WHO-Kalkulator für Gesundheitseffekte durch Radfahren

Der vorliegende Kalkulator soll Praktiker und Planer bei volkswirtschaftlichen Abschätzungen für Verkehrsprojekte unterstützen

Im Jahr 2008 wurde der Kalkulator  von der WHO (Weltgesundheitsorganisation)     unter dem Titel "Health econonic assessment tool for cycling (HEAT for Cycling)".

Mit dem Kalkulator können Abschätzungen des volkswirtschaftlichen Nutzens (je Radfahrer; je Radfahrt; und gesamter jährlicher Nutzen) basierend auf einer reduzierten Sterblichkeit durch eine Steigerung des Radverkehrsanteils erfolgen.


Die Ergebnisse der Kalkulation stellen einen bedeuteten Beitrag für Kosten-Nutzen-Analysen sowohl im Vorfeld der Errichtung und Erweiterung neuer Verkehrsinfrastrukturen (wie z.B. Radwege, Fahrradabstellplätze, etc.), als auch für die Abschätzung volkswirtschaftlicher Effekte der bestehenden Infrastruktur dar.
Eine weitere wichtige Entscheidungsgrundlage ist bei Investitionen die Berechnug des "Return on Investments" (des Gesundheitsnutzens durch die zusätzlichen RadfahrerInnen auf dem Radweg).

Hintergrund

Der Kakulator basiert auf Daten zum sogenannten "Relativen Risiko" (relative risk) der Copenhagen Center for Prospective Population Studien. Das Ergebnis dieser Langzeitstudie ist, dass das Risiko für eine Todesursache im Alter von 20-60 Jahren bei RadfahrerInnen um 28% geringer ist als bei Nicht-RadfahrerInnnen.
Die Studie berücksichtigt sowohl die üblichen sozioökonomischen Variablen (Alter, Geschlecht, Raucher, etc.) als auch die sportliche Bewegung in der Freizeit. Somit wurde der mögliche Ersatz von sportlicher Bewegung in der Freizeit durch Alltagsradfahren berücksichtigt.
Die vom Anwender eingegebenen Daten werden vom Kalkulator dazu verwendet, den Gesamtwert für eine Reduktion der volkswirtschaftlichen Kosten basierend auf der Reduktion aller Todesursachen unter diesen Radfahrern zu berechnen.
Diese Einschätzung basiert sowohl auf einer reduzierten Sterblichkeit über alle Todesursachen, als auch auf Einsparungen infloge jedes mit dem Rad zurückgelegten Kilometers oder je zurückgelegten Weg.

 
Ergebnisse für Österreich

Der Radverkehrsanteil in Österreich liegt derzeit bei 5% mit einer durchschnittlichen Fahrlänge von 2 km. Laut WHO Rechner rettet Radfahren in Österreich jedes Jahr 412 Leben. Der durchschnittliche Gesundheitsnutzen beläuft sich damit auf 405 Mio. Euro pro Jahr.
Mit dem Ziel von 10% Radverkehrsanteil verdoppelt sich auch der Nutzen, d.h. es entsteht ein durchschnittlicher Gesundheitsnutzen für Österreich von 810 Mio. Euro pro Jahr!

Veröffentlicht am 30.09.2016