Nominierungen 2026
Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit: Nominierungen stehen fest
Sieben Projekte in der engeren Auswahl für die Auszeichnung – Bekanntgabe der Siegerprojekte im November in Wien
Das Interesse der Fachwelt am Österreichischen Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit ist weiterhin hoch: 65 Projekte aus ganz Österreich bewarben sich für die renommierte Auszeichnung, die bereits zum neunten Mal vergeben wird. 13 Projekte wurden von einer unabhängigen Jury vorausgewählt und im Rahmen einer Juryreise vor Ort besichtigt.
Sieben Projekte, die sowohl architektonisch als auch in Sachen Nachhaltigkeit gleichermaßen überzeugten, sind nun nominiert.
FRANCIS im Althan Quartier (Wien)
Sanierung und Weiterentwicklung im Bestand für gemischte Nutzung
Bauherrschaft: Althan Quartier Gamma GmbH & Co KG
Architektur: ARGE AQ-ARCH – Delugan Meissl Associated Architects (DMAA) und Josef Weichenberger Architects (JWA)
Fachplanung und Ausführung: Pilz & Partner ZT GmbH (Bauphysik); ELIN quadrat GmbH (TGA); SPIRK + Partner Ingenieur GmbH (Statik); hacon GmbH (Gebäudesimulation); Bartenbach GmbH (Lichtdesign); PETER ZT GmbH (Brandschutz); Dr. Pfeiler GmbH (Fassadenplanung); iC consulenten Ziviltechniker GmbH (BIM-Koordination, Zertifizierung); TEAM KERNSTOCK ZT GmbH (Umwelttechnik); TRAFFIX Verkehrsplanung GmbH (Verkehrsplanung); Weatherpark GmbH (Klima & Meteorologische Forschung); Steinbrener/Dempf & Huber (Kunst am Bau); FCP Fritsch, Chiari & Partner ZT GmbH (Projektmanagement); Böhm BiB GmbH (Baumeister)
Nutzung: Büro, Gastronomie
Kurzbeschreibung: Aus dem ehemaligen Bahnhofs- und Bürogebäude am Franz-Josefs-Bahnhof ist durch weitgehenden Bestandserhalt, gezielte Rückbauten und eine zweigeschoßige Aufstockung ein offenes Gebäude mit vielfältigem Nutzungsmix entstanden. Das Projekt verbindet Nachverdichtung mit einer funktionalen und räumlichen Aufwertung und schafft neue Bezüge zum umliegenden Quartier. Zentrales Element ist die Plaza-Ebene im Innenhof, rund neun Meter über den Gleisen des Franz-Josefs-Bahnhofs. Neue Durchwegungen verbinden bislang getrennte Quartiersteile und machen das Gebäude fußläufig durchlässig. Die geöffnete Sockelzone, barrierefreie Zugänge, Gastronomie mit Freiflächen und Terrassen sowie neue Aufenthaltsbereiche schaffen ein einladendes Umfeld für Nutzer/innen und Besucher/innen. Die Nachverdichtung durch die zweigeschoßige, zurückgestaffelte Aufstockung folgt der Kontur des Bestands und setzt die Verschlankung des Baukörpers nach oben hin fort. Die frühere Spiegelglasfassade wurde durch eine seidenmatte Edelstahlverkleidung mit feiner Prägung ersetzt. Der neu installierte außenliegende Sonnenschutz liegt kaum sichtbar und windgeschützt hinter ergänzten rahmenlosen Prallglasscheiben. Im Inneren wurde die vorhandene Skelettbauweise weitergenutzt und ermöglicht großzügige, helle Räume mit Höhen von bis zu 3,5 Metern. Fernwärme, Fernkälte und Lüftungsanlagen gewährleisten einen ressourcenschonenden Betrieb. 600 neu geschaffene Fahrradstellplätze komplettieren die bereits bestehende, sehr gute Mobilitätsinfrastruktur mit Bahn, U-Bahn und Straßenbahn.
Sport Arena Wien (Wien)
Ersatzneubau mit Nachverdichtung und Fokus auf Kreislaufwirtschaft
Bauherrschaft: Stadt Wien – Magistratsabteilung 51 – Sport Wien
Architektur: Karl und Bremhorst Architekten ZT GmbH
Fachplanung und Ausführung: FIN – Future is Now Kuster Energielösungen GmbH (Energietechnik); RWT plus ZT GmbH (Bauphysik, Tragwerksplanung); Fuchs & Partner GmbH (HKLS); Carla Lo Landschaftsarchitektur; Kubik Project GmbH (Elektroplanung); Kunz DIE INNOVATIVEN BRANDSCHUTZPLANER GMBH (Brandschutz); Dipl.-Ing. Schattovits Ziviltechniker GmbH (Kulturtechnik); hopi-sportplan IB Laurin Hosp (Sportplanung); ARGE Sport Arena Wien / Arbeitsgemeinschaft STRABAG AG und Bauunternehmung Granit Gesellschaft m.b.H. (Errichtung); bau-control ZT GmbH (Örtliche Bauaufsicht); WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH (Bauherrenvertretung)
Nutzung: Multifunktionales Sportzentrum für Leichtathletik, Turnen und Ballsport
Kurzbeschreibung: Am Standort des ehemaligen Ferry-Dusika-Stadions im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist mit der Sport Arena Wien ein öffentlicher Nutzbau entstanden, der in Sachen Architektur und Nachhaltigkeit neue Maßstäbe setzt. Das Projekt ist aus einem EU-weiten Architekturwettbewerb hervorgegangen. Die luftige Konstruktion mit großzügigen, hellen Innenräumen lässt Form und Funktion als stimmiges Ganzes erlebbar werden. Durch das Stapeln von Ballsportarena, Kunstturnhalle, Leichtathletikhalle sowie Cardio- und Kraftbereich hat sich ein klar strukturierter Baukörper mit hoher Flächeneffizienz ergeben. Die Sportnutzfläche konnte bei gleichzeitiger Reduktion von versiegelten Flächen verdreifacht werden. Der Fokus des Neubaus lag auf der Weiterverwendung der vorhandenen Bauteile und Baurestmassen, die zu 70 Prozent vor Ort wiederverwertet wurden, sowie auf der späteren Rückbaufähigkeit neuer Fertigteile. 75 Tiefensonden, Bauteilaktivierung, kontrollierte Lüftung für gute Raumluftqualität und die größte Photovoltaik-Solarthermie-Anlage Österreichs ermöglichen einen nahezu energieautarken Betrieb. Großzügige Tageslichteinträge durch die Außenfassade schaffen eine angenehme, helle Atmosphäre, ohne die Sommertauglichkeit zu beeinträchtigen. Der Neubau in unmittelbarer Nähe zum Grünen Prater ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in kurzgetakteten Intervallen sehr gut zu erreichen und bietet zusätzlich 66 Fahrradstellplätze. Er ist umfassend barrierefrei und offen für Spitzen- und Breitensport, Vereine und unterschiedliche Nutzer/innengruppen. Gemeinschaft, Diversität und Inklusion sowie die zusätzliche Nutzbarkeit für Veranstaltungen wurden von Beginn an mitgedacht. Das Projekt bietet damit dem Sport auf verschiedenen Ebenen eine neue Bühne.
parcours – Wohnen in Bewegung (Wien)
Neubau mit sozialem Anspruch
Bauherrschaft: EGW Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
Architektur: StudioVlayStreeruwitz ZT-GmbH
Fachplanung und Ausführung: Larix Engineering GmbH (Bauphysik, Zertifizierung); TK11 Gebäudetechnik GmbH (HKLS); DSP Ziviltechniker GmbH (Statik); B-LAB ZT GmbH (Brandschutz); Carla Lo Landschaftsarchitektur; wohnbund.consult eG (soziale Nachhaltigkeit)
Nutzung: Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsflächen
Kurzbeschreibung: Das vielseitige Wohnprojekt verfolgt einen klaren sozialen Anspruch: Kostengünstige Wohn-, Gemeinschafts- und Bewegungsangebote sollen Teilhabe ermöglichen und das Zusammenleben fördern. Rund die Hälfte der insgesamt 113 Wohneinheiten werden als Smart-Wohnungen mit Superförderung angeboten. Der Wohnbau in Holz-Stahlbeton-Hybridbauweise überzeugt durch große räumliche Vielfalt und ein differenziertes Nutzungskonzept. Er gliedert sich in drei Häuser mit jeweils eigener Typologie, die durch ein achterförmiges Wegeband verbunden sind, das im Austausch mit einem international erfolgreichen Parkour-Athleten geplant wurde. Das Erdgeschoß belebt den Quartiersplatz durch flexibel anmietbare Flächen für Lokale und Geschäfte, die unterschiedlichen Wohnungstypen sorgen für vielfältige Wohnqualitäten: Sowohl laubengangerschlossene als auch über einen Mittelgang erreichbare Wohnungen ermöglichen ein „Durchwohnen“ mit viel Tageslichteinlass. Balkone und Zusatzräume, die an die Idee des Wintergartens anknüpfen, erweitern die Wohnungen nach außen und sind ganzjährig nutzbar. Das Treppensteigen im offenen Stiegenhaus ist als soziales Leitmotiv inszeniert und schafft zusätzliche Möglichkeiten für Begegnung im Alltag. Die intensive Auseinandersetzung mit einer nachhaltigen und zugleich kosteneffizienten Bauweise prägt auch die Gestaltung der Außen- und Freiflächen: Unterschiedliche Dachflächen können als zusätzliche Aufenthalts- und Gemeinschaftsbereiche genützt werden. Sie bieten die Möglichkeit zum gemeinsamen Kochen oder Sporttreiben. Energietechnisch setzt das Projekt auf eine Grundwasserwärmepumpe sowie die Bauteilaktivierung der Betondecken. Verkehrsmäßig ist das Projekt gut an den öffentlichen Verkehr angebunden und bietet mehr als 300 Fahrradstellplätze sowie E-Ladeinfrastruktur.
Volksschule Molitorgasse (Wien)
Sanierung und Weiterentwicklung im Denkmalschutz
Bauherrschaft: Stadt Wien – Magistratsabteilung 56 – Wiener Schulen
Architektur: Veit Aschenbrenner Architekten ZT GmbH
Fachplanung und Ausführung: iC consulenten ZT GmbH (Bauphysik); Fröhlich & Locher und Partner Ziviltechnikergesellschaft m.b.H. (Statik); Rudolf Gutmann & Sohn GmbH & Co KG (TGA); Elektro Riegler GmbH (Elektro); B-LAB ZT GmbH (Brandschutz); HANDLER Bau GmbH (Totalunternehmer); WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH (Bauherrenvertretung)
Nutzung: Bildungsbau (Volksschule)
Kurzbeschreibung: Die Volksschule im elften Wiener Gemeindebezirk stand kurz vor der Schließung. Durch ein innovatives Konzept ist es gelungen, den denkmalgeschützten Bau nicht nur zu erhalten, sondern nachhaltig weiterzuentwickeln. Auf dem sehr begrenzten Grundstück in dicht verbautem Gebiet wurde dem bestehenden Schulgebäude hofseitig ein präzise gesetzter Ergänzungsbau für den neuen Turnsaal vorgelagert, der die Gesamtanlage räumlich und funktional stärkt, ohne den Bestand zu beeinträchtigen. Besonders prägend ist die Öffnung der Gebäuderückseite: Über die Stockwerke gestapelte Freiklassen erweitern die Schule um vielfältig nutzbare Außenräume und unterstützen das Lernen und die Bewegung im Freien. Großzügige Oberlichter bringen zusätzliches Tageslicht ins Gebäudeinnere und reduzieren den Bedarf an künstlicher Beleuchtung. Auch funktional wurde die Schule gezielt ergänzt: Fehlende Räume wie ein Speisesaal und Sozialräume wurden durch das Einziehen einer Zwischendecke neu geschaffen, die Haustechnik wurde umfassend modernisiert. Ein außenliegender Sonnenschutz und eine ventilatorgestützte Nachtlüftung sorgen für eine verbesserte Sommertauglichkeit und Raumluftqualität im Inneren. Die Beheizung erfolgt mit Fernwärme sowie über eine Fußbodenheizung im Zubau. Durch die Anhebung des Hofniveaus wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen, die Hofflächen wurden weitgehend entsiegelt und zu einem kindgerechten Bewegungs- und Aufenthaltsraum umgestaltet. Dabei wurde ein bestehender Ginkgobaum als identitätsstifendes Naturdenkmal beibehalten und in die bauliche Neugestaltung einbezogen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war der partizipative Planungsprozess, bei dem Pädagog/innen, Schüler/innen und weitere Nutzer/innen bereits in der frühen Planungsphase aktiv in Entscheidungen eingebunden wurden. Die Schule ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Zusätzlich stehen Fahrradstellplätze zur Verfügung.
Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld (Niederösterreich)
Erweiterung im Bestand
Bauherrschaft: Windkraft Simonsfeld AG
Architektur: juri troy architects
Fachplanung und Ausführung: KPPK ZT GmbH (Bauphysik, HKLS); Larix Engineering GmbH (Zertifizierung, Bauökologie); Strobl Bau – Holzbau GmbH (Holzbau, Teil-Generalunternehmer); Porr Bau GmbH (Tiefbau); Schüller Bau GmbH (Baumeister); m2 ARCHITEKTEN (Örtliche Bauaufsicht); pro Lehm Frauwallner GmbH & Co KG (Lehmbau); GETEC Anlagenbau GmbH (HKLS); Gottwald GmbH & Co KG (Elektrotechnik); Gartengestaltung Hertl e.U. (Landschaftsbau); Pöchacker & Haidegger Gesellschaft m.b.H. (Bautischlerei); Tischlerei Schlemmer GmbH (Tischlerei)
Nutzung: Büro, multifunktionaler Veranstaltungsraum
Kurzbeschreibung: Der Zubau erweitert den vom Architekturbüro Reinberg geplanten Bestand zu einem zweigeschoßigen Atriumgebäude mit neuen Büroflächen und Räumen für Empfang, Gastronomie und Veranstaltungen. Der Zubau basiert auf einem klar gegliederten Holzskelettbau mit Holzdecken sowie sichtbaren Holzverbindungen mit Schwalbenschwänzen. Herzstück des Ensembles ist der zentrale, windgeschützte Innenhof mit Grünpflanzen und Springbrunnen. Er verbindet Bestand und Zubau auf harmonische Weise, bringt natürliches Tageslicht ins Gebäude und schafft zugleich eine grüne Oase mit hoher Aufenthaltsqualität. Die offenen und flexibel nutzbaren Grundrisse ermöglichen vielfältige, zeitgemäße Arbeitswelten und lassen sich auch künftig an veränderte Anforderungen anpassen. Besondere Aufmerksamkeit galt den eingesetzten Materialien. Stampflehmkerne aus lokalem, vor Ort verarbeitetem Lehm aus dem Aushub bringen wertvolle Speichermasse in den Zubau und verbinden funktionale, ästhetische und soziale Qualitäten. Sie nehmen Erschließungs- und Serviceräume auf, schaffen mit Sitznische, Teeküche und Rückzugsbereichen zusätzliche Orte für Begegnung und tragen zu einem angenehmen Raumklima bei. Die Beheizung erfolgt über eine Erdwärmepumpe mit 28 Tiefensonden. Die Dachfläche ist vollständig mit PV-Modulen bedeckt, die den Strom für den Gebäudebetrieb liefern. Die Firmenzentrale ist mit einem öffentlichen Linienbus erreichbar. Das Unternehmen verfügt über einen E-Car-Firmenwagenpark mit Ladestationen für Mitarbeiter/innen und Besucher/innen sowie Fahrradstellplätze.
GNICE – Wohnen am Eichetwald (Salzburg)
Neubau mit Plus-Energie-Quartier-Standard
Bauherrschaft: Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H.
Architektur: strobl architekten ZT GmbH; FROETSCHER LICHTENWAGNER Architekten ZT GmbH; harder spreyermann architekten eth/sia/bsa ag
Fachplanung und Ausführung: DI Graml Ziviltechnik (Bauphysik); ECA energy consulting austria GmbH (Energietechnik); TB-Stampfer GmbH (Gebäudetechnik); Carla Lo Landschaftsarchitektur; MARIUS ZIVILTECHNIKER GmbH (Statik); STATERA Tragwerksplanung GmbH & Co KG; Statikbüro Ahmad-ZT; RHZ Bau GmbH (Teil-Generalunternehmer); Wieser + Scherer Zeller Haustechnik GmbH
Nutzung: Wohnen, gemeinschaftliche Einrichtungen, Bildung, Versorgung
Kurzbeschreibung: Das großvolumige Wohnprojekt im Salzburger Stadtteil Gneis zeigt, wie aus einer Baulandreserve ein verdichtetes, vielfältig genutztes Quartier mit hoher sozialer und ökologischer Qualität entstehen kann. Das neue Stadtteilzentrum ist gut in die umgebende Bebauung eingepasst und über die zum Quartierseingang verlegte Bushaltestelle an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die klug gesetzten und höhengestaffelten Baukörper verbinden Wohnen mit Gemeinschafts-, Bildungs-, Geschäfts- und Gesundheitsangeboten. Ein zentraler Gedanke des Projekts war die Verbindung von gebautem und naturnahmem Raum: Der angrenzende Eichetwald wurde als „Grüne Zunge“ in das Quartier hineingeführt und verlängert sich über attraktive Grün- und Freiräume unmittelbar zwischen den Gebäuden. Besonderes Augenmerk liegt auf sozialer Vielfalt und leistbarem Wohnen. Insgesamt sind 258 Wohneinheiten in unterschiedlichen Miet- und Eigentumsformen entstanden. Bestandteil der 138 geförderten Mietwohnungen sind Modelle wie das betreute Wohnen der Caritas, Stützpunktwohnungen sowie das Pilotprojekt der Baugruppe „Silberstreif“ für gemeinsames Wohnen 50plus. Auch energetisch verfolgt das Projekt einen umfassenden Ansatz: Die Gebäude sind in Holzhybridbauweise und Massivbauweise errichtet und nutzen eine innovative Kombination aus PV-Anlage, oberflächennaher Geothermie und Abwasserwärmerückgewinnung. Die Energieverteilung erfolgt über eine thermische Bauteilaktivierung der Decken, die im Winter für behagliche Wärme und im Sommer für angenehme Kühle sorgen. In Summe erreicht das Quartier Plus-Energie-Standard. Ein partizipativer Planungsprozess begleitete die Entwicklung des Quartiers.
„Posthus“ Egg (Vorarlberg)
Ersatzneubau und Neugestaltung der Dorfmitte
Bauherrschaft: Loco 597 Investment GmbH – Marktgemeinde Egg und Sparkasse Egg
Architektur: Ludescher + Lutz Architekten ZT GmbH
Fachplanung und Ausführung: DI Günter Meusburger (Bauphysik); Dietrich Luft & Klima GmbH (Lüftung); Elektro Willi GesmbH & Co KG (Elektroplanung); Die Statiker / Hämmerle-Huster Statik-Ziviltechniker-GmbH; FRAU STURN (Landschaftsarchitektur); K & M Brandschutztechnik GmbH; planDREI Hammerer GmbH (Generalun-ternehmer)
Nutzung: gemischte Nutzung mit Gastronomie, Büroflächen und Wohnungen
Kurzbeschreibung: Das neue „Posthus“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Neuordnung und Aufwertung des Zentrums von Egg, der zentralen Gemeinde des Bregenzerwaldes. Der pagodenartige Baukörper auf dem Areal des ehemaligen Postgebäudes greift traditionelle Elemente des Bregenzerwälderhauses auf und entwickelt sie weiter. Zwischen dem neuen Posthus und dem Wählamt, das wichtige Kommunikationsinfrastruktur für die gesamte Region beherbergt und während der Umbauphase speziell geschützt werden musste, ist eine Gasse entstanden, die auf kurzem Weg vom Busbahnhof zum Dorfplatz führt. Gleichzeitig wurde durch die Verlagerung des ruhenden Verkehrs in eine Tiefgarage wertvolles Areal als neue autofreie Dorfmitte zurückgewonnen. Das angehobene Platzniveau verbindet nun Posthus, Gemeindeamt, Kirche und Busbahnhof zu einem zusammenhängenden öffentlichen Raum mit hoher Aufenthaltsqualität. Zur Belebung tragen ein Gasthaus und ein Eissalon im Erdgeschoß des Posthus bei. In den Obergeschoßen befinden sich Arztpraxen, Büro- und Wohnflächen sowie Veranstaltungs- und Sitzungsräume, die auch der Bevölkerung offen stehen. Stützenfreie Grundrisse und nichttragende Trennwände ermöglichen eine flexible Nutzung und spätere Anpassungen zwischen Büro- und Wohnzwecken. Konstruktiv setzt das Gebäude auf einen Holzhybridbau. Im Inneren bildet eine gewendelte Stahlbetontreppe einen markanten gestalterischen Akzent und eröffnet immer wieder neue Blickbeziehungen durch das Gebäude. Tiefe Fensterlaibungen übernehmen den Sonnenschutz und prägen das ruhige, klare Erscheinungsbild des Hauses nach außen. Versorgt wird das Gebäude mit Biomasse-Fernwärme aus dem Ort.