„Starker Antritt“-Radverkehrsstrategie Steiermark 2025

Das Land Steiermark möchte mit der Radverkehrsstrategie 2025 den Radverkehr in der Steiermark nachhaltig stärken. Der Fokus liegt auf dem Alltagsradverkehr und es sollen Anreize geschaffen werden, damit das Fahrrad als vorrangiges Verkehrsmittel für kurze Alltagswege etabliert wird.

Für den Radverkehr stehen 2017 dem Land Steiermark 5 Millionen Euro zur Verfügung, welches eine Verdoppelung des Budgets der vorigen Jahre bedeutet. Mit der Radverkehrsstrategie Steiermark 2025 mit dem Titel „Starker Antritt- Das grüne Trikot für die Steiermark“ möchte das Land Steiermark einen maßgeblichen Schwerpunkt im Bereich nachhaltige Mobilitätssysteme setzen. Das Leitmotiv "das grüne Trikot" bezieht sich auf die Tour de France und anderen Rennen, bei denen jener Fahrer das grüne Trikot trägt, der die meisten Punkte während aller Etappen erzielt.

Die Radverkehrsstrategie Steiermark 2025 enthält 8 Schwerpunkte und Ziele:

  • Radverkehr stärken:
    Ziel: Das Fahrrad soll als vorrangiges Verkehrsmittel im Alltag etabliert werden.
    Zielwert: Anstieg des Radverkehranteils in den Potentialräumen 20 bis 25 %, steiermarkweit (Großregionen) mind. 12,5 %; Einsparungen an Treibhausgasemissionen: ca. 100.000 t/Jahr ab 2020 und ca. 180.000 t/Jahr ab 2025
     
  • Siedlungsschwerpunkte und starke Öffentliche Verkehrsmittel-Korridore:
    Ziel:
    Fahrradfreundliche Strukturen werden bei der Standortentwicklung miteinbezogen, wodurch das Mobilitätsverhalten der Menschen wesentlich beeinflusst werden kann.
     
  • Ganzheitliche Planung: Radverkehrskonzepte als Basis:
    Ziel:
    Radverkehrskonzepte sollen im Sinne der integrativen Planung von Anfang an in der Mobilitätsentwicklung sowie in der Siedlungsraumplanung berücksichtigt werden, da eine nachträgliche Planung immer suboptimal ist.
     
  • Multimodalität-Verknüpfung Rad und Öffentliche Verkehrsmittel:
    Ziel:
    Die Öffentlichen Verkehrsmittel und der Radverkehr sollen so miteinander verknüpft werden, dass es für die KundInnen ein Maximum an Komfortabilität ergibt.
     
  • Verkehrssicherheit:
    Ziel:
    Die Einführung von Qualitätsstandards für Infrastrukturen soll Konfliktsituationen sowie Unfälle vermeiden.
     
  • Radfahren als Lebensgefühl:
    Ziel:
    Die Vorteile des Fahrradfahrens sowie das positive Lebensgefühl, das damit verbunden ist, sollen verstärkt vermittelt werden.
     
  • Begleiten und Messen:
    Ziel:
    Die regelmäßige Beobachtung sowie die Einführung eines Monitoringsystems ist maßgeblich für die zukünftige Weiterentwicklung und Verbesserung des Radverkehrs.
    Zielwert: mind. 1 Zählstelle an allen Hauptradrouten in den Potenzialräumen
  • Kooperation, Struktur und Budgetmittel:
    Ziel:
    Die Zusammenarbeit und der Wissenstransfer der Städte, Regionen und Gemeinden sowie NGOs und Lobbyorganisationen für den Radverkehr soll forciert, ausgeweitet und verstärkt genutzt werden. Eine langfristige finanzielle Ressourcenplanung muss aufgestellt werden.

Ein wichtiger Grund häufiger das Fahrrad zu nehmen, ist die Vermeidung bzw. Verringerung hoher CO2-Emissionen, die im Bereich der Mobilität in der Steiermark ungefähr 20% ausmachen. Auch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Bus, Bahn) gestaltet sich wesentlich attraktiver, wenn Fahrräder miteingebunden werden können. Die manchmal nervenaufreibende Parkplatzsuche mit dem Auto in der Innenstadt, sowie ermüdende Stausituationen bleiben einem mit dem Fahrrad erspart.

Viele Städte in Europa setzen auf das Fahrrad, da es aufgrund der oben erwähnten Vorteile eine Steigerung der Lebensqualität der Einwohner mit sich bringt. Die Entwicklung der Radverkehrsinfrastruktur durch verschiedene Projekte, Initiativen, Kampagnen sowie ein höherer Einsatz an finanziellen und personellen Ressourcen ist für viele Städte und Regionen von großer Priorität.

Veröffentlicht am 09.02.2017