© Eva Karacson, Gemeinde Zillingtal

Verkehrsberuhigung

Mit Tempo 30 für mehr Sicherheit und Lebensqualität in der Gemeinde

Die Gemeinden Zillingtal/Celindof, Markgrafneusiedl und Altenmarkt bei St. Gallen setzen auf klare Regeln und flächendeckend Tempo 30.

© Eva Karacson, Gemeinde Zillingtal

Weniger Geschwindigkeit, mehr Lebensqualität

Mit Tempo 30 steigt nicht nur die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, auch das Radfahren und Zu‑Fuß‑Gehen werden deutlich sicherer. Eine Verringerung der Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 km/h führt zu kürzeren Anhaltewegen und geringeren Kollisionsgeschwindigkeiten. Dadurch sinkt das Risiko von Zusammenstößen mit Fußgänger:innen und Radfahrer:innen spürbar. Zudem werden Fußgänger:innen und Radfahrer:innen bei niedrigeren Geschwindigkeiten früher wahrgenommen, da sich das Sehfeld erweitert.

Sicherheit und Verkehrsberuhigung zählen daher zu den wichtigsten Zielen, die Gemeinden mit der Einführung von Tempo 30 gemäß § 20 Abs. 2a StVO verfolgen. Wie erfolgreich dies in der Praxis sein kann, zeigen die folgenden Beispiele.

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Zillingtal/Celindof: Tempo 30 im gesamten Ortsgebiet

Ausgangslage: Gerade Straßen verleiteten zu schnellem Fahren

In der burgenländischen Gemeinde Zillingtal/Celindof verführten enge und gerade Straßen dazu, zu schnell zu fahren. Die Verkehrsberuhigung war daher das Ziel der Gemeindevertretung. Ursprünglich waren mehrere Tempo-30-Zonen geplant. Nach Begutachtung durch die Bezirkshauptmannschaft wurde jedoch angeregt, Tempo 30 gemäß § 20 Abs. 2a StVO flächendeckend im gesamten Ortsgebiet (mit Ausnahme der Landesstraßen) einzuführen.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Bürgermeisterin Eva Karacson hebt hervor, dass eine transparente und frühzeitige Kommunikation entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung war. Die Bevölkerung war bereits während der Planungs- und Vorbereitungsphase eingebunden . Ergänzend setzte die Gemeinde auf verschiedene Informationskanäle: Flugblätter an alle Haushalte, Beiträge in sozialen Medien sowie Hinweise über die Gemeinde‑App. Zusätzlich machen Piktogramme auf der Fahrbahn die neue Geschwindigkeitsregelung sichtbar.

In bestehenden Wohnstraßen gab es zunächst Bedenken, da durch die Einführung von Tempo 30 gemäß § 20 Abs. 2a StVO das Durchfahren wieder erlaubt wurde. Sensibilisierungsmaßnahmen, wie etwa „Achtung Kinder“-Schilder, konnten diese Sorgen jedoch weitgehend ausräumen. Unterstützend werden punktuell Geschwindigkeitskontrollen mit landeseigenen Radarmessgeräten durchgeführt. „Es gibt aber keine großen Geschwindigkeitsübertretungen“, berichtet Bürgermeisterin Karacson. 

StVO-Novelle ermöglicht Tempo 30 vor Schule

Auch Zillingtal/Celindof profitiert inzwischen von der StVO-Novelle aus dem Jahr 2024, welche die Einführung von Tempo 30 maßgeblich vereinfachte: Im Bereich der neuen Volksschule und des Kindergartens gilt entlang der Landesstraße Tempo 30. Neben mobilen Geschwindigkeitsanzeigen trägt dort auch ein Zebrastreifen dazu bei, auf die neue Geschwindigkeitsregelung hinzuweisen und diesen Bereich sicherer zu gestalten.

Gut zu wissen: Der Leitfaden des KFV unterstützt Sie bei der Einführung von Tempo 30 in schutzbedürftigen Bereichen.

Markgrafneusiedl setzt seit Jahren auf Tempo 30

Klare Regeln auf Gemeindestraßen

In Markgrafneusiedl gilt bereits seit vielen Jahren Tempo 30 auf Gemeindestraßen. Um die Anzahl der Verkehrszeichen zu reduzieren und die Regelung übersichtlicher zu gestalten, hat die Gemeinde das Tempolimit schließlich gemäß § 20 Abs. 2a StVO flächendeckend eingeführt. Die Gemeindeleitung zeigt sich zufrieden: Die Straßen werden intensiv von Radfahrenden und Fußgänger:innen genutzt, was die Entscheidung zusätzlich bestätigt. Aus Sicht der Gemeinde spricht vieles für ein einheitliches Tempolimit – nicht zuletzt die deutlich geringere Anzahl an Schildern.

Verbesserungen für den Radverkehr

Auch abseits der Geschwindigkeitsregelung investiert Markgrafneusiedl in die Qualität des Radverkehrs. Entlang des Marchfeldradwegs, der unter anderem bis nach Bratislava führt, wurden Rastmöglichkeiten mit WC und Trinkbrunnen geschaffen sowie eine Ladestation für E‑Bikes eingerichtet. Damit stärkt die Gemeinde sowohl die Verkehrssicherheit als auch die Attraktivität des Alltags- und Freizeitradfahrens.

Altenmarkt bei St. Gallen fördert die Sicherheit im Gemeindegebiet

Langjährige Erfahrungen mit Temporeduktionen

Bereits in den 1990er-Jahren hat die Marktgemeinde Altenmarkt bei St. Gallen in mehreren Ortsteilen Tempo-30-Zonen eingeführt. Im Jahr 2003 erfolgte gemäß § 20 Abs. 2a StVO die flächendeckende Ausweitung. Neben der allgemeinen Verkehrsberuhigung verfolgt die Gemeinde damit vor allem ein Ziel: die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr zu erhöhen.

Altenmarkt bei St. Gallen verfügt über zahlreiche Wohngebiete, in denen die Gemeindestraßen ohnehin kaum höhere Geschwindigkeiten zulassen. Aus Sicht der Gemeinde wäre es dennoch wünschenswert, die tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten selbst messen und kontrollieren zu können.

Maßnahmen rund um Schule und Gemeindeamt

Im Zuge der Einrichtung einer Begegnungszone rund um das Gemeindeamt und die Volksschule – mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h – nutzt die Gemeinde mobile Geschwindigkeitskontrollen des Landes Steiermark sowie Kontrollen durch die Polizei. „Oftmals sind es aber persönliche Gespräche, die zu einer Einhaltung der Temporeduktion führen“, betont Amtsleiterin Barbara Fuxjäger. Damit zeigt sich: Neben technischen Maßnahmen bleibt die direkte Kommunikation ein wirksames Instrument für mehr Rücksicht im Straßenverkehr.

Tempo 30 Zonen Schild, dahinter Grün und Häuserfassade © AEA/Olivia Halwachs

Tempo 30

Tempo 30 erhöht die Sicherheit, senkt Lärm und Emissionen und fördert die Aktive Mobilität. Gemeinden können Geschwindigkeitsreduktionen in ihrem Wirkungsbereich beschließen.
Drei Kinder mit Rucksack am Schulweg © klimaaktiv mobil/Philipp Grausam

Schulstraße

Rechtlicher Rahmen und Schritte zum sicheren Schulumfeld
Kleines Modell einer Ortschaft © iStock.com/scanrail

15-Minuten-Stadt

Alle wichtigen Einrichtungen des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar
Die Fußgängerzone in Hartberg, Steiermark - gepflasteter Boden, eine Palme am Rand, ein Fußgängerzonenschild und bunte Häuser © komobile

Verkehrsberuhigung in Ortszentren

Gut für die Gemeinschaft und die Lebensqualität im Ort