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Siedlungen und Quartiere

Erstes Plus-Energie-Quartier steht in Innsbruck-Igls

Die Wohnanlage Am Bichl III in Innsbruck-Igls ist das erste Plus-Energie-Quartier in Österreich. Die Immobiliengesellschaft der e5-Gemeinde und Klima-Pionierstadt Innsbruck hat sich dafür ein besonders innovatives Konzept entwickelt.

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Ausgangslage

Die e5-Gemeinde und Klima-Pionierstadt Innsbruck ist bekannt für ihren überhitzten Wohnungsmarkt. Wohnraum ist rar und teuer. Gleichzeitig verfolgt die Stadt Innsbruck ambitionierte Klimaschutzziele. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) ist es daher gewohnt, Wohnbauprojekte möglichst flächensparend, kosteneffizient und klimafit umzusetzen. Doch wie gelingt es, Ressourcenschonung, leistbares Wohnen und Klimaschutz miteinander zu verbinden? Die Siedlungserweiterung „Am Bichl“ in Innsbruck-Igls zeigt, wie sich diese ambitionierten Ziele mit einem Plus-Energie-Konzept nachweislich erreichen lassen.

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„Standards wie klimaaktiv sind kein Nice-to-have, sondern ein Handlungsauftrag. Sie helfen uns, Ressourcenschonung und hohe Lebensqualität zu verbinden – und zeigen, dass verantwortungsvolles Bauen wirtschaftlich erfolgreich sein kann.”

Effizient, erneuerbar und flexibel

Die fünf Wohngebäude des Plus-Energie-Quartiers Am Bichl III wurden mit einer hochwertigen thermischen Hülle, einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einem ausgeklügelten Verschattungssystem ausgestattet. Dadurch ist es gelungen, den Wärme- und Kältebedarf auf ein Minimum zu reduzieren und sowohl den Passivhausstandard als auch den klimaaktiv Gold Standard für alle Gebäude zu erreichen. In Summe werden pro Jahr nur rund 250.000 kWh für den Betrieb der gesamten Siedlung benötigt. 

Demgegenüber steht ein hoher Energieüberschuss aus der PV-Anlage mit einer Leistung von rund 200 kWp. Neben der vollflächigen Belegung der Flachdächer wurden auch die Südfassade des Hauses 32 und das zentrale Carport mit einer PV-Anlage ausgestattet. Bereits dadurch gelingt es, den Energiebedarf der gesamten Siedlung – bilanziell über das Jahr betrachtet – vollständig zu decken. Darüber hinaus wird zur Optimierung der stündlichen Energieflüsse günstiger erneuerbarer Überschussstrom aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen. Dieser wird bei geringer Solareinstrahlung für den Betrieb der drei zentralen Wärmepumpen oder der Wärmepumpen-Brauchwasserspeicher in den Wohnungen genutzt. Insgesamt ergibt sich dadurch ein lokaler Energieertrag von rund 332.000 kWh, der sich aus der PV-Anlage und den stündlichen erneuerbaren Energieüberschüssen aus dem öffentlichen Stromnetz speist.

Eine Sache gilt es aber noch zu berücksichtigen: Da die bauliche Dichte des Quartiers mit einer Geschossflächenzahl von 0,7 zwar ortstypisch, im nationalen Vergleich aber relativ gering ist, wird der zu deckende Energiebedarf der Siedlung virtuell um 66.000 kWh erhöht. Aus der nationalen Plus-Energie-Bilanzierungsmethodik leitet sich nämlich ab, dass weniger dicht bebaute Quartiere aus Fairnessgründen mehr Energie erzeugen müssen, als sie tatsächlich vor Ort verbrauchen. Dagegen erhalten sehr dicht bebaute Quartiere (Geschossflächenzahl ab 1) eine virtuelle Energiegutschrift, da sie vor Ort oft nicht so viel erneuerbare Energie erzeugen können, wie zur Deckung ihres Bedarfs erforderlich wäre. 

Zum klimaaktiv Standard für Plus-Energie-Quartiere

Nutzen für die Gemeinde

Das Projekt Am Bichl III zeigt, wie man Ressourcenschonung, leistbares Wohnen und Klimaschutz miteinander verknüpfen kann. Durch die klimaaktiv Plus-Energie-Bilanzierungsmethodik werden dicht bebaute Siedlungen, die weniger Fläche in Anspruch nehmen, mit einer Energiegutschrift belohnt. Dasselbe gilt für Bestandssiedlungen, die thermisch-energetisch saniert werden. Gemeinden und Projektentwickler:innen werden dadurch angeregt, zusätzlichen Wohnraum vor allem in Bestandssiedlungen zu schaffen oder neu in Anspruch genommene Flächen möglichst dicht zu bebauen. 

Weiters wird durch die möglichst umfassende Nutzung der Flächen zur Energieerzeugung und die Schaffung von Energieflexibilität ein regionales und resilientes Energiekonzept umgesetzt, das weniger stark von externen Energielieferungen abhängig ist. Wie das Projekt Am Bichl III zeigt, kann durch ein Plus-Energie-Konzept sogar bis zu 5 % mehr Energie erzeugt werden, als virtuell benötigt wird. Dies entspricht bei der Siedlungserweiterung Am Bichl einer Energiemenge von 16.000 kWh beziehungsweise dem Strombedarf von vier Haushalten. Solche Konzepte können somit langfristig zur Senkung der Energiekosten beitragen und einen Baustein für die Schaffung von leistbarem und klimafittem Wohnraum bilden.

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