via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
E-Mobilität (viadonau)
Ausgezeichneter Meilenstein 2026
Über das Unternehmen
viadonau ist Infrastrukturbetreiber der Österreichischen Wasserstraße. Mit dem Fachwissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Infrastrukturmanagement, Schifffahrt und Logistik sowie für elektronische Informations- und Navigationssysteme, Hochwasserschutz und ökologischen Wasserbau ist das Unternehmen Dienstleister für die öffentliche Hand, Wirtschaftstreibende, Erholungssuchende und Anrainer:innen entlang der Donau. Im Zentrum der Unternehmenstätigkeiten steht neben dem Infrastrukturbetrieb die nachhaltige Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsraums Donau: Ökologie, Hochwasserschutz und Wirtschaft werden sich dabei als miteinander kommunizierende Systeme verstanden.
Auf Basis der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für die nachhaltige Entwicklung für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand setzt viadonau – Österreichische Wasserstraßen- Gesellschaft mbH insbesondere Maßnahmen der österreichischen Umwelt- und Energiestrategiemittelfristig um. viadonau strebt dabei an, bis 2030 ein bilanziell energieautarkes Unternehmen mit einem reduzierten ökologischen Fußabdruck zu sein. Dafür sind in einem Maßnahmenprogramm umfassende Energiereduktionen in den Bereichen Mobilität, Heizung und Strom sowie die Steigerung der Energieerzeugung, mittels unter anderem Photovoltaikanlagen, geplant. Wesentlich ist der Ausstieg aus fossilen Energieträgern durch Umstellung auf erneuerbare Heizsysteme und Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität und alternative Kraftstoffe.
Seit 2009 werden auf Basis des etablierten viadonau-IMS (integriertes Managementsystem für Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz) laufend Maßnahmen zur Steigerung der Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit in allen betrieblichen Prozessen evaluiert und umgesetzt. 2019 erfolgte eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie zur Installation von Photovoltaik-Aufdachanlagen an viadonau-Standorten. 2020 wurde auf das IMS aufbauend ein Energieeffizienzkonzept als erste Planungsgrundlage entwickelt. Im Jahr 2022 wurden signifikante viadonau-Prozesse analysiert, eine Zieldefinition im Sinne der Energieautarkie bis 2030 und messbare Systemgrenzen festgelegt. Weiters wurde ein Maßnahmenprogramm 2030 erarbeitet. Zudem hat viadonau ein Energieautarkie-Team aus unterschiedlichen Fachbereichen installiert. Die Steuerungsgruppe umfasst unter anderem energiebereichsverantwortliche Personen für die Themen Mobilität, Heizung, Strom sowie Energieerzeugung. Mitarbeiter:innen sind über eine Mitarbeiter:innenbeteiligung eingeladen, Ideen zur Effizienzsteigerung und Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks einzubringen. Seit dem Jahr 2019 wurden bereits mehr als 1 Million kWh sowie mehr als 400 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Dazu zählten Sanierungsmaßnahmen einer betriebseigenen Halle am Standort Bad Deutsch-Altenburg, die Adaptierung der Reiserichtlinie in Hinblick auf Verkehrsmittelwahl und Nutzung von Firmen-Kraftfahrzeugen, die Beschaffung eines energieeffizienten Schubschiffs, die gezielte Einsatzsteuerung der viadonau-Schiffe und die Reduktion der Kontrollfahrten im Rahmen der Wasserstraßenerhaltung (Naufahrtszyklen), Maßnahmen zur Optimierung der Heizungssteuerung in viadonau-Gebäuden, die Minimierung der Stand-by-Verbräuche von Elektrogeräten und der Umstieg auf E-Mobilität, die Errichtung von E-Ladestellen und die Installation von PV-Aufdachanlagen inklusive Stromspeicher, die Entwicklung eines Energiemanagementsystems zur intelligenten Stromverwertung sowie die Planung von Energiegemeinschaften.
viadonau hat sich bis 2030 zum Ziel gesetzt, bilanziell und unternehmensweit energieautark zu sein und den jährlichen CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren (Einsparung von circa 1.500 MWh/a Energie, Erzeugung von circa 2.500 MWh/a Energie, Einsparung von 660 Tonnen CO2-Äquivalenten). Bis Ende 2025 wurden bereits mehr als 1.000 MWh Energie sowie mehr als 400 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart.
Ausgezeichneter Meilenstein 2026
E-Mobilität
Vor Umsetzung der Maßnahme
Vor Umsetzung der standortübergreifenden Ladeinfrastruktur verfügte viadonau bereits über erste Erfahrungen im Bereich Elektromobilität. Das erste Elektrofahrzeug wurde 2019 in Betrieb genommen. In den darauffolgenden Jahren wurden an einzelnen Standorten erste Ladepunkte beziehungsweise Wallboxen installiert, um den Betrieb einzelner E-Fahrzeuge zu ermöglichen. Dabei handelte es sich jedoch überwiegend um isolierte Einzellösungen ohne einheitliche technische oder organisatorische Standards. Die bestehende Ladeinfrastruktur war heterogen aufgebaut und primär auf den unmittelbaren Bedarf einzelner Fahrzeuge oder Standorte ausgelegt. Teilweise waren bereits AC-Wallboxen vorhanden, jedoch ohne durchgängiges Konzept für Lastmanagement, Monitoring, Abrechnung oder Nutzerverwaltung. Auch eine standardisierte Einbindung von PV-Anlagen war nicht vorgesehen. Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Fuhrparks entstand ein wachsender Bedarf an einer standortübergreifenden Planung und Vereinheitlichung der Ladeinfrastruktur. Vor Projektbeginn existierte kein einheitliches viadonau-weites Lade- und Betriebskonzept hinsichtlich technischer Ausstattung, Zugangsregelung, Verrechnung, Betriebsführung oder Skalierung. Prozesse für Mitarbeitende, Gäste, Poolfahrzeuge oder Dienstfahrzeuge waren nicht standardisiert. Gleichzeitig zeigte die Bedarfsanalyse bereits zu Projektbeginn einen steigenden Ladebedarf an mehreren viadonau Standorten wie Wien, Krems, Aschach, Angern oder Bad Deutsch-Altenburg. Dadurch wurde die Entwicklung eines zentralen und zukunftsfähigen Ladeinfrastrukturkonzepts notwendig.
Nach Umsetzung der Maßnahme
Es wurde in den Aufbau und die Erweiterung einer standortübergreifenden Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge investiert. Dies umfasst AC- und DC-Ladepunkte an mehreren Betriebsstandorten sowie die Einführung eines dynamischen, herstellerunabhängigen Lastmanagementsystems (DLM). Ergänzt wird die Maßnahme durch ein zentrales Backend- und Betriebsführungssystem (CPO-Modell)zur Steuerung, Überwachung und Abrechnung der Ladevorgänge. Neu ist ein integriertes Gesamtsystem, das alle Ladepunkte vernetzt, Lasten dynamisch verteilt und eine einheitliche, skalierbare Betriebsführung ermöglicht. Eine Effizienzsteigerung wird klar erreicht, da die vorhandene Netzanschlussleistung deutlich besser ausgenutzt wird. Durch das dynamische Lastmanagement kann die benötigte zusätzliche Netzleistung von rund 1.439 kW auf circa 562 kW reduziert werden. Dadurch sinken die Kosten für Netzzutrittsentgelte erheblich. Gleichzeitig werden Ladezeiten und die Infrastruktur besser ausgelastet. CO2-Einsparungen ergeben sich indirekt durch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte, die Substitution fossiler Fahrten und die Möglichkeit, erneuerbaren Strom (zum Beispiel aus PV-Anlagen oder Strom gemäß Umweltzeichen UZ 46) effizient einzubinden. Insgesamt verbessert die Maßnahme sowohl die Wirtschaftlichkeit durch geringere Netzkosten und einen effizienteren Betrieb als auch die Nachhaltigkeit durch reduzierte Emissionen und höhere Energieeffizienz. Das effiziente Laden des viadonau-Fuhrparks (32 von 39 Pkws sind E-Pkws) ist nun an allen Standorten gewährleistet.
| Bereich | Ergebnisse |
|---|---|
Energieträger |
Diesel wird durch Strom ersetzt |
Energieeinsparung |
123.500 kWh/a |
Beratungsförderung |
Nein |
Umweltförderung Inland |
Nein |