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Eigenverbrauch optimieren und sparen

PV trifft E-Mobilität

Das Praxisbeispiel zeigt: Eigene Energie tanken, statt teuren Strom kaufen. Florian S. erzählt uns, wie aus zwei Technologien ein stimmiges Gesamtkonzept wird – effizient, nachhaltig und kostensparend.

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klimaaktiv hat Menschen aus der Community eingeladen, ihre persönlichen Klimaschutzmaßnahmen aus dem Alltag zu teilen. Im Mittelpunkt stehen echte Beispiele aus dem Privatbereich, die zeigen, wie Klimaschutz zu Hause umgesetzt werden kann. 

Florian S. erzählt uns, wie er den Wechsel vom Diesel-Pkw zum E-Auto und KlimaTicket gemeistert hat – und dafür den benötigten Strom direkt auf seinem eigenen Dach erzeugt.

Kurzbeschreibung des Projekts:

  • Einfamilienhaus mit vier Personen in Oberösterreich
  • PV-Anlage mit 20 kWp
  • Optimierung des Eigenverbrauchs durch das Laden des E-Autos
  • Kombination aus Aktiver Mobilität, öffentlichem Verkehr und E-Auto

 

Was haben Sie im Detail gemacht? 

Wir haben uns bewusst für eine nachhaltigere Lebensweise entschieden und dabei Schritt für Schritt Veränderungen umgesetzt:

  1. Photovoltaikanlage installiert
    Unser erster großer Schritt war die Anschaffung einer PV-Anlage mit 20 kWp. Davon sind 15 kWp auf dem Dach in südöstlicher Richtung installiert, um die maximale Sonneneinstrahlung tagsüber zu nutzen. Weitere 5 kWp befinden sich an der Fassade in südwestlicher Ausrichtung, um besonders die Abend- und Wintersonne bestmöglich zu nutzen.
  2. Umstieg auf Elektromobilität
    Der nächste Schritt war, unseren Diesel-Pkw durch ein Elektroauto zu ersetzen. So reduzieren wir unseren CO₂-Ausstoß erheblich und nutzen gleichzeitig den selbst erzeugten Solarstrom für unsere Mobilität.

Wann immer es möglich ist, nutze ich das KlimaTicket und fahre einen Großteil der Strecke mit der Bahn. Da mein Arbeitszeitmodell leider nicht besonders flexibel ist, lässt sich das nicht immer umsetzen. Für die restlichen 20 Kilometer kombiniere ich Fahrrad und Elektroauto: Die ersten 8 Kilometer bis zum Bahnhof lege ich mit dem Auto zurück, anschließend geht es mit der Bahn weiter. Vom Zielbahnhof bis zur Arbeitsstelle sind es noch 2 Kilometer, die ich mit einem 25 Jahre alten, aber zuverlässigen Fahrrad zurücklege.

Unser E-Auto laden wir in der Regel zu Hause, möglichst mit selbst erzeugtem Solarstrom. Dafür haben wir zwei Optionen:

  • Über die Steckdose mit 2 kW
  • Über die Wallbox mit bis zu 11 kW

Wie oft wir laden, hängt von unserer Nutzung ab. Die realistische Reichweite des Autos beträgt etwa 300 km, was für uns bedeutet, dass wir es zwei- bis dreimal pro Woche aufladen.

Unsere Wallbox war ein Geschenk des Autohauses. Alternativ kostet eine einfache Ladestation etwa 450 Euro, während intelligente Wallboxen, die mit der PV-Anlage kommunizieren, zwischen 800 Euro und 900 Euro liegen. Diese smarte Lösung sorgt dafür, dass der Produktionsüberschuss direkt ins Auto geladen wird.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein E-Auto immer vollgeladen werden muss. Tatsächlich haben moderne Batterien eine enorme Lebensdauer:

  • Unser Modell ist auf 28.000 Ladezyklen ausgelegt. Bei täglichem Laden entspricht das sage und schreibe 76 Jahren.
  • Andere Hersteller garantieren etwa 8.000 Ladezyklen, was immer noch 22 Jahren entspricht – länger als die meisten Autos überhaupt genutzt werden.

Wer oder was hat sie motiviert?

Der Klimawandel und die steigenden Treibstoffpreise.

„Kleiner Aufwand − große Wirkung. Jede Person, die sich über Einspeistarife ärgert, sollte dies in Betracht ziehen.“”

Highlights und Erfolgserlebnisse:

Durch meine Arbeitszeiten kann ich mein E-Auto in der Regel zweimal pro Woche mit selbst erzeugtem Solarstrom laden. Zusätzlich lade ich es etwa alle zwei Wochen einmal über Nacht mit Netzstrom. Diese Kombination ermöglicht es mir, einen Großteil meiner Fahrten klimafreundlich und kosteneffizient zu gestalten.

Ein Blick auf die Einsparungen zeigt, wie sehr sich diese Umstellung lohnt:

  • Treibstoffkostenersparnis von April 2024 bis Dezember 2024: beeindruckende 1.500 Euro
  • Reduzierung der Stromkosten im Haushalt um 60 %, dank der optimalen Nutzung unserer PV-Anlage.

Wie lange dauerte das Projekt?

Die Planung und Umsetzung beanspruchten ungefähr 3 Monate.

Welche Vorteile brachte das Projekt mit sich?

Die optimale Nutzung der Sonnenenergie ermöglicht es uns, einen Großteil unseres Energiebedarfs selbst zu decken – sei es für den Haushalt oder die Mobilität.

Durch die geringeren Stromkosten und den Wegfall der hohen Treibstoffausgaben sparen wir erheblich an monatlichen Fixkosten. Gleichzeitig gewinnen wir mehr Unabhängigkeit, da wir weniger von steigenden Energiepreisen und fossilen Brennstoffen abhängig sind.

Welche besonderen Herausforderungen traten auf und wie haben Sie diese gemeistert?

Keine - sollte für alle Hausbesitzer:innen machbar sein. 

Wie hoch waren die Gesamtkosten, und wurden Förderungen beansprucht?

Auto und PV kosteten ungefähr 65.000 Euro abzüglich 10.000 Euro Förderung.

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