Hohes Potential für Transportfahrräder

Wie hoch ist der Anteil an Transporten, die im städtischen Wirtschaftsverkehr vom KFZ und von Mopeds auf E-Transporträder verlagert werden können? Eine Studie der Stadt Bern zeigt das Potential von E-Transporträdern im gewerblichen Einsatz auf und leitet konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Im Rahmen des Pilotprojektes „Mir sattlä um!“ hat das Amt für Umweltschutz der Stadt Bern 2016 in Zusammenarbeit mit carvelo und weiteren Partnern das Potenzial von E-Transporträdern im lokalen Wirtschaftsverkehr erprobt und analysiert. Zu diesem Zweck wurden neun kleinere und mittelgroße Berner Unternehmen gesucht, die während sechs Monaten kostenlos ein Lastenrad getestet und für die betrieblichen Logistikprozesse eingesetzt haben. Auch wenn der Flottenversuch mit neun Transporträdern bedingt übertragbar ist, zeigen die Ergebnisse  ein enormes Verlagerungspotential.

Hohes Verlagerungspotential in Innenstädten

 Mit E-Transporträdern konnten bis zu 77% der Fahrten im innerstädtischen gewerblichen Verkehr von Autos, Lieferwagen und motorisierten Zweirädern ersetzt werden. Hochgerechnet auf ein Jahr lag die durchschnittliche Fahrleistung pro Transportrad bei rund 1.100 Kilometer pro Jahr. Auch wenn E-Transporträder (teilweise) für bis zu 300 kg Zuladung ausgelegt sind, war für die Mehrheit der teilnehmenden Betriebe die maximale Zuladung, mit der ein sicheres und komfortables Fahren noch möglich war, bei 50 bis 60 kg erreicht.  Die Stärken zeigten sich sehr klar im innerstädtischen Verkehr – im Umland (von Bern) überwiegen derzeit noch die Vorteile konventioneller Kraftfahrzeuge.  Gemäß Aussagen der Verantwortlichen hat sich das E-Transportrad in den meisten Betrieben sehr bewährt und wird in fünf davon auch weiterhin täglich für einen Teil der Fahrten das Auto ersetzen.

Transportradförderung in Österreich

Derzeit bieten die Steiermark, Wien, Graz, Linz, Salzburg, Lustenau und Neukirchen a.d. Enknach Förderungen bis zu 1.000 Euro beim Ankauf von (Elektro-)Transporträdern an. Links zu den Förderdetails und -einreichungen finden sich unten.

Veröffentlicht am 16.02.2017