundsätzlich keine Ausnahme vom Verbot einer Gasheizung möglich und es erübrigt sich damit auch die Notwendigkeit einer Alternativenprüfung.

Das gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich,

  • bei Vorliegen der Möglichkeit eines Fern-/Nahwärmeanschlusses am Grundstück,
  • bei Vorliegen eines ausreichenden Erdwärmepotenzials am Grundstück.

Wie ist Kreislauffähigkeit im neuen Kriterium in klimaaktiv verankert?

Kreislauffähigkeit im Bauwesen umfasst viele Ansätze wie etwa das rückbaufreundliche Konstruieren, die Dokumentation der verbauten Materialien, vorzugsweise über digitale Erfassung, die Schadstofffreiheit von Bauprodukten, die Bauteilwiederverwendung ebenso wie die Gewinnung und Verwendung mineralischer Körnungen.

In H. Figl et al (2020a) wurden Bewertungsansätze für die Kreislauffähigkeit aus verschiedensten Ländern zusammengestellt und analysiert. Ergebnis der Analyse war, dass alle Bewertungssysteme im Grunde vergleichbare Ansätze z.B. bezüglich der bewerteten Parameter haben, sich die Bewertung im Detail jedoch grundlegend unterscheidet. Von einer europäischen Harmonisierung ist man in diesem Feld aktuell also noch weit entfernt. In Österreich können die Entsorgungseigenschaften mithilfe des EI10 sichtbar gemacht werden. Die Berechnung wird in klimaaktiv mit Punkten anerkannt. Darüber hinaus werden die Leitprinzipien der Circular Economy im klimaaktiv-Gebäudestandard wie folgt beschrieben:

  1. Vermeiden – Reduce: Maßnahmen zur Verringerung von Abfallmengen. Beispielhafte Maßnahmen: schlanke Konstruktionen, optimierte Raumgrößen, Vorortverwendung von Aushub, Sand und dergleichen
  2. Wiederverwenden – Reuse: möglichst gleichwertige Weiterverwendung von Materialien, Bauteilen oder eingesetzten Technologien
  3. Produktorientierte Verwertung – Recycling: Aufbereitung von Materialien zur Wiederverwendung in Produkten oder Technologien in vergleichbaren oder gering-wertigeren Produkten
  4. Sonstige Verwertung: energetisch-thermische Verwertung, Verfüllung
  5. Entsorgung / Deponierung, sofern die oben genannten Prinzipien nicht anwendbar sind.

Diese, aus der Abfallwirtschaft stammende, Betrachtungsweise in die Praxis der Bauwirtschaft umzusetzen, soll durch die Erstellung von Rückbaukonzepten besser gelingen.

Rückbaukonzept bei Neubauten

Bei Neubauten ist bereits in der Entwurfsplanung durch die Erstellung eines Rückbau- und Verwertungskonzepts auf die oben genannten Aspekte einzugehen. Dabei sind für die wesentlichsten Standardbauteile und bei einer kalkulatorischen Gesamtnutzungsdauer des Gebäudes von 100 Jahren die Potenziale der fünf genannten Leitprinzipien zu benennen.

Rückbaukonzept bei Bestandsobjekten und Sanierungsvorhaben

Ergänzend zu den oben genannten Aspekten wird eine umfassende Schad- und Störstofferkundung durchgeführt, bei der verpflichtend vorab das Reuse-Potenzial zu erheben und dokumentieren ist. Die Dokumentation des erstellten Rückbaukonzepts einschließlich Reuse-Potenzialen und Schad- und Störstofferkundung erfolgt in Analogie zur Entwurfs- und Ausführungsplanung mit ergänzender Berichterstattung.

BIM-Modell für umfangreiche Bauvorhaben

Die BIM-Methode kann über einen effizienten Datenaustausch bei der Produktwahl in der Planungs- und Ausführungsphase unterstützen – je früher im Planungsprozess ökologische Bewertungen und Optimierungen angesetzt werden, desto größer ist das Verbesserungspotenzial.
Für den verwertungsorientierten Rückbau am Lebensende des Gebäudes („Urban Mining“) ist eine Dokumentation der verbauten Materialien essenziell. Die Dokumentation unterstützt außerdem bei der Instandhaltung und Instandsetzung von Gebäudeteilen.

Autorin: Barbara Bauer

Nähere Informationen auf der IBO-Website

Wie werden emissionsarme Bauprodukte in der Gebäudebewertung berücksichtigt?

Berücksichtigt werden die Vermeidung und Verringerung von Schadstoffen konkret für die stark treibhauswirksame Substanz HFKW, für PVC und SVHC (Substances of very high concern), aber auch die Verwendung von umweltfreundlich(er)en Produkten. Weiters werden Ökobilanzen des Gesamtgebäudes berücksichtigt.

Emissionsarmut und mehr: Produktmanagement

Das Produktmanagement berücksichtigt mehrere Ziele des Green Deals. Ursprünglich war das Ziel des Produktmanagements, auch Chemikalienmanagement genannt, vor allem eine gute Raumluftqualität sicherzustellen. In einer Kreislaufwirtschaft sind Produkte, die keine oder nur ein Minimum an Schadstoffen enthalten, darüber hinaus besser wiederzuverwenden oder -verwerten bzw. zu entsorgen.

Ablauf des Produktmanagements in der ökologischen Beschaffung

Ein strukturierter Ablauf ist Voraussetzung für ein lebenszyklus- und lieferketten-begleitendes Produktinformationsmanagement. Die systematische Beschaffung von ökologischen Baustoffen vom Entwurf bis zur Ausführung wurden erstmals ab 2005 im Demonstrationsvorhaben (Gemeindezentrum Ludesch) erprobt und seither systematisch zu einer standardisierten Dienstleistung entwickelt. Die AuftraggeberInnen werden bei der Verankerung der Kriterien in der Ausschreibung und Vergabe unterstützt. Dies beinhaltet Baueinleitungsgespräche mit den Ausführenden sowie Bauproduktfreigaben bzw. -optimierungen für die einzelnen Gewerke. Während der Realisierung des Bauprojektes werden stichprobenartige Kontrollen auf der Baustelle durchgeführt. Abschließend werden Innenraumluftmessungen zur Bestätigung der Innenraumluftqualität durchgeführt.

Autorin Barbara Bauer

Wie funktioniert das Produktmanagement in 3 Stufen?

In klimaaktiv werden die zu erfüllenden Anforderungen ab dem Kriterienkatalog 2020 in 3 Stufen gegliedert. Die Anforderungen sind für Dienstleistungsgebäude und für Wohngebäude die gleichen. Für die Stufe 1 wird der Innenausbau nach ÖNORM B 1801-1:2015-12 herangezogen, geprüft werden sollen Produkte, die in Aufenthaltsräumen wie etwa Büros, Wohn- und Schlafräume eingesetzt werden. Für die Stufe 2 und 3 werden darüber hinaus horizontale und vertikale Baukonstruktionen wie Fassade und Dach in Betracht gezogen. Tiefgaragen und Außenanlagen müssen nicht berücksichtigt werden.

Dabei werden in Stufe 1 emissionsarme Produkte für den Innenausbau berücksichtigt. Das bedeutet, es werden die Bauproduktgruppen mit der größten Relevanz für die Raumluftqualität, nämlich Verlegewerkstoffe, Bodenbeläge, Holzwerkstoffe, Beschichtungen, Innenwandfarben sowie Bitumenmassen überprüft.

In Stufe 2 werden auch emissionsarme Produkte für die Anwendung im Außenraum gefordert, das bedeutet die Produktgruppen der Stufe 1 werden ergänzt mit den Produktgruppen Innenwandputze, Dämmstoffe, Dichtstoffe, Flüssigkunststoffe sowie Kleb- und Füllstoffe.

In der Stufe 3 kommen weitere Kriterien für die Schadstoffarmut hinzu, erfasst werden müssen im Wesentlichen die Produktgruppen der Stufe 2.

Die anzuwendenden Kriterien sind auf der Plattform www.baubook.info veröffentlicht. Sie werden nicht nur für klimaaktiv sondern auch u.a. auch in der öffentlichen Beschaffung angewendet.
Bauproduktmanagement als baubegleitende Maßnahme ermöglicht – meistens kostenneutral – die Verwendung von Bauprodukten, die volkswirtschaftlich gesehen großen Nutzen stiften: Die Gesundheit von ArbeitnehmerInnen auf der Baustelle ebenso wie im fertiggestellten Gebäude wird kurz- und vor allem langfristig geschont.

Autorin Barbara Bauer

Mehr Informationen unter: www.ibo.at

Veröffentlicht am 06.05.2020

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