Aktivitäten & Erfolge

Fünf Hebel bringen einen positiven Rückkopplungsprozess in Gang und unterstützen alle Akteure bei der Bewältigung der Energiewende. So entfaltet klimaaktiv seit 2004 seine Wirkungen.

Die Hauptaktivitäten im Rahmen von klimaaktiv sind:

  • Aus- und Weiterbildung von Profis
  • Standards entwickeln und Qualität sichern
  • Informieren und zum Umdenken anregen
  • Beraten und unterstützen
  • Partner aktivieren und vernetzen

Im Mobilitätsbereich vervielfacht das klimaaktiv mobil Förderprogramm die Wirkung der Beratungs- und Informationsaktivitäten.

 

Ergebnisse bis 2018:

Standards entwickeln und Qualität sichern

  • Durch Qualitätsmanagement in Heizwerken hat sich die Effizienz der neuen Holzheizwerke um mehr als 10 % verbessert. Die Wärmedichte hat sich sogar durchschnittlich um 30 % verbessert. Ende 2018 waren 1.654 Projekte in der Monitoringdatenbank erfasst, 1.660 Benchmarkberichte wurden ausgewertet. Durch den Quality Quickcheck ist es nun auch für kleine Anlagen einfach möglich, die Performance zu überprüfen. Durch diese Instrumente hat sich die Effizienz des Fördereinsatzes erhöht.
  • klimaaktiv ist das in Österreich am weitesten verbreitetste Gebäudebewertungssystem: Mit Stand Ende Dezember 2018 sind 702 Gebäude in der Datenbank, die entweder als klimaaktiv Gebäude deklariert bzw. als Staatspreisgebäude sichtbar gemacht worden sind. Im Jahr 2018 (Stand Ende Dezember) wurden insgesamt 128 Gebäude mit einer BGF von 317.000 m² nach den klimaaktiv Qualitätskriterien deklariert und plausibilitätsgeprüft (Planungs- und Ausführungsdeklariert). Davon waren 102 Gebäude Wohnbauten mit einer BGF von ca. 148.600 m² und 26 Dienstleistungsgebäude (168.800 Der klimaaktiv Gebäudestandard ist somit gemessen an der Bevölkerungszahl und damit am Marktpotenzial das erfolgreichste Bewertungssystem in Europa. Fertighaushersteller und Wohnbauträger bieten klimaaktiv Häuser an.
  • Die klimaaktiv Kriterien fließen zunehmend in die Wohnbauförderungen (Tirol, Kärnten, seit Ende 2018 Steiermark verstärkt) ein. Wird klimaaktiv Gold Standard erreicht, bringt dies auch mehr Förderung bei der Mustersanierung des Klima- und Energiefonds. Hotelneubauten, die durch die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) gefördert werden, müssen seit 2014 den klimaaktiv Silber Standard nachweisen.
  • Für die Umsetzung der Maßnahme „Umfassende Sanierung klimaaktiv Standard“ wird seit 2014 die höchste Förderstufe im Sanierungsscheck des Bundes ausbezahlt.
  • Seit Jahr 2016 ist ein Zuschlag für klimaaktiv Gold Gebäude bei der UFI Förderung für betrieblich genutzte Gebäude verankert. Die klimaaktiv Basiskriterien werden als Qualitätssicherung in neue Umweltzeichen Richtlinien 49 (Immobilienfondsbewertung) herangezogen.
  • klimaaktiv Heizsystemempfehlungen zeigen Ein- und Mehrfamilienhausbesitzerinnen und -besitzern sowie Hoteliers ihre optimalen Heizalternativen in Abhängigkeit von der Gebäudequalität auf. Die Empfehlungen stehen auch in Form eines interaktiven Online-Tools zur Verfügung. Moderne Berechnungstools geben Orientierung zu Lebenszykluskosten und CO2-Ausstoß der verschiedenen Systeme.
  • Im Rahmen des Programms „energieeffiziente betriebe“ wurden Leitfäden und Tools für die zentralen Technologien in Betrieben entwickelt (Pumpen, Ventilatoren, Druckluft, Dampfsysteme, Kältesysteme, Beleuchtung, Abwärmenutzung, 2 Leitfäden zur Messung,…). Neu in 2018 wurden die Guidelines „Integration von Produktions- und Energiedaten“, Nachweis der Verbesserung der energiebezogenen Leistung“  sowie „Schnittstellen zu Ressourcen- und Materialeffizienz sowie Arbeitnehmerschutz“ erstellt.
  • Das klimaaktiv Service topprodukte.at informiert über die aktuell energieeffizientesten Produkte am Markt. Die Smartphone App ECOGATOR ist der preisgekrönte mobile Ratgeber für die Kaufentscheidung.
  • Das Instrument klimaaktiv Heizungs-Check wurde vom Land Kärnten aufgegriffen. Kärnten empfiehlt allen Haushalten, den klimaaktiv Heizungs-Check als sinnvolle Erweiterung zur wiederkehrenden Heizungsüberprüfung durchführen zu lassen. Auch das Land Vorarlberg bewarb 2018 in regionalen Aktionen den klimaaktiv Heizungscheck, ebenso wie das Land Tirol in Heizungsüberprüfungsaktionen auf den klimaaktiv Heizungscheck zurückgreift. Damit einhergehend läuft eine Ausbildungsoffensive für die befugten Organe wie Rauchfangkehrerinnen und -kehrer, Installateurinnen und Installateure. Das neu installierte und niederschwellig verfügbare e-Learning bildet die Basis für die breite Anwendung des Heizungs-Checks.

klimaaktiv Profis aus- und weiterbilden

  • 2018 haben rund 2.200 Personen an von klimaaktiv initiierten oder verbesserten Ausbildungen in den Themengebieten Bauen und Sanieren, Energie- und Gebäudetechnik, Green IT, Stromsparen, Energiemanagement und -beratung sowie umweltfreundliche Mobilität teilgenommen.
  • Insgesamt waren bereits mehr als 21.000 Teilnehmende in den klimaaktiv Ausbildungen.
  • 25 klimaaktiv Bildungspartner verbreiten klimaaktiv Standards in ihren Ausbildungen.
  • e-Learning Plattform für neun Kursbereiche mit mehr als 700 Teilnehmenden steht zur Verfügung.
  • Im Rahmen des Programms „energieeffiziente betriebe“ wurden 692 Energieberaterinnen und -berater der Länder mit den aktuellen Standards der für Produktionsbetriebe wichtigsten Technologien weitergebildet.
  • Rund 1.715 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer wurden zu Spritspartrainern für PKW, LKW/Bus und Traktoren ausgebildet und 38 klimaaktiv mobil Fahrschulen zertifiziert. Mit dem WIFI wurde 2011 der Ausbildungskurs „Fahrradtechniker/in“ etabliert und bereits von 237 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erfolgreich absolviert. Seit 2017 wurden 34 Radfahrlehrerinnen und Radfahrlehrer von aktuell 11 Radfahrlehrer Mastertrainer und Radfahrlehrer Mastertrainerinnen ausgebildet. Aktuell gibt es 35 Jugendmobil Coaches. Zum Thema Elektromobilität haben weiters 156 Personen den klimaaktiv mobil Partnerlehrgang E-Mob-Train absolviert.

Beraten und unterstützen

  • 227 e5-Gemeinden integrieren Klimaschutz umfassend in die Gemeindepolitik; mehr als 40 Coaches unterstützen die Gemeinden bei Planung und Umsetzung der Energieeffizienzmaßnahmen.
  • Die klimaaktiv bauen&sanieren Fach- und Regionalpartner beraten jährlich ca. 60-80 große Wohn- und Dienstleistungsgebäudeprojekte zum Bauen und Sanieren im klimaaktiv Standard (insgesamt bereits 1.142).
  • Die betrieblichen Energieberaterinnen und -berater der Regionalprogramme der Bundesländer führen jährlich über 1.000 Beratungen auf Basis von klimaaktiv Know-how durch.
  • klimaaktiv ausgezeichnete Energieeffizienz-Projekte in Betrieben sorgten für eine Reduktion von rund 300.000 Tonnen CO2 (Stand Ende 2018).
  • Stromsparen: 500 öffentliche und private Unternehmen wurden zu energieeffizienter Gerätebeschaffung und -nutzung beraten.
  • Mit dem neuen Instrument klimaaktiv Heizungs-Check wurden bis dato rd. 700 Heizungsanlagen in Österreich überprüft und deren Besitzer zu den möglichen Effizienzverbesserungen-Maßnahmen beraten.
  • Rund 15.000 klimaaktiv mobil Projekte von Unternehmen, Städte, Gemeinden, Verbände und Schulen initiiert; diese klimafreundlichen Mobilitätsprojekte sparen aktuell rund 450.000 Tonnen CO2 pro Jahr.
  • Mit einer gesamten Fördersumme von ca. € 122,4 Mio. – davon ca. € 112,6 Mio. aus nationalen Mitteln des BMNT im Rahmen von klimaaktiv mobil, Klima- und Energiefonds und der Umweltförderung im Inland sowie € 9,8 Mio. aus EU-Mittel (ELER) – wird ein umweltrelevantes Investitionsvolumen von € 816 Mio. ausgelöst. Dadurch können mehr als 7.000 Beschäftigungsverhältnisse bzw. „green jobs“ geschaffen bzw. gesichert werden.
  • Seit 2007 konnten bereits  rund 34.300 alternativ betriebene Fahrzeuge mit einer gesamten Fördersumme von rund € 44,8 Mio. (€ 43,9 Mio. national + € 0,9 Mio. ELER) gefördert werden; davon wurden etwa 31.600 Elektrofahrzeuge mit ca. € 40,3 Mio. (€ 39,4 Mio. national + € 0,9 Mio. ELER) unterstützt, vorwiegend E-Fahrräder, aber auch rund 9.700 E-Pkw, E-Klein-Lkw
  • Weiters konnte der Aufbau von rund 4.500 E-Ladestellen mit etwa € 3,1 Mio. (€ 3,0 Mio. national + € 0,1 Mio. ELER) gefördert werden.
  • Rund 280 Radverkehrsprojekte von Städten, Gemeinden und Unternehmen sowie die Radinfrastrukturausbauprogramme aller Bundesländer werden im Rahmen von klimaaktiv mobil mit einer Fördersumme von rund 49,1 Mio. € (€ 43,2 Mio. national + € 5,9 Mio. ELER) unterstützt, was klimaaktiv mobil zu einem erfolgreichen Instrument zur Umsetzung des Masterplan Radfahren macht.

Partner aktivieren und vernetzen

  • 265 Wirtschaftspartner aus verschiedensten Branchen (Bau- und Immobilien, Finanzbranche, Dienstleistungen u.v.m.) arbeiten als Multiplikatoren im Klimaschutz mit klimaaktiv zusammen.
  • 12 klimaaktiv pakt2020-Partner (BUWOG, Canon Austria, Caritas Salzburg, Danone, Greiner Packaging Austria, hali büromöbel, Hoval, McDonalds, REWE International AG, Unicredit Bank Austria, Vöslauer Mineralswasser AG und neu seit 2017 Ölz - der Meisterbäcker) haben die Absicht, gemeinsam mit klimaaktiv bis 2020 die EU-2020-Ziele für Österreich im eigenen Unternehmen zu erreichen. Die zwölf Unternehmen haben im Jahr 2018 gemeinsam um 114.000 Tonnen CO2 weniger emittiert als im Referenzjahr 2005.
  • Elektrizitätsversorgungsunternehmen (VKW, EVN, WienEnergie), NGOs (WWF), Handelsunternehmen (expert, Mediamarkt) und durchblicker.at bewerben mit topprodukte.at das Energiesparen.

Informieren und zum Umdenken anregen  

  • Die Bekanntheit der Initiative klimaaktiv bei Österreicherinnen und Österreichern liegt konstant bei rund 39% (Umfrage 2017).
  • 2018 gab es mit rund 1.700.000 Besucherinnen und Besuchern auf den klimaaktiv Websites wieder konstant hohes Interesse an den Angeboten.
  • Die umfangreiche Website www.klimaaktiv.at bietet auch speziellen Zugang für die Zielgruppen Haushalte, Betriebe und Gemeinden. Der Relaunch im Jahr 2016 hat eine deutliche Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit für mobile Geräte gebracht. Gleichzeitig wurde der Umstieg auf ein bedienerfreundlicheres CMS vollzogen.
  • Rund 1.200 Personen erhalten monatlich den klimaaktiv Newsletter mit einem Info- und Veranstaltungsüberblick.
  • Rd. 1.700 Personen erhalten vierteljährlich den klimaaktiv mobil Newsletter mit einem Info- und Veranstaltungsüberblick.
  • Zusätzlich informieren sich 10.000 Abonnentinnen und Abonnenten über 12 verschiedene Fachthemen-Newsletter.
  • Seit 2005 suchten rd. 7,2 Mio. Userinnen und User ihr energieeffizientes Gerät mit topprodukte.at, davon  974.345 im Jahr 2018.
  • 2018 war klimaaktiv auf 193 Events mit 821 Eventtagen präsent.
  • Diverse Messepräsenzen: Energiesparmesse Wels, Urban Future, Ferienmesse, Kommunalmesse, div. Häuslbauermessen in ganz Österreich, div. kleinere Messen
  • Rund 1.935 redaktionelle Beiträge in Print- und Onlinemedien sorgten 2018 für permanente klimaaktiv Informationen in den Medien.
  • Die klimaaktiv YouTube-Videos wurden ca. 50.600mal aufgerufen Die Facebook-Seite von klimaaktiv hat mehr als 16.200 Fans. Der Twitter-Account zählt mehr als 1.680 Follower.

Wirkungsorientierte Folgenabschätzung von klimaaktiv

Seit 2013 wird die Bundesverwaltung über Zielvorgaben, Wirkungen und Leistungen gesteuert. Vor dem Hintergrund knapper Budgetmittel müssen die zur Verfügung stehenden Ressourcen optimal eingesetzt werden. Der Fokus rückt daher auf die mit den jeweils eingesetzten Mitteln erzielten Wirkungen. Erst dies ermöglicht eine strategische Ausrichtung und Prioritätensetzung, mit der das hohe Leistungsniveau der öffentlichen Verwaltung aufrechterhalten werden kann. 

Ein Teil der Umsetzung dieser Steuerungslogik ist die wirkungsorientierte Folgenabschätzung. Alle Entwürfe von Gesetzen und Verordnungen (Regelungsvorhaben), aber auch größere Projekte (sonstige Vorhaben) werden anhand von angestrebten Zielen und Maßnahmen diskutiert. Durch die Festlegung von Indikatoren wird die Zielerreichung messbar gemacht.

Folgende Maßnahmen von klimaaktiv und deren Zielzustände wurden identifiziert:

  1. Maßnahme 1: Aus- und Weiterbildung im Umweltbereich, Beratung relevanter Akteure sowie Netzwerkbildung und Partnerschaften zur Umsetzung der soft measures der Klimastrategie, der Energiestrategie und des Klimaschutzgesetzes. Teilnahme an klimaaktiv Programmen - Zielzustand Ende 2018: 33.000 Personen
  2. Maßnahme 2: Informations- und Bewusstseinsbildungsmaßnahmen, Sensibilisierung des Umweltbewusstseins zur Umsetzung der soft measures der Klimastrategie, der Energiestrategie und des Klimaschutzgesetzes. Newsletter-Abonnenten: Zielzustand 12.500 Abonnenten; Website-Zugriffe: 1,700.000 Zugriffe
  3. Maßnahme 3: Qualitätssicherung zur Umsetzung der soft measures der Klimastrategie, der Energiestrategie und des Klimaschutzgesetzes. Ziel ist eine Steigerung der Anwendung von klimaaktiv Standards (z.B. Gebäudestandards, Heizsystemmatrix...) zu erreichen und damit weitere Beiträge zur Vereinheitlichung von bundesweiten Qualitätsstandards zu leisten.

Hinweis: Die Indikatoren/Zielzustände werden jährlich neu festgelegt, um auf Änderungen bei den Rahmenbedingungen (z.B. Budget für klimaaktiv) abbilden zu können.

Veröffentlicht am 20.02.2019