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Netzoptimiert und erneuerbar in die Zukunft

Photovoltaik und Carsharing für mehr Regionalität

Lukas S. zeigt, wie nachhaltige Entscheidungen im Alltag wirken: Vom gebrauchten E-Auto bis zur eigenen PV-Anlage – bewusst regional, effizient und zukunftsorientiert.

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klimaaktiv hat Menschen aus der Community eingeladen, ihre persönlichen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Alltag zu teilen. Im Mittelpunkt stehen echte Beispiele aus dem Privatbereich, die zeigen, wie Klimaschutz zu Hause umgesetzt werden kann. 

Lukas S. hat vor acht Jahren ein E-Auto gebraucht gekauft und es privat zum Charsharing zur Verfügung gestellt. Seitdem gibt er keinen Cent mehr für Öl und Gas aus und spart sich enorme Energiekosten. Er erzählt, welche Vorteile das mit sich bringt und was seine Motivation dafür ist.

Kurzbeschreibung des Projekts:

  • Wohnung in Oberösterreich
  • Photovoltaik-Anlage mit 8 kWp und Wallbox aus regionalen Komponenten
  • Netzoptimiertes und energiesparendes Verhalten mit variablem Stromtarif
  • Eigenes Carsharing initiiert  

 

Was haben Sie im Detail gemacht? 

Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht nur, meinen eigenen Energieverbrauch zu optimieren, sondern auch Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Deshalb habe ich mich bewusst für ein gebrauchtes E-Auto aus Europa entschieden, das ich im Rahmen eines privaten Carsharings zur Verfügung stelle. Die Ladung erfolgt über eine netzoptimierte Ladestation mit variablen Stromtarifen, die in Österreich produziert wurde. Besonders wichtig war mir dabei, dass die Technik nicht nur nachhaltig, sondern auch regional und qualitativ hochwertig ist.

Auch bei der Wahl meiner Wohnung spielte Nachhaltigkeit eine große Rolle. In der Planung war bereits eine Wallbox/Ladestation vorgesehen – für mich ein entscheidendes Kriterium. Als mich der Vermieter nach meiner bevorzugten Ladestation fragte, habe ich mich für eine in Österreich hergestellte entschieden. Diese bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ermöglicht netzdienliches sowie eigenverbrauchsoptimiertes Laden. Je nach Nutzung lade ich mein Auto null bis drei Mal pro Woche und fahre etwa 10.000 km pro Jahr. Das Carsharing organisiere ich über die Plattform GoMore, wobei ich die Schlüsselübergabe bewusst persönlich mache. So kann ich vorab sehen, wem ich mein Auto überlasse. 

Neben der nachhaltigen Mobilität war auch die Investition in Photovoltaikanlagen ein wichtiger Schritt. Ich habe in mehrere PV-Anlagen investiert, wobei ich großen Wert auf österreichische und europäische Module, Wechselrichter, Kabel und Montagesysteme gelegt habe. Besonders wichtig war mir die Auswahl der Wechselrichter, da sie die Schnittstelle zur Stromnetz-Infrastruktur bilden. 

Meine eigenen PV-Projekte umfassen eine 8 kWp-Anlage als Teil meiner Wohnung und eine 19 kWp-Anlage auf dem Elternhaus. Die Auswahl der Komponenten habe ich gemeinsam mit dem Lieferanten getroffen, um eine optimale Lösung zu finden. Ein effizienter Energieeinsatz hört für mich aber nicht bei der Stromerzeugung auf. Daher habe ich mich auch für eine moderne Wärmepumpe zum Heizen entschieden.

Wer oder was hat Sie motiviert?

Mein Antrieb war eine Kombination aus ethischer und regionaler Verantwortung sowie wirtschaftlicher Vernunft. Klimaschutz liegt mir am Herzen, ich möchte meinen CO₂-Fußabdruck reduzieren und aktiv dazu beitragen, unsere Umwelt für zukünftige Generationen zu bewahren. Gleichzeitig ist es mir wichtig, keine Kriege durch den Kauf von Öl und Gas mitzufinanzieren. Deshalb setze ich bewusst auf erneuerbare Energien und regionale Wertschöpfung, indem ich österreichische und europäische Produkte bevorzuge.

„Wenn ich das kann, können das die meisten anderen Leute auch. Falls mein Klimaschutz-Beitrag als Inspiration anderer dient, dann freut mich das sehr.”

Highlights und Erfolgserlebnisse: 

Der größte Erfolg ist die finanzielle Ersparnis. Gerade mit gebrauchten E-Autos und der Nutzung von variablen Stromtarifen kann ich nicht nur Kosten senken, sondern auch das Stromnetz aktiv unterstützen. Variable Strompreise bieten mir die Möglichkeit, stromnetzfreundlich zu laden und gleichzeitig finanzielle Anreize für intelligentes Verbrauchsverhalten zu nutzen.Ich nutze regelmäßig awattar.at, um die aktuellen Strompreise einzusehen, ab 14:00 Uhr sind dort die Tarife für den nächsten Tag verfügbar. Wenn es einfach möglich ist, optimiere ich mein Verbrauchsverhalten manuell. Viele Prozesse laufen aber auch automatisiert, zum Beispiel über den Fronius Wattpilot, der sich an die günstigsten Zeiten anpasst. In meinem E-Auto habe ich die Funktion „Laden zu bevorzugten Zeiten“ eingestellt. Im Winter bedeutet das für mich konkret, dass mein Auto zwischen 2 und 4 Uhr nachts lädt, da dann vermehrt günstiger Wind- und Wasserkraftstrom zur Verfügung steht.Diese Kombination aus ethischer Verantwortung, regionaler Unterstützung und wirtschaftlicher Intelligenz zeigt mir täglich, dass nachhaltiges Handeln nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für den eigenen Geldbeutel ist.

Wie lange dauerte die Umsetzung des Projektes?

Seit 8 Jahren gebe ich keinen Cent mehr für Öl oder Gas aus

Welche Vorteile brachte das Projekt mit sich?

Dank meiner halbautomatischen, zeitlich optimierten Ladestrategie kann ich meine Stromkosten deutlich senken. Über die Funktion „Laden zu bevorzugten Zeiten“ im Display steuere ich den Ladevorgang so, dass mein Auto genau dann Strom zieht, wenn die Preise am niedrigsten sind. Das macht das Laden nicht nur günstiger, sondern unterstützt gleichzeitig die Netzstabilität und die Nutzung erneuerbarer Energien.

Ein weiterer großer Vorteil meines Ansatzes ist die regionale Wertschöpfung. Da ich nahezu ausschließlich Technik aus Österreich und der EU nutze, bleibt das investierte Geld in der Region und trägt nachhaltig zur Absicherung der Arbeitsplätze bei. Jede Entscheidung, die ich in diesem Bereich treffe, sorgt dafür, dass mein Geld direkt in erneuerbare Energien fließt – anstatt in fossile Brennstoffe oder unsichere Energieimporte.

Welche besonderen Herausforderungen traten auf und wie haben Sie diese gemeistert?

Die Suche nach regionalen beziehungsweise europäisch gefertigten Gerätschaften und Gerätekomponenten ist zwar etwas aufwendiger, aber dabei handelt es sich um einen sinnstiftenden Zeitvertreib. 

Wie hoch waren die Gesamtkosten?

Bei der Entscheidung für ein Elektroauto spielte für mich nicht nur der Preis und die Effizienz eine Rolle, sondern auch die Alltagstauglichkeit für möglichst viele Menschen. Da ich mein Fahrzeug im privaten Carsharing über GoMore anbiete, musste es ein günstiges, effizientes und gleichzeitig mainstreamfähiges europäisches Modell sein. Mein erstes E-Auto (Renault ZOE) habe ich vor circa 8 Jahren gebraucht um 9.000 € gekauft. Darauf folgte 2023 ein gebrauchter vollelektrischer VW ID3 um circa 20.000 Euro.

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