Schalten Sie ab! Energieeffiziente Beleuchtungssysteme

klimaaktiv hat im Rahmen des Programmes „energieeffiziente betriebe“ gemeinsam mit Technologiepartnern einen Leitfaden für die Durchführung von Energieaudits von Beleuchtungssystemen erarbeitet.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: In Europa sind 60 % der Industrie- und Bürobeleuchtung veraltet oder ineffizient. Daher wird es zukünftig erforderlich sein, bestehende Beleuchtungsanlagen zu erneuern oder zu optimieren. Wie das geht und was das bringt, wird in dem Leitfaden aufgezeigt. Den Link zur online Version des Leitfadens finden Sie rechts nebendem Artikel.


Eine Auswertung der Energieeffizienzchecks hat gezeigt, der Anteil des Stromverbrauchs der Beleuchtungsanlage am Gesamtstromverbrauch unterschiedlich hoch ist:

  • Industrie: durchschnittlich 5 bis 10 %
  • Lebensmittelhandel: 20 bis 30 %
  • Gewerbe: bis 30 % (z.B. KFZ: 14 %, Tischlerei: 30 %)
  • Büros: 30 bis 50 %
  • Lager und Logistik: 60 bis 80 %
  • Parkhaus und Tiefgaragen: nahezu 100 %

Entsprechend der Relevanz des Themas im Unternehmen sollten daher in einem ersten Schritt die Ziele, Anwendungsbereiche, Grenze und Tiefe des Energieaudits definiert werden. Daraus lassen sich dann die nächsten Schritte ableiten. Dazu gehören die Datenerfassung und der Außeneinsatz bei dem man sich einen Überblick über den Ist-Zustand der Beleuchtungsanlage verschaffen kann.

In einer Grobanalyse kann anschließend bewertet werden, wie gut die Beleuchtungsanlage im Vergleich zu durchschnittlichen bis sehr guten Anlagen ist.

Dabei zeigt sich, dass bei Beleuchtungsanalgen nicht nur die Energieeffizienz, sondern auch die Lichtqualität ein wichtiger Indikator für die Bewertung der Qualität darstellt.

Diese ist im Arbeitsschutzgesetz geregelt und richtet sich in Österreich nach den Vorgaben der ÖNORM 12464-1. Für die Bewertung von Optimierungsmaßnahmen ist anschließend eine Detailanalyse durchzuführen. Dabei werden mit Hilfe von verschiedenen Werkzeugen (Messgeräte, Simulationstools) Argumente für und wider eine Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen erarbeitet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Bewertung der Wirtschaftlichkeit und der Folgeauswirkungen (Ökologie, Bedienbarkeit).


In Summe wurden im Leitfaden 23 Maßnahmen beschrieben.

Neben der Vor- und Nachteile einzelner Varianten werden auch Bewertungsmethoden und Praxisbeispiele vorgestellt. Welche Maßnahme am meisten bringt kann daher nicht pauschal beantwortet werden, da dies vom gewählten Indikator abhängig ist (Energieeinsparung, Lichtqualität, Wirtschaftlichkeit).

Im Leitfaden finden sich dazu Empfehlungen die in der folgenden Tabelle zusammengefasst sind:

 

Energie-

einsparpotential

Potential hinsichtlich der

Steigerung der Lichtqualität

Wahrscheinlichkeit der Umsetzbarkeit aufgrund der Investitionskosten
Tageslichtnutzung optimieren niedrig bis hoch mittel bis hoch niedrig bis mittel
Lichtregelung optimieren niedrig bis hoch niedrig bis hoch niedrig bis hoch
Raumwirkungsgrad optimieren niedrig bis hoch mittel bis hoch mittel bis hoch
Betriebsmittel erstetzen niedrig bis hoch niedrig bis mittel hoch
Ersatz der Leuchte niedrig bis hoch mittel bis hoch mittel bis hoch
Lampenersatz mittel bis hoch niedrig bis hoch mittel bis hoch

Die Auswertung von verschiedenen Praxisbeispielen hat gezeigt, dass eine Energieeinsparung von durchschnittlich 30% bei gleichbleibender Lichtqualität möglich ist.
 

Veröffentlicht am 29.06.2015