Burgenland möchte den Alltagsradverkehr bis 2030 verdoppeln

Das Land Burgenland definiert im neuen Masterplan Radfahren die erforderlichen Schritte, um ein ambitioniertes Ziel zu erreichen, nämlich die Verdoppelung des Alltagsradverkehrs! Die Mittel dazu sind unter anderem ein Radbasisnetz und die erste Landesförderung für Alltagsradverkehr. Im neuen Masterplan Radfahren für das Burgenland wurden bis zum Jahr 2030 sieben Ziele und sieben Leitprojekte festgelegt.

Das Burgenland ist das zweitbeliebteste Radreiseland Österreichs, wie die österreichische Radreiseanalyse von Radlobby-Radtourismus Österreich zeigt.

Laut Informationen des VCÖ basierend auf Daten des Verkehrsministeriums legen die BurgenländerInnen 205.000 Wege täglich zurück, um in die Arbeit zu kommen. 17.000 Wege davon werden zu Fuß oder mit dem Fahrrad, 23.000 mit dem öffentlichen Verkehr und 148.000 mit dem Auto zurückgelegt.

Das bedeutet, dass derzeit nur 6 % der Wege im Burgenland mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Gleichzeitig sind mehr als die Hälfte aller zurückgelegten Wege, auch jener die mit Kfz gefahren werden, kürzer als 5 km. Dementsprechend zuversichtlich ist das Land Burgenland, dass das ambitionierte Ziel erreicht werden kann, die Anzahl der Wege, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden, bis 2030 zu verdoppeln.

Der „Masterplan Alltagsradverkehr“ soll dazu als Leitfaden dienen, um alle Maßnahmen aufeinander abgestimmt umsetzen zu können. Dafür wurden sieben Ziele und sieben Leitprojekte definiert, um die Vision Realität werden zu lassen.

Die sieben Ziel des Masterplans Radfahren für das Burgenland

Infrastruktur für den Alltagsradverkehr fit machen: Mit Fokus auf Räume mit hohem Radpotenzial (Siedlungs- und Arbeitsschwerpunkte, wichtige ÖV-Knoten) wird die Infrastruktur kontinuierlich verbessert.

Sicher sein und sich sicher fühlen: Die Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer wird verbessert, die Anzahl der Verunglückten geht zurück.

Multimodale Wegeketten ermöglichen und fördern: Durch verbesserte Angebote und Rahmenbedingungen soll der Anteil der kombinierten Wege kontinuierlich gesteigert werden.

Bewusstsein für die Vorteile des Radfahrens schaffen: Durch konsequentes Marketing und Bewusstseinsbildung sind die Vorzüge des Radfahrens präsent.

Rahmenbedingungen und Strukturen für eine konsequente Radverkehrsförderung schaffen: Klare Zuständigkeiten, entsprechend dotierte Fördertöpfe und eine ausreichende personelle Ausstattung ermöglichen es, Gemeinden bei Radverkehrsprojekten zu beraten und zu unterstützen.

Die Vorteile der Elektromobilität nutzen: E-Bikes können den Aktionsradius des Fahrrads erheblich ausdehnen.

Die Vorreiterrolle im Radtourismus behaupten und ausbauen: Synergien zwischen Radtourismus und Alltagsradverkehr werden bestmöglich genutzt.

Die sieben Leitprojekte des Masterplans Radfahren für das Burgenland

Radbasisnetze: Großes Potenzial für den Alltagsradverkehr ist dort vorhanden, wo viele Wege eine radfreundliche Länge haben. Insbesondere ist dies im Burgenland im Umfeld der Bezirksvororte der Fall, die nicht nur Arbeitsschwerpunkt für umliegende Orte sind, sondern auch viele andere Anziehungspunkte wie Einkaufsmöglichkeiten oder Gesundheitseinrichtungen bieten. Daher sollen gemeinsam mit den Gemeinden der jeweiligen Region für alle Bezirksvororte Radbasisnetze entwickelt werden, die den Anforderungen des Alltagsradverkehrs gerecht werden.

Attraktivierung der Top-Radrouten: Die burgenländischen Top-Radrouten sind wesentlicher Erfolgsfaktor des Radlandes Burgenland und Basis seiner Position im Spitzenfeld des österreichischen Radtourismus. Um diese Führungsrolle auch für die Zukunft abzusichern, wird das Angebot kontinuierlich in seiner Qualität gesteigert.

Von klein an sicher unterwegs: Schon im Kindesalter wird der Grundstein für das spätere Mobilitätsverhalten gelegt. Durch ein Maßnahmenpaket werden die Kinder im Burgenland schon ab dem Kleinkindalter mit jenem Verkehrsmittel vertraut gemacht, das ihnen Spaß macht, früh unabhängige Mobilität ermöglicht und ihrem natürlichen Bewegungsdrang gerecht wird.

Multimodale Knoten – Bike&Ride-Ausbauoffensive: Die intermodale Reisekette Rad-ÖV ist auf hochwertige Abstellmöglichkeiten in ausreichender Anzahl angewiesen. Daher wird das Land Burgenland neben den bereits umgesetzten Bike&Ride-Projekten weiterhin die Errichtung von Abstellanlagen insbesondere an Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs forcieren und unterstützen.

S-Pedelec Pilotprojekt: Die sogenannten S-Pedelecs, schnelle Elektrofahrräder mit bis zu 45 km/h unterstützter Geschwindigkeit, könnten als umweltfreundliches und aktives Verkehrsmittel dazu beitragen, dass insbesondere Berufspendlerinnen und Berufspendler auch längere Strecken mit dem Rad zurücklegen. Das Burgenland will die Möglichkeiten und Anforderungen dieses neuen Verkehrsmittels frühzeitig im Detail kennenlernen und beteiligt sich an einem Forschungsprojekt.

Radverkehrskoordination für das Burgenland: Neben der landesinternen Radwegekoordination mit Fokus auf Infrastrukturerrichtung und Förderabwicklung wird eine außenwirksame Radverkehrskoordination eingerichtet.

Neue Förderkulisse Radverkehr Burgenland: Das Land Burgenland bekennt sich mit dem Masterplan Radfahren zu einer Unterstützung des Alltagsradverkehrs

Durch Beratungsleistungen werden die Gemeinden bereits in der Antragsphase unterstützt. Eine zentrale Anlaufstelle sowohl für touristische Radrouten als auch für Alltagsrouten sorgt für Klarheit bei der Antragstellung. In der Umsetzung stehen die Landesabteilungen den Gemeinden unterstützend zur Seite. Gefördert werden folgende Maßnahmen:

1. Regionale Radrouten: gemeindegrenzen-überschreitende Radrouten für den Alltagsverkehr (Fördersatz 50 %)

2. Regionale Hauptradrouten: Bonus für im Radbasisnetz festgelegte Strecken mit besonders hohem Potenzial (Fördersatz 60 %)

3. Zubringer zum höherrangigen öffentlichen Verkehr: lokale Hauptrouten innerhalb der Gemeinde und Bike&Ride für Pendlerinnen und Pendler (Fördersatz 50 %)

Veröffentlicht am 10.12.2018