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Das war der Rad- und Fußverkehrsgipfel 2026

Vom 9. bis 11. September 2026 fand in Eisenstadt erstmals der gemeinsame Rad- und Fußverkehrsgipfel statt. Unter dem Motto „Aktive Mobilität verbindet“ diskutierten über 600 Teilnehmende wie Radfahren und Zu-Fuß-Gehen lebenswerte Städte und Gemeinden schaffen können.

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Erstmals wurden der Österreichische Radgipfel und der Österreichische Fußverkehrsgipfel als eine gemeinsame Fachkonferenz ausgerichtet. Veranstaltet wurde die dreitägige Konferenz vom Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) im Rahmen der Mobilitätsinitiative klimaaktiv mobil gemeinsam mit dem Land Burgenland im Rahmen des Interreg-AT-HU-Projekts PanActive und der Stadt Eisenstadt. Der grenzüberschreitende Charakter spiegelte sich auch im Programm wider: Für alle Plenumssessions stand eine Simultanübersetzung auf Deutsch, Ungarisch und Englisch zur Verfügung. In 36 Parallelsessions inklusive Fachexkursionen mit 290 Vortragenden bot der Gipfel ein dichtes Fachprogramm quer durch alle Facetten der aktiven Mobilität. Begleitet wurde das Programm von einer Expo mit zahlreichen Informations- und Vernetzungsangeboten.

Mobilitätsminister Peter Hanke betonte: „Aktive Mobilität ist ein entscheidender Schlüssel für klimafreundliche, lebenswerte Städte und Regionen.“ Landesrat Heinrich Dorner verwies auf das burgenländische Ziel, den Radverkehrsanteil bis 2030 zu verdoppeln, sowie auf den im März 2026 beschlossenen Masterplan „Burgenland zu Fuß“. Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner erinnerte daran, dass die Stadt mit dem Klimafahrplan 2040 bereits konsequent in öffentlichen Verkehr, Radverbindungen und sichere Fußwege investiere.
 

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2. Österreichischer Fußverkehrsgipfel und 17. Österreichischer Radgipfel 2026

Alle Wege beginnen zu Fuß

Der erste Konferenztag stand ganz im Zeichen des Fußverkehrs. Internationale Keynotes aus Paris und Leipzig zeigten, wie Städte den öffentlichen Raum neu denken: Chiara Molinar, Fußverkehrsverantwortliche der Stadt Paris, und Friedemann Goerl, Fußverkehrsverantwortlicher der Stadt Leipzig, berichteten, wie aus Strategie tatsächliche Umsetzung wird. Robert Thaler, Impulsgeber der Fußgängerzone Eisenstadt, sowie Baudirektor Werner Fleischhacker und sein Vorgänger Gerhard Linortner präsentierten zentrale Meilensteine fürs Gutgehen in der „kleinsten Großstadt der Welt“.

In den Parallelsessions ging es um fundierte Fußverkehrsplanung, Multimodalität, Schulstraßen, Freiraumgestaltung, Barrierefreiheit sowie Kommunikation für den Fußverkehr. Im Projektkarussell „Was vor Ort wirkt“ präsentierten Gemeinden und Städte erfolgreiche Umsetzungsbeispiele: vom multifunktionalen Dorfplatz in Hittisau über Straßenumgestaltungen in Neufeld bis zu neuen Begegnungsräumen in Linz. Die Projekte zeigten, wie aktive Mobilität die Aufenthaltsqualität erhöht und Ortszentren belebt.

Ein Stadtspaziergang führte zu Lückenschlüssen und Begegnungszonen im Eisenstädter Fußwegenetz, beim Workshop „Kindersicherheit auf Augenhöhe“ erlebten Teilnehmende mit dem K!SA-Periskop den Straßenraum aus Kinderperspektive, und eine Rad-Exkursion führte zum Gedenkpark „Paneuropäisches Picknick“. Mit einem gemeinsamen Abend im E-Cube bei musikalischer Begleitung durch die Joseph Haydn Privathochschule fand der erste Konferenztag seinen stimmungsvollen Ausklang.
 

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Aktive Mobilität gemeinsam denken

Am zweiten Tag rückten Rad- und Fußverkehr erstmals gemeinsam in den Mittelpunkt – passend dazu startete er mit einer Exkursion zur neuen Schulstraße vor der Volksschule Eisenstadt. Die Keynote „Flexibel unterwegs – Multimodalität im Alltag“ brachte internationale Perspektiven: Für Helge Hillnhütter (NTNU) stehen ÖPNV und Fußverkehr in einer „symbiotischen Koexistenz“, Anna Mayerthaler (ÖBB) stellte mit mobiview eine digitale Plattform vor, die Mobilitätsangebote und deren Nutzung sichtbar macht und Gemeinden sowie Mobilitätsanbietern datenbasierte Entscheidungen ermöglicht. Judit Rab (Budapester Verkehrszentrum) präsentierte zudem Budapests ersten Fußverkehrs-Masterplan.

Parallelsessions widmeten sich Healthy Streets, gemeinsamer Rad- und Fußverkehrsplanung, Kinder- und Jugendmobilität sowie Daten und Monitoring. In einer Diskussionsrunde zum Miteinander von Rad- und Fußverkehr wurde anhand von Beispielen aus München, Graz und weiteren Städten erörtert, wie öffentliche Räume so gestaltet werden können, dass Konflikte reduziert und attraktive Bedingungen für alle entstehen. Formate wie ein Speed-Dating ermöglichten den Teilnehmenden zudem, zahlreiche Projekte kennenzulernen und direkt mit den Projektverantwortlichen ins Gespräch zu kommen.

Einen besonderen Perspektivenwechsel bot ein interaktives Planspiel zur inklusiven Mobilität. Mithilfe eines Serious Games schlüpften die Teilnehmenden in die Rolle unterschiedlicher Personen und analysierten Alltagsaufgaben im öffentlichen Raum aus deren Perspektive. Gemeinsam identifizierten sie typische Barrieren im Rad- und Fußverkehr und entwickelten Lösungsvorschläge, die als Impulse für die Planungspraxis dienen können.
 

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Vorbildhafte Fuß- und Radverkehrsprojekte vor den Vorhang

Ein Höhepunkt des Tages war die klimaaktiv mobil Auszeichnungsveranstaltung: Minister Peter Hanke zeichnete gemeinsam mit Vertreter:innen von Wirtschaftskammer, Städtebund und Gemeindebund neue klimaaktiv mobil Projektpartner für innovative Projekte im Rad- und Fußverkehr aus und verlieh den Fußverkehrs-Award 2026. Die ausgezeichneten Maßnahmen reichten von sicheren Schulumfeldern und neu gestalteten Ortszentren über neue Radverbindungen bis zu Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Gemeinden, die für besondere Fußverkehrsprojekte ausgezeichnet wurden, erhielten den Fußverkehrs-Award. Das Land Burgenland wurde für den Masterplan „Burgenland zu Fuß“ mit dem Sonderpreis „Pionier im Fußverkehr“ ausgezeichnet.

Am Abend zogen mehr als 160 Teilnehmende bei der gemeinsamen Rad- und Fußparade durch Eisenstadt, bevor der Ausklang in den ehemaligen Stallungen des Schlosses Esterhazy mit burgendlandkroatischen Tamburica-Klängen folgte.
 

Radfahren von klein auf fördern

Der dritte Tag stand im Zeichen des Radverkehrs. Die Keynotes spannten einen Bogen von Alltagsökonomie und Mobilitätsverhalten bis zu aktuellen Erkenntnissen der Mobilitätsforschung. Stephanie Peer (WU Wien), Rul von Stülpnagel (Universität Freiburg) und Kathrin Viergutz (Mobilitätsforscherin) zeigten, welche Faktoren unsere Mobilitätsentscheidungen beeinflussen und wie mehr Menschen für das Radfahren im Alltag gewonnen werden können.

Parallel dazu zeigte eine Exkursion nach Sopron fußgängerfreundliche Stadtentwicklung jenseits der Grenze. Parallelsessions widmeten sich kosteneffizienter Radinfrastruktur, Mobilitätsverhalten, Radtourismus, betrieblichem Mobilitätsmanagement und frühem, sicherem Radfahren, etwa mit dem Bikebus. Im Dialogforum „Wissenschaft & Praxis“ diskutierten Forschende und Praktiker:innen zudem, wie Forschungsergebnisse und Innovationen künftig besser in Planungs- und Verwaltungsprozesse integriert werden können und welche Voraussetzungen einen erfolgreichen Wissenstransfer unterstützen. Auch die Mitglieder der Radkompetenz Österreich waren zahlreich vertreten und brachten ihre Expertise in etlichen Sessions und Diskussionen ein. Zusätzliche Vernetzungsmöglichkeiten boten Formate wie „Women in Cycling Austria: First Ride – Netzwerken & Durchstarten“, bei dem weibliche Fachpersonen miteinander ins Gespräch kamen.

Den Abschluss des Gipfels bildete ein öffentlich zugänglicher Vortrag von Hans-Peter Hutter (MedUni Wien) und Lisbeth Weitensfelder (MedUni Wien). In ihrer Keynote „Gesundheit überzeugt“ zeigten sie auf, wie regelmäßige Bewegung im Alltag Gesundheit und Wohlbefinden stärkt und warum aktive Mobilität einen wichtigen Beitrag zur Prävention, aber auch für lebenswertere Städte und Gemeinden leistet.

Mit Beginn der Konferenz startete zudem die #MeterMachen-Challenge: Bis 22. September sammelten Radfahrende und Zu-Fuß-Gehende über die Apps „Österreich radelt“ und „Walk15“ Rad-Kilometer und Schritte. 
 

Nächster Gipfel 2027 in Villach

Der erste gemeinsame Rad- und Fußverkehrsgipfel machte deutlich: Gehen und Radfahren entfalten ihre größte Wirkung, wenn sie gemeinsam und im Zusammenhang mit dem öffentlichen Verkehr gedacht werden. Aktive Mobilität verbindet Menschen, stärkt die Gesundheit und schafft lebenswerte Städte und Gemeinden. Darum wird der Rad- und Fußverkehrsgipfel auch weiterhin gemeinsam veranstaltet: vom 22. bis 24. Juni 2027 treffen sich Expert:innen aus beiden Fachbereichen in Villach wieder.

Hier finden Sie die Highlights in Bildern: Zur Bildgalerie

Hier geht es zum Avsio: Zum Rad- und Fußverkehrsgipfel 2027

 

© Umweltzeichen

Green Event

Der Rad- und Fußverkehrsgipfel wurde nach den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens als Green Meeting/ Green Events ausgerichtet. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß war den Veranstalter:innen daher ein großes Anliegen.

Kooperationspartner

Der 2. Österreichische Fußverkehrsgipfel und der 17. Österreichische Radgipfel wurde durchgeführt in Kooperation mit der Stadt Eisenstadt, dem Land Burgenland und dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur sowie mit dem Interreg AT-HU PanActive-Projekt im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv mobil.

Bundesministerium Innovation, Mobilität und Infrastruktur © BMIMI
Eisenstadt Landeshauptstadt © Stadt Eisenstadt
Land Burgenland © Land Burgenland

Unsere Partner

Die erfolgreiche Durchführung des Rad- und Fußverkehrsgipfels 2026 wurde durch die Unterstützung unserer Partner ermöglicht. Wir bedanken uns für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Datum
09.09.2026 - 11.09.2026

Ort
Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt

Veranstalter
BMIMI, Freistadt Eisenstadt und Land Burgenland

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