FAQ

Wir beantworten die häufigsten Fragen rund um die klimaaktiv Gebäudedeklaration und zum klimaaktiv Gebäudestandard. Die FAQ´s werden laufend erweitert.

Nutzungsmix & Gebäudegruppen

Grundsätzlich ist bei klimaaktiv für jedes Gebäude und jede Nutzung eine eigene Deklaration erforderlich. Unter folgenden Umständen kann für unterschiedliche Nutzungen und mehrere nutzungsgleiche Gebäude auf einer Liegenschaft auch eine gemeinsame Deklaration erfolgen.

Nutzungsmix

Eine Hauptnutzung mit ≥ 80% der konditionierten BGF

Für das Gesamtgebäude kann eine Deklaration mit dem Kriterienkatalog entsprechend dem Gebäudetyp der Hauptnutzung unter Berücksichtungung der folgenden Punkte erfolgen:

1. Für alle Qualitäten, die das Gesamtbauwerk betreffen (Wirtschaftlichkeit, OI3-Indikator, Baustoffe etc.), bezieht sich die Bewertung und die Nachweisführung auf das gesamte Gebäude. Dies betrifft auch die Messungen:

  • Luftdichtheit: Für die notwendige Anzahl wird die Gesamtfläche des Gebäudes herangezogen. Wenn es technisch möglich ist, sollte jeder Baukörper gesamt gemessen werden.
  • Messung Innenraumluftqualität: Für die notwendige Anzahl wird die Gesamtfläche des Gebäudes herangezogen. Gemessen werden soll schwerpunktmäßig in Räumen, in denen sich Menschen lange aufhalten und die insbesondere von Kindern, älteren und sensiblen Menschen genutzt werden [Schlafräume, Kindergarten, Pflegewohnheim, Büro, etc. ].

2. Für die Bewertung werden folgende Energiekennzahlen herangezogen:

  • Heizwärmebedarf und Kompaktheit aus dem Gesamtenergieausweis (gemitteltes Ergebnis der Einzelzonen)
  • Primärenergiebedarf, CO2-Emissionen und Kühlbedarf aus dem Energieausweis der Hauptnutzung (nur die nutzungsspezifische Zone)

3. Die Bewertung von weiteren Qualitäten, die sich je nach Nutzungstyp unterscheiden (Komfort im Sommer, Lüftung etc.) erfolgt ausschließlich für die Hauptnutzung. Die untergeordneten Nutzungen werden dabei nicht berücksichtigt.

Keine Hauptnutzung überschreitet 80% der konditionierten BGF

Hat eine Nutzung einen Flächenanteil (beheizte BGF) von über 20% und eine Fläche von über 2.000 m², so ist für diesen Nutzungsteil eine eigene Deklaration notwendig. Wird für diesen Nutzungsteil die Erfüllung der Muss-Kriterien im Energieteil nachgewiesen, kann auch eine Deklaration für das Gesamtgebäude erfolgen. Für Großprojekte kann in Rücksprache mit dem Programmmanagement von klimaaktiv eine individuelle Vorgehensweise für die Deklaration definiert werden.

Beispiele

  • Gebäude I: 80% Büro, 10% Wohnen, 10% Geschäfte = 1 klimaaktiv Deklaration „Büro“
  • Gebäude II: 75% Büro, 25% Wohnen [beheizte BGF gesamt: 1.000 m²]
    = 1 klimaaktiv Deklaration „Büro“
  • Gebäude III: 75% Büro, 25% Wohnen [beheizte BGF gesamt: 10.000 m²]
    = 2 getrennte klimaaktiv Deklarationen „Büro“ und „Wohnen“

Bewertung mehrerer gleichartiger Gebäude

In Rücksprache mit dem Programmmanagement von klimaaktiv kann für mehrere nutzungs- und nahezu baugleiche Gebäude auf einer Liegenschaft eine gesamthafte Deklaration erfolgen, sofern jedes einzelne Gebäude mit seinem Energieausweis nachweislich die Basiskriterien von klimaaktiv erreicht. Für die Bewertung werden dann die einzelnen Energiekennzahlen flächengewichtet gemittelt.

   

   

Anforderung an die Alternativenprüfung im Kriterienkatalog 2017

Definition in den aktuell gültigen Kriterienkatalogen 2017

Im klimaaktiv Kriterienkatalog 2017 wird eine erste Weichenstellung für einen CO2-neutralen Gebäudesektor getroffen und deshalb der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen vorbereitet. Damit soll im Sinne der internationalen und nationalen klimapolitischen Ziele ein klares Zeichen zur Dekarbonisierung gesetzt und der gezielte Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützt werden. Für eine klimaaktiv Deklaration sind im Neubau Gebäude mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zulässig. Wird in Gebäudesanierungen der Wärmeerzeuger ausgetauscht, so sind Öl- oder Gaskessel ebenfalls nicht mehr zulässig.

Ausnahmeregelung Sanierungen: Sanierungsobjekte, in denen ein vorhandener Öl- oder Gaskessel nicht ausgetauscht wird (etwa, weil er erst 5 Jahre alt ist), können weiterhin deklariert werden, sofern sie die Mindestanforderungen in den Energiekriterien erreichen.

Ausnahmeregelung Neubau: Für eine klimaaktiv Deklaration eines Neubaus ist der Einsatz von hocheffizienten alternativen Energiesystemen (Alternativenprüfung) lt. Absatz 5.2 OIB Richtlinie 6 (2015) zu überprüfen und – wenn möglich – umzusetzen.  Nur im Fall einer nachweislich vorliegenden Unmöglichkeit einer Wärmeversorgung mit hocheffizienten alternativen Energiesystemen kann auch im Neubau eine Gasheizung zugelassen werden.

Die Beschreibung in der OIB-Richtlinie 6, 2015

Einsatz hocheffizienter alternativer Energiesysteme

Bei Neubau und größerer Renovierung von Gebäuden muss die technische, ökologische und wirtschaftliche Realisierbarkeit des Einsatzes von hocheffizienten alternativen Systemen wie den in Punkt 5.2.2 angeführten, sofern verfügbar, in Betracht gezogen, berücksichtigt und dokumentiert werden.

Hocheffiziente alternative Energiesysteme sind jedenfalls:

  • dezentrale Energieversorgungssysteme auf der Grundlage von Energie aus erneuerbaren Quellen
  • Kraft-Wärme-Kopplung
  • Fern-/Nahwärme oder Fern-/Nahkälte, insbesondere, wenn sie ganz oder teilweise auf Energie aus erneuerbaren Quellen beruht oder aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen stammt
  • Wärmepumpen

Anforderung an die Alternativenprüfung für klimaaktiv

Im Neubau sind Gebäude mit Öl- oder Gasheizung nicht mehr zulässig. Wird in Gebäudesanierungen der Wärmeerzeuger ausgetauscht, so sind Öl- oder Gaskessel ebenfalls nicht mehr zulässig.

Soll für ein Gebäude von diesem Verbot eine Ausnahme gemacht werden, wird eine Alternativenprüfung gefordert. Als Alternativenprüfung im Sinn dieser Anforderung wird eine Machbarkeitsstudie über die technische, ökologische und wirtschaftliche Realisierbarkeit von nicht fossilen Systemen zur Wärmeversorgung des Gebäudes erwartet. Sofern mit der Alternativenprüfung tatsächlich eine klimaaktiv Deklaration mit Gasversorgung beantragt wird, sind zumindest zwei unterschiedliche nicht fossile Varianten zu prüfen und die Ergebnisse dieser Prüfung vorzulegen.

Die Alternativenprüfung muss von einem fachkundigen Sachverständigen erstellt werden. Eine reine Bestätigung der Bauherrschaft ist in diesem Zusammenhang zu wenig.

Die Alternativenprüfung hat zu beinhalten:

  • Berechnung der Heizlast und ggfls. der Kühllast sowie des Heizenergie- und gegebenenfalls Kühlenergiebedarfs gemäß aktuellem Planungsstand
  • Auslegung der alternativen Versorgungssysteme
  • Technische, ökologische und wirtschaftliche Bewertung im Lebenszyklus (30a) unter Berücksichtigung sowohl der Errichtungs- als auch der Betriebsaufwendungen.

Keine Ausnahme vom Gasverbot im Neubau zulässig / Keine Alternativenprüfung erforderlich

Wenn ein hocheffizientes alternatives Energiesystem offensichtlich verfügbar ist, ist grundsätzlich keine Ausnahme vom Verbot einer Gasheizung möglich und es erübrigt sich damit auch die Notwendigkeit einer Alternativenprüfung.

Das gilt insbesondere, aber nicht ausschließlich,

  • bei Vorliegen der Möglichkeit eines Fern-/Nahwärmeanschlusses am Grundstück,
  • bei Vorliegen eines ausreichenden Erdwärmepotenzials am Grundstück.

 

 

Lüftungsanlagen für Bildungsbauten

Hintergrund

Komfortlüftungen, mechanische Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, bringen neben ihren energetischen vor allem auch raumlufthygienische Vorteile. Durch den (im Gegensatz zur Fensterlüftung) bedarfsgerecht einstell- und regelbaren, kontinuierlichen Luftaustausch wird in allen Räumen eine sehr gute Luftqualität gewährleistet. Für klimaaktiv Bildungsgebäude sind zentrale oder dezentrale Lüftungsanlagen auch bereits für Bronze-Gebäude verpflichtend einzubauen.

Luftqualität

Abgestandene Luft und hohe Temperatur im Klassenzimmer führt zu Konzentrations- und Leistungsschwäche, ja sogar zu gesundheitlichen Auswirkungen bei SchülerInnen und PädagogInnen. Aus Studien ist belegt, dass eine hohe Luftqualität mit CO2-Konzentrationen unter 1000 bis 1200 parts per million (ppm) bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30 bis 55 Prozent sowie Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius definiert werden kann. Das Behaglichkeitsempfinden einzelner Personen kann von diesen „Idealwerten“ abweichen. Aber da CO2 ein Indikator für andere Schadstoffe ist, bedeutet eine niedrige CO2-Konzentration, dass die Raumluft im Klassenzimmer nur wenig mit weiteren Schadstoffen belastet ist und damit besser mit der für uns Menschen wichtigen Frisch- bzw. Außenluft übereinstimmt. Eine relativ niedrige Temperatur von etwa 20 Grad Celsius ist ideal für Schularbeiten oder konzentriertes Arbeiten, etwas höhere Temperaturen sind dann vertretbar, wenn es um Sitzen ohne Leistungserfordernis geht. Lüftungsanlagen sorgen also für konstante Abfuhr von zu viel Feuchte, Schadstoffen und CO2. Die Abfuhr von Feuchte verhindert zu hohe relative Luftfeuchten, reduziert damit das Risiko von Schimmelpilzbildung und schafft ein Innenraumklima, das für das Wachstum von Hausstaubmilben ungünstig ist. Die von außen zugeführte Luft wird zudem durch hochwertige Filter gereinigt.

Auslegung von Lüftungssystemen

Weder bei Schulneubauten und noch weniger bei Sanierungen ist es derzeit in Österreich Standard, mechanische Lüftungsanlagen einzubauen. Dabei wird ein Einbau durch die energie- und hygienetechnischen Anforderungen der OIB-Richtlinien 6 und 3 aus 2015 unterstützt. Die Angaben über die vorzusehende Frischluftmenge in Unterrichtsräumen gehen in den Regelwerken auseinander:

Gibt die ÖISS-Richtlinie[1] je nach Altersstufe 15 bis 20 m³/h je SchülerIn vor, so sprechen die Qualitätskriterien des Vereins komfortlüftung. at[2] von 19 bis 30 m³/h je SchülerIn. Um die IDA-Klasse II nach ÖNORM EN 13779 (hohe bis mittlere Raumluftqualität) zu erreichen, sind circa 30 m³/h je SchülerIn nötig[3]. Gleichzeitig sollte eine ausreichende relative Luftfeuchtigkeit von mindestens 30% sicher gestellt sein. Im Winter, wenn die Außenluft sehr trocken ist, kann daher der Luftwechsel gegebenenfalls verringert werden, um Beeinträchtigungen durch trockene Augen und Atemwege bei SchülerInnen und PädagogInnen zu vermeiden. Übrigens: Will man in einem Klassenzimmer die Luftqualität überprüfen, dann kann eine sogenannte Lüftungsampel mit Messwertanzeige dafür verwendet werden. Üblicherweise schalten die Ampeln bei 1.000 ppm CO2-Konzentration auf Orange, ab etwa 1.50 ppm auf rot: spätestens dann ist es Zeit zum Lüften, da bei dieser Konzentration mit Beeinträchtigungen zu rechnen ist.

Sommerliche Nachtlüftung

Die natürliche Nachtlüftung durch automatisch gesteuerte Lüftungsklappen funktioniert, wenn ausreichend große Öffnungen und ein gewisser Mindestluftwechsel für die Nachtlüftung garantiert werden kann. Oft ist die Unterstützung durch zentrale Abluftventilatoren sinnvoll. Auch kann die Nachtlüftung über einen Bypass des zentralen Be- und Entlüftungssystems geführt werden. Der Aufwand hierfür ist sehr unterschiedlich und hängt natürlich von der Planung des Gebäudes und der Anordnung der Räume ab.

Anforderungen von klimaaktiv

Mindestanforderung

Der Einsatz von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ist für klimaaktiv Bildungseinrichtungen ein Musskriterium (B 6.2 - Energieeffiziente Lüftung). Dabei gilt die Mindestanforderung der optimierten Bedarfsauslegung nach der zu erwartendem Belegung und eine Einregulierung der Anlage. Zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und Auslegung auf den hygienisch notwendigen Luftwechsel entsprechen der Anforderung.

Die Komfortlüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung müssen dabei mindestens 80% der Nutzfläche be- und entlüften. Nutzflächen mit einer niedrigeren Anwesenheitsfrequenz, wie etwa Gang- und Nebenräume können davon ausgenommen sein. Ziel ist die Lüftung in Schul- und Klassenräumen und in den Büroräumen, die ein hohes Nutzungsaufkommen verzeichnen. klimaaktiv bemisst außerdem die Effizienz der Lüftungsanlage, da durch einen hohen Wärmerückgewinnungsgrad der Anlage Energieverluste minimiert werden können.

Bei mehreren Lüftungsanlagen werden die über die Luftmengen gemittelten Werte zur Bewertung herangezogen.

Qualitäten, die bepunktet werden

B.6.2.A Auslegung auf den Bedarf und Einregelung der Anlage (20 Punkte)

Erste Voraussetzung für die energetische Effizienz von Komfortlüftungen und für die Bepunktung ist die Auslegung der Luftmengen nach dem zu erwartenden Bedarf. In Klassen- und Gruppenräumen kann in der Regel mit einer Luftmenge von 15-20 m³/(h,Person) vordimensioniert werden, bei Bürogebäuden 30 m³/(h,Person), bei Turnhallen 60 m³/(h,Person)[4].

Zweite Voraussetzung für die Effizienz der Komfortlüftungsanlagen und die Bepunktung ist die Einregulierung gemäß Auslegung. 

B.6.2.B Energieeffizienz der eingesetzten Lüftungsgeräte (30 Punkte)

Diese wird anhand von zwei Kennwerten bepunktet:

Wärmebereitstellungsgrad und luftmengenspezifische elektrische Leistungsaufnahme

  • Für Lüftungsanlagen mit einem Luftvolumenstrom von bis zu 5.000 m3/h gelten die folgenden Anforderungen:
    - Wärmebereitstellungsgrad > 75 % nach PHI-Messreglement oder > 70% nach EN 13141-7 oder > 84% nach DiBt-Reglement
    - elektrische Leistungsaufnahme gesamt für Zu- und Abluftventilator max. 0,45 Wh/m3
  • Für Lüftungsanlagen mit einem Luftvolumenstrom von mehr als 5.000 m3/h gelten die folgenden Anforderungen:
    - elektrische Leistungsaufnahme ohne Luftkühlung max. 0,8 Wh/m³ mit (Teil)Klimaanlagen max. 0,95 Wh/m³
    - Wärmebereitstellungsgrad ≥ 70% (gemäß EN 308)

D.2. Komfortkriterien (bis zu 40 Punkte)

Ziel ist es, durch die Festlegung von Mindestanforderungen bezüglich energetischer
Effizienz, max. CO2-Konzentration, relative Luftfeuchte, Schallschutz und Hygiene die
Nutzerzufriedenheit durch die Erfüllung folgender Punkte zu gewährleisten:

  • Beschränkung des max. CO2-Gehaltes der Raumluft (10 Punkte) Medianwert CO2 (absolut) < 1.000 ppm: D.h. es sollte die überwiegende Anzahl der CO2-Einzelwerte, > 50% im jeweiligen Beurteilungszeitraum nicht über dem Wert von 1.000 ppm CO2 absolut liegen. Um eine niedrige Luftfeuchte in der Innenraumluft bei niedrigen Außentemperaturen (innen < 20% rel. Luftfeuchte) zu vermeiden, können an (Winter-) Tagen oder ähnlichen Situationen erhöhte Konzentrationen an CO2 akzeptiert werden.
  • Relative Luftfeuchte (5 Punkte) anzustrebender Bereich: 30-45 % r.F. in der Heizperiode (Unterschreitung von 30% r.F. in max. 5% der Nutzungszeit)
  • Geeignete Regelungsstrategie der Lüftungsanlage für bedarfsgerechte Luftmengen - Anwesenheitssteuerung (5 Punkte) Automatisches Spülen der Klasse vor dem Unterricht mit jeweils zumindest der einfachen Luftmenge des Raumes. Alternativ kann auch ein dauernder Luftvolumenstrom von 0,5 [m³/h] bzw. ein intermedierender Betrieb, der dieser Luftmenge entspricht, gewählt werden. Dezentrale Anwesenheitssteuerung oder zentrale Anwesenheitsteuerung zur individuellen Luftmengensteuerung (Auf/Zu) über jedes Klassenzimmer. (IDA - C4)
    Nur in Ausnahmefällen: Reine Betriebszeitenregelung über eine Zeitschaltuhr; für gesamtes Gebäude oder Gebäudeteile.
  • Geeignete Regelungsstrategie der Lüftungsanlage für bedarfsgerechte Luftmengen - Optimierung (10 Punkte) Bedarfsorientierte Luftmengenregelung mit CO2-Fühler für jede Klasse (IDA - C6), optional mit Feuchtekontrolle.
  • Lüftungsanlage liefert keinen Beitrag zur Überwärmung der Räume (5 Punkte)
    - Lüftungsgerät muss über einen automatischen Bypass zur Umgehung des Wärmetauschers (oder gleichwertiges System) für 100% des Volumenstromes verfügen.
    - Bypass muss dicht schließen: max. Leckage 4 [l/sm2] beim Prüfdruck von 500 [Pa] nach EN 1751.
    - Luftansaugung in günstiger Ansaugposition (nicht an süd- oder westorientierten Fassaden)
  • Vermeidung von Lärmbelästigungen (10 Punkte)
    - Geringer A-bewerteter Schalldruckpegel LA,eq nT (bezogen auf 0,5 s Nachhallzeit); Max. 30 dB(A) in Büroräumen und Klassenräumen (max. 35 dB(A) in der Nähe der Auslässe); Max. 25 dB(A) für akustisch sensible Räume, wie Musikunterrichtsräume (max. 30 dB(A) in der Nähe der Auslässe;
    - Beschränkung der tieffrequenten Anteile: die Differenz zwischen A- und C-Bewertung darf nicht mehr als 20 dB(A) betragen;
    - Beschränkung der Schallbelastungen im Außenbereich gem. ÖN S 5021 bzw. ÖAL Richtlinie 3
  • Außenluftfilter mindestend ePM1 (50%) nach ISO 16890 (5 Punkte)

LITERATUR:

[1] ÖISS (Hrsg.): Richtlinien für den Schulbau, Kap. 4. Bauphysik, Raumklima und
Energieeffizienz, 12/2009
[2] Komfortlüftung.at (Hrsg.): 61 Qualitätskriterien für Klassenzimmerlüftungen. Ausgabe
2.6, Oktober 2014
[3] ÖNORM EN 13779: Lüftung von Nichtwohngebäuden – Allgemeine Grundlagen und
Anforderungen. Jänner 2008
[4] Feist

 

 

Welchen Kriterienkatalog (2017 oder 2020) verwenden Sie bei der Deklaration?

Mit der Veröffentlichung des klimaaktiv Kriterienkataloges 2020 wird die Deklaration aller Gebäudetypen auf EINER Plattform, der baudock, zusammengeführt. Damit wird die Deklaration und Projektverwaltung wesentlich vereinfacht.

Aufgrund der unterschiedlichen Stadien der Projekte (Planung, in Bau, in Fertigstellung) und der verschiedenen Umsetzungsstadien der OIB Richtlinie 6 (2015 oder 2019) in den Bundesländern, gibt es für die Anwendung des jeweils gültigen Kriterienkataloges und der Deklaration innerhalb einer Übergangsfrist (voraussichtlich bis Ende 2020) folgende Auswahlmöglichkeiten:

  • Variante 1: Gebäude, die jetzt mit der Planung beginnen und deren Energieausweis nach der OIB-Richtlinie 6 (2019) vorliegt, werden nach dem neuen Kriterienkatalog 2020 deklariert. Alle Wohn- und Dienstleistungsgebäude werden auf der Deklarationsplattform baudock deklariert.
  • Variante 2: Gebäude, die einen Energieausweis nach OIB Richtlinie 6, 2015 besitzen, können die Deklaration ebenfalls nach dem neuen Kriterienkatalog 2020 machen.
  • Variante 3: Gebäude, die sich schon in der Fertigstellung befinden, können noch mit dem Kriterienkatalog 2017 deklariert werden. Wenn in einzelnen Bundesländern die OIB- RL 6 (2019) noch nicht gültig sein sollte, können innerhalb der Übergangsfrist die klimaaktiv Kriterienkataloge aus dem Jahr 2017 angewendet werden.

Hinweis: Alle Wohngebäude, die nach dem Gebäudekatalog 2017 (OIB-Richtlinie 6, 2015) bereits auf der Plattform baubook angelegt sind, können dort weiterhin bearbeitet und abgeschlossen werden.

Für mehr Informationen dazu kontaktieren Sie bitte das klimaaktiv Programmanagement.

 

 

Der klimaaktiv Gebäudestandard in Förderung, Richtlinien und Vorgaben 

Der klimaaktiv Gebäudestandard zählt europaweit zu den erfolgreichsten Gütesiegeln für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Seit der Etablierung des Gebäudestandards wurden über 960 Gebäude (Stand Oktober 2020) nach diesen Qualitätskriterien geplant und errichtet. Der kontinuierliche und beeindruckende Zuwachs ist insofern bemerkenswert, weil der klimaaktiv Gebäudestandard europaweit als strengstes und anspruchsvollstes Bewertungssystem im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz gilt. Mit ein Grund für diesen Erfolg ist die Tatsache, dass immer mehr Förderungen, Richtlinien und Vorgaben des Bundes aber auch der Länder auf die Qualitätskriterien von klimaaktiv referenzieren. Im folgenden Überblick finden die aktuellen Förderung und Richtlinien bei denen der klimaaktiv Gebäudestandard als Qualitätszeichen für nachhaltige Gebäude implementiert ist:

Förderung „raus aus Öl und Sanierungsoffensive“

In der bundessweiten Sanierungsoffensive werden umfassende thermische Sanierungen im privaten und im mehrgeschossigen Wohnbau nach klimaaktiv Standard gefördert. Im mehrgeschossigen Wohnbau ist dabei der klimaaktiv Standard zu erreichen. Im privaten Wohnbau sind umfassende Sanierungen nach klimaaktiv-Standard bzw. gutem Standard sowie Teilsanierungen, die zu einer Reduktion des Heizwärmebedarfs um mind. 40% führen, förderungsfähig. Die Förderungsaktion wird jährlich angepasst

Mehr Informationen zu "raus aus Öl" sowie auch auf der Website umweltfoerderung.at

Kommunalinvestitionsgesetz 2020 (KIG 2020): klimaaktiv Silber

Im Gemeindekonjunkturprogramm (Kommunalinvestitionsgesetzt 2020) der Bundesregierung ist festgehalten, dass gemeindeeigene Gebäude im klimaaktiv Silber errichtet werden müssen. Mit dem Inkrafttreten des neuen Kommunalinvestitionsgesetzes 2020 (KIG 2020) gewährt der Bund den Gemeinden einen Zweckzuschuss für nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur und zur Steigerung der regionalen Wertschöpfung. In den Durchführungsbestimmungen heißt es unter Punkt 8. „Instandhaltung, Sanierung (einschließlich thermisch-energetische Sanierung sowie der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energieträger) und Errichtung von Gebäuden im Eigentum der Gemeinde, sofern diese nach klimaaktiv Silber-Standard errichtet werden.“

Nähere Informationen

BIG und ARE: klimaaktiv Silber als Standard für Neubauten und Sanierungen

Seit Jänner 2020 gibt es einen verpflichtenden nachhaltigen Mindeststandard für alle Neubauten und Generalsanierungen des BIG Konzerns. Das Holistic Building Program (HBP) geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und stellt sicher, dass alle Projekte der BIG und ihrer Tochter ARE mindestens dem klimaaktiv SILBER-Standard entsprechen müssen. Mit jährlich rund 25 Neubauten und Sanierungsprojekten und einem Auftragsvolumen von rund 380 Mio. Euro hat der BIG Konzern eine große Gestaltungschance. Durch die Umsetzung des Mindeststandards werden die CO2-Emissionswerte deutlich reduziert, klimaschädliche Baustoffe vermieden und der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen forciert.

Nähere Informationen

Schulentwicklungsprogramm 2020 (SCHEP 2020): klimaaktiv Silber

Mit dem Schulentwicklungsprogramm 2020 wurde dieser Mindeststandard auch in konkrete Zahlen gegossen. Die Bundesregierung investiert in den nächsten Jahren 2,4 Milliarden Euro in Österreichs Schulen. Österreichweit wird es damit rund 270 Bauprojekte an den Bundesschulen geben. Die Einhaltung der ökologischen Standards bei Neubauten und Sanierungen wird mit dem HBP Standard der BIG und damit mit dem klimaaktiv Gebäudestandard des BMK als Mindeststandards gewährleistet. Ziel ist das Erreichen von 750 klimaaktiv Punkten (Silber) von max. 1000 möglichen Punkten.

Nähere Informationen

Mustersanierung – erhöhte Förderung bei klimaaktiv Gold

Der Klima- und Energiefonds und das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) fördert jährlich im Rahmen der Mustersanierung umfassende Sanierungsprojekte von betrieblich genutzten oder öffentlichen Gebäuden. Gefördert werden Maßnahmen zur Verbesserung des Wärmeschutzes sowie zur Anwendung erneuerbarer Energieträger und zur Steigerung der Energieeffizienz. Für Gebäude, die dem klimaaktiv Gold Standard entsprechen, wird ein Zuschlag von 5 % der förderbaren Kosten gewährt.

Nähere Informationen

Aktionsplan nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe): klimaaktiv Silber für Hochbaukriterien

Im Aktionsplan nachhaltige öffentliche Beschaffung (naBe) 2020 wird die Erreichung des klimaaktiv Silber Standards als Voraussetzung für Hochbauprojekt gefordert. Bis dato war im naBe der Verweis auf klimaaktiv Basis verankert. (noch nicht veröffentlicht)

Umweltzeichen 49 – Nachhaltige Finanzprodukte. Klimaaktiv als Basis für Immobilien in Fonds

Für Immobilienfonds, die mit dem Umweltzeichen 49 – Nachhaltige Finanzprodukte ausgezeichnet werden, gilt die Vorgabe, dass die betreffenden Immobilien die Basiskriterien (klimaaktiv Bronze) des klimaaktiv Gebäudestandard einhalten müssen. Für noch nicht sanierte Gebäude (Bestandsgebäude) muss ein Sanierungsfahrplan erstellt werden.

Nähere Informationen

klimaaktiv als Kriterium in Wohnbauförderungen ausgewählter Länder

In den Wohnbauförderungen (WBF) Tirol, Kärnten und Steiermark gibt es entweder die höchste Förderstufe oder einen Bonus beim Erreichen des klimaaktiv Standards. In andere Bundesländern sind einzelne Kriterien der Wohnbauförderung mit den klimaaktiv Kriterien kompatibel.

TOP-Tourismusförderung für Hotelgebäude durch die ÖHT

In der TOP-Tourismusförderung der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) ist die Erreichung des klimaaktiv Silber Standards für Hotelgebäude verankert.

Nähere Informationen

Gemeinden und Bauträger verpflichten sich für klimaaktiv

Sowohl kleinere Gemeinden als auch Städte arbeiten bereits seit mehreren Jahren eng mit den klimaaktiv Regionalpartnern in den Bundesländern zusammen. Ca. 16 Gemeinden und Städte haben bereits per Gemeinderatsbeschluss festgelegt,  den klimaaktiv Gebäudestandard bei ihren Gebäuden anzuwenden (z.B. über Gemeinderatsbeschluss)

Nähere Informationen:

Gemeinden gehen mit gutem Beispiel voran

Klosterneuburg strebt nach klimaaktiv Gold

Darüber hinaus haben sich mehrere Bauträger dazu verpflichtet, ihre Gebäude ausschließlich in klimaaktiv zu bauen und zu sanieren.

Der klimaaktiv Gebäudestandard - für alle zugänglich

Der klimaaktiv Gebäudestandard ist nach dem Open Source Prinzip für alle Interessierten, für jede Gebäudekategorie, frei und kostenlos verfügbar. Da Qualitäten und Mindestanforderungen exakt definiert sind und jedes klimaaktiv Gebäude mit den wesentlichen Kennwerten veröffentlicht wird, wird maximale Transparenz erreicht. Immobilienbetreiber und Bauträger, aber auch Gemeinden und Städte, können bei ihren Bauvorhaben mit dem offen zugänglichen System schon in der Ausschreibungsphase und Vergabe die gewünschte Qualität einfordern.

 

 

Veröffentlicht am 06.05.2020