Mobilitätsmanagement im Wohnbau
Ladeinfrastruktur im Wohnbau: Zukunftsorientierte Ladelösung im Grazer Brauquartier
Das Grazer Brauquartier zeigt, wie Ladeinfrastruktur in Wohnanlagen bedarfsgerecht umgesetzt werden kann. Die Energie Steiermark übernimmt Planung, Errichtung, Lastmanagement, Wartung und automatisierte Abrechnung. So können Bewohner:innen ihr Elektroauto unkompliziert am eigenen Stellplatz laden.
Ladeinfrastruktur im Wohnbau
Im Wohnbauprojekt Brauquartier in Graz wird schrittweise Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge errichtet. Ziel des Projekts ist es, Bewohner:innen das Laden von Elektroautos am eigenen Stellplatz zu ermöglichen und damit eine alltagstaugliche Alternative zum öffentlichen Laden zu schaffen.
Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung zwischen der Energie Steiermark und der zuständigen Hausverwaltung beziehungsweise dem zuständigen Wohnbauträger. Die Ladeinfrastruktur wird bedarfsgerecht erweitert: Wenn Bewohner:innen Interesse an einem Ladepunkt haben, kann die Tiefgarage entsprechend nachgerüstet werden. Aktuell nutzen 23 Bewohner:innen das Angebot.
„Das Betreibermodell ist eine zukunftsorientierte Lösung für Personen in Mehrparteienhäusern. Bei der Umsetzung erfolgt alles aus einer Hand und es ist für den Endnutzer eine nachhaltige und unkomplizierte Alternative zum öffentlichen Laden. Zusätzlich ist auch der Mehrwert für Hausverwaltungen/Wohnbauträger gegeben, da eine sorgenlose Abwicklung über die Energie Steiermark erfolgt.”
Umsetzung und Betrieb
Im Rahmen des Projekts übernimmt die Energie Steiermark die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme und den laufenden Betrieb der Ladeinfrastruktur. Dazu zählen auch Wartung, Lastmanagement und die automatisierte Abrechnung der Ladevorgänge. Für die Hausverwaltung reduziert dieses Modell den organisatorischen Aufwand, da technische und administrative Aufgaben zentral abgewickelt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil ist das intelligente Lastmanagement. Es soll sicherstellen, dass die verfügbare Anschlussleistung effizient genutzt wird und mehrere Ladepunkte in der Wohnanlage gleichzeitig betrieben werden können. Die Ladeinfrastruktur kann dadurch schrittweise ausgebaut werden, ohne dass alle Stellplätze von Beginn an ausgestattet werden müssen.
Mehrwert für Wohnanlagen und Nutzer:innen
Das Projekt zeigt, dass Ladeinfrastruktur nicht nur bei Neubauprojekten, sondern auch nachträglich in bestehenden Wohnanlagen umgesetzt werden kann. Für Bewohner:innen entsteht die Möglichkeit, das Elektroauto direkt am eigenen Stellplatz zu laden. Gleichzeitig entstehen für Personen ohne Interesse an einem Ladepunkt keine verpflichtenden Kosten für eine Wallbox an.
Aus Sicht der Projektbeteiligten kann eine solche Lösung auch zur Aufwertung einer Wohnanlage beitragen, da E-Mobilität zunehmend als wichtiger Bestandteil moderner Wohngebäude angesehen wird.
Herausforderungen und Erfahrungen
Während der Umsetzung stellten rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen, wie Umlaufbeschlüsse bei unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen, eine Herausforderung dar. Laut Projektteam war eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten entscheidend, um Zustimmung herzustellen und offene Fragen zu klären.
Das Beispiel Brauquartier macht deutlich: Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern ist umsetzbar, wenn technische Planung, rechtlicher Rahmen und Kommunikation frühzeitig zusammengedacht werden.
„Die Lade-Komplettlösung der Energie Steiermark wird von unseren interessierten Bewohnern sehr gut angenommen, weshalb wir uns für diese zukunftsorientierte Kooperation in Bezug auf E-Mobilität entschieden haben.”
Empfehlungen für andere Unternehmen und Wohnbauträger
Unternehmen, Wohnbauträger und Hausverwaltungen, die Ladeinfrastruktur in Wohnanlagen umsetzen möchten, sollten den tatsächlichen Bedarf frühzeitig ermitteln und ein Modell wählen, das eine spätere Erweiterung ermöglicht. Sinnvoll ist außerdem, rechtliche Fragen, wie Beschlussfassungen, Zuständigkeiten und Kostenverteilung, möglichst früh zu klären.
Für eine erfolgreiche Umsetzung empfiehlt sich ein klarer Kommunikationsprozess gegenüber Eigentümer:innen, Bewohner:innen und Nutzer:innen. Gerade in Bestandsgebäuden kann Transparenz dazu beitragen, Vorbehalte abzubauen und tragfähige Lösungen zu entwickeln.