Quartierslösung
Kalte Nahwärme für Fürstenbrunn
Für die Entwicklung des Baulandsicherungsmodells Fürstenbrunn nahm die Gemeinde Grödig die nicht unambitionierte Rolle des Projektentwicklers ein. Belohnt wurde diese Arbeit mit der Erreichung der selbstgesteckten Ziele der Gemeinde: Schaffung von leistbarem und flächensparendem Wohnraum und die Umsetzung einer zentralen, nachhaltigen Energieversorgung im Quartier.
Eine Vorzeigegemeinde geht neue Wege in der Energieversorgung
Die Marktgemeinde Grödig setzt als e5-Gemeinde ein klares Zeichen für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Energiepolitik. Ziel ist es, den Energieverbrauch im Gemeindegebiet zu reduzieren, den Einsatz regionaler erneuerbarer Energieträger zu erhöhen und klimafreundliche Mobilität zu fördern. Damit soll langfristig die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger gesichert werden.
Auch für das Projektgebiet „Esterergründe“ im Ortsteil Fürstenbrunn wurden konkrete Maßnahmen zur Erreichung dieser Energie- und Klimaschutzziele entwickelt. Grundlage dafür bildete eine umfassende Energieraumanalyse, in der unterschiedliche Varianten der Wärmeversorgung untersucht wurden. Dabei wurden unter anderem der Energiebedarf, die Netztauglichkeit sowie Potenziale aus Solarenergie, Biomasse und verschiedenen Wärmepumpensystemen analysiert. Neben den technischen Möglichkeiten wurden auch ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen bewertet.
Kalte Nahwärme als beste Lösung
Auf Basis dieser Untersuchungen startete die Gemeinde eine Interessensabfrage für die Errichtung und den Betrieb der zukünftigen Wärmeversorgung. Im Mittelpunkt standen hohe Umweltstandards, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie eine sichere und effiziente Energieversorgung.
Als Ergebnis wurde ein innovatives Konzept umgesetzt: Eine gemeinsame Brunnenanlage versorgt die Gebäude mit Grundwasser bzw. Sole. Die einzelnen Gebäude nutzen diese Energiequelle über eigene Wärmepumpen zur Heiz- und Warmwasserversorgung. Dieses System der „kalten Fernwärme“ bietet eine besonders effiziente, leise und nachhaltige Lösung für moderne Wohngebiete und reduziert gleichzeitig Energieverluste im Netz. Dezentrale Wärmepumpen in den einzelnen Gebäuden heben die Temperatur des kalten Netzes auf ein für Beheizung nutzbares Niveau. Durch die gemeinsame Nutzung der Brunnen – statt einzelnen Bohrungen für jedes Haus – wurden Kosten gespart. Dies unterstützt das Ziel der Gemeinde, leistbaren Wohnraum zu schaffen und ermöglicht den Bewohner:innen klimafreundliches und komfortables Wohnen.