Kettenreaktion – die neue Radverkehrsstrategie des Landes Vorarlberg

Radverkehr soll in Vorarlberg eine „Ketten-Reaktion“ auslösen! Die vorliegende Radverkehrsstrategie zeigt konkret, welche Maßnahmen gesetzt werden sollen, um Vorarlberg vom radfreundlichsten österreichischen Bundesland zum europäischen Vorzeigebeispiel zu machen.

Über 20 Jahre nach der ersten Fahrradkampagne „Fahr Rad“ hat sich das Fahrrad als Verkehrsmittel in Vorarlberg etabliert: Fast 17% aller Wege werden heute schon geradelt, während es in Österreich durchschnittlich rd. 7% der zurückgelegten Wege sind. Österreicher radeln im Durchschnitt 234 km pro Jahr; Vorarlberger radeln im Durchschnitt 505 km pro Jahr.

Vorarlberg begnügt sich nicht mit dem bereits hohen Anteil: Das Radfahren soll im „Ländle“ noch attraktiver gemacht werden, noch bessere Bedingungen geschaffen werden um noch mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen. Bis 2020 sollen in Vorarlberg 20% der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Damit dieses Ziel erreicht wird, liegt nun mit der „Kettenreaktion“ eine Neuauflage der bisherigen Radverkehrsstrategie vor.

 

Mit 124 Maßnahmen für mehr Radverkehr als Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in den Dörfern und Städten Vorarlbergs

Damit das gelingt, wurden 124 Maßnahmen formuliert. Wichtig ist dabei, den Fokus auf eine Infrastruktur zu legen, die berücksichtigt, was RadlerInnen brauchen: Wer radelt, soll sich sicher fühlen, attraktive und möglichst direkte Radwege vorfinden, mit genügend Platz und ausreichend Abstellplätzen, wo diese benötigt werden.

So wird auch die Verknüpfung von Rad und öffentlichem Verkehr weiter forciert. Gemeinsam mit Gemeinden, Arbeitgebern, Schulen, Fachleuten und allen, die in Vorarlberg radeln, wollen die Initiatoren dies ermöglichen und so die „Ketten-Reaktion“ für den Radverkehr in Gang setzen.

Umfassender Entstehungsprozess

Die Erarbeitung der vorliegenden Strategie wurde durch das Radteam des Landes Vorarlberg gemeinsam mit dem Energieinstitut Vorarlberg geleitet. Ein Lenkungsausschuss mit politischen VertreterInnen hat in fünf Sitzungen die Strategieerstellung begleitet.

Im Erstellungsprozess wurden neun Interviews mit nationalen und internationalen Fachleuten geführt. In einem Evaluierungsworkshop sowie einem Workshop nach der BYPAD-Methode wurden mit externen Fachpersonen zu Stärken und Verbesserungspotentialen wichtige inhaltliche Grundlagen erarbeitet. Zusätzlich wurden zu 16 Fachthemen je ein oder mehrere Workshops und Gesprächsrunden mit Fachleuten und InteressensvertreterInnen durchgeführt.

Neben einer Anfrage an alle Gemeinden zu Feedback und Inputs wurde auch ein öffentliches Feedbackforum angeboten, an dem zahlreiche am Thema Radverkehr interessierte Personen teilgenommen haben.

Die Landtagsparteien waren in einer eigenen Feedbackrunde eingebunden, ebenso der Vorstand des Gemeindeverbandes. In diese Strategie sind so zu verschiedensten Themen Inputs verschiedener Personen eingeflossen, die auf unterschiedlichen Ebenen nun an einer erfolgreichen Umsetzung mitwirken.

Veröffentlicht am 16.10.2017