Blueprint für eine EU Cycling Strategy

Die Blaupause einer EU Radfahrstrategie und der Pan-Europäische Masterplan Radfahren unterstützen den Radverkehr auf internationaler Ebene.

Radfahren ist eine europäische Erfolgsgeschichte: das Fahrrad wurde vor 200 Jahren in Europa erfunden, und seine globale Renaissance startete auch in Europa. Die ersten Radverleihsysteme entstanden in Europa, mittlerweile sind Sie in über 800 Städten auf vier Kontinenten eingeführt. Dass das Fahrrad einen wichtigen Beitrag zur Lösung globaler und europäischer Herausforderungen wie Klimawandel und Bewegungsmangel leisten kann, wird immer stärker auch in der europäischen Verkehrspolitik erkannt.

Blaupause für eine EU Cycling Strategy

Nach der „Deklaration zum Radfahren als klimafreundliches Verkehrsmittel“ der EU Verkehrsminister in Luxemburg im Herbst 2015 wird auch innerhalb der Europäischen Union über die richtige Strategie zur Förderung des Radverkehrs nachgedacht. Dazu hat der European Cyclists Federation (ECF) eine Blaupause für eine EU Radfahrstrategie erstellt. Bei der Velo-City Konferenz 2017 in Arnhem-Nijmegen (Niederlande) wurde diese an EU Verkehrskommissarin Violeta Bulc übergeben.

Umfassendes Maßnahmenpaket

Der Blueprint umfasst mehr als 240 Maßnahmen zur Radverkehrsförderung gegliedert in folgenden Kapiteln:

– Bewusstseinsbildung

– radfreundliche Infrastruktur

– Fahrzeugregulierung

– Multimodalität und Intelligent Verkehrs Systeme

– Gleichwertige finanzielle und fiskalische Rahmenbedingungen für das Radfahren

– die europäische Fahrradindustrie

– Beitrag des Radfahrens zur Erreichung Globaler Ziele

– Governance

– Monitoring and Evaluierung

Großteils richten sich die Maßnahmen an die Europäische Kommission und zum kleiner Teil an die Mitgliedsstaaten. Bei rund einem Viertel der Vorschläge handelt es sich um gesetzliche Regelungen, rund ein Drittel betreffen Richtlinien, Empfehlungen beziehungsweise die Umsetzung von Best-Practice Beispielen.

Pan-Europäischer Masterplan Radfahren

Auf Initiative von Frankreich, Österreich und der European Cyclists Federation (ECF) wird mit 22 weitere engagierten Ländern im Rahmen des Pan-Europäischen Programms Verkehr-Gesundheit-Umwelt (Transport Health Environment Pan-European Programm / THE PEP) der WHO und UNECE an der Erstellung einer pan-Europäischen Radverkehrsstrategie gearbeitet. Neben Fragen der Harmonisierung von Radverkehrsstatistiken, der Förderung über internationale Finanzierungsinstrumente wie die Europäische Investitionsbank, steht auch der Erfahrungsaustausch zur Radverkehrsförderung auf nationaler Ebene im Fokus, da die Ausgangslage in den Nationalstaaten sehr unterschiedlich ist. Der Pan-Europäische Masterplan Radfahren soll bei der 5. Ministerkonferenz Verkehr, Gesundheit, Umwelt 2019 in Wien beschlossen werden.

200 Jahre nach seiner Erfindung wird damit dem Fahrrad auf internationaler Ebene wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ein effizientes Nahverkehrsmittel für die Mobilitätswende und die klimafreundliche Gesellschaft der Zukunft erhält damit die Anerkennung die es verdient.

Veröffentlicht am 02.07.2017

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