16.04.2026

Zehetner: klimaaktiv-Gebäude weiterhin auf Erfolgskurs

Bereits 2.250 Objekte nach dem klimaaktiv Gebäudestandard bewertet und zertifiziert

Im europäischen Vergleich zählt der klimaaktiv Gebäudestandard zu den führenden Gebäudezertifikaten für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Bis Ende 2025 wurden insgesamt 2.163 Gebäude nach dem anspruchsvollen Gütesiegel bewertet und zertifiziert, bis Ende März 2026 bereits 2.250. Allein im Jahr 2025 erhielten 363 Gebäude die begehrten klimaaktiv Zertifikate in Gold, Silber oder Bronze. Dies entspricht einem Gesamtzuwachs von knapp 20 Prozent.

„Der Erfolg des klimaaktiv Gebäudestandards zeigt, dass sich Qualität und Wirtschaftlichkeit am Bau nicht widersprechen, sondern ergänzen. Gerade jetzt braucht es Orientierung, Planbarkeit und Investitionen, die langfristig tragen. Effiziente Gebäude senken laufende Kosten, machen unabhängiger von fossilen Importen und stärken die Resilienz unseres Standorts. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern vor allem auch wirtschaftlich klug“, so Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.


Der Großteil der 2025 zertifizierten Sanierungen und Neubauten entfällt auf Mehrfamilienhäuser: Insgesamt wurden 242 großvolumige Wohngebäude mit mehr als 600.000 m² Bruttogeschoßfläche nach dem klimaaktiv Gebäudestandard qualitätsgeprüft. Diese Fläche entspricht in etwa 6.400 durchschnittlichen Wohneinheiten. Die gesamte Bruttogrundfläche der Gebäude, die bis Ende 2025 als klimaaktiv Gold, Silber oder Bronze zertifiziert wurden, beträgt rund 6,4 Mio. m² bzw. 6,4 km². Zum Vergleich: Diese Fläche ist mehr als zweieinhalbmal so groß wie die gesamte Seestadt Aspern in Wien (ca. 2,4 km²).

Gold ist Spitzenreiter: Jedes zweite Gebäude erreicht höchste Standards

Per Ende 2025 erreichte mehr als die Hälfte der klimaaktiv Gebäude die höchste Qualitätsstufe Gold. Insgesamt 831 Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von rund 3 Mio. m² wurden bisher in dieser Qualitätsstufe zertifiziert. Mit ein Grund für diesen Erfolg ist die Tatsache, dass immer mehr Förderungen, Richtlinien und Vorgaben von Bund und Ländern auf die Qualitätskriterien von klimaaktiv referenzieren.

Tirol, Wien und Niederösterreich führend

Unter den Bundesländern führt Tirol mit insgesamt 633 zertifizierten Gebäuden das Ranking an, gefolgt von Wien mit 473 und Niederösterreich mit 346 Gebäuden. Gemessen an der zertifizierten klimaaktiv Fläche liegt allerdings Wien auf Platz 1, gefolgt von Tirol, Niederösterreich und der Steiermark. Knapp die Hälfte der gesamten zertifizierten Gebäudefläche befindet sich in der Bundeshauptstadt.

Zukunftssicherheit für die Immobilienwirtschaft

Mit dem aktualisierten Kriterienkatalog 2025 ist der klimaaktiv Gebäudestandard enger denn je mit europäischen Vorgaben verzahnt. Anforderungen aus der EPBD und der EU-Taxonomie werden umfassend berücksichtigt. Für die Immobilienwirtschaft bedeutet das einen entscheidenden Vorteil: Nachweise aus der klimaaktiv Zertifizierung können direkt in Taxonomie-Prüfungen einfließen. Damit ist der klimaaktiv Gebäudestandard ein strategisches Werkzeug für zukunftssichere Immobilienentwicklung.

Bereits seit 2020 ist im klimaaktiv Kriterienkatalog der Einsatz fossiler Energieträger bei klimaaktiv Gebäuden komplett ausgeschlossen, und auch die Qualitätsanforderungen im Bereich der Energieeffizienz wurden nochmals erhöht. Viele klimaaktiv Gebäude haben einen hohen Eigenversorgungsgrad (PV, Solarthermie), entlasten die Energienetze durch Energiespeicher und tragen zur Energieflexibilität und Netztauglichkeit bei.

Der klimaaktiv Gebäudestandard – Gütezeichen mit messbarer Qualität

Herzstück des klimaaktiv Gebäudestandards ist ein transparentes 1.000-Punkte-System, das Neubauten und Sanierungen nach denselben Regeln bewertet. Klare Muss-Kriterien stellen sicher, dass nur Gebäude mit nachweislich hoher energetischer und baulicher Qualität das klimaaktiv Gütezeichen erhalten. Dass sich dieser Ansatz in der Praxis bewährt, zeigen die zertifizierten Gebäude in ganz Österreich. Sie belegen, dass hohe Anforderungen an Energieeffizienz, fossilfreie Energieversorgung und Eigenversorgung mit erneuerbarer Energie realistisch umsetzbar sind.

Damit leistet der Standard einen wesentlichen Beitrag zur systematischen Umsetzung von Energie- und Effizienzzielen – im Neubau ebenso wie in der Sanierung, im Wohnbau, bei öffentlichen Gebäuden oder im Gewerbebereich. Mithilfe des transparenten Gebäudebewertungssystems von klimaaktiv können sowohl Bauträger und Immobilienentwickler als auch Förderstellen, Gemeinden und Städte bei ihren Bauvorhaben bereits in der Ausschreibungsphase eine hohe Qualität einfordern und damit Orientierung für alle Beteiligten schaffen.

Weiterführende Links:
Gebäudereport 2025
Gebäudebewertung mit klimaaktiv

Über klimaaktiv

klimaaktiv vermittelt und verbreitet das „Gewusst Wie“ rund um die Themen Energiesparen, klimafitte Gebäude, Erneuerbare Energieträger und umweltfreundliche Mobilität in Österreich. Die klimaaktiv Expertinnen und Experten bieten vielfältige Informations- und Unterstützungsangebote für Unternehmen, Gemeinden und Privatpersonen. Erfahren Sie mehr über die Ziele, Aktivitäten, Akteurinnen und Akteure: klimaaktiv.at
 

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