StVO-Novelle: Änderungen für den Radverkehr

Die 30. StVO-Novelle wird am 1. April 2019 in Kraft treten und bringt auch Änderungen für den Radverkehr. Hier finden Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen.

Ziel der Novelle ist unter anderem die Vereinfachung der Regeln für den Radverkehr und Regeln für die Benutzung von Kleinfahrzeugen. Das sind die wichtigsten Änderungen:

Schutzweg mit Radfahrer

  • Schutzweg (Zebrastreifen) mit Radfahrerüberfahrt („St.Pöltner Modell“)
  • Fortführung eines gemischten Geh- und Radwegs (§2 Abs.1 Z12a)
  • Noch offen: Radfahrerüberfahrt mit Fußgänger
  • Wartepflicht durch Reißverschlusssystem ersetzt

Wenn eine Radfahrerüberfahrt in Fortsetzung eines (gemischten) Geh- und Radwegs geführt wird, kann laut der Novelle zukünftig diese Fläche gemeinsam als Zebrastreifen mit Radfahrerüberfahrt markiert werden.

 

Reißverschlusssystem beim Ende von Radfahrstreifen

  • Ende einer Radfahranlage (Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen) bedeutet automatisch Nachrang für den Radfahrenden
  • NEU: Klarstellung, dass auf der Fahrbahn (Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen) kein Nachrang besteht; das Reißverschlusssystem ist anzuwenden (§11 Abs.5)

Damit entfällt die Sondernachrangregel für Radfahrende - zukünftig müssen Radfahrende am Ende von Radfahrstreifen nicht mehr warten und anderen Vorrang geben sondern dürfen sich im Reißverschlusssystem in den Verkehr einordnen.

 

Radfahrausweis am Prüfungstag

  • BISHER: Radfahrausweis wenn 10. Geburtstag und Prüfung bestanden
  • NEU: 9 Jahre alt und 4. Schulstufe und Prüfung bestanden = Radfahrausweis (§11 Abs.5)
  • Prüfung in der 4. Schulstufe im Herbst möglich, Vorbereitungskurse in der 3. Schulstufe theoretisch möglich

Üblicherweise machen Kinder in der 4. Klasse Volksschule die Radfahrprüfung. Alleine Radfahren mit Fahrradausweis ist derzeit aber erst mit zehn Jahren erlaubt. Mit der neuen Regelung dürfen damit auch 9-Jährige in der 4. Schulstufe nach bestandener Radfahrprüfung alleine fahren.

 

Radwegbenützungspflicht

  • NEU: Fahrräder mit Nabenabstand von
    > 1,70 Meter (Tandem, Transporträder) können auf der Fahrbahn fahren (bisher Radwegbenützungspflicht)
  • NEU: alle Anhänger ≤ 100cm breit dürfen am Radweg fahren (bisher 80cm und nur Personenanhänger)
  • NEU: mehrspurige Fahrräder ≤ 100cm breit dürfen am Radweg fahren (bisher 80cm)
    (§68 Abs.1)

Bisher war die Benutzung des Radwegs nur für Transportfahrräder erlaubt, die maximal 80 cm breit sind. Diese Änderung bringt vor allem Vorteile für Familien mit Kindern, die ein Transportrad fahren und sich am Radweg sicherer fühlen oder in Begleitung von Kindern sind, die selbst Rad fahren.

 

Micro-Scooter / Laufräder

  • NEU: Fahren mit fahrzeugähnlichem Kinderspielzeug am Gehsteig / Gehweg in Schrittgeschwindigkeit (~10 km/h, historisch von der Reitgeschwindigkeit)
  • NEU: Kinder ab 8 Jahren dürfen mit ausschließlichen Muskelkraft-Geräten allein fahren

Bei der Novelle wurde nun inzwischen etablierte Nutzung von Kickscootern (oder auch „Tretrollern“) berücksichtigt. Erlaubt ist das Fahren mit „fahrzeugähnlichen Kinderspielzeug“ am Gehsteig/Gehweg - allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit – bereits ab 8 Jahren.

 

Details zur Novelle finden Sie auf der Website des Parlaments: 30. Novelle Straßenverkehrsordnung

Veröffentlicht am 13.02.2019