Theg Holding GmbH
Erneuerbare Wärmeversorgung (Theg)
Ausgezeichnete Maßnahme 2026
Über das Unternehmen
Die Theg Holding GmbH ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Eggersdorf bei Graz. Der Schwerpunkt liegt auf Immobilien, Beteiligungen und Projektentwicklung. Das Unternehmen bietet Büro-, Lager- und Freiflächen sowie Werkstatthallen an und entwickelt moderne Wohnprojekte in der Region. Auf dem Gelände ist die ebenfalls im Eigentum von Herrn Taucher geführte Taucher GmbH untergebracht. Die Taucher GmbH ist ein familiengeführtes Bau- und Erdbauunternehmen aus Eggersdorf bei Graz. Das Leistungsspektrum umfasst Erd- und Tiefbau, Abbrucharbeiten, Asphaltierungen, Betonarbeiten, Transporte sowie Außenanlagen und Sanierungen. Das Unternehmen betreut sowohl private als auch gewerbliche und öffentliche Bauprojekte.
Seit 2020 wurde intensiv an der Verbesserung der Energieeffizienz gearbeitet. Diese war notwendig, um zu expandieren und internationale Firmen als Mieter zu gewinnen.
Aufgrund der Vermietung der Lager und Gewerbeflächen am Standort an die Taucher GmbH, aber auch internationale Firmen im Großmaschinenbau werden Energiedaten gesammelt und über eine Shelly-App aufgezeichnet.
Ausgezeichnete Maßnahme 2026
Erneuerbare Wärmeversorgung
Vor Umsetzung der Maßnahme
Die Beheizung basierte bis Mitte 2023 auf einem fossilen Energieträger (Erdöl EL) mit entsprechend hohem CO2-Ausstoß sowie großer Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen. Die Anlage deckte den Heizwärmebedarf der Lager beziehungsweise Büroflächen ab und war insbesondere in den Wintermonaten mit hohen Lastspitzen und langen Betriebszeiten im Einsatz. Die Vorlauftemperaturen lagen typischerweise im Bereich klassischer Hochtemperatursysteme bei 60 °C, mit erhöhtem Energieeinsatz. Gleichzeitig führte die Nutzung von Heizöl zu laufendem Wartungsaufwand, Lagerhaltung (Öltank) sowie Emissionen vor Ort. Insgesamt war das System weder hinsichtlich Energieeffizienz noch im Hinblick auf langfristige Klimaziele und Versorgungssicherheit zukunftsorientiert ausgelegt.
Nach Umsetzung der Maßnahme
Ende 2023 wurde die gesamte Wärmeversorgung von einer fossilen Ölheizung auf erneuerbare Fernwärme der Marktgemeinde Eggersdorf umgestellt. Zentrale Investitionen umfassten die Installation einer leistungsfähigen (240 kW) Übergabestation sowie die fachgerechte Demontage, Reinigung und Stilllegung der bestehenden Öl- und Tankanlagen. Radiatoren im Hallenbereich beziehungsweise Heizkörper im Bürotrakt dienen nun als Wärmequelle für die benötigte Raumwärme. Die Wärmebereitstellung erfolgt effizient und bedarfsgerecht über das Fernwärmenetz, wodurch Betrieb, Wartung und Brennstofflogistik vor Ort deutlich reduziert werden.
Ab 2023 erhöhte sich der Wärmebedarf aufgrund geänderter Nutzungsanforderungen einzelner Mieter und der stärkeren Auslastung der Miet- und Lagerflächen deutlich. Durch die Umstellung wird Heizöl als Energieträger vollständig ersetzt. Dadurch entfallen die mit der Verbrennung von Heizöl verbundenen direkten CO2-Emissionen am Standort. Gleichzeitig werden Risiken im Zusammenhang mit Brennstofflagerung und schwankenden Heizölpreisen reduziert. Die Maßnahme unterstützt die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und schafft die Voraussetzungen für einen langfristig emissionsärmeren Gebäudebetrieb. Darüber hinaus ermöglicht sie die Nutzung der erweiterten Miet- und Lagerkapazitäten unter Beibehaltung einer erneuerbaren Wärmeversorgung.
| Bereich | Ergebnisse |
|---|---|
Energieträger |
Erdöl / erneuerbare Fernwärme |
Verbrauch (thermisch) |
245.000 kWh/a |
Energieeinsparung |
27.000 kWh/a |
Beratungsförderung |
Nein |
Umweltförderung Inland |
Ja |
Installation einer PV-Anlage
Vor Umsetzung der Maßnahme
Vor der Installation der Photovoltaik-Anlage wurde der gesamte elektrische Energiebedarf des Betriebs vollständig über das öffentliche Stromnetz gedeckt, wobei der Anteil erneuerbarer Energieträger 100 Prozent betrug. Dies wurde auch vom Energielieferanten der Energie Steiermark schriftlich bestätigt. Der jährliche Stromverbrauch lag überwiegend innerhalb der üblichen Betriebszeiten (werktags, tagsüber), während Lastspitzen insbesondere durch den gleichzeitigen Betrieb energieintensiver Maschinen entstanden. Eine Eigenversorgung oder lastseitige Optimierung erfolgte nicht. Die Gleichzeitigkeit von Energieerzeugung und -verbrauch war vor der Maßnahme nicht gegeben, da keine eigene Erzeugungsanlage vorhanden war. Dadurch bestand eine vollständige Abhängigkeit von externen Energieversorgern sowie von deren Preis- und Verfügbarkeitsstrukturen. Der Strombezug erfolgte konstant aus dem Netz, ohne Berücksichtigung von Tagesganglinien oder Erzeugungsprofilen erneuerbarer Quellen. Insgesamt war das Energiesystem des Betriebs vor der Implementierung der PV-Anlage durch Fremdbezug beziehungsweise fehlende Eigenproduktion charakterisiert.
Nach Umsetzung der Maßnahme
Im Rahmen der Maßnahme wurde in die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 83,5 kWp sowie in einen Batteriespeicher mit 20 kWh investiert. Ziel war es, den Eigenversorgungsgrad mit erneuerbarer Energie deutlich zu erhöhen und die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz zu reduzieren. 2025 wurde ein Autarkiegrad von 38 Prozent erreicht, es wurden 34,23 MWh aus erneuerbarer Eigenstromerzeugung genutzt. Durch die Einführung der PV-Anlage wird nun ein wesentlicher Teil des Strombedarfs direkt vor Ort erzeugt. Die erzeugte Energie wird vorrangig zeitgleich im Betrieb verbraucht, wodurch eine hohe Gleichzeitigkeit zwischen Erzeugung und Nutzung erreicht wird. Überschüsse werden im Batteriespeicher zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt, wodurch Lastspitzen reduziert und der Eigenverbrauchsanteil weiter gesteigert werden. Im Vergleich zur Ausgangssituation konnte somit eine deutliche Effizienzsteigerung erzielt werden. Der Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtverbrauch wurde erheblich erhöht, was direkt zu einer Reduktion des Fremdstrombezugs führt. Gleichzeitig werden CO2-Emissionen im Ausmaß von 7,9 Tonnen eingespart, da ein Teil des zuvor bezogenen Netzstroms durch lokal erzeugten Solarstrom ersetzt wird. Dies wirkt sich positiv auf die Betriebskosten aus und verbessert langfristig die Wirtschaftlichkeit durch niedrigere Energiekosten und höhere Versorgungssicherheit.
| Bereich | Ergebnisse |
|---|---|
Energieträger |
Strom |
Verbrauch (thermisch) |
51.840 kWh/a |
Energieeinsparung |
34.230 kWh/a |
Beratungsförderung |
WIN-Förderung |
Umweltförderung Inland |
EAG-Förderung für PV- und Speicher-Anlage |