Schulisches Mobilitätsmanagement
Mit einer bunten Malaktion machte die Landessonderschule Gallneukirchen die Autofahrenden auf eine langsame und achtsame Fahrweise aufmerksam.
Die oberösterreichische Landessonderschule Gallneukirchen legt großen Wert darauf, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit fest im Schulalltag verankert sind. Mit Unterstützung von klimaaktiv mobil und der Gemeinde setzte die Schule Maßnahmen um, um Autofahrende vor der Bildungseinrichtung auf eine langsame und achtsame Fahrweise aufmerksam zu machen. Die Bildungseinrichtung führt vier Volksschulklassen und elf sonderpädagogische Kleinklassen. Auch wenn viele Schülerinnen und Schüler aufgrund ihrer Beeinträchtigungen mit dem Bus oder Auto zur Schule gebracht werden müssen, gibt es dennoch einen beträchtlichen Anteil der den Schulweg zu Fuß bewältigen kann.
„Jede Stunde, in der wir unsere Schülerinnen und Schüler dazu verleiten können, sich zu bewegen, ist wirklich ein Fortschritt, weil das auch das Lernen, die Aufnahmebereitschaft fördert. Unabhängig davon, dass man natürlich viel mehr direkte Begegnungen hat, wenn man sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegt. Es ist gesund, es stinkt nicht, es raucht nicht, es ist billig, wenn man mit dem Fahrrad fährt oder zu Fuß geht. All das ist ein Gesamtkunstwerk, würde ich sagen!”
Zum Start des Projekts wurde in den vier Volksschulklassen mit Unterstützung von klimaaktiv mobil eine Mobilitätserhebung durchgeführt. Die Auswertung zeigte, dass etwa ein Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler bereits zu Fuß zur Schule kommt. Gleichzeitig ist der Anteil jener, die mit dem Auto gebracht werden, ähnlich hoch. Dies lässt sich durch das große Einzugsgebiet der Schule erklären, das aufgrund des hohen Integrationsanteils weit über Gallneukirchen hinausreicht. Dennoch wurde deutlich, dass weiteres Potenzial für nachhaltige Mobilität vorhanden ist. Im Rahmen einer Umfeld-Analyse wurden bestehende Gefahrenstellen identifiziert. Ein wesentliches Problem zeigte sich bei den Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos: Viele Fahrzeuge halten die im Schulumfeld vorgeschriebenen 20 km/h in der Begegnungszone nicht ein.
Durch die Umfeld-Analyse rückte unter anderem die bereits vorhandene Elternhaltestelle wieder in den Fokus. Sie soll künftig von der Bildungseinrichtung verstärkt beworben werden. Zudem wurde bei einer Zufahrtsstraße wurde der rot markierte „Begegnungszonen“-Streifen verbreitert.
Im Rahmen einer Straßenmalaktion bemalte eine regionale Künstlerin gemeinsam mit den Kindern den Straßenraum vor der Schule. Ziel war es, die Autofahrenden auf die Begegnungszone aufmerksam zu machen und sie zu einer langsameren und achtsameren Fahrweise zu motivieren.
Der Aktionstag selbst war für die Schülerinnen und Schüler ein besonderes Erlebnis: Sie hatten großen Spaß und waren mit viel Motivation bei der Umsetzung dabei. Verwendet wurde eine ungiftige Farbe, die ohne Schutzkleidung und Atemschutz genutzt werden kann. Dadurch ist die Farbe jedoch nicht so beständig wie Straßenmarkierungsfarben.
Weiters wurden in allen Klassen Workshops durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler lernten dabei spielerisch, wie wirksam unterschiedliche Fortbewegungsmittel sind, welche Auswirkungen ihr eigenes Verhalten hat und, dass bereits kleine Entscheidungen im Alltag einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Das Projekt wirkte in viele Bereiche der Schule hinein und brachte zahlreiche neue Ideen und Impulse für weitere Maßnahmen in den kommenden Jahren. Damit hat das Projekt wertvolle Grundlagen für zukünftige Schritte in Richtung einer nachhaltigen Schulmobilität geschaffen.
„Einer der Punkte, die sich verbessert haben, ist definitiv die Wahrnehmung der Schüler:innen, weil die sich im Unterricht mit dem Thema auseinandergesetzt haben.”
Das Projekt wirkte in viele Bereiche der Schule hinein und brachte zahlreiche neue Ideen und Impulse für weitere Maßnahmen in den kommenden Jahren. Damit hat das Projekt wertvolle Grundlagen für zukünftige Schritte in Richtung einer nachhaltigen Schulmobilität geschaffen.