Das Klimabewusstsein in Österreich auf dem Prüfstand

Wie steht die Mehrheit der Menschen in Österreich zur Klimakrise? Und welche Maßnahmen sind aus Sicht der Bevölkerung die wichtigsten? Eine Umfrage des Klimaschutzministeriums im Herbst 2020 ist diesen Fragen nachgegangen.

Das Jahr 2020 war von Krisen geprägt: Nicht nur die COVID-19-Pandemie, auch die Auswirkungen der Klimakrise waren für viele spürbar. Doch wie relevant sind Klima-Themen bei den Österreicherinnen und Österreichern? Und welche anderen Themen beschäftigt die Menschen in Österreich?

Klimakrise wird als dringendes Problem wahrgenommen

Österreichweit fordern Menschen entschlossenes Handeln für mehr Klimaschutz. Um die Klimakrise aufzuhalten und nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen, muss das eigene Verhalten dringend verändert werden – davon sind 82 Prozent der Befragten überzeugt. Zudem verlangen 84 Prozent, dass insbesondere nach der Coronakrise das Wirtschaftssystem nachhaltiger, krisensicherer, umweltfreundlicher und fairer gestaltet werden muss.

Die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass Österreich im Bereich Klimaschutz viel mehr unternimmt, als andere Länder. 86 Prozent sind der Meinung, dass die Politik die nötigen Rahmenbedingungen schaffen muss, um klimafreundliches sowie nachhaltiges Handeln einfach und kostengünstig zu machen. Dass der Umstieg auf Erneuerbare Energie und nachhaltigere Wirtschaft eine große Chance für Österreich ist, die langfristig Arbeitsplätze sichert, meinen 81 Prozent der Befragten.

Mit konkreten Maßnahmen gegen die Klimakrise

Von konsequentem Recycling bis zur Förderung von umweltfreundlicher Sanierung oder Öko-Strom: Aus Sicht der Österreicherinnen und Österreicher spielen sowohl das eigene Verhalten – wie auf regionale Lebensmittel zurückgreifen oder reparieren statt neu kaufen – als auch externe Anreize der Politik eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Klimakrise. Von der Politik fordern sie bessere Preise und Verbindungen beim öffentlichen Verkehr sowie günstigere Preise für klimafreundliche Produkte.

Die Befragten identifizierten eine Reihe an konkrete Maßnahmen als sehr wichtig und sinnvoll: Darunter den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel, ein Pfand auf Einweg-Plastikflaschen und Aluminiumdosen, den Ausbau von Solarenergie sowie die Umsetzung des 1-2-3 Tickets der Bundesregierung. Noch nicht ausreichend bekannt ist, dass der Austausch von Öl- und Gasheizungen und strengere Energiestandards bei Neubauten und Sanierungen wesentliche Hebel sind. Auch die Ökosoziale Steuerreform wurde genannt – diese soll klimafreundliches Verhalten belohnen und klimaschädliches Handeln bestrafen.

Umweltbewusstsein und Konsumverhalten in Österreich

Erfreulich sind die Ergebnisse zum Thema persönliches Konsumverhalten: Viele geben an, dass sie bereits energieeffiziente Haushaltsgeräte nutzen (86 Prozent), Müll vermeiden (78 Prozent) und nur mehr das Nötigste kaufen (75 Prozent). Auch beim Verkehr achten mehr als die Hälfte auf Urlaubsziele, die ohne Fliegen erreichbar sind (56 Prozent) und nutzen den öffentlichen Nahverkehr oder gehen zu Fuß (64 Prozent).

Im Großen und Ganzen zeigt die repräsentative Befragung von 2.148 Menschen in Österreich, dass die Klimakrise im Jahr 2020 ein zentrales Problemfeld darstellte. Neben den Sorgen vor mehr Naturkatastrophen und weitreichender Auswirkungen durch den Klimawandel, haben die Befragten viele konkrete Maßnahmen im Kampf gegen die Krise genannt. Einerseits stellen sie einen klaren Handlungsauftrag an die Politik, andererseits zeigen Dreiviertel der Befragten die Bereitschaft, ihr persönliches Verhalten zugunsten des Klimas zu verändern.

Veröffentlicht am 02.02.2021