Masterplan Radmobilität Kärnten

Nach einer einjährigen Vorbereitungszeit liegt mit dem Masterplan Radmobilität Kärnten eine landesweite Strategie für die Bereiche Infrastruktur, Alltag und Tourismus vor. Damit will Kärnten in den nächsten Jahren zum Rad-Vorzeigeland werden.

Derzeit liegt der Anteil der Radfahrer gemessen am Gesamtverkehr in Kärnten bei nur sieben Prozent. Um diesen Anteil langfristig zu erhöhen wurde der Masterplan Radmobilität Kärnten ausgearbeitet.

Bereits jetzt gab es in Kärnten viele lokale Initiativen, doch fehlte bisher eine landesweite Strategie, die alle Maßnahmen koordiniert, bündelt und, wenn man so will, den Takt vorgibt. In der Strategie werden wirtschaftliche, verkehrspolitische, touristische und umweltrelevante Aspekte berücksichtigt.

In die Ausarbeitung des Masterplans waren neben Experten auch die Gemeinden, die Tourismusverbände und die Tourismusregionen eingebunden. Entstanden ist ein jährliches, intensives Arbeitsprogramm, das alle Arten von Radfahrern berücksichtigt. Enthalten sind insgesamt mehr als 140 Maßnahmen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Sie widmen sich den Bereichen Alltag und Beruf, Tourismus, Freizeit und Wirtschaft sowie Infrastruktur und Innovation. Rund 400 Vorschläge wurden auch von der Bevölkerung im Rahmen eines Ideenwettbewerbs eingereicht. Viele davon wurden im Masterplan berücksichtigt.

In diesem sind zahlreiche Maßnahmen erfasst, die in Jahresschritten umgesetzt werden sollen: Von Lückenschlüssen im Radwegenetz, Ausbau der Radinfrastruktur, bewusstseinsbildenden Aktionen bis hin zu technischen Innovationen. Es geht auch um die Frage, wie man den Öffentlichen Verkehr besser mit dem Radverkehr vernetzen kann und was es zur Erhöhung der Verkehrssicherheit braucht.

  • Neben den bereits begonnenen Bauprojekten, u.a. in der Lieserschlucht sowie am Wörthersee Südufer, sollen in den nächsten Jahren alle Kärntner Badeseen mit dem Rad erreichbar sein.
  • Zur besseren Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr sind weitere Kooperationen mit den ÖBB geplant, wie der vor kurzem gestartete Tauernsprinter, der Möglichkeit der Fahrradmitnahme auch in Regionalbussen und der Erreichbarkeit von Mobilitätsdrehscheiben mit dem Fahrrad will man in Kärnten intensiv arbeiten.
  • Die Schaffung sicherer Rad-Parkzonen und Rad-Abstellmöglichkeiten im öffentlichen Raum soll Erleichterungen für Alltagsradler bringen.
  • Weitere Projekte, wie eine landesweit einheitliche Beschilderung zu touristischen Zielen sowie von Mountainbike-Routen, Investitionen in die E-Bike-Infrastruktur auf Bergstrecken sowie die Einführung einer eigenen Rad-Card, um Rad und Bahn besser vernetzen zu können, sollen auch helfen, den Radtourismus weiter zu fördern.

40 der 140 Maßnahmen im Masterplan werden bereits 2020 in Angriff genommen – „und so intensiv soll es auch in den nächsten Jahren weitergehen“, ist das erklärte Ziel der zuständigen Kärntner Landesräte.

Veröffentlicht am 01.07.2020