Neubau
Grödig Neue-Heimat-Straße - Haus 1
Otto-Glöckel-Straße 1, 5082 Grödig, Salzburg - Objekt des Monats
klimaaktiv Gold
Projektbeschreibung
Das Projekt, das auf dem rund 10.000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Siedlung aus den 1940er-Jahren realisiert wurde, setzt neue Maßstäbe in Sachen ökologischer Wohnbau und Nachverdichtung. Insgesamt entstehen bis 2029 sieben moderne Wohngebäude mit 90 Wohneinheiten und 114 Stellplätzen. Das neu entstehende Wohnquartier ist „autofrei“ konzipiert. Das Quartierszentrum wird durch einen Platz gebildet an dem ein Sonderbaukörper für betreute Wohneinheiten angeordnet ist, welche durch die Gemeinde betrieben wird. Die hier gestalteten Freiflächen sollen zur Interaktion zwischen „Alt“ und „Jung“ einladen. Der im Erdgeschoß befindliche Gemeinschaftsraum erweitert dieses Angebot.
„Das Siedlungserneuerungsprojekt ‚Neue Heimat 2.0‘ in Grödig ist ein wichtiger Schritt in unserem Bestreben, zeitgemäßen und nachhaltigen Wohnraum im Bundesland Salzburg zu schaffen. Es ist ein Paradebeispiel für Nachverdichtung und ökologischen Wohnbau in Salzburg“, so gswb-Geschäftsführer Ferdinand Hochleitner.
Umweltfreundliche Mobilität und Infrastruktur
Das Projekt setzt stark auf ein durchdachtes, zukunftsorientiertes Mobilitätskonzept. Neben E-Ladestationen sind auch Carsharing-Angebote vorgesehen. Für den motorisierten Individualverkehr stehen 2 Tiefgaragen mit 114 Stellplätzen sowie 21 Freistellplätze für Besucher:innen zur Verfügung. Zusätzlich werden den fahrradfahrenden Bewohner:innen sowohl in der Tiefgarage als auch oberirdisch überdachte Fahrradstellplätze nahe den Hauseingängen angeboten. In der Tiefgarage ist zudem eine Lademöglichkeit für E Bikes vorgesehen, um den Umstieg auf nachhaltige Mobilität weiter zu fördern.
Im Zuge des Projekts sind auch infrastrukturelle Verbesserungen im öffentlichen Raum vorgesehen. Dazu zählen die Optimierung bestehender Gehwege, neue Durchwegungen innerhalb des Quartiers sowie der Ausbau des Radwegenetzes. Ergänzend ist die Verlegung der bisherigen Bushaltestelle bzw. Errichtung einer neuen Haltestelle vorgesehen, um die Anbindung an den öffentlichen Verkehr weiter zu stärken. Diese Maßnahmen entstehen in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grödig, um eine bestmögliche Integration in das bestehende Mobilitäts- und Siedlungsgefüge sicherzustellen.
Die interne Durchwegung soll neben der fußläufigen Erschließung für Kinder und Jugend neben den Spielplätzen und der Spiel- und Tollwiese ein zusätzliches Spielangebot bieten. Ein Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten sowie schattenspendenden Bäumen ergänzte das vielseitige Freiraumangebot.
Fertigstellung markiert Meilenstein
Die Fertigstellung der Häuser 1 und 2 im Rahmen des ersten Bauabschnitts markiert dabei den ersten wichtigen Meilenstein im Rahmen der Umsetzung des ambitionierten Siedlungserneuerungsprojektes.
Darüber freut sich auch Bürgermeister Herbert Schober: „Es freut mich, gemeinsam mit der gswb mehr leistbaren Wohnraum durch Nachverdichtung zu schaffen. Dabei werden wir den Bedürfnissen der Mieterinnen und Mieter gerecht und achten gleichzeitig auf einen sparsamen Umgang mit Grund und Boden. Mit dem professionellen Ab- und Umsiedelungsprozess der gswb sind die Bewohnerinnen und Bewohner hochzufrieden – das hat sich auch bei einer Mieterversammlung gezeigt. Ich möchte mich herzlich bei der gswb für die reibungslose und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken. Als e5-Gemeinde, die sich besonders für Energieeffizienz und Klimaschutz engagiert, legen wir großen Wert auf nachhaltige Entwicklung – und dieses Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, dass wir unsere Ziele weiter erreichen und die 5e auch halten können. Gemeinsam gestalten wir eine lebenswerte Zukunft für Grödig. Mit der Fertigstellung der ersten beiden Häuser ist ein wichtiger Meilenstein erreicht.“
Höchste Auszeichnung für herausragende Gebäudestandards
Die Häuser 1 und 2 wurden mit der anspruchsvollen klimaaktiv Gold-Auszeichnung prämiert – der höchsten Qualitätsstufe des klimaaktiv Gebäudestandards des Bundes. Diese Auszeichnung erhalten ausschließlich Gebäude, die in den Bereichen Energieeffizienz, ökologische Qualität, Komfort und Ausführungsqualität Bestwerte erzielen. Damit setzt das Projekt ein starkes Zeichen für nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen. Möglich gemacht wurde das auch durch das Land Salzburg, welches das Projekt mit 5,9 Mio. Euro förderte.
Wohnbaulandesrat Martin Zauner betont: „Leistbarer, barrierefreier und zugleich nachhaltiger Wohnraum ist einer der Eckpfeiler unserer Wohnbaupolitik. Das Projekt in Grödig ist ein starkes Beispiel für moderne Siedlungserneuerung im ländlichen Raum. Es zeigt, wie wir ressourcenschonend, effizient und sozial verantwortlich Wohnraum für kommende Generationen sichern.“
Innovative Technik trifft soziale Verantwortung
Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 21 Millionen Euro wird das Projekt in drei Bauabschnitten realisiert, wobei in der nun folgenden zweiten Etappe ein eigenes Haus für „Betreutes Wohnen“ entstehen soll. Die gesamte Anlage soll bis 2029 mittels modernster Technik nahezu energieautark betrieben werden. Die Wärmeversorgung für Heizung und Warmwasser erfolgt über ein Zusammenspiel aus Wärmerückgewinnung aus Abwasser und Abluft sowie einer leistungsstarken Grundwasserwärmepumpe. Ein 25.000-Liter-Pufferspeicher sorgt dabei für eine effiziente Energieverteilung im gesamten Gebäude. Den benötigten Strom liefert eine großflächige Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 200 kWp.
„Mit der Neue Heimat 2.0 wollten wir nicht einfach neuen Wohnraum schaffen, sondern ein Quartier, das zeigt, wie zukunftsfähiges Bauen heute aussehen muss. Unser Anspruch war es, ökologische Standards nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen, durch intelligente Energienutzung, modernste Gebäudetechnik und klimaaktiv Gold als klares Bekenntnis zu Energieeffizienz und Qualität. Aus einer Siedlung der 1940er-Jahre entsteht hier ein modernes, nachhaltiges Umfeld, das Menschen barrierefrei, komfortabel und verantwortungsvoll Raum zum Leben gibt. Dieses Projekt beweist, dass Innovation im Wohnbau kein Schlagwort ist, sondern ein Weg, den wir konsequent gehen, mit dem Ziel, langfristig energieautark zu werden und Lebensqualität für kommende Generationen zu sichern.”
Allgemein
mfh, Fertigstellung 2025
klimaaktiv Deklaration: 2025
deklariert nach: Wohnbau 2020.1.6
klimaaktiv Punkte: 923 von 1000
| Kategorie | klimaaktiv Punkte |
|---|---|
| Standort | 150 |
| Energie und Versorgung | 542 |
| Baustoffe und Konstruktion | 116 |
| Komfort und Gesundheit | 115 |
Beteiligte
BauherrIn / Bauträger: Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.
Architekt / Planung: pol Architektur
Bauphysik: IB Gappmaier
Haustechnik, HKL, E-Technik: e² engineering GmbH
Bauleitung / ÖBA: Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft m.b.H.
Weitere Beteiligte: Pürcher Planungs GmbH Ingenieurbüro
Weitere Beteiligte: Geometer Fally ZT GmbH
Gebäudedeklaration: Ingenieurbüro Gappmaier
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Konditionierte Brutto-Grundfläche (BGF) | 1448 m² |
| Nettonutzfläche | 1082,60 m² |
| Anzahl der Wohn-/Nutzungseinheiten | 14 |
| Anzahl der Geschoße | 4 |
| Bauweise | massiv |
Energiedaten berechnet nach OIB Richtlinie 6 - 2011 oder älter
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Primärenergiebedarf (PEB) | 77,6 kWh/m²a |
| CO2-Emissionen | 3,7 kgCO2/m²a |
| Heizwärmebedarf (HWB) | 27,9 kWh/m²a |
| Jahresertrag der PV-Anlage | 32722 kWhEnd/a |
| lc-Wert | 2,29 m |
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| OI3 Index (BG3, BZF) | 471 |
| Kriterium | Wert |
|---|---|
| Blower Door Test (n50-Wert) | 0,76 1/h |
| Summe VOC | 300 µg/m³ |
| Formaldehyd | 0,018 mg/m³ |
| Energiemonitoring | berücksichtigt |