© TVB Ausseerland Salzkammergut/Karl Grieshofer

Tourismus im Ausseerland: Natur bewahren und die Region stärken

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Das Ausseerland geht in der Tourismusentwicklung einen klaren zukunftsorientierten Weg. Gemeinden, der Tourismusverband, regionale Betriebe und weitere Akteur:innen arbeiten hier eng zusammen, um den Tourismus so zu gestalten, dass er zur Region passt und langfristig trägt. Im Zentrum stehen Kooperation, regionale Wertschöpfung und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur.

Tradition und moderne Mobilität verbinden

Im Ausseerland werden Tradition und Innovation nicht als Gegensätze verstanden, sondern bewusst verbunden, um Nachhaltigkeit zu schaffen. Ein besonders sichtbares Beispiel dafür findet sich in der e5-Gemeinde Bad Mitterndorf: Dort werden die Gelben Säcke für Kunststoff- und Leichtverpackungen mit einer Pferdekutsche eingesammelt. Seit 15 Jahren transportiert Landwirt Rudolf Seebacher die Müllsäcke mit seinen Pferden zur Sammelstelle. Für Gäste ist das nicht nur ein außergewöhnlicher Anblick, sondern auch ein Einblick in die Geschichte der Region.

„Für uns ist das Abholen der Müllsäcke mit den Pferden kein Rückschritt, sondern eine Rückbesinnung. Die Pferde sind da und bieten eine nachhaltige Alternative.”

Gleichzeitig setzt die Region auf moderne Mobilitätsangebote. Dank Bahnanschlüssen, Regiobussen und Shuttle-Diensten können Gäste bequem ohne Auto anreisen und vor Ort mobil bleiben. Davon profitieren nicht nur die Urlaubsgäste, sondern auch die Einheimischen. Über die LIMO-App lassen sich Fahrgemeinschaften organisieren und Bonuspunkte sammeln, die bei regionalen Betrieben eingelöst werden können. Informationsveranstaltungen helfen dabei, das Angebot generationenübergreifend nutzbar zu machen.

© TVB Ausseerland Salzkammergut/Jacqueline Korber

Moore als Klimaschützer erhalten

Wie eng Tourismus und Naturschutz im Ausseerland miteinander verbunden sind, zeigt sich auch bei den Moorlandschaften der Region. Rund 90 Moore prägen die besondere Landschaft und übernehmen wichtige Funktionen für Klima, Wasserhaushalt und Artenvielfalt. Sie speichern große Mengen CO2 und zählen damit zu den wirksamsten natürlichen Kohlenstoffspeichern überhaupt.

Gleichzeitig sind Moore empfindliche Ökosysteme. Werden sie entwässert oder abgebaut, gelangt das über lange Zeit gespeicherte CO2 wieder in die Atmosphäre. Der Schutz und die Wiederherstellung der Moore sind daher zentrale Aufgaben für die Region. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten die Österreichischen Bundesforste, der Naturschutzbund Steiermark und die Paris-Lodron-Universität Salzburg gemeinsam an Renaturierungs- und Forschungsprojekten.

„Saubere Luft, reine Gewässer und die intakte Natur sind Gründe, warum Menschen ins Ausseerland Salzkammergut reisen. Es ist im Interesse aller, auch der Gäste, diesen Lebensraum zu erhalten, den wir so sehr genießen.”

Dabei setzt die Region nicht nur auf Schutzmaßnahmen, sondern auch auf intelligente Nutzungskonzepte. So werden die Randbereiche der Moore im Herbst gemäht und das Schnittgut als Einstreu in der Landwirtschaft verwendet. Auf diese Weise entsteht ein Mehrwert für landwirtschaftliche Betriebe, während gleichzeitig die ökologisch notwendige Pflege der Flächen sichergestellt wird.

Die Bedeutung der Moore wird zudem für Gäste erlebbar gemacht. Rund um den Ödensee informiert ein Moorlehrpfad über die Besonderheiten dieses Lebensraums. Ein Steg über das Moorgebiet ermöglicht Einblicke in dieses faszinierende Ökosystem, ohne die sensible Natur zu beeinträchtigen, und macht Klimaschutz vor Ort sichtbar.

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Naturlehrpfad um den Ödensee

Nachhaltigkeit als gemeinsames Regionalprojekt

Die Beispiele zeigen, dass nachhaltiger Tourismus im Ausseerland nicht auf Einzelmaßnahmen beruht. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Gemeinden, Tourismusverband, Betrieben und Bevölkerung. Gemeinsam werden Mobilitätsangebote weiterentwickelt, regionale Wertschöpfung gestärkt und natürliche Lebensgrundlagen erhalten.

Als erste Tourismusregion der Steiermark mit dem Österreichischen Umweltzeichen hat das Ausseerland diesen Weg konsequent eingeschlagen. Für Gemeinden bietet die Region ein praxisnahes Beispiel dafür, wie Tourismusentwicklung, Klimaschutz und Lebensqualität gemeinsam gedacht werden können. So entstehen langfristige Vorteile für Gäste, Betriebe und die Bevölkerung gleichermaßen.

Erfolgsfaktoren für einen nachhaltige Tourismus

  • Nachhaltigkeit als Gemeinschaftsaufgabe organisieren: Erfolgreiche Maßnahmen entstehen dort, wo Gemeinden, Tourismusverband, Betriebe, Landwirtschaft und Bevölkerung an einem Strang ziehen.
  • Mobilität für Gäste und Einheimische gemeinsam denken: Angebote für klimafreundliche Mobilität schaffen einen Mehrwert für Gäste und verbessern gleichzeitig die Lebensqualität der Einwohner:innen.
  • Naturschutz als Standortfaktor verstehen: Eine intakte Natur ist nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch ein wesentlicher Grund für den Tourismus in der Region.
  • Synergien statt Nutzungskonflikte schaffen: Die Nutzung des Mähguts aus Moorflächen als Einstreu zeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft voneinander profitieren können und regionale Mehrwerte geschaffen werden.
  • Bewusstsein für Umweltschutz schaffen: Durch Lehrpfade, Führungen und Informationsangebote werden Gäste und Einheimische für Natur- und Klimaschutz sensibilisiert. Dadurch wird Nachhaltigkeit sichtbar und erlebbar.
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Louise Meister
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