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Umgestaltung öffentlichen Raums

Pop.up.Dorfplatz Hittisau - Ein Parkplatz wird zum temporären Lebensraum für alle

Wie lassen sich Ortszentren mit wenig Budget und großem Engagement neu beleben? Die Gemeinde Hittisau zeigt mit ihrem Pop.up.Dorfplatz, wie aus einer klassischen Parkfläche ein lebendiger Begegnungsraum für alle entstehen kann – temporär, kostengünstig und mit nachhaltiger Wirkung.

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Vom Parkplatz zum Treffpunkt

Ausgangspunkt des Projekts war ein rund 730 m² großer Dorfplatz im Zentrum von Hittisau, der ursprünglich als Parkplatz genutzt wurde. Trotz seiner zentralen Lage und hohen Frequentierung fehlte es an Aufenthaltsqualität. Die Idee: Den Platz für einige Monate im Jahr umzunutzen und das Potenzial der Fläche sichtbar zu machen. Unter dem Motto „Aus einem Parkplatz wird ein Lebensraum für alle“ wurde der Bereich von Anfang Juli bis Ende September neu gestaltet.

Das große Ziel war die Belebung des Ortszentrums, die Schaffung eines Begegnungsraums, die Bewusstseinsbildung für aktive und nachhaltige Mobilität sowie die Vorbereitung einer dauerhaften Begegnungszone mit Tempo 30.

© e5-Team Hittisau

Temporär, einfach und wirkungsvoll

Der Pop.up.Dorfplatz zeichnet sich durch eine niederschwellige Umsetzung aus. Mit einfachen Mitteln wie mobilen Bäumen, bepflanzten Kisten, Sitzgelegenheiten und einer Kiesfläche entstand ein offener Raum zum Verweilen, Spielen und Begegnen. Ein barrierefreier Zugang sowie Informationsangebote vor Ort sorgten zusätzlich dafür, dass der Platz für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich und verständlich wurde. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war die starke Einbindung der Gemeinde und engagierter Ehrenamtlicher. Durch die jährliche Wiederholung entwickelte sich das temporäre Projekt schrittweise weiter und diente gleichzeitig als Reallabor für eine dauerhafte Umgestaltung.

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„Wichtig ist, klein zu starten, den Mut zum Experiment – und auch zur Lücke – zu haben und durch Ausprobieren zu lernen.”

Erfolgsfaktoren für die Umsetzung

Der Erfolg des Pop.up.Dorfplatz Hittisau basiert auf mehreren zentralen Faktoren. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch der temporäre Charakter der Maßnahme: Er reduziert Vorbehalte, schafft Raum für Experimente und ermöglicht es, neue Ideen im öffentlichen Raum erlebbar zu machen. Statt theoretischer Planung steht die konkrete Nutzung im Vordergrund. Eine tragende Rolle spielt zudem das ehrenamtliche Engagement vor Ort. In Kombination mit Kooperationen mit lokalen Betrieben können Ressourcen effizient genutzt und Kosten gering gehalten werden. Die zentrale Lage des Platzes mit hoher Frequenz sorgt zusätzlich für Sichtbarkeit und eine breite Nutzung.

Belebung durch ein begleitendes Programm

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm trägt wesentlich zur Akzeptanz und Nutzung bei. Veranstaltungen wie regionale Märkte, Kinderaktionen, Konzerte oder Vereinsaktivitäten schaffen zusätzliche Anlässe, den Raum aktiv zu nutzen. Auch niederschwellige Angebote und spontane Beiträge können den Platz beleben und unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

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Learnings und Weiterentwicklung

Die Erfahrungen aus Hittisau zeigen, dass eine frühzeitige und kontinuierliche Kommunikation entscheidend ist. Ebenso wichtig ist es, die Bevölkerung und lokale Vereine aktiv einzubinden. Der Platz kann darüber hinaus gezielt als Informations- und Dialograum genutzt werden, um den Mehrwert solcher Maßnahmen sichtbar zu machen. Langfristig empfiehlt es sich, in eigene Ausstattung zu investieren, um die Nutzung nachhaltiger zu gestalten und vorhandene Ressourcen mehrfach einzusetzen.

Übertragbarkeit für andere Gemeinden

Das Konzept des Pop.up.Dorfplatz lässt sich gut auf andere Gemeinden übertragen – insbesondere dort, wo zentrale Flächen oder Parkplätze im Ortskern vorhanden sind. Gerade für Gemeinden, die Aktive Mobilität fördern und öffentliche Räume neu denken möchten, bietet dieser Ansatz eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, erste Schritte zu setzen.

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In 9 Schritten zum eigenen Pop-up-Projekt

Engagierte Personen aus Politik, Verwaltung und Bevölkerung zusammenbringen

Eine gemeinsame Vision für den ausgewählten Platz erarbeiten

Gestaltungskonzept erstellen und Materialien definieren
 

Kooperationen mit lokalen Betrieben aufbauen und Angebote einholen

Pflanzen, Möbel oder vorhandene Materialien (z. B. Bauhof) nutzen

Bevölkerung informieren und das Projekt sichtbar machen

Umsetzung gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfer*innen

Pflege und Betreuung organisieren (z. B. Gießen, Reinigung)

 

Rückbau planen und Materialien möglichst weiterverwenden

Geringe Kosten durch Kooperationen

Ein besonderer Vorteil des Pop.up.Dorfplatz liegt in den überschaubaren Kosten. Am Beispiel Hittisau zeigt sich, dass eine Umsetzung bereits mit rund 3.000 bis 4.000 Euro möglich ist. Größere Positionen wie Kies sowie die Ausleihe und der Transport von Bäumen und Sträuchern schlagen dabei am stärksten zu Buche, während kleinere Materialien nur geringe Ausgaben erfordern. Einsparungen ergeben sich vor allem durch Kooperationen mit lokalen Betrieben, die Möbel, Schirme oder Materialien kostenlos zur Verfügung stellen, sowie durch ehrenamtliche Leistungen etwa in der Kommunikation.

Tipp: Temporäre Maßnahmen können helfen, dauerhafte Veränderungen vorzubereiten und gesellschaftlich zu verankern.

Von der temporären Maßnahme zur dauerhaften Umgestaltung

Der Pop.up.Dorfplatz in Hittisau zeigt, wie mit einem geringem Budget, viel Engagement und einer klaren Vision ein Ortszentrum neu gedacht werden kann. Nach fünf Jahren Pop.up.Dorfplatz wird der Platz in Hittisau im Jahr 2026 nun dauerhaft umgestaltet: Geplant sind Interventionspunkte an den Eingangsbereichen der Landesstraße, eine flächendeckende Tempo-30-Regelung sowie ein entsiegelter Dorfplatz mit Bäumen und Sitzgelegenheiten für einen attraktiven Aufenthalt! klimaaktiv mobil gratuliert sehr herzlich zu dieser tollen Umsetzung!

Die Fußgängerzone in Hartberg, Steiermark - gepflasteter Boden, eine Palme am Rand, ein Fußgängerzonenschild und bunte Häuser © komobile

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Kleines Modell einer Ortschaft © iStock.com/scanrail

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Tempo 30 erhöht die Sicherheit, senkt Lärm und Emissionen und fördert die Aktive Mobilität. Gemeinden können Geschwindigkeitsreduktionen in ihrem Wirkungsbereich beschließen.