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Sanierung

Domanigweg 3/3a

Domanigweg 3, 6020 Innsbruck, Tirol - Objekt des Monats

klimaaktiv Gold

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Domanigweg 3/3a

Am Domanigweg 3/3a in Innsbruck entstand im Rahmen eines umfassenden Sanierungsprojekts inkl. Aufstockung ein neuer sozialer Wohn- und Beratungsstandort für Frauen, Kinder und Jugendliche mit dem Ziel Beratung, Betreuung sowie vorübergehendes Wohnen effizient und vernetzt an einem Ort bereitzustellen. Durch die Modernisierung des Bestandsgebäudes wurden hochwertige, sichere und barrierefreie Räume geschaffen, die den besonderen Bedürfnissen von Menschen in herausfordernden Lebenssituationen gerecht werden.

Im südlichen Teil kann der Verein lilawohnt erstmals alle seine Angebote an einem Ort bündeln und damit Unterstützung für rund 1.000 Frauen pro Jahr sicherstellen. Der nördliche Teil stellt die räumlichen Voraussetzungen für die Tiroler Kinder- und Jugend GmbH zur Verfügung. Dort sind eine Mini-WG sowie mehrere Wohngruppen mit insgesamt 24 Plätzen für Kinder und Jugendliche untergebracht. Während sich im Erdgeschoß die Arbeits- und Besprechungsräume befinden, konnten im Untergeschoß zwei weitere Wohneinheiten für Jugendliche sowie Spiel- und Gemeinschaftsräume mit direktem Zugang zum Außenbereich realisiert werden.

Projektbeschreibung

Die Sanierung des viergeschossigen Westtrakts des Objekts Domanigweg 3/3a erfolgte im Sinne des Masterplans Campus Pradl-Ost. Die Bestandssanierung wurde durch eine Aufstockung in Holzbauweise komplementiert, um dem Raumbedarf der Nutzer:innen gerecht zu werden. Die Umsetzung in Passivhausbauweise im Rahmen der Tiroler Wohnbauförderung sowie die Umstellung der Wärmebereitstellung von Gas auf erneuerbare Fernwärme ermöglichen eine nachhaltige Schaffung notwendiger Räumlichkeiten für die vorübergehende Unterbringung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Planung und Konstruktion

Das Bestandsgebäude Domanigweg 3/3a stammt aus dem Jahr 1965 und wurde 1992 teilweise umgebaut und aufgestockt. Es bestand aus zwei verbundenen Baukörpern: einem viergeschossigen Westtrakt (inkl. UG) mit flachem Satteldach und einem L-förmigen Osttrakt mit zwei bis drei Geschossen.
Im Zuge der Sanierung wurden die An- und Umbauten aus dem Jahr 1992 auf das klare System der Gebäudestruktur von 1965 rückgebaut und der West- vom Osttrakt getrennt. Zur barrierefreien Erschließung und Vermeidung von Nutzungskonflikten der baulich getrennten Einheiten im Bereich des bestehenden Treppenhauses, wurde ein zusätzlicher Lift eingebaut. Der Außenbereich mit erhaltenswertem Baumbestand konnte weiterbestehen und wurde entlang des Domanigwegs ergänzt.

Energie und Versorgung

Die Wärmebereitstellung wurde von Gas auf erneuerbare Fernwärme umgestellt, zusätzlich wurde eine ca. 50 kWp PV-Anlage am Dach realisiert. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für den erforderlichen Luftwechsel in den Einzelräumen.

Baustoffe und Komfort

Der Großinstandsetzung war eine umfassende Schad- und Störstofferkundung gem. ÖNORM EN ISO 16000-32 vorgelagert. Während die Außenstruktur und das Tragwerk komplett erhalten blieben, wurde mit gezielten Durchdringungen des Altbaus sowie dem Einsatz von Stahlstützen und vereinzelten Mauerarbeiten, eine moderne Innenarchitektur ermöglicht. In der Aufstockung ermöglicht der Einsatz von Holzrahmenelementen eine flexible Grundrissgestaltung. Die kompakte Bauweise (A/V = 0,35) spricht für eine schlanke Konstruktion und spart Ressourcen. Die Aufstockung wurde in effizienter Holzrahmenbauweise umgesetzt, wobei die Außenwand mit Zellulose gedämmt und verputzt ausgeführt wurde. Die Gummigranulat-Matten am Dach stammen zum Großteil aus Reifenrecycling. Die Dämmung der Bestandsfassade wurde aus brandschutztechnischen Gründen mit Mineralwolle-Putzträgerplatten umgesetzt, welche flächendeckend mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind und somit das ökologische Gesamtkonzept ergänzen.

Mobilität und Infrastruktur

Das Objekt Domanigweg 3/3a liegt im Hauptsiedlungsgebiet der Stadt Innsbruck und weist eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr (ÖV-Qualität B) auf, was umweltfreundliche Mobilität begünstigt und die Abhängigkeit vom motorisierten Individualverkehr reduziert. Zudem wurde besonderer Wert auf die Schaffung hochwertiger Fahrradabstellplätze gelegt, um den Radverkehr gezielt zu fördern.

„Die Kombination aus Passivhausstandard, Holzbauweise und modernster Gebäudetechnik zeigt, wie effizient und nachhaltig öffentlicher Passivhausbau heute sein kann. Mit der Aufstockung konnten wir zusätzliche Nutzfläche schaffen, ohne weiteren Boden zu verbrauchen und gleichzeitig den wertvollen Baumbestand vollständig erhalten. Das Ergebnis ist ein energieeffizienter, flexibel nutzbarer Standort, der für Jahrzehnte bestehen wird”

Allgemein

mfh, Fertigstellung 2025
Baujahr Bestandsgebäude 1965
klimaaktiv Deklaration: 2026
deklariert nach: Wohnbau 2020.3.1
klimaaktiv Punkte: 930 von 1000
 

 

Kategorieklimaaktiv Punkte
Standort107
Energie und Versorgung550
Baustoffe und Konstruktion143
Komfort und Gesundheit130

 

Beteiligte

BauherrIn / Bauträger: Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG
Architekt / Planung: Architekturhalle
Bauphysik: FIBY ZT-GmbH
Haustechnik, HKL, E-Technik: Klimatherm GmbH.
Bauleitung / ÖBA: Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG
Gebäudedeklaration: Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG
 

KriteriumWert
Konditionierte Brutto-Grundfläche (BGF)3031 m²
Nettonutzfläche2525 m²
Bauweisemisch
Einbau Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnungberücksichtigt

Energiedaten berechnet nach OIB Richtlinie 6 - 2011 oder älter

KriteriumWert
Heizwärmebedarf (HWB)16,7 kWh/m²a
Primärenergiebedarf (PEB)55,9 kWh/m²a
CO2-Emissionen4,4 kgCO₂ / m²a
Jahresertrag der PV-Anlage45211 kWhEnd/a
lc-Wert2,99 m
Bruttoraumhöhe3,25 m

KriteriumWert
Produktmanagement Stufe 1berücksichtigt
Schadstoffbegehung im Bestandberücksichtigt
OI3 Index (BG3, BZF)505

KriteriumWert
Blower Door Test (n50-Wert)0,4 1/h
Summe VOC93 µg/m³
Formaldehyd0,014 mg/m³
Energiemonitoringberücksichtigt