Höllentalangerhütte

Schutzhütte
Grainau/Deutschland

Die Höllentalangerhütte ist eine Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins. Sie ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Tagestouristen sowie DER Übernachtungs- und Tourenstützpunkt für die Besteigung der Zugspitze über den Höllentalferner. Die Hütte ist witterungsbedingt nur von Mai bis Oktober geöffnet. Rund 2 Stunden Fußmarsch oberhalb von Grainau/Garmisch-Partenkirchen gelegen, muss an dieser Insellage die komplette Ver- und Entsorgung der Hütte über autarke Ver- und Entsorgungssystem für Wassergewinnung und -aufbereitung, Abwasserbehandlung und Energiegewinnung erfolgen.

Beschreibung des Klimaschutz- und Nachhaltigkeitskonzepts

Neben der Kombination lokaler, natürlich nachwachsender Rohstoffe für die Erstellung der Gebäudehülle, wie auch Einrichtung und Ausstattung der Hütte war der zentrale Ansatzpunkt für eine nachhaltig umweltschonende Betriebsführung der Hütte der Austausch der alten Dieselaggregate durch ein modernes Wasserkraftwerk. In enger Koordination mit den lokalen Naturschutzbehörden geplant und errichtet, spart die Hütte heute im Vergleich zur alten, deutlich kleineren Hütte Jahr für Jahr ein Äquivalent von 22.000 - 27.000 Liter Diesel für die Stromproduktion ein - und das in der vergleichsweise kurzen Betriebszeit von gerade einmal 6 Monaten. Beim Bau der Wasserkraftanlage wurde größtmögliche Rücksicht auf Natur, Umwelt und Fließgewässer genommen. Über vielfältige Infotafeln beim Aufstieg zur Hütte aber auch in der Hütte selbst, werden Besuchern die Zusammenhänge und Wirkmechanismen von umweltfreundlicher Energiegewinnung wie auch umwelt- und naturschutzorientierter Betriebsführung vermittelt.

Maßnahmen

Verwendung ökologischer Baumaterialien

  • Holzwände ergänzt um 20 cm Holzfaserdämmung und Holzdecken ergänzt um 20 cm Holzfaserdämmung, Holzschindeln, Holzfensterrahmen aus der Umgebung, Bodenbeläge: Eichendielen aus der Umgebung, ausschließlich lösemittelfreie, Holzmöbel, umweltfreundliche Farben

Energieversorgung

  • Zentralheizung mit Strom aus dem eigenen Wasserkraftwerk

Effizienzmaßnahmen im Betrieb

  • Regelmäßige Aufzeichnung, Kontrolle und Analyse des Energieverbrauchs, Spitzenlastmanagement
  • Professionell begleitete Gestaltung der Beleuchtung mit Fokus auf die Energieeffizienz
  • Größtenteils Einsatz von LEDs, Bewegungs- und Präsenzsensoren, Helligkeitsabhängige Steuerung der Beleuchtung
  • regelmäßige Kontrolle der Kühlraumtemperatur
  • regelmäßige Überprüfung der Kühlraumdichtungen
  • regelmäßige Reinigung der Kondensatorlamellen
  • regelmäßige Überprüfung der Regelung einzelner Anlagen
  • Küchengeräte mindestens entsprechend der Energieeffizienzklasse A+++, A++ der A+
  • Bürgeräte konform mit Energy Star
  • Einbindung der Gäste in Energieeffizienzthemen

Lebensmittelverwendung

  • bevorzugte Verwendung von regionalen Lebensmitteln
  • Aufmerksamkeit für sparsame Verpackung
  • nach Möglichkeit Verzicht auf Einwegverpackungen von Lebensmitteln
  • Abfallvermeidung, speziell von Lebensmitteln

Weitere Maßnahmen

  • Recycling von z.B. Speiseresten, Kompost, Altöl, Glas, PET, Alu- und Blechdosen etc.
  • Abfalltrennung
  • Öklogische Reinigungsmittel, recyclebares Toilettenpapier etc.
  • komplette Ausstattung an Putz-, Wasch- und Reinigungsmitteln ausschließlich auf umweltfreundlichem, biologisch abbaubaren Standard

Ergebnis

Stromverbrauch: 140.000 kWh (inkl. Strom für Wärmebereitstellung), jeweils Mai – Oktober, Mittelwert der letzten 2 Jahre

Veröffentlicht am 14.05.2019

Kontakt

Hölltentalangerhütte Webseite